XXL-TEST: Sony KD-48A9 - Ultra HD-OLED-TV mit umfangreicher Ausstattung und ausgezeichnetem Bild

Der Sony KD-48A9 kommt auf Preise von rund 1.700 EUR, die unverbindliche Preisempfehlung fällt mit 1.899 EUR nochmal 200 EUR höher aus als der Kurs am Markt. Gut, der TV mit der derzeit kleinsten OLED-Bilddiagonale gehört zur "Master Series" - aber so viel Geld für so wenig Diagonale? Wir werden im Verlauf des Tests überprüfen, ob der KD-48A9 Außergewöhnliches zu bieten hat. 

Technik und Ausstattung

Der Sony verfügt über ein hochwertiges OLED-Panel mit einer erweiterten Farbwiedergabe. OLED-typische visuelle Eigenschaften wie ein breiter Blickwinkle, ein sattes Schwarz und authentische Farben, bekommt man natürlich auch in 48 Zoll geliefert. In unseren Testreihne zeigte sich, dass die Helligkeit absolut ausreichend für nahezu alle praktischen Situationen ist. Weiter bringt der KD-48A9 zahlreiche Bildoptimierer mit, die wir alle vorstellen möchten. Mit 4K X-Reality Pro offeriert Sony eine laut eigenen Angaben "optimierte Auflösung für alle Inhalte". Dank dem aktuell besten Prozessor des Hauses, dem X1 Ultimate, erledigt der KD-48A9 das Upscaling niedriger auflösender Inhalte auf die native Panelauflösung von 3.840 x 2.160 Pixel. Die vom Sony gezeigten Inhalte sollen äußerst detailreich und lebensecht sein, auch wenn es sich um 1.080i/p-Inhalte oder um 720p-Inhalte handelt. Natürlich beinhaltet das Leistungsspektrum des X1 Ultimate auch ein gutes Upscaling von 576i Inhalten. Durch die verhältnismäßig kleine Bilddiagonale sieht das visuelle Ergebnis selbst dann erträglich aus. X-Reality Pro greift zum Upscaling auf eine 4K-Datenbank zurück. Objektbasierte "Super Resolution" behandelt jedes Bildobjekt individuell, sodass eine hohe Wiedergabequalität gewährleistet ist. 

Der Pixel Contrast Booster ist für lebendige Farben und einen besonders tief sitzenden Schwarzwert zuständig. Farben und Kontraste werden in hellen Bildbereichen optimiert, sodass Sequenzen mit natürlichen Schattierungen sowie Facetten, mehr Tiefe und feiner Detaillierung präsentiert werden können. 

Der Sony unterstützt HDR10, Dolby Vision und HLG. Zur HDR-Bilddarstellung ist noch folgendes anzumerken. "Super Bit Mapping HDR" sorgt für eine vollständige Wiedergabe von Farbtönen und Schattierungen, und zwar in einer realistischen sowie natürlichen Form. "Object-based HDR Remaster" werden die Farben in einzelnen Objekten auf dem Bildschirm analysiert und der Kontrast ensprechend angepasst. Durch die Optimierung einzelner Objekte ist der KD-48A9 in der Lage, ein besonders akkurat gestaffeltes, realistisches Bild zu erzeugen, verspricht Sony. 

Weitere Features umfassen "X-Motion Clarity" für eine absolut makellos Bewegungswiedergabe auch schneller Actionszenen. Das "Dual Database Processing" umfasst zwei leistungsfähige Datenbanken zur Bildoptimierung. In einem dynamischen Echtzeit-prozess wird die Darstellung einzelner Pixel verbessert. 

Der KD-48A9 ist zudem Calman-ready. Das heißt: Mit der Calman-Software von Prttrait Displays kann man den Sony-TV automatisch kalibrieren, um ein Maximum an Bildqualität herausholen zu können. Weiterhin ist der KD-48A9 IMAX Enhanced-zertifiziert. Das heißt: In Verbindung mit IMAX Enhanced-Material (IMAX Enhanced Software/Ultra HD-BDs sind ZWINGEND erforderlich, IMAX Enhanced ist kein Bildmodus) kann die entsprechend optimierte Bildeinstellung gefahren werden. 

Akustisch fährt der KD-48A9 ebenfalls einige starke Geschütze auf. So setzt er, wie alle Sony OLEDs, auf die "Acoustic Surface" Technologie. Die gesamte Rückseite des TVs wird,, vereinfacht erklärt, als Lautsprecher verwendet. Das funktioniert mittels eines sogenannten Aktuators, der durch entsprechende Vibrationen den Klang dort erzeugt, wo sich die Action auf dem Screen gerade abspielt. Das heißt: Der Klang kommt nicht aus einer falschen Richtung, sondern mitten aus dem Screen. Oft stellt sich bei Lautsprechersystemen oder Soundbars die Frage: Wie bekomme ich den Sound weg vom unteren Bereich, hin zur Mitte des Bildschirms? Sony hat darauf mit Acoustic Surface eine Antwort. Das Soundsystem ist überdies Dolby Atmos-kompatibel. DTS Digital Surround und Dolby Digital werden natürlich auch unterstützt. Das Lautsprechersystem bringt es auf insgesamt 25 Watt Leistung. 

Natürlich läuft auch der KD-48A9 unter Android TV und ist mit Google Alexa ausgestattet. Wer einen Alexa-Lautsprecher besitzt, kann den TV über diesen mit Sprachbefehlen steuern. Chromecast built-in, die Kompatibilität zu Google Home sowie die Kompatibilität zu Apple AirPlay 2 und Apple Home Kit sind weitere Merkmale. 

Insgesamt präsentiert sich der KD-48A9 üppig ausgestattet - zur maximalen Punktzahl fehlen jedoch drei Dinge: Dolby Vision IQ (bezieht den Helligkeitssensor des TVs für das Produzieren eines optimalen dynamischen HDR-Bildes mit ein), die Unterstützung von HDR10+ (dynamisches HDR-Format, das z.B. von Amazon Prime Video verwendet wird) sowie die Integration des Filmmaker Mode (möglichst authentische, direkte Wiedergabe von hochklassigem Filmmaterial - exakt so, wie vom Regisseur beabsichtigt). Zwar gibt es den sehr guten Netflix calibrated-Modus, dieser ist aber exklusiv für Netflix-Inhalte und nicht so konsequent ausgelegt wie der Filmmaker Mode.

Verarbeitung

Edler Gesamteindruck

Leicht gerundete, tadellos verarbeitete Ecken

Auch im unteren Bereich ausgezeichnete Detailverarbeitung

Der KD-48A9 sieht hochwertig und edel aus. Ein schmaler Gehäuse-Rahmen mit nahezu nahtlosem Übergang zwischen Glas und Rahmen (Abstand zwischen Gehäuse-Rahmen und Panel etwa 1 cm) dokumentiert dies zum Beispiel. das Display ist OLED-typisch sehr flach, aber dennoch weist der KD-48A9 eine hohe Bautiefe über fast die gesamte Gehäuse-Rückseite, wie man auf dem Bild sehen kann.

Bautiefe unterer Bereich


Kurz nach der extrem geringen Bautiefe oben wird der KD-48A9 merklich dicker. Die Verarbeitung ist makellos

Für einen 48" TV weist der Sony ein hohes Gewicht auf. Das Panel sitzt, abgesehen von einer schmalen, ca 1cm breiten Leiste, beinahe direkt auf dem Standfuß. Es ist daher beinahe unmöglich, vor den TV eine Soundbar o.ä. zu platzieren, was die Flexibilität in der Praxis einschränkt. Die Anschlusssektion gibt hinsichtlich der Qualität ihrer Ausführung keinen Anlass zur Kritik.

Aufgeräumte Rückseite

Sehr akkurates Finish auch beim genauen Hinschauen

Nicht wirklich praktisch, möchte man eine Soundbar verwenden: Das Display sitzt sozusagen fast auf dem Standfuß

Attraktive und praktische Fernbedienung

Zudem gibt es ein Kabelmanagement im Standfuß an der Rückseite plus Abdeckblenden für Anschlüsse und Standfuß an der Rückseite. Das alles sorgt für eine elegante Gesamterscheinung von allein Seiten. Zu loben ist die relativ große, aber sehr hochwertig wirkende Fernbedienung mit Metalloberfläche. Der Druckpunkt der Tasten ist ausgezeichnet, zudem ist die Remote übersichtlich. 

Der KD-48A9 wiegt mit Tischstandfuß 17,6 Kilogramm (ohne Tischstandfuß etwa 13.9 kg), er ist ohne Tischstandfuss 106,9 cm bteit, 62,4 cm hoch und 5,8 cm tief. Mit Tischstandfuß ändert sichdie höhe auf 62,9 cm und die Tiefe auf 25,5 cm. 

Anschlüsse

Anschlusssortiment, Teil 2 (unten)

Anschlussangebot seitlich inklusive CI+ Slot und analogem AV-In

Hier ist die Auswahl angemessen reichhaltig. Beginnen wir mit dem WiFi-Modul (802.11a/b/g/n/ac), alternativ steht eine Ethernet-Buchse zur Verfüfgung. Eingebaut ist des Weiteren Bluetooth 4.2. Was steht an HDMI-Terminals zur Verfügung und was bieten diese? Es finden sich insgesamt vier Anschlüsse, was einem gängigen Umfang entspricht. HDCP 2.3 bringen alle Slots mit. Zudem ist auch HDMI-eARC mit an Bord. Bei eARC kann man mit dem einzelnen HDMI-Kabel zwischen Soundbar/AV-Receiver/AV-Verstärker und TV auch 3D-Audio übertragen werden. Weiter offeriert der KD-48A9 zwei seitliche USB-Anschlüsse und einen USB-Slot unten. Natürlich kann man eine HDD zur gerätespezifischen Aufzeichnung von TV-Sendungen daran anschließen. Weiter bringt der Sony einen optischen Digitalausgang und einen Kopfhörerausgang mit, ebenso einen CI+ Slot und einen AV-Systemeingang. 

Handling und Menü

Wer bereits Erfahrungen mit Android-basierten TVs hat, wird keinerlei Probleme haben mit der Bedienung des KD-48A9. Aber auch "Neueinsteiger" benötigen höchstens eine kurze Zeit der Eingewöhnung, um mit dem Sony zurecht zu kommen. Was ist uns im einzelnen aufgefallen?

An Bord ist ein umfangreicher Einrichtungsassistent mit Spracheinstellung, Einbindung ins Netzwerk, Sendersuchlauf, Installation zusätzlicher Apps, etc. Die Erstinstallation ist auch mit einem Android Smartphone möglich. Der Sony bietet eine sehr schnelle Reaktion auf jegliche Eingabebefehle, es ist quasi keine Verzögerung spürbar, auch bei mehreren, schnell aufeinanderfolgenden Befehlseingaben auf der Fernbedienung. Zu loben ist zudem das übersichtliche, gut strukturierte Menü mit Hilfetexten zu einzelnen Funktionen, umfangreicher Video-EQ mit sinnvollen, manuellen Einstellungsmöglichkeiten zu dynamischen Bildverbesserern und der Frame-Interpolation. Der KD-48A9 bringt zahlreiche Bildmodi mit: 

  • Kräftig (eher nicht empfehlenswert, zu satte Farben, nicht authentisch)
  • Standard (recht ausgewogen)
  • Kino (augenfreundlich, authentisch, aber nicht besonders hell)
  • Spiel (dynamisches Bild für Gaming)
  • Grafik: Speziell für die Darstellung von Grafiken
  • Foto: Optimiert für die Wiedergabe von Standbildern/Fotos
  • Benutzerdefiniert: Erstellung eines eigenen Bildfelds
  • Dolby Vision Bright: Für die optimale Wiedergabe von Dolby Vision HDR-Inhalten in helleren Räumen
  • Dolby Vision Dark: Für die optimale Wiedergabe von Dolby Vision HDR-Inhalen in dunkler Umgebung
  • Netflix Calibrated: Erstklassiger, ausgewogener und sehr authentischer Bildmodus exklusiv für Netflix-Material. 

Auch für die passende Akustik liefert Sony verschiedene Betriebsarten ab Werk mit: 

  • Standard (ausgewogen, relativ universell verwendbar)
  • Dialog (hebt vokale Anteile hervor, gut für Nachrichtensendungen oder Talkshows)
  • Kino (etwas mehr Räumlichkeit als im Standard-Modus, zudem ordentlicher Nachdruck)
  • Musik (recht homogen abgestimmt, klar, für Musik recht gut zu gebrauchen)
  • Sport (für Sportveranstaltungen)
  • Dolby Audio

Insgesamt eine gute Auswahl an Video- und Audiobetriebsarten. Leider fehlen spezielle ISF-/THX-Bildprogramme und der Filmmaker Mode.

Erstinstallation

Natürlich haben wir wieder zahlreiche Screenshots angefertigt, welche die erste Inbetriebnahme zeigen.

Wie üblich startet der Prozess der ersten Einrichtung mit der Sprachwahl

Alternativ kann der Sony TV auch über ein Android-Smartphone eingerichtet werden

Auswahl des WLAN-Netzwerks

Anmeldung im Google-Konto oder Überspringen

Anerkennung der Nutzungsbedingungen 

Installieren weiterer Apps mit Hinweis auf den Google Play Store

Nun folgt eine kurze Einführung

Google Assistant ist serienmäßig mit dabei und kann ohne zusätzlichen Smart Speaker direkt verwendet werden

Auf den Fernseher streamen

Nun geht es los

Einrichtung der Kindersicherung

Fern-Start

Auswahl der richtigen Form des TV-Empfangs

Suchlauf mit voreingestellten Einstellungen, ja oder nein?

Auswahl möglicher Quellgeräte

Steht der TV auf dem Tischfuss oder wird er an der Wand montiert?

Automatische Akustikkalibrierung

Die Akustikmessung funktioniert mittels des Mikrofons der Fernbedienung

Die Messung läuft

Nun ist die Einrichtung abgeschlossen

Interessant: In die erste Einrichtung ist auch eine akustische Kalibrierung auf den jeweiligen Raum enthalten. Ausgeführt wird dieser Prozess mittels des Mikrofons, das in die Fernbedienung integriert ist und auch für die Verwendung des Google Assistant Sprachassistenten im Einsatz ist. 

Screenshots Android 9.0

Nun schauen wir uns das Android-Betriebssystem an. Der Sony läuft unter Android 9.0 (Oreo) und bringt 16 GB internen Speicher mit. Auch hier haben wir natürlich Screenshots:

Direkt fragt der KD-48A9, ob Apple AirPlay und Apple Home Kit konfiguriert werden sollen

Bekanntes Android Home Menü. Durch Scrollen nach unten kommt man auf die nächste Seite

Google Play Store

Sony Select 

Bei Sony Select finden sich zahlreiche aktuelle Vorschläge 

Weitere Empfehlungen von VoD-Services (Netflix, YouTube, Prime Video)

Auch Rakuten TV ist an Bord

Hier kann man selbst die angezeigten Kanäle für den Startbildschirm anzeigen 

Der Funktionsumfang ist üppig, zudem bietet der Sony, wie heute üblich, Zugriff auf praktisch jedes relevante VoD-Streamingportal. 

Screenshots Bild-/Tonmenü, Systemeinstellungen

Nun stellt sich natürlich die Frage: Welche Funktionen offeriert der KD-48A9 bei den Systemeinstellungen?

Grundmenü "Einstellungen"

Unter dem ersten Punkt "Bild" finden wir den Video-EQ

Praktisch ist, dass es immer Hilfetexte plus Bild/Grafik gibt, um die aktuell angewählte Funktion - hier die Bildmodi - zu verstehen

Lichtsensor ist aktiviert

Basiseinstellungen fürs Bild - Submenü "Helligkeit": Helligkeit, Kontrast, Gammakorrektur, Schwarzwert, Schwarzabgleich

Erklärung der Funktion "Erweiterter Kontrastverstärker"

Das Menü ist in die Sub-Menüs Helligkeit, Farbe, Klarheit, Bewegung und Videosignal unterteilt

Untermenü "Farbe", unter anderem mit Farbton, Farbtemperatur und Farbbrillanz 

Sonys "Reality Creation" kombiniert Detailoptimierung mit einem Rauschfilter

"Motionflow" ist Sonys hervorragende Frame Interpolation. Unter "Anwender" kann man selber Glätte und Klarheit feintunen

Erweiterte Farbtemperatur mit Einstellungen, die nur von sehr versierten Anwendern optimiert werden sollten

Anpassung pro Farbe

Geräteeinstellungen

Teil 2

Vormals hieß es Action Menü, nun sind es die Schnelleinstellunghen: Sie tauchen im unteren Screenbereich auf für schnellen Zugriff auf elementare Justagen

Der Anwender kann selbst festlegen, was in den Schnelleinstellungen enthalten sein soll

Tonmenü, erster Part

Die unterschiedlichen Klangfelder

Surround, Raumklangeffekt,  Equalizer und Stimme hervorheben

Der KD-48A9 bietet umfassende und meist praxisgerechte Einstellmöglichkeiten für Bild und Ton.

Bild

Ultra HD Blu-ray, Mord im Orient-Express, ab Filmbeginn

Wie wir es bereits von anderen Sony Fernsehern nicht anders kennen, so bringt auch der KD-48A9 keinen Filmmaker Mode mit. Wir setzen also auf Kino und erhalten damit ebenso eine sehr authentische, originalgetreue Farbgebung. Anders als beim Filmmaker Mode, der ja quasi alle dynamischen Bildverbesserer standardmäßig deaktiviert, ist in Sonys Kino-Modus sowohl die Reality Creation als auch der Motionflow zugeschaltet. Gerade die Zwischenbildberechnung im Modus "Anwender" gefällt mit ihrer gemäßigten Einstellung aber hervorragend. Adleraugen werden bei der Kamerafahrt nach unten gleich zu Beginn des ersten Kapitels zwar noch das ein oder andere Judder-Ruckeln erkennen, insgesamt sind die Bewegungsabläufe, sowohl von einzelnen Objekten, als auch des gesamten Bildes sehr geschmeidig und gleichmäßig. Damit einher geht ein enorm ruhiger Bildstand. Extrem flüssige und komplett ruckelfreie Bewegungswiedergabe geht häufig einher mit zitternden Objektkanten, gerade bei vielen bewegten Objekten und schnellen Bewegungen im Bild, wie es sich hier bei de umherwuselnden Gläubigen vor der Klagemauer in Israel verhält. Sony findet hier einen ausgezeichneten Mittelweg und realisiert ein geschmeidiges, angenehmes, aber immer noch natürliches Bild mit authentischem Film-Look.

Die Ultra HD Blu-ray wird korrekt erkannt und das kleine HDR-Logo erscheint. Den erweiterten Dynamikumfang kann man direkt erkennen und auch, dass das Spektrum von extrem dunkel bis sehr hell, z.B. als die Kamera ebenfalls zu Beginn des Filmes direkt in die Sonne schaut, sehr breit ist. Gestochen, nahezu brutal scharf zeigt der Sony das Filmgeschehen mit nativer 4K-Auflösung, feinste Strukturen, z.B. am Nadelstreifenanzug von Hercule Poirot, werden deutlich. Auch an den Schuhen des Polizeibeamten, der sich noch als Schuldiger entpuppen wird, sind viele Details zu erkennen. Die Schuhe sind aus schwarzem Leder, es zeigt sich also auch eine tolle Herausarbeitung von Feinheiten in sehr dunklen Bereichen. Das Bild präsentiert sich durch die extreme Schärfe sehr sauber klar, wirkt aber zu keinem Zeitpunkt unnatürlich. Auch die Abwesenheit von Rauschen trägt hierzu bei, nur sehr geringfügig hat der A9 in 48 Zoll damit zu kämpfen. Auch sehr plastisch und mit einer eindeutigen Differenzierbarkeit der Ebenen im Hintergrund des Bildes zeigt sich das Gesamtgeschehen. Insgesamt eine exzellente Präsentation des UHD-Materials. Bedenken muss man hier ausschließlich, dass ein sehr naher Sitzabstand eingehalten werden sollte, um die Vorteile der Auflösung auch wirklich zu erkennen.

Blu-ray 1080p, Skyfall, ab Filmbeginn, Motionflow aktiv/inaktiv

Auch bei geringer auflösendem FullHD-Material ist die Bildschärfe des KD-48A9 auf extrem hohen Niveau. Das Upscaling bringt auch keine großartig negativen Aspekte, wie Pixelwölkchenbildung oder Treppenstufen mit. Gut, aufgrund der hochwertigen Produkten und der bereits relativ hohen Auflösung ist dies auch bei hochwertigen Konkurrenzprodukten kein Thema, allerdings erscheint die Detailschärfe des Sonys wirklich außerordentlich hoch. Feinste Poren im Gesicht der Protagonisten sowie auch in dunklen Bereichen des Raumes, in dem sich 007 gleich zu Anfang des Bond-Spektakels befindet, werden herausgearbeitet. Kaum erwähnen muss man, wie eklatant Schwarzwert und Kontrast von der OLED-Technologie profitieren. Hier wird Referenz-Maß auf kleinstem Raum geboten. Trotz der kleinen Bilddiagonale fühlt man sich daher auch als Teil des Bildgeschehens, da die räumliche Tiefe ebenso wie die Objektplastizität sehr stark ausgeprägt sind und man so ins Bild "hinein" schauen kann.

Die exzellenten Motionflow-Eigenschaften haben wir bereits am Beispiel der Ultra HD Blu-ray behandelt, auch hier wird aber wieder ein ausgezeichnetes Ergebnis erzielt. Nur wer genau aufpasst, erkennt hin und wieder eine zitternde Objektkante, so geschehen z.B. am Kopf der Silhoutte von Bond, als er den dunklen Flur durchschreitet, bevor er den Raum mit dem angeschossenen Kollegen betritt. Der höhere Rechenaufwand, zur Zwischenbildberechnung kommt hier ja noch das Upscaling hinzu, macht sich im Übrigen diesbezüglich nicht bemerkbar. Auch bei der Verfolgungsjagd mit vielen schnellen, halsbrecherischen Stunts, bleibt das Bild stabil, sauber und angenehm. Selbstverständlich haben wir die Frame-Interpolation auch mal deaktiviert und auch in dieser Form schafft der Sony ein überdurchschnittlich stabiles und sauberes Bild. Der typische Judder, nun inbegriffen, fällt nicht negativer ins Gewicht als bei anderen hochwertigen TV-Geräten. Insgesamt eine nahezu tadellose Präsentation von 1080p FullHD-Material.

Tuner 720p und 1080i

Der Tuner im Sony 48" OLED bietet eine natürliche Farbgebung und ein ausgewogenes, angenehmes Bild. Das Bild wirkt scharf und detailliert, kann aber nicht ganz mit der Detail- und Kantenschärfe anderer uns bekannter OLED-TVs mit größeren Bilddiagonalen mithalten. Dies macht sich geringfügig bei der Detaillierung von Objekten und Personen bemerkbar, aber auch an leichten Treppenstufen, z.B. beim Logo des jeweiligen Senders. Hier hätten wir uns aufgrund des etwas kleineren Bildes und der damit erhöhten Pixeldichte eigentlich das Gegenteil erwartet und so hat es sich bislang in den Beispielen von Ultra HD Blu-ray und konventioneller BD-Disc auch bestätigt. Man muss natürlich dagegen halten, dass hier Material, wenngleich hochwertig produziert, mit vergleichsweise geringer Auflösung dargestellt wird. Das fällt natürlich deutlicher auf und insgesamt kann man durchaus festhalten, dass der KD-48A9 eine mehr als akzeptable Gesamtschärfe realisiert. Die aktivierten Bildoptimierer kann der Sony Fernseher nicht vollends kaschieren. Zwar wirkt das Bild dank Reality Creation und Motionflow sehr flüssig und sauber, ab und zu wird die Arbeit der Algorithmen im Hintergrund aber sichtbar. Dies zeigt sich stellenweise an etwas unsauberen Kanten und leichtem Zittern bei schnellen Bewegungen. Im Film- und Serienverlauf fällt dies nur an einzelnen Stellen auf und wer hier empfindlich ist, kann diese optionalen Bildverbesserer auch ausschalten. Die gebotene Plastizität und Räumlichkeit ist solide und profitiert von den exzellenten Kontrasteigenschaften des OLED-Fernsehers. Sehr positiv stechen außerdem die authentische Farbwiedergabe sowie die Tatsache, dass sich Bildrauschen sehr stark im Rahmen hält, hervor.

Klang

Akustisch fällt auf, dass der Sony 48-Zöller erstaunlich laut aufspielt und sich als pegelfest erweist. Damit ist er auch in mittelgroßen Räumen noch am richtigen Platz. Er bleibt eine lange zeit souverän, erst ab Lautstärke 90 von 100 beginnt der Sony TV, ein wenig zu verzerren. Insgesamt erzeugt er einen angenehmen Sound mit klaren, aber nicht zu fordernden Höhen. Der Bassbereich ist bauartbedingt eher wenig ausgeprägt und ist lediglich in Ansätzen zu vernehmen. Der KD-48A9 punktet mit solider Räumlichkeit und einer sehr guten Loslösung des Klanggeschehens vom TV. Zu loben ist auch die gute Sprachverständlichkeit, selbst bei Action-Sequenzen gelingt dem Gerät eine glaubwürdige Differenzierung.

Bilanzierend liefert der KD-48A9 keinesfalls eine schlechte Vorstellung. Nimmt man jedoch den hohen Kaufpreis hinzu, bleibt der Sony mit Bereich einer normal ausgeprägten Durchschnittlichkeit. Aus gleichem Hause gibt es derzeit für Marktpreise um die 1.300 EUR den KD-65XH9505 (LCD-basiert, Triluminos-Display), der deutlich besser klingt und nicht nur beim Ton den für viele besseren Gegenwert offerieren dürfte. Zudem tut sich das verhältnismäßig kleine Gerät schwerer, eine realistische akustische Bühne bereitzustellen. 

Fazit

Der Sony bietet insgesamt eine ausgezeichnete Vorstellung. Allerdings zieht sich der deutlich zu hohe Kaufpreis wie ein roter Faden durch den gesamten Test. Natürlich lässt sich das begründen. 48 Zoll Ultra HD OLED-Panels sind noch recht neu auf dem Markt, dementsprechend teuer und kommen vermutlich bei weitem nicht auf die Stückzahlen von 55 Zoll Ultra HD OLED-Panels. Die neue Bildschirm-Diagonale 48 Zoll kommt locker drei Jahre zu spät - und es sieht so auf dem Markt aus, dass ich zum Preis eines 48-Zoll-OLED einen 55-Zoll-OLED oder einen 65 Zoll-LCD der oberen Mittelklasse bekomme. Das sind unsere Bedenken bei der Bewertung dieses sauber verarbeiteten, visuell starken Ultra HD-OLEDs mit überragendem Bildprozessor und einer fast immer präzise arbeitenden Frame Interpolation. Die Akustik ist für sich betrachtet tadellos, aber auch hier greift wieder das leidige Thema Preis-/Leistungsverhältnis. Gerade auch von Sony gibt es z.B. den KD-55A8, ebenfalls ein Ultra HD-OLED, der mit größerer Bilddiagonale deutlich günstiger verkauft wird. Klar - die A8-Serie ist geringfügig einfacher, aber mt einer größeren Diagonale, und einem ebenfalls ordentlichen Sound. Man spart 400 bis 500 EUR - das ist viel Geld - und bekommt sozusagen "mehr" Gegenwert. Auch der LCD-basierte, aber visuell exzellente KD-65XH9505 ist mit rund 1.300 EUR Marktpreis viel preiswerter, klingt sehr gut und hat ein sauberes, helles und kontrastreiches Bild im großen 65-Zoll-Format.

Sehr gutes Bild, reichhaltige Ausstattung, elegante Optik- nur leider 500 EUR zu teuer

Ultra HD OLED-TVs Oberklasse
Test 04.01.2021

Test: Carsten Rampacher, Philipp Kind
Fotos: Philipp Kind
Datum: 04.01.2021

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