TEST: Onkyo 5.2 AV-Receiver TX-NR535 – Top-AV-Receiver mit HDMI 2.0 & Ultra HD 60 Hz-Support

Onkyo TX-NR535 Front Seitlich4

Onkyo nimmt das Thema HDMI 2.0 sehr ernst und launcht nun den 5.2 AV-Receiver TX-NR535 mit Support von HDMI 2.0. Kostenpunkt des solide verarbeiteten Gerätes: 449 EUR Wir haben uns bereits dem im typischen Onkyo-Design gehaltenen Gerät angenommen. Mit der gewohnten Onkyo Fernbedienung, uns wohlbekannt und gut verarbeitet, aber mit neuem Einmessmikrofon kommt er zum Kunden. HDMI 2.0 Signale können durch den Receiver geleitet zu werden, auf eine Videosignalverarbeitung in Form von Upscaling verzichtet Onkyo in dieser Preisklasse. Eine kleine Einschränkung gibt es auch noch bei der Unterstützung des neuen DRM-Kopierschutzstandards. Wer vollen HDCP 2.2 Support möchte, muss zum größeren Modell TX-NR636 greifen.

Onkyo TX-NR535 Verarbeitung

Gute Verarbeitung, solide Standfüße, geringe Spaltmaße

Onkyo TX-NR535 Display2

 Typisches, grünes Onkyo Display mit tadelloser Auflösung

Der AV-Receiver stemmt 100 Watt pro Kanal (6 Ohm, 1 kHz, 1 % Klirrfaktor) und bietet 192 kHz/24-Bit D/A-Wandler von Texas Instruments/Burr Brown. Es finden sich vier DSP-Modi für Spiele (Rock, Sport, Action sowie Rollenspiele). Die phasengleiche Bassanhebung für mehr Tiefgang und Präzision im Bassbereich sowie mehr Klangklarheit im mittleren Frequenzbereich sorgt für akustisch tadelloses Leistungspotential. 

Onkyo TX-NR535 Rueckseite Seitlich3

Rückseite

Onkyo TX-NR535 Anschluesse Rueckseite3

 HDMI 2.0 Anschlüsse

Onkyo TX-NR535 Anschluesse Rueckseite2

 Lautsprecherkabel-Schraubterminals

Onkyo TX-NR535 Anschluesse Rueckseite1

 Angebot an konventionellen Anschlussformen

Mit 6 x HDMI-Eingang, einem HDMI-Ausgang und einem USB-Terminal vorn werden preisklassenübliche Anschlussmöglichkeiten geboten. Ein optischer Digitaleingang und zwei koaxiale Digitaleingänge sind des Weiteren vorhanden. Sieben analoge Audioeingänge, sechs hinten und einer vorn, vier Composite Videoeingänge und ein Composite-Ausgang sind ebenfalls vorhanden Besonderheit in der günstigen Preisklasse – die beiden parallel geschalteten Subwoofer Pre-Outs. Auch eine Zone 2-Funktion fehlt nicht. 

Onkyo TX-NR535 Innenleben Gesamt1

Innenleben

Onkyo TX-NR535 Innenleben4

 Trafo

Onkyo TX-NR535 Innenleben1

 Platinenlayout

Onkyo TX-NR535 Innenleben2

 Kühlkörper

Onkyo TX-NR535 Innenleben3

 Elkos 

Der Onkyo TX-NR535 bietet nicht nur 4K/60 Hz fähige HDMI 2.0-Anschlüsse, sondern auch, wie bereits 2013er Modelle, eine integrierte, WiFi-zertifizierte WLAN-Lösung. Bluetooth darf auch nicht fehlen, Onkyo verbaut einen BT 2.1 + EDR-Chip und setzt auf die Advanced Music Optimizer DSP-Technologie, um den Klang zu verbessern – was im Testbetrieb sehr gut gelang. 

Umfangreiche Multimediafunktionen beinhalten die Möglichkeit, Musikinhalte von DLNA-Devices aus dem Heimnetzwerk wiederzugeben, hinzu kommen Spotify, TuneIn, Pandora, Deezer und AUPEO!. Bislang wird allerdings Spotify Connect nicht unterstützt, das heißt, man kann nicht Streams aus dem Spotify Premium Account übers Smartphone laden und ähnlich wie bei Apple AirPlay zum AV-Receiver weiterleiten. Vielmehr meldet man sich ganz normal mittels Benutzername und Passwort über die Tastatur der Fernbedienung an. AirPlay besitzt der 535 nicht. Dafür aber ist er in der Lage, hochauflösende Audiodateien, die von Quellen aus dem lokalen Netzwerk stammen, wiederzugeben. Und jetzt kommt es – nicht nur FLAC wird unterstützt, sondern sogar Direct Stream Digital (DSD)! Hierbei handelt es sich um das Format, in dem die Musikdateien auf einer SACD gespeichert werden. Immer mehr herunter zu ladende hochwertige HiRes-Audiodateien verwenden auch dieses Format. DSD 5,6 MHz wird neben FLAC unterstützt, das ist top für diese Preisklasse. Weitere kompatible Musikdateiformate sind WMA, WMA Losless, MP3, AAC, Ogg Vorbis und LPCM – hier bleibt kaum ein Wunsch offen. Über USB supportet der 535 FLAC, ALAC, WAV und DSD, das ist ebenfalls exzellent. 

Mittels der in den App Stores von Apple und Google herunterzuladenden Onkyo Remote App lässt sich der 535 bequem und komfortabel steuern. Man kann auch Musik, die sich auf dem Smartphone befindet, zum 535 streamen, was problemlos funktionierte. Wir hatten die Onkyo Remote App auf unserem HTC One Max installiert, und konnten den AVR auch komfortabel steuern. Der 535 spricht relativ schnell an – das gilt allerdings nicht für den Wechsel von Hörmodi, hier gönnt er sich eine etwas zu ausgeprägte Gedenksekunde. 

Onkyo TX-NR535 Mikro

Einmessmikrofon

Neu ist auch die proprietäre AccuEQ Raumkalibrierung mit neuem Mikrofon, die besonders einfach und effektiv arbeiten soll.

Onkyo TX-NR535 Fernbedienung

Bekannte Fernbedienung

Onkyo TX-NR535 Menuebild1

 Home-Menü

Onkyo TX-NR535 Menuebild2

 LS-Konfiguration

Onkyo TX-NR535 Menuebild3

 Time Alignment, manuell

Onkyo TX-NR535 Menuebild4

 HDMI Setup

Onkyo TX-NR535 Menuebild5

 Bluetooth

Der TX-NR535 hat ein optisch recht einfaches Bildschirmmenü und nicht das grafisch hochwertige GUI der teureren Modelle. ist man der englischen Sprache mächtig, gehen Einstellarbeiten aber rasch von der Hand. 

Akustisch haben wir mit unserem Quadral Chromium Style 5.1 Set umfangreiche Testreihen durchgeführt. Ab dem Kapitel „Die Invasion beginnt“ haben wir uns die BD der „Avengers“ angehört. Zuvor haben wir den 535 eingemessen und waren recht zufrieden mit den Ergebnissen. Die Distanzen der einzelnen Lautsprecher zum Hörplatz waren exakt, nur beim Subwoofer wäre noch etwas mehr Präzision angebracht gewesen. Die Lautsprecher erweisen sich überdies als gut aufeinander abgestimmt, das Klangbild erscheint sehr einheitlich. Als das schwarze Loch geöffnet wird, überträgt der 535 diesen Effekt sehr kraftvoll und raumfüllend. Präzise, nicht überzogen wird der aktive Subwoofer ansteuert. Wer ab und zu etwas lauter hört und auf große Standlautsprecher ohne aktiven Bass setzt, kann dies ebenfalls tun – allerdings merkt man dann, wenn man doch höhere Ansprüche an die Pegelfestigkeit stellt, dass man es mit einem eher günstigen AVR zu tun hat. Wer oft hohe Lautstärken ohne aktiven Sub hören möchte, sollte sich einen größeren AV-Receiver zulegen – das ist aber keine neue Erkenntnis und hat auch nichts mit einer „Schwäche“ des 535 zu tun. 

In Verbindung mit einem guten aktiven Subwoofer schwingt sich der Onkyo jedenfalls zu enormen Leistungen auf und schildert den erbitterten Kampf um die Erde akustisch sehr dynamisch und mit tadelloser Impulstreue, so dien Kampf zwischen Thor und Loki in luftigen Höhen auf dem Stark Tower. Auch die Stimmen gibt der 535 prima wieder und arbeitet sie überdies fließend ins tonale Gesamtgefüge ein. Sich schnell ändernde Effekte, wie die MP-Schüsse aus dem rasch fliegenden Jet der Avengers, kommen lebendig heraus. Die Tonalität des Onkyo ist angenehm und relativ neutral. Erst bei hohem Pegel merkt man dann doch, dass man keinen verkappten Boliden vor sich hat – dann wird der Klang etwas blechern, metallisch. Sehr gut ist der Music Score eingearbeitet, was man beispielsweise an der Stelle merkt, an der gleich die gepanzerte Riesenechse (Kapitel „Der Krieg beginnt“) aus dem schwarzen Loch gedonnert kommt. Sie zermalmt alles, was sich ihr in den Weg stellt, die wegbrechenden Trümmerteile krachen räumlich dicht durch den Hörraum. Die Dialoge, bei all der Action drumherum, wirken wiederum sauber eingearbeitet. Stimmtypische Merkmale werden vom 535 gut erkannt. 

Insgesamt hinterlässt der TX-NR535 bei der Wiedergabe von actiongeladenen Film-BDs einen sehr starken Eindruck. Für viele Anwender wird das, was der preisgünstige und moderne AVR leistet, schon mehr aus ausreichend sein. Kombiniert mit einem guten Lautsprecherset ab 800 EUR aufwärts, agiert der 535 sehr gekonnt. Im Vergleich zu den Vorläufern ist ein Zuwachs bei der Gesamtdynamik herauszuhören, auch die Feindynamik und die Impulstreue konnten leicht gesteigert werden. Zum „Alten Eisen“ aber gehören die Vorgängermodelle noch lange nicht, dazu sind die akustischen Unterschiede zu gering. Steht aber ohnehin ein Neukauf an und der bislang verwendete AVR hat schon drei oder mehr Jahre „auf dem Buckel“, kann man beinahe bedenkenlos zum TX-NR535 greifen, aus akustischer Sicht trifft diese Aussage zumindest voll zu. 

Musikalisch starten wir mit Paul Kalkbrenners „Altem Karmuffel“ (BD 2010, Tonspur DTS-HD Master Audio) durchgeführt und konnten uns daher ein, wenn auch noch nicht komplettes, Bild der akustischen Fähigkeiten machen. Wir hatten den 535 manuell eingemessen, im finalen Test dann äußern wir uns auch zur Güte des Einmesssystems. Auffällig ist die im Vergleich zu früheren Modellen verbesserte Einarbeitung kleiner Details. So können wir dem Aufbau der elektronischen Effekte besonders gut folgen. Der TX-NR535 hat für die Preisklasse ein gutes manuelles Time Alignment mit 3 cm Schritten, das eine ausreichend präzise Justage zulässt. Somit ist gewährleistet, dass der Ton aller Boxen wirklich zeitgleich ankommt, das ist auch eine Hilfe auf dem Weg zu einer möglichst exakten akustischen Darstellung. Der aktive Subwoofer wird exakt angesteuert, dank der kraftvollen Endstufen, die auch im Bassbereich erstaunlich gute Arbeit leisten, ist der TX-NR535 aber keinesfalls auf den Support eines aktiven Subwoofers angewiesen. Kräftig und lebendig arbeitet er auch in Verbindung mit entsprechend geeigneten Standlautsprechern. Seine klangliche Ausrichtung ist von Natürlichkeit geprägt, gleichzeitig aber klingt er nicht mehr so analytisch wie manches Modell vorhergehender Jahrgänge. Den leicht metallischen Touch, den wir bei älteren Modellen teilweise herausgehört haben, ist beim TX-N535 nicht mehr vorhanden. Er klingt wieder eher so, wie wir es vor einigen Jahren bei Onkyo AV-Receivern so schätzten: Musikalisch, wohl ausgewogen. 

Bei „The Long Run“ von den Eagles (BD „Farewell“, DTS-HD Master Audio) schlägt sich der Onkyo ebenfalls sehr gut. Klar und kraftvoll, mit passendem Timing, erfolgt die Basswiedergabe. Die Stimme des Sängers kommt gut heraus, könnte aber im letzten Detail noch etwas Prägnanz vertragen. Die gesamte Darstellung des Schlagzeugs ist für einen so günstigen AV-Receiver hervorragend, hier ist keine Kritik angebracht. „New Kid In Town“ überzeugt ebenfalls durch die ausgezeichnete Basswiedergabe und die realistische Räumlichkeit. Die Stimmwiedergabe zeigt erneut einige charakteristische vokale Merkmale und ist gelungen eingearbeitet – im Detail aber beweisen teurere AV-Receiver, warum sie ihre volle Daseinsberechtigung haben: Hier wirkt der TX-NR535 etwas plump und ungelenk, teurere Modelle, gerade auch von Onkyo, beweisen hier mehr Finesse und lassen es auch an der nötigen Prägnanz nicht fehlen. 

Begeistert waren wir bei Diana Kralls „Garden In The Rain“ (FLAC 96 kHz, Pure Audio 2-Kanal-Modus): Noch nie klang ein AV-Receiver dieser Preisklasse so hervorragend bei hochklassigem Stereo-Material! Lebendig die Stimme, toll der Tiefgang, sehr detailreich, das Klavier kommt überraschend feinfühlig heraus. Hier hat Onkyo ganze Arbeit geleistet. Und auch bei Torsten Goods „Freedom Every Day“ (FLAC 88,2 kHz) gefällt uns der TX-NR535 enorm gut: Die Stimme löst sich schön von den Lautsprechern, lebendig erfolgt die Instrumentalwiedergabe. Das gebotene Volumen ist hervorragend, durch die hohe Impulstreue agiert der 535 aber auch wirklich präzise.

Schnell erfolgt die Kopplung mittels Bluetooth mit unserem Apple iPhone 5. Wir hören uns „Awakening“ von Skyfreak an und polieren das Stereosignal mittels Dolby PLII Music auf. Der Klang begeisterte rundherum: Kraftvoll, raumfüllend, lebendig, aber gleichzeitig angenehm. Pegel können so hohe gefahren werden, dass viele User in der Praxis das ohne störende Verzerrungen mögliche Limit des 535 gar nicht testen werden. 

Fazit

Onkyo TX-NR535 Front Seitlich3

Unsere Eindrücke vom TX-NR535 sind gerade aus akustischer Sicht sehr gut – leistungsstarke Endstufen, harmonischer Klang, sehr gute Detailarbeit für die Preisklasse und eine authentische Räumlichkeit stehen auf der Haben-Seite des Punktekontos. Ganz gleich, ob Musik- oder Filmton: Der Onkyo kommt mit nahezu allem Quellmaterial ausgezeichnet klar. Erst bei sehr hohem Pegel bekommt der Klang einen minimal metallischen Einschlag – wir reden aber hier von Lautstärken, die vor noch nicht allzu langer Zeit kein AV-Receiver der gehobenen Einsteigerklasse realisieren konnte. Die Ausstattung des TX-NR535 ist ebenfalls tadellos, HDMI 2.0, eine Menge onlinebasierter Musikdienste, HiRes Audio-Kompatibilität und WLAN sowie Bluetooth gleich integriert. Nicht verstehen können wir allerdings, dass Onkyo dem TX-NR535 nicht den 4K-Kopierschutz HDCP 2.2 mit auf den Weg zum Kunden gegeben hat. So ist dann das HDMI 2.0 Board hinsichtlich der Nutzungsmöglichkeiten in der Praxis doch eingeschränkt. Dieser zugegebenermaßen ärgerliche Makel kann allerdings nicht daran ändern, dass der kleine ONkyo AVR überzeugend zeigt, wie gut ein bezahlbarer AV-Receiver des Jahrgangs 2014 sein kann.

Sauberer, authentischer Klang trifft auf umfangreiche Ausstattung und flexible Nutzungsmöglichkeiten
ueberragend
AV-Receiver Untere Mittelklasse
Test 26. März 2014

+ Authentischer Klang mit sehr guter Grob- und Feindynamik
+ Für die Preisklasse ausgezeichnete Pegelfestigkeit
+ Tadellose Stereoqualitäten
+ Bluetooth und WLAN
+ HiRes-Audio-Wiedergabe u.a. für FLAC- und DSD-Dateien
+ Saubere Verarbeitung

– Menüs nicht zeitgemäß
– Kein HDCP 2.2

Test: Carsten Rampacher
Fotos: Sven Wunderlich
Datum: 26. März 2014




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