XXL-TEST: Teufel Airy Open TWS - Berliner Interpretation des neuesten Kopfhörer-Trends
Tragekomfort und Freisprecheinrichtung
Die Teufel Airy Open TWS sitzen bequem und stören auch beim längeren Tragen durchs geringe Gewicht keinesfalls. Wie schlägt sich die Freisprecheinrichtung? Man versteht den Gesprächspartner sehr gut und es rauscht kaum. Zudem fehlt störender Hall praktisch gänzlich. Nur ein kleiner Kritikpunkt: Die Stimme desjenigen, der mittels des Airy Open TWS spricht, wird vom Gesprächsteilnehmer als tonal etwas verfälscht wahrgenommen. Insgesamt aber eine saubere Performance.
Klang Musik
Nun sind wir gespannt, wie sich die Neuheiten aus Berlin in den Klangtestreihen schlagen, und wir starten mit "Ain't No Sunshine" von Eva Cassidy durch. Und was können wir zuerst sagen? Nur: "Wow". Denn was hier an Räumlichkeit, vokaler Klarheit und auch an Präzision geboten wird, übertrifft definitiv unsere Erwartungen. Alles wirkt darüber hinaus akustisch frei, ungezwungen, und doch sind die Ooen TWS-Kopfhörer stets hellwach und beeindrucken uns mit einer ausgezeichneten Herausarbeitung des Klavierts. Ein gelungener Start demnach, der Aufbau und der Rhythmus des legendären Titels kommen in jeder Sekunde mit einer erstaunlichen Treffsicherheit heraus.
Bei "Moonraker", gesungen von Shirley Bassey, festigen die neuen Open TWS-Kopfhörer aus Berlin ihre Stellung weiter. Sie fokussieren Shirleys Stimme mit genau der richtigen Gewichtung und gruppieren die instrumentalen Anteile passend um ihre vokale Präsenz. Der frei aufspielende Hochtonbereich und die sehr gute Darstellung der wachsenen Dynamik, als die Sängerin ihre Stimme erhebt, sind weitere Aspekte, die für den Airy Open TWS sprechen. Er führt sich auch durch die harmonische, tonal sehr ausgewogene Wiedergabe glänzend in der Redaktion ein.
Wir fahren fort mit der Jungle Cruise-Version des Metallica-Klassikers "Nothing Else Matters" und sind erneut überrascht, wie sensibel und akustisch vollständig das recht sanfte Intro präsentiert wird. Als dann der erste größere Dynamikspriung ansteht, erweisen sich die Airy Open TWS als impulstreu und sind umgehend zur Stellle. Der einerseits transparente, andererseits angenehm abgestimmte Hochtonbereich punktet voll bei uns, gerade in Anbetracht der Preisklasse. Was uns aber bei einem Modell mit diesem Bauprinzip besonders überrascht, ist der fundierte Bass, der ein richtig gutes Volumen aufbaut und auch noch exakt auf den Punkt kommt. Hier waren Akustik-Ingenieure am Werk, die ihren Job offensichtlich hervorragend beherrschen.
Und wie sieht das Ergebnis beim Klassiker "Relax" von Frankie Goes To Hollywood aus? Die Open TWS liefern einen hohen klanglichen Standard ab, der für die Preisklasse, in der sich die Kopfhörer befinden, rundherum überzeugend ist. Die räumliche Präsentation ist von Weitläufigkeit geprägt, die räumliche Dichte ist gut, wenngleich hier noch mehr geht. Die Stimme wird gekonnt abgebildet, der gesamte Aufbau des Songs erscheint konsequent und reich an Einzelheiten.
"City Lights" (Armin van Buuren, VIZE, Leony) liegt dem praktischen Kopfhörer ebenfalls - er stellt den Beat impulstreu dar und erfreut wieder mit einer Mischung aus akustischer Lässigkeit und Präzision, die wir so nur von wenigen TWS-Kopfhörern kennen, die normalen Geräte eingeschlossen. Sehr entschlossen, aber nie mit unangenehmem, zu starken Druck auf die Gehörgänge wird der kräftige Bassbereich herausmodelliert, die zahlreichen elektronischen Effekten kommen mit klarer Möglichkeit zur räumlich passenden Ortung heraus.
Klang bei der Wiedergabe von Hörbüchern
Und wie schlägt sich der Airy Open TWS bei der Wiedergabe von Hörbüchern? Wir lauschen "Sühnekind" von Caroline Parker, abwechselnd gelesen von Anja Umland und Philipp Engelhardt. Auch hier sind wir sehr zufrieden. Gut, Kritik auf hohem Niveau - die stets exzellent verständliche Stimme von Anja Umland klingt minimal synthetisch ab und zu, aber störend tritt dies nicht in Erscheinung.
Klang bei der Wiedergabe von Filmton
Wer gern Filme streamt, um diese mittels Kopfhörer zu genießen, wird sich mit dem Airy Open TWS ebenfalls schnell anfreunden. Wir wenden uns "London Has Fallen" zu und gehen in die Sequenz des Actionfilms, als gerade der Terror in der britischen Hauptstadt beginnt. Klar fehlt es hier an Fundament bei den Explosionen, zaubern können auch die Teufel-Techniker nicht. Aber das Gebotene ist trotzdem erstaunlich umfangreich, die Schreie, Schüsse, der Music Score und die zahlreichen Explosionen werden sauber voneinander getrennt und dynamisch wiedergegeben. Besonders gut gefällt uns die Räumlichkeit, die zur Verfügung gestellt wird, das hätten wir nicht erwartet, auch wenn ein Open TWS-Gerät natürlich hier bessere Voraussetzungen für ein passendes räumliches Erlebnis hat als ein normaler TWS-Kopfhörer, dessen Earbuds tief im Gehärgang sitzen und nur durch technische Tricks eine solide Räumlichkeit freisetzen können.
Und auch bei "White House Down" hinterlassen die Airy Open TWS einen guten Eindruck. Auch hier befinden wir uns in dem Kapitel, in dem der Terror beginnt, und eine gigantische Explosion das Capitol erschüttert. Herumfliegende Trümmerteile, Türen, die geschlossen werden, piepsende Warnsignalgeber, dazu zahlreiche Stimmen: Die Berliner Open TWS Kopfhörer sortieren ein weiteres Mal alle akustischen Objekte sauber auseinander, schaffen, aber zugleich ein homogenes Ganzes. Auch den Music Score, der, wie üblich bei solchen Movies, mit Nachdruck und Dynamik in den vielen Actionsequenzen nicht geizt, kommt vehement heraus. Wir sind wirklich überrascht, wie gut sich das neue Produkt für die Wiedergabe sehr effektgeladener Filme eignet. Die maximal erzielbaren Pegel sind tadellos, noch mehr Lautstärke wäre auch nichts für die Gesundheit der Gehörgänge.
Konkurrenzvergleich

- SHOKZ OpenFit: Mit 199 EUR (UVP) ist der chinesische Open Ear-TWS kostspieliger, aber auch mit einer kompletten App-Steuerung und mit ANC ausgestattet. Was eine aktive Geräuschunterdrückung bei einem Open TWS-Konzept soll, haben wir uns schon gefragt. Dass man dadurch besonders störungsfrei Telefonate führen kann, ist aber tatsächlich ein Vorzug. Klanglich erweist er sich als tadellos, ähnlich wie beim Teufel Airy Open TWS ist auch beim SHOKZ Produkt sogar die Basswiedergabe recht kräftig. Nur mit dem Pegel sollte man es beim SHOKZ Open Ear-Kopfhörer nicht übertreiben, dann treten im Bassbereich Verzerrungen auf, die beim Airy Open TWS kaum zu bemerken sind.. Die Touch-Bedienung außen an den Ohrstücken der SHOKZ Open Ear-TWS reagiert relativ sensibel, woran man sich aber nach kurzer Zeit gewöhnt. Die tadellose Verarbeitungs- und Mayterialqualität, das IP54-Zertifikat, die recht langen Akkkulaufzeiten und der extrem bequeme Sitz sind weitere Pluspunkte. Der Kaufpreis istallerdings trotz der Ausstattung recht heftig.

- JVC HA-NP35T: Für faire Marktpreise um ab rund 60 EUR liefern die Nearphones eine tadellose Leistung ab. Sie sind robust verarbeitet, wenngleich man luxuriäse Opulenz natürlich nicht erwarten darf. Zu den Pluspunkten gehören der hohe Tragekomfort und, bezogen auf die klangliche Darbietung, das dichte, zugleich luftige Gefühl echter Räumlichkeit. Das Case ist leicht klobig wie die beiden Ohrstücke, aber das ist dem Gesamt-Konzept geschuldet. Akustisch zeigt der modernere Airy Open TWS, was die Stunde geschlagen hat. Den Nearphones fehlt es etwas an Nachdruck, Maximalpegel und Durchschlagskraft.
Fazit

Für unter 120 EUR offerieren die neuen Teufel Airy Open TWS eine wirklich hervorragende Klangqualität, die eigentliche Defizite des Open TWS-Bauprinzips in erstaunlicher Art und Weise vergessen machen. Der Bass ist kräftig und allzeit spürbar, die räumliche Weite ist ausgezeichnet, der Hochtonbereich ertönt klar und zugleich homogen. Damit sind die Airy Open TWS für sämtliche akustische Aufgaben gerüstet, von der Musikwiedergabe über Hörbücher und Filme bis zum Führen von Telefonaten. Der Tragekomfort liegt hoch, die Verarbeitung ist routiniert. Die Akkulaufzeit von 6 Stunden mit einer Ladung geht in Ordnung, ist aber nicht überdurchschnittlich hoch. Praktisch ist die Schnellladefunktion, die nach 10 Minuten Aufenthalt der Ohrstücke im Case wieder für 90 Minuten Spielzeit sorgt. Zur Teufel Headphone-App kompatibel sind die Airy Open TWS nicht. Was der Tech-Liebhaber als Nachteil ansieht, dürfte Anwender,, die alles schnell & einfach haben möchten, dagegen überzeugen. Die Airy Open TWS werden über Touch-Flächen auf der linken und der rechten Außenseite der Ohrstücke gesteuert. Das erfordert etwas Übung, gönnt man sich ein wenig Eingewöhnungszeit, läuft alles "easy" ab. Insgesamt sind die Teufel Airy Open TWS eine willkommene Bereicherung eines wachsenden Marktsegments, und das gesamte Produktkonzept ist in sich schlüssig.
Der Teufel Airy Open TWS begeistert mit erstaunlicher Klangstärke sowie hohem Tragekomfort

TWS/Open TWS-Kopfhörer bis 200 EUR
Test 28. November 2024
Test und Fotos: Carsten Rampacher
Datum: 28. November 2024
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Tags: Kopfhörer • Open TWS • Teufel






