TEST: Teufel Columa 200 5.1-Set M – großes Kino, kleiner Preis?

Teufel Columa 200 5.1 Set  Gruppenbild4

Lediglich 400 EUR  kostet das neue Teufel Columa 200 5.1-Set in der M-Konfiguration. M meint bei Teufel, dass vorn große, schlanke Standsäulen ihren akustischen Dienst verrichten, hinten aber kleinere Satelliten für die Wandbefestigung für die Beschallung sorgen. Ein L-Set mit vier großen Standsäulen ist derzeit nicht verfügbar, es gibt nur für 500 EUR die „Power-Edition“ vom Columa 200 Set M mit stärkerem 250 Watt-Subwoofer, des Weiteren ist für 750 EUR ein Komplett-Set mit 5.1 AV-Receiver- und Endstufentechnik namens Central A Columa 200 Power Edition 5.1 Set M erhältlich – endloser Name, uns für diesen Test zu  lang – wir nehmen den Einstieg als Basis für den Test: Das Columa 200 5.1-Set M überzeugt uns mit frischer, moderner Optik – mit „me too“ hat das schicke Ensemble nichts mehr zu tun. Prima ist auch, dass die Lautsprecher nur 7,7 cm tief sind, damit passen die Berliner „Säulen des guten Klangs“ ausgezeichnet zu modernen Flachbildschirmen. Die beiden Satelliten hinten und auch der ebenso geformte Center können sehr gut an der Wand befestigt werden. Entsprechende Halterungen sind auf der Rückseite zu finden.

Teufel Columa 200 5.1 Set  CL200FR Mk2 Gruppenbild2

Schlanke Säulen vorn

Teufel Columa 200 5.1 Set  CL200FR Mk2 Rueckseite Seitlich

 Säule von hinten

Teufel Columa 200 5.1 Set  CL200FR Mk2 Standfuss

 Standfuß

Teufel Columa 200 5.1 Set  CL200FCR Mk2 Gruppenbild1

 Satelliten für die Surround-Beschallung

Teufel Columa 200 5.1 Set  CL200FCR Mk2 Rueckseite Seitlich

 Satellit von hinten

Teufel Columa 200 5.1 Set  CL200C Mk2 Rueckseite Seitlich1

 Center von hinten

Teufel Columa 200 5.1 Set  CL200C Mk2 Front Seitlich2

 Center von vorn

Teufel Columa 200 5.1 Set  CL200C Mk2 Wandhalter

 Wandhalterung

Teufel Columa 200 5.1 Set  CL200C Mk2 Anschluesse

 Überall Schraubterminals – das macht sich gut in der günstigen Preisklasse

Die CL 200 FR Säulen-Lautsprecher sind als geschlossene Zweiwege-Systeme mit doppeltem Mitteltöner ausgeführt.  Die Langzeitbelastbarkeit liegt bei 60 Watt, die kurzzeitige Spitzenbelastbarkeit bei 100 Watt. Als Mindestverstärkerleistung rät Teufel zu 20 Watt. Die Nennimpedanz gibt Teufel mit 4 bis 8 Ohm an, der Frequenzbereich geht von 100  bis 20.000 Hz. Es ist ratsam, im Bassmanagement 100 Hz als Übernahmefrequenz für den aktiven Subwoofer einzustellen. Der 19 mm Hochtöner wird flankiert von zwei 70 mm Tiefmitteltönern.

Alle Chassis haben eine Zellulose-Membran. Das Netto-Innenvolumen des MDF-Gehäuses liegt bei 8,4 Litern. Wie bei allen Komponenten gefällt die Optik, die recht spitzen Kanten finden hingegen nicht unsere Zustimmung. Hier merkt man doch, dass der Rotstift angesetzt wurde, um den Preis realisieren zu können. Alle passiven Lautsprecher des Systems weisen robuste Lautsprecherkabel-Anschlussterminals mit Schraubgewinde auf. Die Säulen ruhen auf einem schwarzen Standfuß und sind 111 cm hoch, 24 cm breit und 24 cm tief. Jede Säule wiegt 4,7 kg.

Wo liegen die Differenzen bei den CL 200 FCR Satellitenlautsprechern? Sie sind kleiner und bringen ein Netto-Innenvolumen von 3,2 Litern mit. Sie sind 7,7 cm tief, 11,9 cm breit und 39,5 cm hoch. Das Gewicht liegt bei 1,8 kg. Identische Abmessungen, identisches Gewicht beim CL 200 C Centerlautsprecher, der im Querformat antritt, sonst aber die gleichen technischen Daten und Abmessungen wie die beiden Satelliten mitbringt. 

Insgesamt bietet Teufel hier viel fürs Geld. Nicht erwarten darf man eine Detailverarbeitung, die hohen Ansprüchen genügt – hier muss man der Preisklasse Tribut zollen. Immerhin lassen sich auf den ersten Blick keine größeren Verarbeitungsmängel erkennen – Details wie die schon erwähnten spitzen Ecken aber beweisen doch, dass Teufel das Columa 200 eher einfach gehalten hat. Nun schauen wir, ob der aktive Subwoofer hier mithalten kann. 

Teufel Columa 200 5.1 Set  US2106SW Unterseite

Downfire-Subwoofer mit doppeltem Bassreflexrohr

Teufel Columa 200 5.1 Set  US2106SW Tieftoener

 160 mm Membran

Teufel Columa 200 5.1 Set  US2106SW Rueckseite Seitlich

 Rückseite

Teufel Columa 200 5.1 Set  US2106SW Anschluesse Bedienelemente

 Schmalspur – der Preis hinterlässt Spuren: Lautstärke, Phase, Automatikschaltung – das Cross Over-Management muss der AVR übernehmen

Teufel Columa 200 5.1 Set  US2106SW Innenleben Gesamt2

 Tadelloser Aufbau – die Elektronik in der Übersicht

Teufel Columa 200 5.1 Set  US2106SW Front Seitlich2

 Modern und schnörkellos

Der  US 2106/1 SW weist einen 160 mm Tieftöner mit Membran aus beschichteter Zellulose sowie einen eingebauten Verstärker mit 100 Watt Maximalleistung (80 Watt Sinus) auf. Er spielt von  43 bis 200 Hz und erzeugt maximal 106 dB/1m und arbeitet nach dem Bassreflexprinzip. Das MDF-Gehäuse ist foliert und passt optisch perfekt zum Rest des Ensembles. Die Ecken sind beim Bass-Experten gerundet. Die Standby-Leistungsaufnahme liegt bei lediglich 0,4 Watt. Der  US 2106/1 wiegt 7,3 kg und ist 34,7 cm hoch, 28 cm breit und ebenfalls 28 cm tief. 

Klanglich begeistert der kräftige, fundierte Bass. Wir lassen den Onkyo TX-NR929 auf Dolby PLII aufpolieren und hören, in CD-Qualität, „Computer Love“ von G&G versus Gerald G. im Mix von DJ Kuba. Der aktuelle Dance-Track klingt auch bei deutlich gehobenem Pegel noch klar, druckvoll und dynamisch. Dass hier ein Lautsprecher-Set für 400 EUR Klang-Regie führt, ist absolut nicht zu bemerken. Man schätzt das Columa 200 vielmehr deutlich teurer ein,  und selbst derjenige, der einiges von der Materie versteht, kann bei dieser Art von Musik und Quellmaterial nicht vermuten, dass es sich um ein preisliches Schnäppchen handelt. 

Als nächstes haben wir dem Columa 200 das Intro und den ersten Song der Blu-ray „Black Symphony“ von Within Temptation zur Verfügung gestellt. In DTS 96/24 5.1 abgemischt, beeindruckt das Facettenreiche Intro immer wieder aufs Neue. Und das Columa 200 kann einen beträchtlichen Teil von der Faszination des Quellmaterials umsetzen: Die Räumlichkeit ist sehr gut, wenngleich hier aufgrund der schmalen Bauweise der Stand- und Satelliten-/Center-Lautsprecher keine Weltklasse erwartet werden kann. Unten herum generiert der aktive Subwoofer ein beträchtliches Volumen und sichert auch einen tadellosen Tiefgang.

Die frische, lebendige Klangcharakteristik gefällt gut, nur bei manchem Effekt wie nachdrücklichem Choralgesang oder sehr entschlossenem Schlag mit dem Becken kommt ein etwas aggressiver Unterton hinzu – aber nur dann, wenn man bereits mit hohem Pegel unterwegs ist. Hier merkt man, dass die ideale Heimat des Columa 200 das Wohnzimmer ist und weniger der dedizierte Heimkinoraum. Meist wird im Wohnzimmer zwar gern mal mit erhöhtem, aber nicht mit brutalem Pegel gefahren. Genau das passt zum Columa 200 – voll alltagstauglich eben, aber nichts für Liebhaber enormer Lautstärken. Diese finden im großen Teufel-Produktportfolio auch problemlos andere Alternativen, die dann natürlich kostspieliger sind.

Für aktuell 900 EUR ist das System 4 THX eine solche, übrigens auch voll wohnzimmertaugliche, Alternative. Aber nicht jeder hat solche Beträge zur Verfügung, 900 EUR ist oft das Budget für Lautsprechersystem, AV-Receiver und Blu-ray-Player. Und fürs Geld macht sich das Columa 200 ohne Zweifel gut, als dann der erste Song nach dem Intro beginnt, ist die Stimmwiedergabe richtig gut, und auch die Trennung von Stimmen und Instrumenten ist ordentlich, die Kraft der E-Gitarre kommt gut heraus, manches andere Instrument spielt etwas zu weit weg vom akustischen Fokus auf – aber alles kann man für 400 EUR eben nicht verlangen. 

Dass für den Preis ein Sound ermöglicht wird, der sogar Spaß macht, zeigt sich bei „Tequila Sunrise“ von den Eagles, abgelegt in DTS-HD Master Audio 5.1 auf der BD „Farewell Tour – Melbourne“. Die akustische Gitarre wirkt, wenn man es mit dem Pegel nicht übertreibt, sogar relativ differenziert und kommt tonal glaubwürdig heraus. Das gilt auch für die Blasinstrumente und das Schlagzeug. Auch an der Güte der Gesangsstimme gibt es wenig auszusetzen. Der natürliche Klang kommt auch hier als Vorteil gut zum Tragen. Auch die Räumlichkeit ist erneut gut, der aktive Subwoofer integriert sich gekonnt in die Front-Klangkulisse. 

Wie geht das Columa 200 mit der DTS-HD Master Audio-Tonspur des letzten 007-Films „Skyfall“ um? Gleich zu Beginn sieht sich der britische Doppelnullagent in einer Wohnung in Istanbul um – und was er sehen muss, gefällt ihm gar nicht: Schwer verletzte und getötete MI6-Agenten und eine fehlende, demnach gestohlene Festplatte mit hochbrisantem Material. Den Spannungsbogen, von leisen Geräuschen, Gesprchen und dem Music Score erzeugt, arbeitet das Columa 200 gut heraus.

Kurze Zeit später verfolgt James Bond zusammen mit seiner Kollegin im silbernen Land Rover Pick Up den im Audi A5 Sportback flüchtenden Killer Patrice. Nach einigen Fahrzeug-Berührungen legt sich der Audi auf die Seite, doch Patrice entkommt dem Wrack unverletzt und eröffnet mit seiner kompakten MP sofort das Feuer. Die MP-Salven und auch die Schüsse aus Bonds Walther-Pistole kommen mit überraschend üppiger Dynamik heraus. Der aktive Subwoofer liefert einen soliden Bass, mit lobenswertem Volumen und einer realistischen Staffelung kann er weitere Vorzüge für sich verbuchen. Kurz darauf flüchtet Patrice mit einer geklauten Polizei-Enduro, und um es Bond schwer zu machen, dran zu bleiben, rast er über die Dächer des Grand Bazar. 007, der sich inzwischen ebenfalls ein Geländemotorrad „geborgt“ hat, hetzt dem Killer hinterher. Das Hochdrehen der Zweizylinder-Motoren, die wegspritzenden Dachziegel bei der wilden Fahrt und die nach allen Seiten fliegenden Glassplitter, als Patrice mit dem Motorrad durch die Scheibe springt, erzeugen ein durchaus nachdrückliches und gut durchzeichnetes Klangbild.

Das Columa 200 beweist aufs Neue, dass es für wenig Geld deutlich mehr Klang ins Wohnzimmer bringt als manches teurere System und vor allem auch als eine Soundbar oder ein aktiver TV-Lautsprecher. Wer keine Scheu hat, Kabelkanäle zu verlegen (hier reichen dünnere, denn mehr als einen 2 mm Querschnitt muss man für die Rears als LS-Kabel definitiv nicht verwenden), macht einen besseren Schuss mit einem echten 5.1 System als mit einer Soundbar oder einem aktiven TV-Lautsprecher. Zwar bieten diese Gerätegattungen mittlerweile einen richtig guten Klang, doch mit einem tadellosem richtigen 5.1 System wie dem Columa 200 können sie nicht mithalten. Der Preisunterschied zwischen beiden Lösungen dürfte sich übrigens kaum bemerkbar machen, auch hier keine Nachteile fürs Columa 200.

Gerade bei Filmen bietet reales 5.1 einfach mehr Atmosphäre, mehr akustische Tiefe und Weite – das beweist die Klangqualität bei „Skyfall“: Auch das wutentbrannte Hupen anderer Verkehrsteilnehmer, als die Kollegin von 007 mit dem Land Rover durch den Verkehr pflügt, wirkt authentisch. Der Music Score wird dabei vom Columa 200 nie vergessen, sondern, ebenso  wie die Stimmen der Protagonisten, gekonnt mit eingebunden. 

Das Columa 200 trifft durchaus auf starke Konkurrenz. Das Teufel Columa 300 Mk2 kostet als „L“ Version mit vier Standsäulen  699 EUR und klingt etwas detaillierter. Ferner erzeugt der im Paket enthaltene aktive Subwoofer noch mehr Volumen und Tiefgang. Die schicke Alu-Optik, zeitlos und schlicht, gefällt ebenfalls. Aber – 200 EUR Mehrpreis sind in diesen Preisregionen eben auch nicht wenig. Und optisch wie auch klanglich ist das Columa 200 ebenfalls eine gute Wahl. Größer, aber nicht wuchtig, in 5.0-Konfiguration ohne aktiven Subwoofer, mit solidem Grundtonbereich und tadelloser Pegelfestigkeit: Das Jamo Lautsprechersystem S 526 HCS kostet auf dem freien Markt ca. dasselbe wie das Columa 200. Aufgrund des fehlenden aktiven Subwoofers verlangt das gelungene Jamo-Ensemble aber nach einem kräftigen AV-Receiver. 

Fazit

Teufel Columa 200 5.1 Set  Gruppenbild2

Zum niedrigen Preis verbindet das Columa 200 5.1 Set M eine schicke Optik, eine fürs Geld ordentliche Verarbeitung und eine beachtliche Klangqualität miteinander. Gerade als akustischer Mittelpunkt im modern eingerichteten Wohnzimmer erfüllt das Säulen-/Satelliten-System seinen Zweck rundherum überzeugend. Weniger für den dedizierten Heimkino gedacht, tritt das Columa 200 im Musik- und im Filmtonbetrieb beim Wohnzimmer-Einsatz gefällig auf. Insgesamt ein richtiges „Volks-5.1-System“ – viele potentielle Käufer werden mit Akustik und Optik des schlanken Systems sehr glücklich werden.

Moderne, elegante Optik und sehr guter Klang zum Schnäppchenpreis
ueberragend
5.1-Lautsprecher-Set untere Mittelklasse
Test 11. Februar 2014

+ Moderne, schicke Optik deutlich über Preisklassen-Niveau
+ Kräftiger Subwoofer sorgt für gelungenes Fundament
+ Räumliche Darstellung für schlanke Lautsprecher ausgezeichnet
+ Tadellose Dynamik
+ Niedriger Preis

– Bei hohem Pegel sind Verluste bei der klanglichen Differenzierung auszumachen

Test: Carsten Rampacher
Fotos: Sven Wunderlich
Datum: 20. Februar 2014




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