SPECIAL: Samsung Galaxy S9 und S9+

Zurück zu alter Stärke: Samsung präsentierte nach einem Jahr Pause wieder das Flaggschiff im Rahmen des „Unpacked“-Events einen Tag vor der Eröffnung des Mobile World Congress` in Barcelona.

Grund für die letztjährige Pause war der schwerwiegende „Akku-Gate“ beim Note 7. Dieses Jahr wurde die Präsentation der neuen S-Modelle aber wieder groß aufgezogen. Aus Platzgründen zogen die Koreaner in das ehemalige MWC-Messegelände im Zentrum der Stadt. Hier konnten ca. 5.000 Fachbesucher in einer großen Halle anhand gigantischer Display-Panels dem Debüt des Samsung Galaxy S9 und S9+ beiwohnen. Auf Prominenz wurde zwar verzichtet, doch dafür sorgte das Gerät selbst für einige echte Glanzpunkte.

Samsung Galaxy S9

Seitliche Ansicht

Optisch muss man schon genauer hinsehen, um das Samsung Galaxy S9 vom Vorgänger-Modell zu unterscheiden, denn die Designer haben lediglich einen Feinschliff vorgenommen. Gravierende Designveränderungen behält man sich wohl für das Jubiläumsmodell S10 vor. Aber das ist nicht als Kritik zu verstehen, denn das Samsung Galaxy S9 & S9+ sehen wieder absolut edel aus und brillieren vor allem durch das Infinity-Edge-Display, das sich bis über den Rand zieht. Beide Displays weisen ein 18,5:9-Format auf und liefern dank optimiertem Super-AMOLED mit WQHD+-Auflösung eine schlichtweg brillante Qualität, wobei die Leuchtkraft gegenüber dem Vorgängermodell sogar nochmals gesteigert wurde. Die Größe ist mit 5,8 bzw. 6,2 Zoll zudem erneut üppig geraten.

Wer genauer hinsieht, wird zwei kleine Veränderungen bemerken. So sind die beiden Lautsprecher – endlich! – links und rechts vom Display platziert worden, sodass man richtigen Stereoklang im Querformat genießen kann. Diese Verbesserung war längst überfällig! Apropos Klang: Das Samsung Galaxy S9 & S9+ unterstützen sogar Dolby Atmos (Tuned by AKG). Die zweite kleine Veränderung beruht auf dem negativen Feedback der Kunden, die sich über die Lage des rückseitigen Fingerprintscanners beschwert haben. Der liegt nun unterhalb der Kameralinse(n) und ist dadurch deutlich leichter erreichbar.

Die Koreaner haben längst erkannt, dass die integrierten Kameras der Schlüssel für die populäre visuelle Kommunikation ist und ihr Augenmerk entsprechend stark darauf gerichtet. Das ist sogar wörtlich gemeint, denn ähnlich wie die Pupille beim Auge verfügt die Hauptkamera über eine variable Blende, um sich den Lichtverhältnissen besser anzupassen. Erste Eindrücke zeigten auch bereits, dass die 12 Megapixel-Hauptkamera mit Weitwinkelobjektiv (F1.5/F2.4), OIS, Autofokus und Super Speed Dual Pixel-Sensor bei geringem Lichteinfall, selbst bei längeren Distanzen, nicht schnell den Faden verliert und sehr flink und präzise Schnappschüsse archiviert.

Aufgenommen mit dem S9

Eine weitere Spezialität ist die Super Slow-Motion-Videofunktion. Durch Zeitlupenvideos mit 960 Bildern pro Sekunde lassen sich beeindruckende Ergebnisse erzielen, die auch in einem Hollywood-Film nicht negativ auffallen würden. Man kann die Videos auch rückwärtslaufen lassen und unkompliziert mit Musik hinterlegen.

Am meisten gesprochen wurde während der Präsentation aber über den Begriff AR-Emoji. Es handelt sich dabei um personalisierte Emojis, die mit der Frontkamera, der Deep Learning Software und verbesserter Iris/Gesichtserkennung entstehen. Bei der 8-Megapixel-Fontkamera braucht man einfach nur den entsprechenden Menüpunkt wählen und das Gesicht scannen. Die Software wandelt es schließlich in ein individuelles Emoji, das sogar die Mimik nachahmt. Danach ergänzt man den Emoji noch um die passende Frisur und Klamotten - und schon hat man ein virtuelles Ego. Das lässt sich auch wunderbar als GIF-Ergänzung zu Textnachrichten verschicken, wobei unterschiedliche Stimmungen bereits vorgegeben werden. Die Idee von Apple mit Animoji wurde hier also konsequent weiterentwickelt.

Personalisierte Emojis

Verschiedene Gesten mit personalisiertem Emoji

Last but not least beherrscht die Kamera ein verbessertes Augmented Reality namens Bixby Vision. So lassen sich mit der Hilfe der Kamera direkt Texte übersetzen oder der Nutzer erhält Echtzeitinformationen über die Umgebung, Objekte oder Gerichte direkt auf dem angezeigten Bild.

Dickes Plus beim Galaxy S9 Plus: Erstmals findet sich auch auf der Rückseite einer S-Klasse eine Dual-Kamera, wodurch unter anderem die Tiefenschärfe-Eigenschaften besser und variabler sind – Stichwort: Bokeh-Effekt.

Die übrigen Komponenten sind ebenfalls erlesen. Der Hochleistungsprozessor Exynos 9810 10 nm Octa Core (2,7 GHz Quad + 1,7 GHz Quad) plus 4/6 GB Arbeitsspeicher sorgen für mächtig Dampf unter der Haube und der microSD-Slot lässt sich mit bis zu 400 GB erweitern. Mit 3.000 mAh bzw. 3.500 mAh dürften die Flaggschiffe zudem nicht allzu schnell einschlafen und die Datenschnittstellen sind durch die Bank weg absolut auf der Höhe der Zeit.

So viel Smartphone-Luxus hat natürlich seinen Preis. Das Samsung Galaxy S9 bzw. S9+ ist in der Modellversion mit 64 GB ab dem 14. März zum Preis von UVP 849 Euro bzw. UVP 949 erhältlich. Möchten Käufer verständlicherweise mehr Speicherplatz haben, 1000 Euro-Grenze durchbrochen, denn das Galaxy S9+ mit 256 GB (exklusiv über den Samsung Online Store erhältlich) kostet stolze UVP 1.049 Euro.

Fazit

Samsung hat vieles richtig gemacht. Die Koreaner haben sich zum einen die Kritikpunkte der Konsumenten zu Herzen genommen, zum anderen auf die Features gesetzt, die Zugkraft haben. Allein durch den regelrechten Kamera-Showdown dürfen Millionen von Besitzer des Vorgängermodelles zum Wiederholungstäter werden.

Special: Ulf Schneider
Datum: 15.03.2018

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