TEST: Auna Living Qube – Günstiger Bluetooth-Lautsprecher mit Stil?

Auna_LivingQube_front

„Qube“-Lautsprecher scheinen beim Elektronik-Anbieter Auna recht hoch im Kurs zu stehen. Bereits vor kurzem konnten wir mit dem „HighQube“ einen, zwar deutlich größeren, aber der Form entsprechenden Bluetooth-Lautsprecher begutachten. Der „Living Qube“ kommt deutlich kleiner da, versprüht aber ähnliche Eleganz und klassische Schlichtheit wie das große Modell. In Weiß und Schwarz erhältlich integriert er sich schick ins Wohnzimmer und passt sowohl aufs Couch-Tischlein als auch ins Bücherregal.

Der auf einem Metallfuß gesockelte Lautsprecher bietet Bluetooth und einen AUX-Eingang für den Klinkenanschluss externer Geräte. Der Preis des kompakten Gerätes liegt aktuell bei 79,90 EUR.

Auna_LivingQube_front_seite

Seitliche Ansicht des rechteckigen Living Qube

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Lautsprechergitter aus Metall

Auna_LivingQube_bedienelemente

Stationäre Bedienelemente auf der Oberseite des Lautsprechers

Auna_LivingQube_rueckseite

Rückseite

Auna_LivingQube_anschluesse

Ein AUX-Eingang, der USB dient dem Laden von mobilen Geräten

Der Auna macht einen sehr schicken und eleganten ersten Eindruck, besonders unsere weiße Variante macht sich in unserer Wohnzimmerumgebung sehr gut. Der Living Qube ist lackiert und nicht foliert. Auf den ersten Blick ist die Lackierung auch sauber und es sind keine ungleichmäßigen Stellen zu erkennen. Wer genau aufs Detail achtet, kann auf der Oberseite kleine schwarze Einschlüsse im Lack erkennen. Es ist aber ohnehin lobenswert, dass die Hochglanzlackierung in dieser Preisklasse weitgehend gelungen ist und wer die Einschlüsse erkennen will, muss schon genau hinsehen. Bei der Rückseite ist die Sorgfalt nicht ganz so groß aber auch hier wurde größtenteils sauber gearbeitet.

Das Gehäuse besteht unserem Eindruck nach aus MDF-Platten, die Anschlüsse auf der Rückseite sind von Kunststoff umgeben. Vorne schützt ein Metallgitter die Lautsprecher-Chassis. Es ist nicht ganz bündig mit dem Gehäuse, wirkt aber solide. Obenauf sitzen vier stationäre Bedienelemente, darunter Lautstärketasten, eine Modus- und Power-Taste und ein Play/Pause bzw. Bluetooth-Button. Ein silberner Kunststoffring fasst die Bedienelemente mit sehr gutem Druckpunkt ein. Mittig ist eine dreifarbige LED integriert, die je nach Betriebsstatus eine andere Farbe annimmt. Rot ist Stand-By, Blau entspricht der Bluetooth-Funktion und Grün zeigt den AUX-Modus an. Der Standfuß macht optisch, aber auch haptisch einen souveränen Eindruck, die Kombination aus silbernem Metall und der weißen Oberfläche wirkt modern und elegant.

Die Bassreflexkonstruktion des Living Qube ist mit 2 x 10 Watt RMS ausgestattet. Die Abmessungen betragen 23 x 20,5 x 17,5 cm (BxHxT) und das Gewicht kommt auf 2,73 kg.

Auna_LivingQube_gesamt

Auna Living Qube Gesamtansicht

Jetzt interessiert uns aber natürlich hauptsächlich, was der Auna Living Qube akustisch „auf dem Kasten hat“. Wir spielen per Bluetooth und via Spotify uns bekannte Stücke zu und beginnen dabei mit „All We Are“ von Jonah. Sofort fällt auf, dass der Auna kein Meister der Höhenbrillianz und Klarheit im Mitten- und Hochtonbereich ist. Zwar ist das hintergründige Piano-Spiel hier bei Spotify ohnehin nicht allzu ausdruckstark, ein wenig Charakter geht uns aber verloren. Die Stimmwiedergabe ist solide und beim Refrain zeigt der Living Qube durchaus auch Akzente und kann nicht als dumpfe Krachmaschine gelten. Für seine Größe präsentiert er eine räumliche Kulisse. Wir wechseln auf Johnossis „Gone Forever“. Bei etwas höherem Pegel wird der Auna nicht zu aggressiv und bringt auch das Schlagwerk solide zur Geltung und zeigt ein recht lebendiges Klangbild. Die Dynamik könnte, insgesamt zeigt sich das kompakte Gerät aber spielfreudig. Der Pegel ist solide und souverän. Um größere Räume zu beschallen ist er aber nicht unbedingt geeignet.

Mit Joe Bonamassas „Jockey Full of Bourbon“ stellen wir an den Living Qube schon sehr hohe Ansprüche. Im Intro und darüber hinaus schlägt er sich aber überraschenderweise sehr gut und bietet einen guten Eindruck des Pianos und der Stimmcharakteristik des Blues-Musikers. Auch die tiefen Bass-Schläge werden im Ansatz ausmodelliert und runden die Klangkulisse nach unten hin ab. Natürlich darf man hier keine maximale Präzision erwarten, einzelne Instrumente können aber gut differenziert erkannt werden. Die Bühnenstaffelung ist nicht sehr stark ausgeprägt. Auch wenn wir annehmen, dass der Living Qube mit Breitbändern arbeitet, scheint der Frequenzbereich, zumindest nach unten hin, solide zu sein. Auch Gitarrenklänge gelingen dem Bluetooth-Lautsprecher gut. Im Gegensatz zu noch kompakteren Geräten, die manchmal sogar deutlich mehr kosten, kann der Auna-Lautsprecher sein Volumen solide ausspielen und bietet ein recht fülliges, voluminöses Klangbild.

Nach einer kurzen Test-Pause hatte sich der Auna Living Qube automatisch deaktiviert, um Strom zu sparen – löblich. Ebenfalls positiv, dass der Lautsprecher binnen knappen zwei Sekunden sofort wieder mit unserem Bluetooth-Gerät verbindet und prompt weiter Musik wiedergibt. Es läuft „Sultans of Swing“ von den Dire Straits und der Living Qube bietet ein fülliges und zum mit-swingen einladendes Gesamterlebnis. Die Gitarrenklänge Mark Knopflers kommen sauber und recht klar heraus, auch die Stimme wirkt nicht hintergründig sondern wird zentral und angenehm wiedergegeben. Klar fehlt es an Höhenbrillianz und Detailvermögen, für den Preis und die immer noch recht kompakte Größe wird hier schon solides geboten. Auch das Fundament macht einen guten Eindruck und sorgt für einen voluminösen und nicht zu dünnen Sound. Wird das Klanggeschehen komplexer und soll dann gleichzeitig noch ein Solo akkurat wiedergegeben werden, gehen natürlich einzelne akustische Details ein wenig verloren, insgesamt aber eine sehr angenehme und dynamisch wirkende Performance.

Mit „Raptor“ von Digital X, ein Titel der Global DJ Broadcast Top 20 aus dem Jahr 2013 werden wir elektronischer. In den ersten Sekunden macht der Auna-Lautsprecher einen lebendigen Eindruck und zeigt, dass er durchaus „Drive“ mitbringt. Selbst die unterschiedliche Struktur im unteren Mitten- und besonders Tieftonbereich kann er, zumindest im Ansatz, aufzeigen. Auch in den folgenden Minuten, bei denen immer mehr akustische Elemente hinzukommen, bietet der Living Qube durchaus Atmosphäre und Lebendigkeit. Trotz der hohen Komplexität des Klanggeschehens werden die meisten Details aufgezeigt. Natürlich fehlt es dann untenrum an Kraft und Volumen, damit hier Club-Atmosphäre aufkommen kann. Aber selbst bei etwas höherem Pegel bleibt der Auna weitgehend souverän und macht Spaß. Gut gefällt uns auch, dass der Living Qube eine insgesamt angenehme und harmonische Gesamtauslegung aufweist. Er ist nicht zu hell und wird auch bei höherem Pegel nie aggressiv oder störend empfunden. Bei „Violetta“ von Orjan Nilsen läuft er gar zu Höchstform auf und versprüht eine lebendige, dynamische Kulisse. Natürlich fehlt es der etwas an Substanz und besonders untenrum will der anspruchsvolle Zuhörer mehr – für eine angenehme Beschallung im kleinen Wohnzimmer können wir das kompakte und preisgünstige Gerät aber empfehlen.

Im preislichen Umfeld des Auna Lautsprechers ist das Feld gar nicht so üppig bestellt, wie man vielleicht vermutet. Natürlich gibt es in dem Preisbereich zahlreiche Konkurrenten, allerdings sind diese dann in der Regel deutlich kompakter. Darunter fällt auch der Grundig GSB 200, der aktuell zu Marktpreisen um ebenfalls 80 EUR erhältlich ist. Der Living Qube bietet natürlich mehr Volumen und einen fülligeren Sound, der Grundig hält mit NFC und einer Freisprecheinrichtung dagegen und ist insgesamt etwas flexibler. Kleiner, aber akustisch ähnlich stark – mit leicht anderer Auslegung – ist der BT Bamster von Teufel. Er bietet untenrum nicht die Fülle, wirkt aber insgesamt ausgereifter und erwachsener im Sounding. Bezüglich der Verarbeitungs- und Materialqualität wirkt er auch etwas hochwertiger, kostet allerdings satte 60 EUR mehr. Auna bringt mit dem Living Qube einen sehr günstigen und trotzdem stattlich großen Bluetooth-Lautsprecher auf den Markt, der direkte Konkurrenz mit anderen Produkten geschickt vermeidet.

Fazit

Auna_LivingQube_front

Ein schicker Bluetooth-Lautsprecher fürs kleine Wohnzimmer – so lässt sich der Auna Living Qube, der wie die kompakte Version eines Auna HighQube, den wir erst kürzlich getestet haben, scheint. Der Anwendungsbereich ist natürlich aufgrund der Kompaktheit etwas geringer, allerdings verrichtet er bei nicht allzu großem Beschallungsbereich sehr solide Dienste und bietet mitreißenden und räumlichen Sound. Die Verarbeitungs- und Materialqualität ist für die Preisklasse ebenfalls absolut solide. Viele verschiedene Betriebsmodi gibt es zwar nicht, die Bluetooth-Verbindung aber steht schnell und ist stabil.

Preisgünstiger und eleganter Bluetooth-Lautsprecher fürs Wohnzimmer
sehrgut
Bluetooth-Lautsprecher
09.03.2015

+ Schicke Optik
+ Hochglanzlackierung
+ Solide Materialqualität
+ Ladefunktion via USB
+ Sehr günstig

– Wenig Brillianz im Hochtonbereich und den oberen Mitten
– Verarbeitung im Detail

 

Test: Philipp Kind




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