XXL-TEST: Samsung QN800B - Die mittlere 8K-Baureihe 2022 beeindruckt mit Vollausstattung und bestem Preis-/Leistungs-Verhältnis
Bild - Generelle Betrachtungen

Intellilgent Mode

Die beiden Betriebsarten, wenn der "Intelligente Modus" aktiv ist

Intelligente Kalibrierung
Für bestmögliche Performance befindet sich der Neural Quantum Processor 8K an Bord. Zudem verfügt der 8K-TV über ein natives 100Hz Panel (in den Serien QN800B und QN900B, QN700B nur 50Hz). Quantum HDR2000 steht für 2.000 Nits maximale Bildhelligkeit. Erwähnenswert ist die "Intelligente Kalibrierung" in den Bildeinstellungen: mit dem Smartphone kann hier die Bildqualität optimiert werden, allerdings geht das nur mit modernen Samsung Smartphones und iPhones ab dem Jahrgang 2019. Was passiert bei dieser Optimierung? Der Samsung TV zeigt Testbilder an, die Kamera des Smartphones erfasst diese und optimiert die Bildqualität. Tatsächlich konnte die Farbdarstellung noch marginal optimiert werden, ist aber im Film- und Filmmaker-Modus bereits exzellent. Definitiv ist dieses Feature kein Muss, aber für anspruchsvolle Anwender mit geeignetem Smartphone vorteilhaft und binnen weniger Minuten komfortabel erledigt. Enthusiasten können mit entsprechendem Messequipment dann noch das letzte Quäntchen herausholen und im Ergebnis diese praktische Kalibrierungsmöglichkeit noch übertreffen.

Bild - Experteneinstellungen, Teil 1

Bild - Experteneinstellungen, Teil 2
Die vorhandenen Bildmodi sind abhängig von der Einstellung des "Intelligenten Modus". Ist dieser deaktiviert, stehen die üblichen Modi von Samsung "Film", "Dynamisch", "Standard" und "FILMMAKER MODE" zur Verfügung. Bei eingeschaltetem intelligenten Modus, also der Berücksichtigung der Umgebungshelligkeit, kann man zwischen den beiden Modi "Optimiert" und "EyeComfort" wählen. Großartige Unterschiede zwischen Optimiert und EyeComfort (besonders augenfreundlich, weitere Details siehe Einleitung des Testberichts) kann man zumindest beim Tuner-Betrieb nicht feststellen, insgesamt lässt sich aber sagen, dass beide Presets sowie der aktivierte intelligente Modus für eine sehr dynamische und intensive, nahezu überzogene Farbdarstellung sorgen, bei der auch die Hauttöne etwas unnatürlich wirken können.
Schaltet man den intelligenten Modus ab und wählt "Film", wirken die Farben natürlicher und weniger aufdringlich. Wie üblich erreicht man beim Film-Modus, und selbiges gilt auch für den FILMMAKER MODE, die besten Ergebnisse, wenn der Raum abgedunkelt werden kann. Beim alltäglichen TV-Genuss wirken Kontrast und Plastizität auch bei etwas Lichteinfall noch insgesamt stark und dank der sehr hohen realisierbaren Helligkeitswerte entfaltet der Samsung auch bei Tageslicht ein sehr hohes visuelles Potential. Gegenüber einem OLED-Fernseher ist der QN800B deutlich weniger anfällig gegenüber Reflektionen, aber nicht völlig davor gefeit. Steht der TV neben einem Fenster und Licht strahlt direkt auf das Display, muss man auch beim Neo QLED 8K TV mit Spiegelungen rechnen, bei indirektem Lichteinfall aber kaum Einbußen hinnehmen.
Bild Tuner
Beginnen wir mit dem SD-Betrieb, der in der Praxis immer noch vorkommt: Entsprechend hochwertig produzierte Inhalte sind noch in Ordnung, günstigere Produktionen wirken dann allerdings langsam grenzwertig zur Betrachtung an einem Bildschirm mit dieser hohen Auflösung. Es kommt zu Blockbildung, Treppenstufen, leichtem Kantenzittern und genereller Unschärfe. Eine Nachrichtensendung im ZDF (nicht HD) ohne schnelle Bewegungen lässt sich aber durchaus gut verfolgen, die Farben wirken angenehm, Artefakte halten sich in Grenzen und auch Schriften im Bild, sofern sie nicht allzu klein sind, kann man noch gut erkennen. Es ist höchst erstaunlich, was der Samsung 8K-TV aus Material in der veraltene Mini-Auflösung herausholt.
Wie sieht es bei HD aus? Die Auflösungen hier sind schließlich auch weit entfernt von 8K-Auflösungen. Bei HD-Sendern, die in Deutschland sowohl in 720p als auch 1080i ausstrahlen, hingegen arbeitet das Upscaling des Samsung QN800B hervorragend und ein sehr scharfes, detailreiches Bild wird realisiert. Zwar kann man auch hier, je nach Produktionsqualität und Genre, erkennen, dass es sich um eine deutlich niedrigere Auflösung als 8K handelt, das Seherlebnis wird aber gerade bei alltäglichem TV-Genuss - Nachrichten, Talk-Shows, Unterhaltungsserien, kaum eingeschränkt.
Auch z.B. die Wetteranzeige oder Laufschriften gelingen mit sehr guter Kantenschärfe und ohne die Ausprägung nennenswerter Artefakte. Die Farben sind im Film-Modus bei deaktiviertem intelligenten Modus sehr natürlich und nicht überzogen. Die plastische Wirkung von Personen und Objekten könnte noch etwas ausgeprägter sein, insgesamt lassen sich einzelne Ebenen der Tiefe aber klar ausmachen. Ältere Sendungen, wie z.B. frühere Folgen des Tatorts, lassen ihr Alter mit weich gezeichneteren Gesichtszügen und geringer Detaillierung dann schon erkennen.
Bild 1080p Blu-ray, James Bond 007, "Skyfall", Upscaling auf 8K im Filmmaker Mode
Beim Schwarzwert agiert der QN800B erwartungsgemäß nicht perfekt, aber schon sehr gut und der Kontrast ist dank der starken Helligkeitsperformance dennoch beeindruckend, selbst in dem Fall, wenn der Raum nur geringfügig abgedunkelt wird. Zu loben ist die sehr homogene Helligkeitsverteilung und tatsächlich echte schwarze Balken bei der Wiedergabe von Cinemascope-Filmen. Treffen sehr dunkle und helle Bereiche im Bild aufeinander, erkennt man doch relativ schnell, dass es sich nicht um einen OLED-Fernseher handelt. Hier strahlen die hellen Bereiche durchaus noch für jeden Anwender sichtbar in die dunklen Bereiche hinein und hellen das benachbarte Bildschirmareal sichtbar auf. Erfreulich ist, dass dies im Praxisbetrieb während des Filmgenusses deutlich weniger auffällt, als wenn z.B. ein Popup-Hinweis eingeblendet wird.
Beispiel: die Wiedergabe der Blu-ray beginnt mit einem schwarzen Bildschirm und im rechten oberen Bereich gibt der Blu-ray Player eine Info-Meldung mit Auflösung, Bildwiederholrate, etc. aus. Der Hinweis auf hellem Hintergrund bzw. mit heller Schrift hellt dann den gesamten Bereich der rechten oberen Ecke aus und strahlt in das Schwarz des Bildschirms hinein. Als Bond durch den dunklen Gang in das Appartement hinein schreitet, fällt diese Tatsache weniger stark auf. Zwar ist auch hier ein Einfluss bemerkbar, dennoch visualisiert der Samsung TV Feinheiten und Details an der Holzvertäfelung und den Möbeln im Appartement sowie Bonds Anzug.
Highlights gelingen aber auch wirklich strahlend hell und insgesamt ist der Kontrast, einergehend mit einer exzellenten Plastizität und räumlichen Wirkung des Bildes mit ausgeprägter Tiefenstaffelung, ohne Zweifel sehr beeindruckend.
Hochwertige FullHD-Inhalte präsentiert der Samsung auf dem 8K-Bildschirm in exzellenter Manier. Das tadellose Upscaling liefert eine enorm hohe Bildschärfe mit feiner Strukturierung. Nahaufnahmen von Bonds Gesicht und seiner Kleidung zeigen jedes feine Detail und auch bei Panorama-Aufnahmen gelingt dem Samsung eine ruhige Darstellung mit klarer Tiefenstaffelung und Kantenschärfe
Ebenfalls eine hervorragende Figur hinterlässt unser Testkandidat bei der 24p-Darstellung, wenngleich schnelle Bewegungen den Judder schon sichtbar machen. Allerdings: wer diesen erkennen will, muss richtig aufpassen und sich die entsprechenden Stellen herauspicken. Selbst bei der Verfolgungsjagd zwischen 007 und dem flüchtenden Killer Patrice liefert der Samsung ein sehr stabiles, angenehmes und artefaktefreies Bild. Langsame horizontale Kamerafahrten lassen dann schon einmal eine zitternde Kante und den typischen Judder durchblicken, insgesamt liefert der QN800B aber trotz der aufwändigen Scaling-Leistung hier eine nahezu tadellose Performance ab. Ein paar Schärfeverluste muss man während der flinken Verfolgungsjagd auf den Dächern Istanbuls schon hinnehmen, völlig ausmerzen lassen sich die Nachteile der geringen Bildwiederholrate von 24p nunmal nicht. Der QN800B schafft es aber überdurchschnittlich gut, selbst in flotten Actionszenen stets ein angenehmes und ruhiges Bild zu bieten. Selbst wenn mal die ein oder andere Kante nicht völlig zitterfrei ist, ist die Darstellung weiterhin angenehm und wirkt insgesamt sauber.
4K Ultra HD Blu-ray, "Mord Im Orientexpress", Upscaling auf 8K
Die zuvor analysierten Eigenschaften im 1080p-Betrieb gelten auch hier. Wir beobachten eine ausgezeichnete, natürliche Farbdarstellung, eine überdurchschnittlich hohe, trotzdem angenehme und nicht überzogen wirkende Schärfe, einen sehr guten Kontrast und eben ebensolchen Schwarzwert, eine sehr ausgeprägte Plastizität und hervorragende räumliche Differenzierung.
Wir haben den intelligenter Modus ausprobiert, leider halten wir diese Betriebsart weiterhin für nicht empfehlenswert - denn die Aktivierung führt zu überzogener Schärfe und zwar so stark, dass es in den überscharf präsentierten Bildbereichen stellenweise zu Effekten führt, die wie Bildrauschen aussehen. Ferner zieht die Helligkeit stark an und wirkt sich negativ im oberen Helligkeitsbereich sowie auf sehr dunkle Bereiche durch Detailverlust aus. Und es geht weiter: Farben erscheinen zu intensiv und unnatürlich, die Frame-Interpolation schaltet sich auf hoher Stufe zu und sorgt für Artefakte und Verlust des typischen Film-Looks. Alles in allem muss man sagen, dass dieser Bildmodus den vorzüglichen Eigenschaften von Panel und Bildprozessor nicht einmal annähernd gerecht wird.
Wie schlägt sich generell die Frame-Interpolation, bei Samsung "Bildschärfe-Einstellungen"? Wir haben sie explizit unter die Lupe genommen bei der schwierigen Szene, als die Kamera von der Klagemauer nach unten auf die zahlreichen Gläubigen schwenkt. Hier zeigt auch der Samsung im nativen 24p-Betrieb ein geringfügiges Zittern an manchen Mauerfugen und leichte Unruhe bei der Darstellung der vielen umherwuselnden Fußgänger. Schaltet man die Zwischenbildberechnung auf "Auto" hinzu werden diese gnadenlos glattgebügelt. Allerdings ist die Technologie auch hier mit Nachteilen behaftet. Schnelle Bewegungen führen zu leichtem Ghosting und nachziehenden Kanten an z.B. Armen und Beinen, als der kleine Junge in Windeseile die Frühstückseier für Poirots erste Mahlzeit am Tag bringt.
Darüber hinaus geht in der Auto-Einstellung der typische und von Kino-Fans geliebte Film-Look ganz klar verloren. Es wirkt zwar noch nicht ganz wie eine Seifenoper, aber deutlich digitaler und das Bild erscheint auch insgesamt zu sauber, Filmkorn scheint der Algorithmus ebenfalls als Fremdkörper zu betrachten und herauszurechnen. Mit ein wenig Aufwand kann man sich aber dank der Einstellung "Benutzerdef." ein individuelles Profil erstellen, um den besten Mittelweg aus hoher Bewegungsschärfe, Stabilität und weiterhin authentischem Look für sich selbst zu finden.
Bild 8K nativ, Das Boot Staffel 3

"Das Boot" in 8K
Die dritte Staffel der Erfolgsserie "Das Boot" steht nun erstmals in nativer 8K-Qualität zur Verfügung - wir berichteten bereits im großen Special davon. Jetzt, im Testbericht zum QN800B, konnten wir auf dieses Quellmaterial zurückgreifen, und das 8K-Panel kann uns seine Talente sozusagen "ohne Filter" präsentieren.
Wir sehen eine beeindruckende Schärfe, die mit einer nicht minder beeindruckenden Plastizität und Tiefenstaffelung in der beengten Umgebung des U-Bootes einhergeht. Das Bild wirkt tatsächlich beinahe so, als könne man die einzelnen Instrumente greifen und ins Bild "hineintauchen". Bis in die hintersten Bildebenen ist alles sauber und scharf durchzeichnet. 3D ohne Brille lässt grüßen, als das junge Mädchen bei etwa 09:30 sich vom Matrosen abkehrt und auf dem Steg nach hinten läuft. Hier wurde nicht nur in maximaler Auflösung gedreht, sondern auch mit maximal möglicher Plastizität agiert - und der QN800B bringt alles erstklassig zur Geltung.
In den ersten Szenen, Nacht und Explosionen anderer Schiffe, erkennen geschulte Augen wieder ein paar Hot Spots, wenn das Feuer die benachbarten dunklen Bereiche mit erhellt - das Ganze ist aber lediglich geringfügig und fällt beim normalen Betrachten des Filmverlaufs kaum auf.
Als Nachteil wäre aber zu erwähnen: während der 8K-Darstellung sind verschiedene "Bildoptimierer" aktiv, unter anderem vermuten wir hier aufgrund der leicht digitalen Darstellung und ebenfalls leichtem Kantenzittern bei schnellen Armbewegungen (Taschendieb bei 10:40) die Zwischenbildberechnung. Dies lässt sich leider nicht deaktivieren, da der Samsung QN800B beim Wechsel auf das Bildeinstellungsmenü die 8K-Wiedergabe beendet und in den früher aktiven Modus wechselt, bei dem wir den FILMMAKER MODE ohne Frame-Interpolation aktiviert hatten. Starten wir die Wiedergabe von "Das Boot" erneut, sind die Algorithmen allerdings wieder zugeschaltet. Nicht falsch verstehen: das Bild ist außerordentlich beeindruckend und besticht besonders durch die enorm hohe Bildschärfe, Tiefenstaffelung und dreidimensionale Wirkung sind sogar geradezu einmalig. Noch besser würden wir es aber finden, wenn man auch hier frei wählen könnte, welche dynamischen Bildoptimierer aktiv sind und welche nicht.
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