TEST: Auna Linie-300-WH 500 5.0 Heimkino-Lautsprechersystem

Auna AV2-Linie-300 Gruppenbild3 

Geht das? Auna, online bei Elektronik-Star erhältlich, verspricht für knapp 170 EUR druckvollen Klang von einem 5.0 Lautsprecher-Ensemble, bestehend aus zwei Standlautsprechern vorn, einem Center und zwei Regallautsprechern für die Surroundbeschallung. Das Ganze ist in weißer oder schwarzer Variante (gleicher Name Linie 300-WH) oder mit Folierung in Buche (Linie-300-BH) beziehungsweise Walnuss (Linie-300-WN) lieferbar – und zwar, je nach Farbgebung, zu Preisen zwischen exakt 161,90 und 169,90. Viel Klang für wenig Geld? Wir sind dieser Frage nachgegangen und haben mit dem kraftvollen Onkyo TX-NR535 auch einen leistungsfähigrn AV-Receiver der gehobenen Einsteigerliga gefunden, der genug Kraft hat, ein 5.0 Set ohne aktiven Subwoofer entsprechend zu „befeuern“.  In unserem großen Praxistest bot der Onkyo überragende Tugenden. 

Auna AV2-Linie-300 Speaker Gruppenbild1

Standlautsprecher

Auna AV2-Linie-300 Speaker Front Seitlich2

 Ohne Gitter

Auna AV2-Linie-300 Speaker Rueckseite Seitlich1

 Rückseite

Auna AV2-Linie-300 Speaker Bassreflexrohr Anschluesse

 Anschlussterminal, sogar mit Schraubanschlüssen

Auna AV2-Linie-300 Speaker Hochtoener

 Hochtöner

Auna AV2-Linie-300 Speaker Tiefmitteltoener

 Tieftöner

Die einzelnen Komponenten: Der Standlautsprecher des Sets arbeitet nach dem 2-Wege-Prinzip und bringt zwei 16,5 cm Tieftöner sowie einen Hochtöner (2,5 cm mit Seidenmembran) mit. Durch die Bassreflexkonstruktion wird die Effizienz gesteigert. Die Anschlussterminals für den Anschluss der Lautsprecherkabel sind für die sehr günstige Preisklasse solide ausgeführt.  80 Watt beträgt die Leistung, die der Lautsprecher verträgt (kurzzeitiger Peak: 160 Watt). Die Impedanz wird mit 8 Ohm angegeben, unter dem Lautsprecher gibt es immerhin kleine Gumminoppen, die ein Verrutschen verhindern sollen. 9 kg wiegt eine Box, die Höhe beträgt 79,5 cm, die Breite 21 cm und die Tiefe 24 cm.

Auna AV2-Linie-300 Bookshelf Front Seitlich4

Ohne Gitter

Auna AV2-Linie-300 Bookshelf Front Seitlich2

 Mit Gitter

Auna AV2-Linie-300 Bookshelf Gruppenbild1

 Schlichtes Design

Auna AV2-Linie-300 Bookshelf Tieftoener

 Tiefmitteltöner 

Auna AV2-Linie-300 Bookshelf Verarbeitung

 Die Verarbeitung zeigt im Detail Defizite

Die beiden Regallautsprecher für den Rear-Bereich sind mit jeweils 35 Watt belastbar (kurzzeitig bis 76 Watt), es handelt sich um Zweiwege-Konstruktionen mit 13 cm Tieftöner und 2,5 cm Hochtöner. Die Impedanz liegt bei 8 Ohm, das Gewicht beträgt 1,7 kg pro Lautsprecher. Die Regalbox ist 15 cm breit, 27 cm hoch und 17 cm tief. 

Auna AV2-Linie-300 Center Front Seitlich3

Center mit Gitter

Auna AV2-Linie-300 Center Front Seitlich4

 Center ohne Gitter

Auna AV2-Linie-300 Center Rueckseite Seitlich1

 Center – Rückseite 

Der dazugehörige Center hat die gleichen Belastungswerte wie die Regalboxen und weist ebenfalls eine Impedanz von 8 Ohm auf. Der Center wiegt 1,7 kg, ist 45,5 cm breit, 17 cm hoch und 15,5 cm tief. Der vordere mittlere Lautsprecher ist mit zwei 10 cm Tief-/Mitteltönern bestückt und hat rutschhemmende Gummifüße auf der Unterseite. 

Auna AV2-Linie-300 Bookshelf Halter LS Abdeckung

Es geht doch – sogar Metallstifte an den Lautsprecherabdeckgittern

Bei der Begutachtung der Verarbeitung merkt man, dass der Rotstift angesetzt werden musste, um den enorm günstigen Kaufpreis zu ermöglichen. So sind die Passungen nicht besonders gleichmäßig und überdies die Spaltmaße teilweise relativ groß. Gut gefällt, dass alle Auna Lautsprecher hinten Schraubterminals für den Anschluss des Lautsprecherkabels. Überdies sind die Haltestifte der Lautsprecher-Abdeckgitter sogar aus Metall. Das Design ist bewusst schlicht und schnörkellos gehalten, was wir für keinen Fehler halten. Attraktiver wären die vorderen Standlautsprecher aber, wenn sie etwas höher und dafür etwas schmäler wären. 

Akustisch ist bei Paul Kalkbrenners „Altem Karmuffel“ die Leistungsfähigkeit überraschend hoch. Der Bassbereich ist kräftig, zudem ist der Tiefgang der kleinen Standlautsprecher wirklich gut. Auch die tonale Auslegung kann in Anbetracht des Kaufpreises überzeugen. Sicherlich, Detailarbeit ist nicht die Stärke eines so günstigen Set-Ups, aber das dürfte jedem Käufer schon vor dem Kauf klar sein. Wer aber für wenig Geld einen brauchbaren Sound für den Alltag sucht, so zumindest suggeriert der Auftritt des Auna-Ensembles beim Kalkbrenner-Hit, liegt beim 5.0-Set absolut nicht daneben. Zumal auch die Räumlichkeit gut ist und man das 5.0-Lautsprecherpaket in Hörräumen zwischen gut 12 und gut 20 Quadratmeter tadellos einsetzen kann – der Klang ist nie dünn oder substanzlos, sondern meist recht dicht und kräftig.

Natürlich ist es für das 170 EUR-Ensemble schwer, bei der BD „Farewell“ von den Eagles rundherum zu überzeugen, zumal die Stimmwiedergabe der DTS-HD Master Audio-Tonspur nicht restlos begeistert – was man auch auf teureren Lautsprecher-Setups merkt. Etwas blechern und schrill ist somit die Stimmdarstellung bei gehobenem Pegel bei der Wiedergabe des Songs „The Long Run“ schon.  Der Bassbereich allerdings gefällt auch hier wieder, er erweist sich als kräftig und zugleich dynamisch. Überhaupt, legt man die Maßstäbe der Preisklasse an, so erweist sich das Auna Lautsprecherset als wirklich ordentlich und deckt die Bedürfnisse desjenigen Hörers, der normale Ansprüche hat, überraschend gut ab. Die Gitarre und das Schlagzeug kommen tadellos heraus, und die räumliche Gesamtwirkung ist gut. Die beiden kompakten Rearlautsprecher bringen sich sehr gut mit ein, so dass der Hörer ein lebendiges Gesamt-Klangerlebnis genießen kann.

Wie sieht es mit den Leistungen bei der Wiedergabe von Filmton aus? Hier merkt man deutlich stärker als bei Musik, dass ein aktiver Subwoofer fehlt. Wer allerdings möchte, kann für einen fairen Mehrpreis dieses Set auch als 5.1 Ensemble mit aktivem Subwoofer haben – der Preis beträgt dann knapp 260 EUR. Hier kann man es gleich online finden

Bei der BD „Avengers“ (Kapitel: „Die Invasion beginnt“ sowie „Der Krieg“) in DTS-HD Master Audio kann das Auna-Set aber selbst im 5.0 Betrieb gut gefallen. Die Dialogszene zwischen Loki und Stark im Stark Tower wird klar und verständlich wiedergegeben. Auch der Music Score wird nicht zu stark in den Hintergrund gedrängt. Als dann Stark zu Boden geht, kommt der harte Aufprall ebenso wie das Splittern des Glases kurze Zeit später gut herausgearbeitet. Lebendig und erstaunlich dynamisch geht das Einsteiger-5.0-Set ans Werk. Der Bassbereich ist auch hier kräftig und nachdrücklich, das Fehlen eines aktiven Subwoofers merkt man insbesondere dann, wenn große, energiegeladene Effekte stattfinden: Die gepanzerte Riesenechse kommt aus dem schwarzen Loch oder aber das Kraftfeld öffnet das schwarze Loch – hier schlägt sich das Set zwar tapfer, aber ein „Bass-Aktivist“ würde hier dem Geschehen noch mehr Kraft verleihen.

Was uns allerdings positiv überrascht hat: Das Auna 5.0 Lautsprecherpaket gibt sogar gewisse Strukturen passend wieder. Wir hätten. z.B. bei parallel stattfindenden akustischen Ereignissen (z.B. Kampfhandlung, Sirenen, Dialoge, schreiende Zivilisten) erwartet, dass die Boxen überfordert reagieren und nur noch Oberflächliches von sich geben, aber Mitnichten: Die Effekte werden mit guter Trennung erkannt und doch zu einem Gesamt-Klangbild zusammen geführt. Die Fluggeräusche des Avengers-Jets und dessen Aufprall kommen tadellos heraus. Die Staffelung akustischer Ereignisse in verschiedene Ebenen wirkt fließend und erfolgt relativ gekonnt – hier kann man zu Recht erstaunt sein. 

Wie sieht es mit der Konkurrenz aus? Hier müssen wir etwas im Testarchiv „graben“, denn in so günstigen Preisklassen testen wir nicht oft komplette Mehrkanal-Setups. Also geben wir Gas: Natürlich leistungsstärker, pegelfester und detailreicher tritt das Jamo S 526 HCS an, ebenfalls in 5.0 Konfiguration. Rund 500 EUR beträgt der Marktpreis, das sind natürlich andere Dimensionen als die knapp 170 EUR, die für das Auna-Set aufgerufen werden. Und für uns steht fest – in der jeweiligen Preisliga ist es beeindruckend, was die zwei Sets leisten. Wer z.B. als Schüler, Auszubildender oder Student nicht viel Geld zur Verfügung hat, muss sich auch keinesfalls grämen – denn das Auna-System ist für die Aufgaben des Alltags wirklich ausreichend. Wer gern auch mal Musik in Stereo hört, eine bessere Detaillierung und mehr Klarheit wünscht, kann auf das Jamo S 526 HCS sparen. 

Kompakt und richtig gut klingend, dabei wahrhaft günstig zu haben – das Magnat Interior 5001A ist zwar mittlerweile durch einen Nachfolger (Interior 5001X1) ersetzt worden, aber große Änderungen hat es nicht gegeben. Für rund 180 bis 200 EUR ist das Magnet-Set eine sehr guter Alternative für diejenigen, die wenig Platz haben und die keine Standlautsprecher stellen können. Der etwas zurückversetzte Präsenztonbereich muss allerdings aufgrund der Größe der Satelliten in Kauf genommen werden.

Bewegen wir uns wieder in einer höheren Preisklasse – 399 EUR sind für das Teufel Columa 200 5.1 Set „M“ fällig. Dafür gibt es optisch schicke, gut klingende Lautsprecher-Säulen für vorn, einen querformatigen Center und zwei Satelliten für hinten. Der mitgelieferte aktive Subwoofer langt nachdrücklich zu. Auch hier also gilt – Top-Klang für wenig Geld, aber ebenso muss ehrlich erwähnt werden, dass 400 EUR natürlich wieder eine andere Liga als 170 sind. 

Fazit

Auna AV2-Linie-300 Gruppenbild2

Wenig Geld investiert und nur Sondermüll bekommen? Nicht mit Auna. Hier erhält der Käufer für 170 EUR ein 5.0 Lautsprecher-Set, das überraschend gut klingt und sowohl für Mehrkanal-Musik als auch für Mehrkanal-Filmton sehr gut verwendet werden kann. Anwender mit normalen Ansprüchen, die einen Einsteiger-AVR eines Markenherstellers dazu kombinieren, können hier nicht viel falsch machen. Pegelfest und kräftig aufspielend, ist das preisgünstige Auna-Ensemble wahrhaftig „sein Geld Wert“. Die etwas nachlässige Verarbeitung kann man in Anbetracht des Kaufpreises unserer Meinung nach in Kauf nehmen. 

Guter Klang für wenig Geld – viele versprechen es, Auna hält es
ausgezeichnet
Mehrkanal-Lautsprechersets Einsteigerklasse
Test 03. April 2014

+ Pegelfest
+ Gute Räumlichkeit
+ Für Musik- und Filmton geeignet
+ Sehr preisgünstig

– Verarbeitung etwas nachlässig

Test: Carsten Rampacher
Fotos: Sven Wunderlich
Test: 03. April 2014

 

 

 




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