XXL-TEST: Samsung 65" QLED 4K TV Q90T (2020) - QLED-Oberklasse mit fantastischem Gesamtpaket?

Langsam kommt Schwung in den TV-Markt 2020. Die 2019er Modelle, die noch zu haben sind, dünnen sich aus, immer mehr neue TV-Geräte entern den Markt. Natürlich ist auch Samsung wieder vorn mit dabei, und für rund 2.700 EUR Marktpreis gibt es den 2020er Samsung QLED Ultra HD-TV Q90T, der mit High-Tech bis an den Rand gefüllt ist. Nur eine Baureihe namens Q95T rangiert bei den Ultra HD QLEDs noch höher.

Es handelt sich beim Q90T um einen Ultra HD-TV mit Direct Full Array LED Hintergrundbeleuchtung und einer sehr wirkungsvollen Antireflexionsbeschichtung für exzellente visuelle Darstellung auch bei Tageslicht. An Bord ist der AI Quantum Processor 4K mit integriertem 4K AI Upscaling (Rauschreduzierung, Nachschärfen) und mit Adaptive Picture (Anpassung an Umgebung und Helligkeit). Dank Ultra Viewing Angle, so verspricht Samsung, gibt es ein perfektes Bild von jeder Sitzposition aus. Nicht ganz so perfekt: Weder Dolby Vision noch Dolby Vision IQ werden unterstützt. Da bleibt Samsung sich unverständlicherweise weiter treu. 

Weiter besitzt der Oberklasse-TV das "Object Tracking Sound+" mit Up- und Down-Firing-Lautsprechern. Der Klang folgt den Bewegungen auf dem Bildschirm, soll besonders atmosphärisch und immersiv wirken, feine Nuancen werden besser herausgearbeitet. Hinzu kommt der "Active Voice Amplifier", ein gut arbeitender Dialogoptimierer für optimale Sprachverständlichkeit. In unseren Testreihen fiel das Soundsystem übrigens umgehend positiv auf. Wer daran denkt, trotzdem noch eine entsprechend kompatible Samsung-Soundbar dazu zu erwerben, der kann dann "Q Symphony" nutzen: Hier spielt das TV-Lautsprechersystem synchron mit dem der Soundbar zusammen, um noch mehr Authentizität in die Klangkulisse zu bringen. 

An Spiele-Liebhaber hat man bei Samsung ebenfalls gedacht, dank des Real Game Enhancer+: In schnellen Actionszenen können Unschärfen reduziert werden, in dunklen Szenen wird der Kontrast optimiert und der Sound soll sich an jede Szene des Spiels anpassen. AMD FreeSync reduziert Ruckeln und Screen Tearing, damit das Spiel möglichst flüssig bleibt.

Sonstige Features umfassen die kompakte und griffgünstige Samsung  Smart Remote, den praktischen Universal Guide, natürlich fehlt auch der Sprachassistenten-Support nicht. Eine Geräte-Übersicht (Kompatibilität vorausgesetzt) findet man im SmartThings Dashboard, der vor einiger Zeit eingeführte und immer weitere optimiere Ambient Mode integriert den TV optimal ins Wohnambiente.

Der Q90T kommt inklusive TV Entertainment Paket für 12 Monate zum Kunden. Darin enthalten sind: HD+, DAZN, Rakuten TV, Sky Ticket, Sportworld sowie waipu.tv

Verarbeitung

Schmaler Rahmen, zudem exzellent verarbeitet. Hier die Ecke oben

Und hier die Ecke unten

Das Display, nicht völlig rahmenfrei, aber wirklich extrem schmal, sowohl seitlich als auch oben und unten - das wirkt beinahe so, als gäbe es keinen Rahmen. 

Kritik auf hohem Niveau ist trotzdem fällig: Das Panel sitzt nicht absolut mittig im Gehäuse, links schließt das Panel bündig mit dem Gehäuserahmen, auf der rechten Seite und im oberen Bereich ist ein gleichmäßiges Spaltmaß von rund 1 mm sichtbar. Gut, bestimmt nicht eklatant, aber erwähnenswert.  

Standfuss aus Metall

Im Detail

Insgesamt bringt der Samsung ein unaufdringliches, elegantes Design mit mittigem Standfuß mit, der Standfuß ist aus Metall und schwarz lackiert.

Überall gleiche Bautiefe

Cleane Rückseite

Die Bautiefe über den gesamten Bereich identisch, aber bedingt durch die hinter dem eigentlichen Panel sitzende Direct LED-Hintergrundbeleuchtung fällt sie etwas tiefer aus. Durch die überall gleiche Bautiefe kann man den Q90T aber exzellent an der Wand befestigen, und auch, wenn er mitten im Raum steht, begeistert er durch die schicke, cleane Rückseite mit Oberfläche in gebürsteter Alu-Optik, wenn auch "in Wahrheit" bestehend aus Kunststoff. Das Fake ist aber richtig gut gelungen und dürfte keinen ernsthaft stören. 

Keine One Connect Box mehr, sondern direkt integrierte Anschlüsse (unter anderem 4 x HDMI)

CI+ Slot

Der Q90T hat keine One Connect Box, wie frühere Modelle. Vielmehr sind die Anschlüsse direkt integriert und es gibt keine Abdeckung, um diese zu kaschieren. Hier wurde offensichtlich der Rotstift angesetzt. 2020 bringen nur noch die Top-Serien Q950T (8K) und Q95T (4K) eine One Connect Box mit. Der Q90T kommt mit 4 HDMI-Eingängen, HDMI 3 mit eARC, HDMI 4 ist für Gaming/Spielekonsole gedacht. Der CI+ Slot mit beiliegendem Adapter arbeitsfähig.

Einrichtung

Installationsassistent

Einrichtung per App möglich

Der TV kann natürlich auch mit der Fernbedienung installiert werden

Der Samsung Q90T unterstützt den Anwender selbstverständlich bei der Einrichtung und dem Setup. Dies kann entweder direkt am TV mit der Fernbedienung oder per Smartphone unter Zuhilfenahme der Smart Things App erfolgen. Die App bietet sich insbesondere an, wenn man den Fernseher ins WLAN einbinden möchte. Schlichtweg deshalb, weil sich die Eingabe des Router-Passworts am Android- oder iOS-Gerät sehr einfach gestaltet. Es werden die üblichen Einstellungen vorgenommen, darüber hinaus kann man hier auch direkt festlegen, ob die AI-Funktionen für Bild, Ton, etc. genutzt werden sollen. Wir haben die Erstinstallation diesmal mit der App durchgeführt:

SmartThings App

Einloggen im Samsung Account

Gerät hinzufügen

Start

Standort und Raum auswählen

Schritt-für-Schritt-Anleitung

Der Q90T wurde direkt gefunden

Die Verbindung mit dem Smartphone wird automatisch hergestellt

 

WLAN-Passwort eingeben

Registrierung des TVs mit dem Samsung Account

Namen festlegen

Auswahl des Sprachassistenten, falls gewünscht

'

Möglichkeit der Datensicherung

Steuerbare Geräte können identifiziert werden

 

Intelligenten Modus verwenden

TV-Signal einrichten

Kanalsuche

   

Auswahl des entsprechenden Dienstes

Folgend kann eine Auswahl gewünschter Apps hinzugefügt werden

Verbindung des Spotify-Kontos mit dem TV

Die Ersteinrichtung ist abgeschlossen

Menü

Wie schon bekannt, sind die Menüs bei Samsung einfach verständlich. Vorab möchten wir die Screenshots des Video-EQs zeigen, nachfolgend die allgemeinen Einstellungen:

Weitere Parameter finden sich in den "Experteneinstellungen"

Nur vier Bildmodi, das reicht, so argumentiert Samsung

Experteneinstellungen - Teil 1

Experteneinstellungen - Teil 2. Rechts gibt es kurze erklärende Texte zur aktuell gewählten Option

Wer möchte, kann durchaus auch anspruchsvolle Justagen vornehmen

Die "Bildschärfe-Einstellungen"

Direkt aus dem Smart Hub 2020 kann man in die Bild-/Ton-Schnelleinstellungen kommen

Hier kann man z.B. den aktuellen Modus anpassen

Oder auch die Kontrastoptimierung einschalten

Der Samsung Q90T bietet ein relativ einfaches und komfortables Handling, wie wir es schon seit einigen Generationen von Samsung TVs gewohnt sind. Der Smart Hub 2020 legt sich direkt über den unteren Bereich des Bildschirms, so kann man aus dem gerade laufenden Inhalt heraus, ohne direkt in die kompletten Menüs zu gehen, Einstellungen, z.B. für Bild und Ton, vornehmen. Oder aber man nimmt einen nahtlosen Quellwechsel vor, auch dies ist einfach zu bewerkstelligen. 

Mit leichten optischen Änderungen präsentiert sich das OSD der allgemeinen Einstellungen quasi identisch zur Vorgänger-Generation. Auch das Reaktionsverhalten zeigt kaum Änderungen gegenüber den Modellen aus dem letzten Jahr. Der Samsung TV reagiert schnell und präzise, wie bei den meisten Konkurrenten fehlt noch ein Quäntchen zur sofortigen Umsetzung des Eingabebefehls. Dies gilt nur, wenn man schnell hintereinander mehrere Klicks durchführt, um schneller das gewünschte Ziel zu erreichen, in der Regel läuft die Bedienung verzögerungsfrei ab. Das Konzept des Smart Hubs gefällt uns weiterhin sehr gut, auch die zusätzlichen Thumbnails und Informationsleisten oberhalb der eigentlichen Hub-Leiste sowie die Möglichkeit der Individualisierung bieten Benefits in der Praxis. Auch der Universal Guide ist positiv zu erwähnen. Es folgen weitere Menü-Screenshots:

Smart Hub - Live TV

Samsung TV Plus

Samsung SportWorld

Netflix

Vorschläge unter "Läuft jetzt"

Vorschläge DAZN

Einstellungen - Allgemein

Toneinstellungen

Experteneinstellungen Ton

Einstellungen des "Intelligenten Modus"

Senderempfang

Unterstützung

Apps

Der Samsung punktet mit voller Ausstattung und hohem Bedienkomfort. Die Smart TV-Funktionen und die Apps, die verfügbar sind, fallen großzügig aus. Zudem sieht der QLED-TV edel aus und lässt sich optimal frei im Raum oder auch an der Wand befestigen.

Bild

Beginnen wir kurz mit den Bildfeldern und Modi. Verwendet man den intelligenten Modus, wird automatisch der Bildmodus "Adaptives Bild" gewählt und die Parameter abhängig von der Umgebung und der Helligkeit vom Samsung TV eingestellt. Dies gelingt gut, allerdings zieht der Algorithmus bei heller Umgebung die Bildhelligkeit, auch bei SDR-Material, recht kräftig an. Wem dies zuviel ist, der muss den intelligenten Modul nicht zwingend abschalten, sondern kann in den Experteneinstellungen weitere Justierungen vornehmen. Möchte man den verwendeten Bildmodus selbst auswählen, muss in den Einstellungen unter Allgemein und dem Punkt "Einstellungen des intelligenten Modus" der Unterpunkt "Adaptives Bild" deaktiviert werden. Folgende Bildmodi sind dann verfügbar: Dynamisch, Standard, Natürlich, Film. Das ist nicht wirklich viel, laut Samsung aber wird der Anwender so nicht überfordert und läuft nicht in Gefahr, einen nicht passenden Bildmodus auszuwählen. 

Wie üblich bietet der Film-Modus die natürlichste Farbgebung. Dieser sollte naber, um alle Details zu erhalten, eher in einer recht dunklen Umgebung verwendet werden. Für generellen TV-Genuß tagsüber lassen sich auch Natürlich und Standard gut verwenden, das recht lebendige Bild wirkt nicht unangenehm und ist auch nicht maßlos überschärft. Bei hochwertigem Material kann man die Schärfe dennoch etwas anpassen und leicht zurücknehmen. Bei Entertainment-Inhalten und während des Filmabends sollte man allerdings auf den Film-Modus zurückgreifen.

Wer tiefer eintauchen möchte, findet unter "Experteneinstellungen" im Bild-Menü die richtigen Werkzeuge. Die üblichen Verdächtigen lassen sich hier justieren, auch ein Weißabgleich und die Farbraumeinstellungen sind vorhanden. Die früher mit "Auto Motion Plus" bezeichnete Frame Interpolation steckt im Unterpunkt "Bildschärfe-Einstellungen". Wer komplett auf die Zwischenbildberechnung verzichten will, setzt diese Funktion komplett auf "aus". In der Einstellung "Benutzerdef." ist die Frame Interpolation aktiv und man kann selektive Änderungen bei folgenden Parametern vornehmen: Unschärfeminderung 0-10, Judder-Minderung 0-10, Rauschunterdrückung Auto/Aus. Außerdem kann man mit LED Clear Motion eine "Black Frame Insertion" zuschalten, um ein noch flüssigeres Bild zu realisieren.

Ultra HD Blu-ray, Mord im Orient Express, Kapitel 1, 2 + 7, Zwischenbildberechnung aktiv/inaktiv

Für maximale Farbauthentizität und Kontrolle haben wir uns bei der Ultra HD Blu-ray Wiedergabe für die Deaktivierung des intelligenten Modus und den Bildmodus Film entschieden. Die Farbtemperatur ist hier noch ein wenig stimmiger gegenüber der Adaption auf unsere Umgebung mit sehr geringem Umgebungslicht. Darüber hinaus deaktivieren wir zunächst die Frame Interpolation und unterziehen dem Samsung Fernseher mit dem ersten Kapitel der UHD Blu-ray einem Härtetest. Der Kameraschwenk, der auf die zahlreichen Menschen vor der Klagemauer, nach unten führt, offenbart sämtliche Schwächen der 24p-Wiedergabe. Wirklich Negatives gibt es hier aber nicht zu berichten. Der typische 24p-Judder ist sogar verhältnismäßig schwach ausgeprägt, die Objektkanten der spazierenden und betenden Menschen sind so stabil, wie sie es ohne zusätzliche Zwischenbildberechnung sein können.

Auch die Bewegungsschärfe ist auf hohem Niveau, an den Seitenwänden der Klagemauer kann man die Erosion des Steines auch während der Bewegung klar erkennen. Exzellent gefällt uns auch die gebotene Plastizität und die Staffelung der verschiedenen Bildebenen. Bei der Draufsicht kann möchte man die einzelnen Objekte beinahe greifen und fühlt sich ins Geschehen hinein versetzt. Gleich zu Beginn der Szene auch direkt ein Hinweis auf die HDR-Qualitäten und die hohe mögliche Helligkeit. Gleißend hell wirkt die Sonne und strahlt förmlich, überlagert aber andere Bereiche kaum und verschlingt keine Details.

Um die Frage nach der Performance der Zwischenbildberechnung bei UHD direkt abzuschließen, legen wir die Bildschärfe-Einstellungen auf "Auto" fest und sehen uns den Kameraschwenk sowie die folgenden Szenen erneut an. Die Frame Interpolation realisiert eine absolut gleichmäßige Kamerafahrt mit hoher Schärfe sowie ein sehr cleanes Bild. Die Nachbearbeitung kann sich jedoch nicht komplett vor uns verbergen und zeigt ganz minimale Kantenunsicherheiten an einigen der Protagonisten, auch beim schnell aufblitzenden Sonnenstrahl während des Kameraschwenks erkennen wir eine leichte Aura um das Objekt im Bild. Hier muss man allerdings sehr genau hinsehen und das Ergebnis liegt absolut auf Augenhöhe mit vergleichbaren Konkurrenz-Geräten. Der Film-Look bleibt weitgehend erhalten und wer hier in die eine oder andere Richtung noch weiter korrigieren möchte, also weniger Eingreifen des Post-Processings und mehr Authentizität oder etwas stärkeres Eingreifen und absolute Bildstabilität, kann dies im Modus "Benutzerdef." tun. Den Auto-Modus sehen wir definitiv am oberen Ende des möglichen Eingreifens, dennoch liefert er stets ein angenehmes und immer noch natürlich wirkendes Bild mit sehr wenig Artefakten.

Sowohl sehr helle als auch sehr dunkle Bereiche werden vom Samsung 65" TV exzellent durchzeichnet, hier machen sich die maximal erreichbaren Nit-Werte, aber auch die Full Array LED-Hintergrundbeleuchtung, klar bemerkbar. Wirklich beeindruckt sind wir von der überragenden Homogenität, die der Samsung Fernseher bietet. Sicher, es handelt sich um Full Array LED-Hintergrundbeleuchtung, aber auch diese will gekonnt sein. Und der Q90T ist hier wirklich tadellos aufgestellt. Hot Spots sind quasi überhaupt nicht sichtbar, die schwarzen Balken bei der Film-Wiedergabe sind auch wirklich schwarz und werden nur in den seltensten Fällen vom Bildgeschehen beeinflusst und auch generell erscheint der Schwarzwert wirklich tief und satt. Die schlägt sich alles in einer exzellenten Darstellung und Herausarbeitung von feinen Details nieder. Dies gilt sowohl für sehr helle als auch für sehr dunkle Bereiche, z.B. die schwarzen Roben der betenden Menschen oder auch dem Nadelstreifenzug des Detektivs.

Auch die anspruchsvolle Schwarz-/Weiß-Szene gelingt dem Samsung außerordentlich gut, nur geringfügig ist Rauschen sichtbar. Der gute Schwarzwert und die sehr guten Kontrasteigenschaften beweist der Samsung TV erneut in Kapitel 7 während des Schneesturms, die feinen Schneeflocken werden gut herausgearbeitet und bleiben sauber innerhalb ihres definierten Bereiches. Detail- und Kantenschärfe ist ebenfalls zu keinem Zeitpunkt zu beanstanden. Gestochen scharf, aber nicht überbordend und sehr natürlich wirkt das Gesamtgeschehen. Bezüglich der ausgezeichneten Blickwinkelstabilität hat Samsung auch nicht zuviel versprochen, selbst bei extremem Winkel bleibt sowohl die Helligkeitsperformance als auch die gute Farbneutralität erhalten.

Blu-ray Disc, Skyfall, Kapitel 1, Film-Modus, Zwischenbildberechnung aktiv/inaktiv

Der Q90T muss natürlich auch seine Upscaling-Qualitäten sowie die aufwändigen Prozesse bei erhöhtem Rechenaufwand unter Beweis stellen. Als Beispiel dient uns der 23. Bond-Titel und dritter Auftritt von Daniel Craig: Skyfall. Für eine originalgetreue Wiedergabe mit echtem Kino-Look deaktivieren wir auch hier das "Adaptive Bild" und verwenden den ab Werk sehr gut voreingestellten Film-Modus. Natürlich profitiert auch hier der visuelle Eindruck von der exzellenten und beinahe absolut homogenen Helligkeitsverteilung, auch hier bleiben helle Objekte vor dunklem Hintergrund ihren Objektkanten absolut treu und Halos bleiben aus. Das Bild wirkt macht einen sehr angenehmen Eindruck und wirkt nicht überschärft, aus dem FullHD-Material werden aber sehr viele feine Details und Facetten herausgeholt. In Bonds Gesicht zeigen sich die Züge klar und auch in der dunkleren Umgebung des ersten Kapitels, im Flur zu Beginn, noch bevor 007 die Verfolgungsjagd startet, wird das Bild sauber durchzeichnet. Auch bei den hellen Aufnahmen arbeitet das Upscaling exzellent und liefert ein durchweg artefaktefreies, stabiles Bild. Selbst bei schnellen Bewegungen während der Schießerei auf dem Marktplatz ist das Bild ruhig und angenehm, trotz der kleinen umherfliegenden Objekte, wie z.B. die Gewürzkörner, die aus der Kiste fliegen, als Bond in Deckung geht.

Hervorragend gelingt auch die Bewegungsschärfe und Bewegungen im Allgemeinen. Ohne Zwischenbildberechnung wirkt die Wiedergabe in den schnellen Szenen flüssig. Natürlich merkt man den 24p-Judder, der aber nur vereinzelt stärker auffällt und nicht, z.B. durch instabile Kanten, störend wirkt.   Die Farbgebung wirkt ebenfalls sehr kino-gerecht und nicht zu intensiv, ebensowenig zu zurückhaltend, wie es manchmal beim rec.709-Farbraum bei der Wiedergabe auf einem HDR-fähigen Ultra HD TV der Fall sein kann. Bei der Zuschaltung der Frame Interpolation macht sich der gegenüber der nativen UHD-Wiedergabe erhöhte Rechenaufwand, bedingt durch das Scaling, schon bemerkbar. Bei der Einstellung "Auto" können wir hier, insbesondere bei der Verfolgungsjagd, z.B. als Bond und sein Gegenspieler mit dem Motorrad auf dem Dach fahren, instabile Objektanten und leichte Artefaktebildung beobachten. Auch wirkt der Look des Films nicht mehr absolut authentisch, die typische Seifenoper-Optik ist etwas deutlicher nachvollziehbar. Verzagen sollte man aber nicht, denn dank der Einstellung "Benutzerdefiniert" kann man hier seine eigene goldene Mitte finden. Die Unschärfeminderung können wir bedenkenlos auf dem Wert 10 (Maximum) belassen, die Judder-Minderung sollte man aber zurücknehmen. Wir sehen z.B. den Wert 3 als exzellenten Mittelweg. Der Film-Look bleibt beinahe vollständig erhalten, die Bewegungen wirken deutlich gleichmäßiger und ruckelfrei und die Artefakte halten sich auch stark in Grenzen. Bei schnellem Kampfgeschehen wird das geschulte Auge hier immer noch Mali entdecken, insgesamt arbeitet die Zwischenbildberechnung auf hohem Niveau und die individuelle Justiermöglichkeit bietet einen klaren praktischen Mehrwert.

Tuner 720p HD / 1080i, Nachrichten- und Kochsendungen, Talk-Shows, Sport

Wir können dem Q90T attestieren, dass auch die Tuner-Einheit auf einem hohen Niveau operiert. Zu loben ist zunächst der sehr solide Bildstand, der zu einem beträchtlichen Teil verantwortlich ist für die absolut ruhige, angenehme Darstellung. Es ist keine Artefaktebildung bei schnellen Bewegungen zu beobachten. Richtig gut gefällt uns auch die hohe, aber nicht zu extreme Schärfe. Die Detailarbeit, die der Q90T leistet, passt perfekt zu den Eindrücken. Eine feine Detaillierung von Gesichtszügen, die Nähte an der Kleidung oder die Struktur einer Wand im Hintergrund werden hervorragend präsentiert.

Wir erkennen ausnahmslos klare, glatte Kanten, keine Treppenstufenmuster - der verbaute Prozessor agiert extrem gut und produziert auch kaum Rauschen, das vom Hochskalieren herrührt. Die Zwischenbildberechnung macht eine gute Figur, sie zeigt sehr gleichmäßige Bewegungen ohne Artefaktebildung, ruhig und stabil; auch bei schnelleren Szenen und Sport ist dies zu beobachten. Die lebendige Farbgebung mit dynamischen, aber nicht überzogenen Farben sowie die sehr gute Durchzeichnung auch in dunklen Bereichen sind weitere Aspekte der Leistungsfähigkeit des Q90T.

Zu den schon für Samsung QLEDs traditionellen Vorzügen gehört auch die hervorragende Plastizität. Die verschiedene Bildebenen werden sauber differenziert, das Bild wirkt klar gestaffelt, auch in den hinteren Bildebenen. Kleine Kritik: Die relativ langen Umschaltzeiten im Vergleich zu Tunern der Konkurrenz, aber auch aus eigenem Hause, z.B. Samsung Q950R.

Klang

Prima ist die generell hohe Sprachverständlichkeit. Zudem sind hohe Lautstärken möglich, damit ist der Q90T auch für größere Räume problemlos geeignet. Auch bei gehobenem Pegel bleibt die Sprache angenehm und sauber. Nicht nur bei Stimmen, auch sonst erweist sich das Lautsprechersystem als recht pegelfest und souverän bis zu hohem Pegel. Der Klang löst sich überraschend gut von den Lautsprechern und bietet eine gute Räumlichkeit

Im Film-Betrieb setzen anspruchsvolle Entertainment-Fans auf zusätzliche Lautsprecher oder zumindest eine Soundbar, dennoch liefert der Samsung TV eine sehr angenehme und natürliche Bühne mit durchaus solider Kraftentfaltung bei Action-lastigeren Inhalten. Er schafft es auch stets, verschiedene parallele Handlungsebenen sauber zu differenzieren. Nie vergisst er, Stimmen tadellos einzuarbeiten. Sie sind gut verständlich, zugleich aber nie zu weit im Vordergrund. 

Die Object Tracking Sound+ Funktionalität kann durchaus nachvollzogen werden, gezielte Objekte, die sich durchs Bild bewegen, kann man auch akustisch mitverfolgen; auch bei Dialogen ergeben sich Benefits, so wirken die Stimmen direkter beim jeweiligen Sprecher und lassen sich klarer zuordnen. Selbst Musik kann man übers Soundsystem des Q90T hören. Das liegt auch daran, dass er einen aufgeräumten und überraschend klaren Hochtonbereich aufweist. 

Insgesamt hält das Lautsprechersystem erfreulicherweise, was der Hersteller verspricht - den nächsten "Daumen hoch" für den Q90T und ein weiterer Beweis für die enorme Ausgewogenheit auf höchstem Niveau. Nach einer hervorragenden visuellen Leistung bringt es der Q90T auch akustisch auf den Punkt. 

Konkurrenzvergleich

Samsung Q950T (2019): Für knapp 3.000 EUR gibt es den Q950T 8K-TV aus dem Modelljahr 2019. Nach wie vor ein exzellenter Fernseher, der bei uns als Referenzgerät in der Redaktion zudem äußerst problemlos und zuverlässig allen Aufgaben nachgeht. Also ein moderater Mehrpreis und demnach auch ein großer Konkurrent aus eigenem Hause. Für den 2020er 4K TV spricht die nochmals homogenere Helligkeitsverteilung. Schon die 2019er Generation aller Samsung TVs mit Full Array LED Backlight, egal ob Ultra HD oder 8K, war hier sehr gut - 2020 legen die Südkoreaner nochmals eine Schippe drauf. Der Q90T trumpft groß auf und legt hier auch für die gesammelte LCD/Full Array LED Backlight Konkurrenz die Messlatte hoch. Was das Upscaling angeht, hat der Q950T (2019) natürlich nochmals mehr zu leisten, denn er muss FullHD Inhalte oder auch 720p Inhalte auf 8K hochrechnen, und Ultra HD/4K Material muss ebenfalls hochgerechnet werden. Der Q950T leistet sich hier keinen Fauxpas und muss sich hinter dem 4K-TV Q90T (2020) nicht verstecken. Besser als beim Q950T eingebauten Boxen schlugen sich im damaligen Test gut, aber der Q90T liefert hier eine richtige Top-Leistung ab. 

Sony XH95: Gut, getestet haben wir ihn in 55 Zoll, aber das 2020er LCD-Topmodell mit Full Array LED Backlight gibt es natürlich auch in 65 Zoll. Preispunkt: rund 1.950 EUR und somit deutlich preiswerter als der Q90T. Trotzdem, so denken wir, ist der Samsung den recht deutlichen Mehrpreis Wert. Vor allem ist der Samsung noch heller, überzeugt aber zugleich im abgedunkelten Raum noch mehr. Die Homogenität bezüglich der Helligkeitsverteilung ist noch besser, und der absolute Schwarzwert liegt beim Samsung noch tiefer. Der Sony unterstützt Dolby Vision (aber nicht das neue Dolby Vision IQ), aber kein HDR10+ (das unterstützt wiederum der Samsung). Beide TVs haben richtig gute Soundsysteme, das vom Q90T offeriert noch etwas mehr Räumlichkeit. Apple AirPlay 2 und leistungsstarke Prozessoren gibt es ebenfalls in beiden Ultra HD-TVs. 

Fazit

Viele Stärken, nahezu keine Schwächen - so lautet das verkürzte Fazit zum Q90T. Das homogene Bild, scharf und plastisch, mit einer tadellosen Helligkeitsverteilung, die lebendigen, facettenreichen Farben, der leistungsstarke Quantum Prozessor und der bärenstark auftretende DVB-S2 Tuner sichern dem optisch schicken Samsung QLED eine exzellente erste Bewertung. Eine echte Überraschung stellt auch die dynamische und räumlich tadellos darstellende Akustik dar.

So bezahlt man für den Q90T zwar einen recht heftigen Preis, vor allem, wenn man bedenkt, dass es bereits für 600 EUR 65 Zoll Ultra HD-TVs gibt. Außer der Bilddiagonale und der nativen Panelauflösung haben derartige Modelle mit dem Q90T aber nichts gemein.

Die exzellente Helligkeitsverteilung, die enorme maximale Helligkeit, die überragende HDR-Wiedergabe und die enorme Plastizität sorgen dafür, dass mit dem Q90T auch anspruchsvollste Bildliebhaber glücklich werden. Nachteile: Keine Unterstützung von Dolby Vision, der Filmmaker Mode ist zudem nicht an Bord. Das verhindert aber nicht, dass wir den Q90T nur wärmstens empfehlen können.

Durch die Bank erstklassiger QLED Ultra HD-TV mit plastischem, homogenen Bild und einer starken Akustik

QLED/LCD-TVs Oberklasse
Test 13. Juli 2020

Test: Philipp Kind, Carsten Rampacher
Datum: 13. Juli 2020

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