TEST: Quadral Magique Modelljahr 2014 – nun mit DD-Decoder, neuer Fernbedienung und Display

Quadral Magique Neu Front Seitlich1 

Schon 2013 stellte Quadral den aktiven TV-Lautsprecher Magique vor, der für 599 EUR angeboten wurde und somit beim neu aufkommenden Trend zu Soundbases, die unter dem TV platziert werden, gleich von Anfang an mit dabei war. Allerdings war die Ausstattung eher spärlich, so fehlte ein Display, es konnte nur PCM verarbeitet werden, HDMI war nicht vorhanden und die Fernbedienung wies lediglich einfache Folientasten auf. Es gab vier Verstärkerzüge mit jeweils 20 Watt Nennleistung beziehungsweise 25 Watt Musikleistung. Die akustische Performance gefiel uns beim Test am 03. September durchaus – typisch für Quadral-Produkte konnte der Magique Aktivlautsprecher mit vielen Vorzügen punkten. 

Quadral Magique Neu Verarbeitung

Alu-Front, sauber integrierte Standfüße

Quadral Magique Neu Unterseite

Zwei Subwoofer-Chassis unter dem aktiven TV-Lautsprecher

Quadral Magique Neu Tieftoener

Subwoofer-Chassis im Detail

Quadral Magique Neu Display

Neu: Display

Quadral Magique Neu Mitteltoener

 Mitteltöner 

Quadral Magique Neu Hochtoener

 Hochtöner

2014 dann renovierte Quadral den TV-Lautsprecher mit einer maximalen Tragfähigkeit von 40 kg. Optisch blieb das attraktive Design unangetastet, was alles andere als ein Fehler ist. Massive, sauber eingepasste Aluminiumfront mit geringen Spaltmaßen in Richtung des mattschwarzen Korpus, optisch schön integrierte Standfüße – das waren schon Pluspunkte der „Ur-Magique“. Verändert wurde die Fernbedienung. Nach wie vor ist sie äußerst kompakt, bringt nun aber „richtige“ Tasten mit mehr Kontrast zum Gehäuse des Befehlsgebers mit. Die Tasten sind haptisch angenehm gummiert und in zwei verschiedenen Grau-Tönen gehalten. 

Quadral Magique Neu Fernbedienung

Neue Fernbedienung

Quadral Magique Neu Anschluesse Rueckseite

Anschlüsse

Quadral Magique Neu Rueckseite Seitlich

 Komplette Rückseite

Verschiedene Tasten-Abkürzungen auf der Fernbedienung sind erklärungsbedürftig. „SNDF“ steht für „Soundfield“ hier finden sich verschiedene DSOP-Modi: CH steht für Konzerthalle, JC für Jazzclub, RC für Rock Concert und FT für Neutral. Merkwürdigerweise gibt es weder ein Filmton- noch ein Nachrichten/News-DSP. Diese beiden Soundfelder hätten vielleicht mehr Sinn gemacht. Auf der Remote vorhanden ist noch die Taste „Flat“ mit dieser werden alle Klangeinstellungen wieder in den Ausgangszustand versetzt.

Wer möchte, dass Magique simulierten Surround-Klang erzeugt, drückt die „3D“ Taste auf der Fernbedienung. DRC, „Dynamic Range Control“, ist ein weiterer Knopf auf dem IR-Befehlsgeber. Melody Night und Melody Volume gibt es hier, bei Melody Night, dem Nachtmodus, werden laute Klanganteile reduziert, Melody Volume hält die Lautstärke auch bei Quellwechsel immer konstant. Über die „Learn“ Taste ist es möglich, beliebige Tasten auf der Fernbedienung des TVs oder des BD-Players für die Bedienung des aktiven Magique TV-Lautsprechers zu verwenden. Laut Hersteller hat die Fernbedienung eine Reichweite von sechs Metern und arbeitet ohne Probleme in einem Einstrahlwinkel von bis zu 30 Grad bezogen auf die Gerätevorderseite. 

Weitere technische Eigenschaften haben sich verändert.

Nun verfügt Magique über 6 x 20 bzw. 6 x 25 Watt und der Frequenzgang reicht anstatt von 55 Hz bis 25 kHz von 50 Hz bis 25 kHz. Lediglich kleine Veränderungen, die aber trotzdem aufzuführen sind, allein schon der Vollständigkeit halber. Zentral auf der Mitte der Frontblende befindet sich nun ein kleines Display mit grober Auflösung, aber in angenehmer tiefblauer Farbgebung. Ein Dolby Digital-Decoder hat ebenfalls Einzug erhalten, ein DTS-Decoder oder HDMI-Beschaltung werden weiterhin vermisst. Nach wie vor an Bord: Bluetooth, optischer und koaxialer Digitaleingang sowie Stereo-Cinch-Eingang. Bestückt ist Magique mit 2 x 19 mm Hochtönern mit Seidenkalotte, vier 65 mm Mitteltönern und zwei auf der Unterseite montierten 150 mm Tieftönern. 104 mm hoch ist Magique,600 mm breit und 363 mm tief. Der nach dem geschlossenen Prinzip arbeitende 3-Wege-Aktivlautsprecher ist nicht nur in schwarzer, sondern auch in weißer Variante lieferbar. Das magnetisch haftende, sauber verarbeitete Stoffschutzgitter ist dann ebenfalls in weiß ausgeführt. 

Klang

Wie schlägt sich die überarbeitete Magique-Soundlösumng aus akustischer Sicht? Wir haben uns die BD von „Mission Impossible 4 – The Phantom Protocol“ angehört. Gleich ab Filmbeginn punktet Quadrals Sound-Stand durch natürlichen Klang und eine gute Räumlichkeit, besonders wenn man auf der Fernbedienung die „3D“-Taste drückt. Sowohl die turbulente Eröffnungssequenz als auch die folgende Szene, als Ethan Hunt im russischen Gefängnis sitzt, werden recht authentisch wiedergegeben. Das Surren beim Öffnen der Türen oder das Tippen auf der Notebook-Tastatur werden prima wiedergegeben. Somit ist Magique auch in der Lage, kleinere „Nebeneffekte“ gut einzuarbeiten. Das Geschrei der auf den Gang laufenden Häftlinge sowie die Rufe des Sicherheitspersonals kommen ebenfalls gut heraus, zumal sich die Stimmen ordentlich vom Lautsprecher lösen. Das Knarzen des Bettes, als sich Hunt aufrichtet, geht trotz der draußen spielenden Musik nicht unter.

Die Missionsvorbereitungen im feuchten Tunnel werden auch gut präsentiert, einzelne Wassertropfen sind klar akustisch auszumachen. Wir springen zwei Kapitel weiter, es ertönt typisch russische Musik, der Kreml rückt ins Bild. Bei der Musikwiedergabe fehlt es etwas an Nachdruck, das Ganze hört sich etwas oberflächlich an. Die Stimmwiedergabe ist erneut gut, die Schritte von Ethan und Benji sind gut ins tonale Gesamtgefüge integriert. Die Hintergrundgeräusche im Inneren des Kremls könnten noch etwas deutlicher herausgearbeitet werden.

Wir springen wieder einige Kapitel, bis zur Sequenz, als Hunt und sein Team in Dubai ankommen und Kurs auf den Burj Kahlifa nehmen. Nachdem eingecheckt wurde, möchte Ethan von außen an den Serverraum heran. Die Geräusche seiner Spezialhandschuhe in Kombination mit dem stürmischen Wind in schwindelerregender Höhe werden tadellos herausgestellt. Der auf Dubai zurollende Sandsturm wird sogar mit gewisser Wucht wiedergegeben. Aös Hunt im Sturm zwei, drei Kapitel weiter dann seinen Widersacher verfolgt, werden die umherwirbelnden Sandkörner prima dargestellt, der Nachdruck unten herum kommt systembedingt etwas zu kurz. Hier merkt man doch, dass es an echtem Tiefbass fehlt. Wer wirklich deutlichen Nachdruck haben möchte, sollte sich mit dem Gedanken anfreunden, auf ein Soundbar-/Subwoofer-System oder gleich auf eine Heimkino-Anlage im 5.1 Layout zu gehen. 

Der Filmbeginn von „Fluch der Karibik 3 – Am Ende der Welt“ beweist uns, dass Quadrals aktiver TV-Lautsprecher durchaus beachtliche Pegel zur Verfügung stellen kann. Die Pegelfestigkeit ist auf jeden Fall spürbar besser als bei praktisch allen Lautsprechersystemen, die im TV eingebaut sind – von einigen Sony-Modellen der Luxusklasse mit „Magnetic Fluid“ Lautsprechersystem einmal abgesehen. Der atmosphärische Aufbau kommt gut heraus, uns gefällt der aktive TV-Lautsprecher bei dieser BD besser als bei „The Phantom Protocol“. Mehr Atmosphäre durch mehr akustische Tiefe und Vielschichtigkeit – das ist hier der Unterschied. Schwere Türen fallen mit richtigem Nachdruck zu, kleine Effekte und Stimmen kommen mit lebendiger Auslegung heraus.

Die Gesamt-Räumlichkeit gefällt uns, die fernöstliche Musik wieder klar und natürlich wiedergegeben. Die Schwäche gerade vieler einfacherer aktiver Lautsprecher, dass der Hochtonbereich weder Transparenz noch Natürlichkeit aufweist, fehlt bei Magique beinahe völlig. Der Kenner merkt natürlich direkt, dass kleinere dynamische Unterschiede nicht perfekt herausgearbeitet werden. Dies kann man aber generell von einem Lautsprechersystem dieser Bauart nicht erwarten. Die Geräusche der Schiffsbesatzung im 2. Kapitel und die Geräusche des Schiffs mit dem knarzenden Holz werden gut übertagen. Der imposante Music Score und das Rauschen der Wellen gehen eine harmonische Synthese ein.

Nahezu ohne Verzerrungen pariert Magique hohe Lautstärken (Anzeige „53“ im Display), was uns zeigt, dass die eingebauten Endstufen durchaus einiges an Leistungspotential mitbringen. Im 5. Kapitel werden die tosenden Wellen zwar durchaus ordentlich, aber eben nicht so kraftvoll eingebunden, wie es sich der echte Filmtonliebhaber wünscht. Aber – diese Klientel würde ohnehin nicht zu einem aktiven TV-Lautsprecher greifen. Wer eine einfach zu installierende, grundsolide, schick aussehende und gut klingende Lautsprecherlösung sucht, liegt bei der Magique auf jeden Fall richtig.

Wie kommt Magique mit musikalischem Material zurecht? Die BD „A New Day“ von Celine Dion soll uns nun darüber Auskunft geben. Ihre Adaption von „The Power Of Love“ gefällt uns gut, wenn Quadrals aktiver TV-Lautsprecher die Wiedergabe-Hoheit besitzt. Natürlich fällt der Bassbereich nicht enorm üppig aus, ist aber tendenziell wenigstens vorhanden. Celines Stimme klingt etwas distanziert, dafür auch bei Display-Lautstärkeanzeige 53 noch recht angenehm und weder zu schrill noch merklich verzerrt.

Der Magique Aktivlautsprecher fokussiert klar die Stimme, minimal geraten die instrumentalen Anteile. Die „3D“ Funktion, bei Filmen gern genutzt, sollte man hier tunlichst deaktivieren, da sie nur zusätzlichen Hall und aufgesetzte Räumlichkeit erzeugt, beides macht wenig Freude. Mit deaktivierter Funktion hingegen freuen wir uns über einen natürlichen, realistischen Klang mit guter Tiefenstaffelung. „It’s All Coming Back To Me Now“ klingt richtig gut, hier erfreuen wir uns an der guten Einarbeitung des Pianos und an der wiederum überzeugenden vokalen Präsenz von Celine.   

Wie sieht das Potential bei „The Howling“ (Dolby Digital 5.1 Tonspur) von Wirhin Temptation aus? Der track stammt von der „Black Symphony“-BD, und wir sind erstaunt, dass Magique recht überzeugend Gas gibt. Für den Alltagsgebrauch reicht das Gebotene ohne Schwierigkeiten aus. Nachdruck, Räumlichkeit und sogar hier die Basswiedergabe verdienen sich gute Noten. Das gilt auch für „Stand My Ground“ – ruhige Parts im Balladenstil wechseln sich hier mit Tempo-Passagen ab, in denen richtig Energie steckt.

Und Magique enttäuscht uns nicht, sondern führt nahezu alle TV-Soundsysteme gnadenlos vor. Pegelfest, mit lebendigem Klang und richtig Nachdruck macht das Zuhören wirklich Freude. Die Stimme der Sängerin kommt sehr gut heraus, und die E-Gitarre klingt fetzig und nicht harmlos-oberflächlich. Die Dynamiksprünge werden ausgezeichnet herausgestellt – Magique überzeugt somit bei einer BD, bei der wir von einem aktiven TV-Lautsprecher wenig bis gar nichts erwartet hätten.

nach Aufbau einer BT-Verbindung mit unserem iPhone 6 Plus hören wir uns den Trance-Track „Naked“ von Judge Jules an und sind hoch erfreut, was Magique aus dem Titel herausholt. Besonders überrascht sind wir von der Bassqualität – es geht tatsächlich voran, und deutlich mächtiger, als wir es von einem aktiven TV-Lautsprecher gedacht hätten. Lebendig, klar und mit guter Raumwirkung haben wir hier keinerlei Kritikpunkte, im Gegenteil: Magique gehört klar zu den aktiven TV-Lautsprechern mit dem besten Klang.

Ganz anders geartet ist Andrea Bocellis „Love in Portofino“ – aber auch hier enttäuscht Magique nicht, sondern offeriert ein gutes Fundament und eine saubere Stimmwiedergabe.  Die Instrumente werden mit guter Detaillierung eingearbeitet. Die 3D-Klangfunktion sollte man auch bei der Musikwiedergabe mittels Bluetooth deaktivieren. 

Was lässt sich insgesamt über den überarbeiteten Magique Aktivlautsprecher sagen? Akustisch klingt er noch eine Idee feiner im Detail, gleichzeitig kräftiger bei der Gesamtakustik, dank der renovierten Verstärkerzüge, die noch mehr Leistung zur Verfügung stellen. Daher wächst auch die Pegelfestigkeit leicht. Zudem ist im Filmtonbetrieb die Räumlichkeit optimiert worden. 

Wie sieht der Vergleich zur Konkurrenz aus? 599 EUR kostet Teufels Cinebase, und punktet mit sehr guten virtuellen Surroundprogrammen (Sonic Emotion), HDMI Ein- und Ausgang sowie mit DTS- und Dolby Digital-Decoder. Der fehlende DTS-Decoder und die fehlende HDMI-Beschaltung sind dem aktiven Quadral-Lautsprecher im Weg, um ganz oben an die Spitze zu gelangen. Klanglich ist Magique der Cinebase ebenbürtig.

Magnats Sounddeck 600 kostet 499 EUR und klingt aus räumlicher Sicht überzeugend. Leider fehlt auch beim Sounddeck 600 die HDMI-Beschaltung. Display gibt es ebenfalls keines. Dafür sind die verbauten DSPs gut, und auch die Pegelfestigkeit gibt keinen Anlass zur Klage. Die Fernbedienung ist der Remite der Magique sehr ähnlich. 

Yamaha liefert als schlagkräftigen Beitrag die TV-Soundstage SRT-1000, ebenfalls, wie das Magnat Sounddeck 600, für 499 EUR. Vier DSP-Programme, aufwändige Sound Beam Technik und eine hochwertige Optik sind ebenso zu loben wie die Möglichkeit, die SRT-1000 mittels Bluetooth-basierter App zu steuern. Die Fernbedienung überzeugt, ebenso wie die der Teufel Cinebase, am meisten in diesem Umfeld. Bei Filmton ist die SRT-1000 hervorragend, fällt aber bei der Musikwiedergabe hinter Quadrals Magique zurück. 

Fazit

Quadral Magique Neu Bestueckung Front

Die Überarbeitung hat Quadrals Magique gut getan. Wenngleich nach wie vor ein DTS-Decoder und HDMI-Beschaltung fehlen, kann der TV-Aktivlautsprecher mit sehr guten akustischen Eigenschaften aufwarten: Lebendigkeit Natürlichkeit, Dynamik und Pegelfestigkeit sind ausgezeichnet. Die Bedienung ist einfach, die Bluetooth-Verbindung sehr stabil. Die hochwertige Verarbeitung mit dicker Aluminiumfront ist auch ein Pluspunkt. 

Klangstarker TV-Aktivlautsprecher mit edler Verarbeitung
ueberragend
Aktive TV-Lautsprecher Obere Mittelklasse
Test 10. April 2015

+ Sehr gute Wiedergabe von Filmton und von Musik
+ Tadellose Räumlichkeit
+ Pegelfestigkeit ohne Fehl und Tadel
+ Bassbereich zeigt brauchbare Wirkung
+ Hochwertige Verarbeitung
+ Praktische Fernbedienung
+ Display

– Keine HDMI-Beschaltung
– Kein DTS-Decoder

Test: Carsten Rampacher
Fotos: Sven Wunderlich
Datum: 10. April 2015




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