TEST: Denon „Exercise Freak“ Sport-In-Ear-Kopfhörer AH-W150

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Wer erfolgreich Sport treiben möchte, braucht jemanden, der ihn antreibt – so wie der seit neuestem nicht nur in gelb, blau und schwarz, sondern auch in orange lieferbare Denon „Exercise Freak“ Sport-In-Ear-Bluetooth-Kopfhörer AH-W150 mit einem Frequenzgang von 5 bis 25.000 Hz und 16 Ohm Impedanz. Denon schreibt dazu auf der Website: „Integrierter Verstärker, auf antreibenden Klang abgestimmt“. Bitteschön – hier hat man also seinen anfeuernden „Personal Trainer“ mit 100 dB/mW Empfindlichkeit und einer maximalen Eingangsleistung von 250 mW gefunden. Halt – 99 EUR wechseln noch rasch den Besitzer, dann kann das Training beginnen.

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Gute Verarbeitung im Detail

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Bis die Hörer zum ersten Mal korrekt am Ohr befestigt sind, vergeht etwas Zeit. Hat man das Prinzip durchschaut, geht es flotter

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Play-Taste, die auch zur Kopplung verwendet wird (länger drücken)

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Nackenband mit Reflektor

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Mitgelieferte Transporttasche

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Verschiedene Ohr-Passstücke

Damit man die klanglichen Fähigkeiten voll ausschöpfen und sich im Rausch der Musik zu neuen sportlichen Höhenflügen aufraffen kann, ist es immens wichtig, auf korrekten Sitz im Ohr zu achten. Ist der nach dem dynamischen Prinzip arbeitende In-Ear-Hörer richtig am/im Ohr verankert, eignet er sich dank des festen, aber stets bequemen Sitzes tatsächlich sehr gut für sportliche Aktivitäten. Normale In-Ears rutschen dann doch irgendwann aus dem Gehörgang, aber der AH-W150 hält. Mit 23 Gramm ist er angenehm leicht. Zudem ist sehr solide wirkende Gehäuse so beschaffen, dass es schweißresistent ist. Beim Joggen in der freien Natur oder in der Stadt muss man aber aufpassen, denn von dem, was außen herum passiert, bekommt man nicht mehr allzu viel mit – der Hörer hält recht viele Umgebungsgeräusche draußen. Kabelgewirr hat der Sportler dank der Bluetooth 3.0 Verbindung nicht zu befürchten, einzig und allein das Nackenband (mit integriertem Reflektor für Joggen in der Dämmerung) ist hier vorhanden.

Nicht überzeugt haben uns die nicht ohne Weiteres zu erreichenden kleinen Tasten für die Lautstärkeregelung. Gut dafür ist, dass sich der AH-W150 dank des integrierten Mikrofons auch für Telefongespräche nutzen lässt. Der eingebaute Akku soll bis zu 7 Stunden halten – das reicht auch für die Übungseinheiten zum Iron Man. Mitgeliefert werden Ohrstücke in XS, S, M und L – diese sind antibakteriell, so wird die Bildung von Bakterien effektiv reduziert. Auch im Lieferumfang enthalten ist eine Transporttasche aus Netzgewebe, und ein solider, großformatiger Karabinerhaken. Play-/Pause ist als recht große Taste praktisch und gut bedienbar außen an der Ohrmuschel integriert.

Denon liefert auch eine spezielle App zum AH-W150: Die „Denon Sport App“, verfügbar für iOS- und Android Mobile Devices. Hier haben wir für Sie einige Screenshots zusammengestellt:

Denon Sport App 1

Die App kann man sich gratis im Apple- und im Google-Store herunterladen

Denon Sport App 2

Startbildschirm

Denon Sport App 3

Hauptmenü

Denon Sport App 4

Nutzerprofil

Denon Sport App 6

Freude finden

Denon Sport App 7

Ernährungs-Management

Denon Sport App 8

Einstellungen, Teil 1

Denon Sport App 9

Einstellungen, Teil 2

Denon Sport App 10

Facebook-Einstellungen

Denon Sport App 11

Workout erfassen

Outdoor-Aktivitäten werden via GPS aufgezeichnet, es gibt ein Fitness-Tagebuch, damit Fortschritte im Training auch entsprechend dokumentiert werden. Der aktuelle Trainingsstatus oder beim Training gehörte Musik kann mittels Facebook oder Twitter geteilt werden. Ob man die App braucht oder nicht – diese Entscheidung sei jedem selber überlassen. Aber da viele potentielle Käufer des Denon Sport In-Ear-Hörers bestimmt schon eine Nike- oder Runtastic-App nutzen, werden diese kaum gewillt sein, umzusteigen.

Praktisch ist übrigens auch, dass der Batterieladestand des Akkus im AW-H150 oben im Display des Smartphones mit angezeigt wird.

Akustisch zeigt sich, dass Denon seinen „In-Ear-Sportler“ durchaus richtig eingeschätzt hat, denn der Klang ist äußerst kraftvoll und dynamisch. Wir haben uns das ganze Album „Loco De Amor“ von Juanes angehört, und ganz gleich, ob „Ml Pedazos“, „La Luz“ oder „Laberinto“ – immer spielt der AH-W150 nachdrücklich auf und zeigt sich enorm stark im Bassbereich. Sensible, empfindsame Naturen sind definitiv nicht die Zielgruppe des pegelfesten In-Ear-Hörers, aber wer sich von seiner Lieblingsmusik beim Sport richtig pushen lassen möchte, liegt hier goldrichtig. Die Stimme wird gut, aber etwas im Hintergrund wiedergegeben. Der Rhythmus des jeweiligen Songs kommt sehr gut heraus, die Räumlichkeit wird als intensiv empfunden.

Klar, dass Rihannas „Diamonds“ dem In-Ear-Hörer auch liegt. Satte R&B-Beats gibt er mit Wucht wieder, gleichzeitig aber ist auch die Präzision als gut zu bewerten. Kraftvoll, lebendig und somit mitreißend – der AH-W150 zeigt auch hier erneut sehr klar seine Auslegung. Der Hochtonbereich ist nicht zu aggressiv und auch nicht blechern, so dass man recht angenehm und trotzdem dynamisch hören kann.

Auch angehende Sportskanonen, die sich von 007-Titelmelodien zu Höchstleistungen antreiben lassen wollen, können zu Denons Vorschlag in der Klasse der In-Ear-Sportkofhörer greifen: „The World Is Not Enough“ von Garbage legt vehement los, der Bass ist erneut sehr kräftig, die Melodie mit hohem Wiedererkennungswert kommt sehr gut heraus. Wechsel bezüglich der Dynamik erkennt der AH-W150 mit hoher Sicherheit und agiert demnach impulstreu.

Sensiblere Stücke wie Rita Coolidges „All Time High“ aus dem 1983er Bond-Streifen „Octopussy“ werden auch gut wiedergegeben, wenngleich der In-Ear seine sehr kraftvolle Auslegung auch hier kaum verhehlen kann und einer nachdrücklichen Basswiedergabe eine hohe Priorität einräumt. Man muss diesen Sound mögen – dann macht es auch Spaß, sich derartige Stücke auf dem AH-W150 anzuhören. Bei langsameren, emotionaleren Stücken wird deutlich, dass der Hörer nicht auf enorme Sensibilität, sondern auch nach vorn strebende Nachdrücklichkeit ausgelegt ist. „Nicht träumen, sondern trainieren“ – so könnte die Maxime des Denon AH-W150 an den Träger des In-Ears lauten.

Dass das 2014er Bodybangers Mix des Eurodance-Klassikers „No Limit“ von 2 Unlimited dem Denon sehr liegt, war zu erwarten. Hier kann er seine Fähigkeiten voll entfalten und mit nachdrücklichem Bass und sehr guter Raumwirkung bei der Darstellung der elektronischen Effekte voll punkten. Er präsentiert sich energiegeladen und bringt dadurch echtes „Dancefloor-Feeling“ zum Träger des Sportkopfhörers. Tiefgang und Struktur im Bassbereich sind sehr lobenswert.

Und auch „Watch Out“ von den Disco Boys & Cuebrick sorgt für Freude, weil es, salopp gesprochen, „richtig abgeht“: Der AH-W150 feuert seinem Besitzer die Beats wortwörtlich um die Ohren und sorgt somit für spontane Begeisterung. Der Rhythmus des Tracks kommt ausgezeichnet heraus, der Aufbau ist jederzeit klar nachvollziehbar. Dass der Bass Volumen hat und druckvoll agiert, wird auch bei diesem Song wieder sehr deutlich.

Der AH-W150 trifft natürlich auch auf verschiedene Konkurrenten, so den Klipsch S4i Rugged, der mittlerweile sehr günstig, nämlich für rund 40 bis 60 EUR, je nach Farbe, angeboten wird. Der Rugged ist allerdings kabelbasiert und nicht Bluetooth-basiert. Er sitzt nicht so gut wie der AH-W150, ist aber auch sehr robust. Die klangliche Auslegung ist auch stark auf einen nachdrücklichen Antritt ausgelegt – „antreiben“ kann der für Apple iOS Devices geeignetes S4i Rugged demnach auch. Nicht unbedingt so sportlich, dafür sehr klangstark und identisch teuer wie der Denon tritt der Teufel Aureol Fidelity an. Er offeriert einen authentischen, detailreichen Klang, der auch dem Hörer von Jazz oder Klassik sehr zusagen dürfte. Die Verarbeitung ist ausgezeichnet, der Kaufpreis ist fair – allerdings ist auch der Auriol Fidelity kein BT-Kopfhörer, sondern kabelbasiert.

Fazit

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Denon gibt es sich beim AH-W150 betont sportlich – der sehr gut sitzende Kopfhörer ist in modischen Trendfarben erhältlich und offeriert einen enorm kräftigen, dynamischen Klang. Als „Personal Trainer“ ist der solide verarbeitete In-Ear-Hörer somit bestens geeignet. Dadurch, dass er die Musik mittels Bluetooth 3.0 zwischen Smartphone und Ohrmuscheln transportiert, gibt es auch kein störendes Kabel, das bei sportlichen Aktivitäten behindern könnte. Die dazugehörige App ist kein Muss, es gibt sehr viele brauchbare Fitness-Apps in den App Stores von Apple und Google, daher ist man hier auf Denons App nicht angewiesen.

Sportlich, trendbewusst und klangstark – der Denon AH-W150 trifft voll den Zeitgeist
ueberragend
In-Ear-Kopfhörer Obere Mittelklasse
Test 09. Mai 2014

+ Sehr guter Sitz
+ Tragekomfort
+ Sehr kräftiger, lebendiger Klang
+ Robuste Verarbeitung
+ Kein störendes Kabel dank Bluetooth
+ In modischen Farben lieferbar

– Lautstärketasten nicht gut erreichbar
– Für sensible Naturen nicht erste Wahl

Test: Carsten Rampacher
Fotos: Sven Wunderlich
Datum: 09. Mai 2014

 




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