XXL-TEST: Dali K-60 LP, Phantom IW SUB S-100 mit Endstufe Phantom CI AMP-2500 DSP plus NAD M10v2
Klangeindrücke
Nach einer ersten Einschätzung ist dies eine Lösung für kleinere bis mittelgroße Wohnzimmer, beispielsweise anstatt einer Soundbar. In kleineren Lokalitäten steht eine erstaunlich hohe Performance zur Verfügung. Diese setzt sich zusammen aus einer enormen Räumlichkeit, einer tollen Staffelung der Instrumente, einer bilanzierend erstaunlich dichte Atmosphäre und aus einem brillanten Zusammenspiel zwischen Subwoofer und Lautsprechern, trotz absichtlich nicht perfektem räumlichem Aufbau (Subs stehen in den hinteren Ecken des Raumes).
Gehen wir jetzt auf die Klangeindrücke detalliert ein.
Die beiden K-60 LP realisieren bei einem langsamen Stück von Agnes Obel eine erstaunlich dichte, weitläufige Kulisse. Die Streichinstrumente gelingen sehr natürlich, klar und überraschend detailliert und auch die markante Stimme der dänischen Singer-Songwriterin wird von den K-60 LP sehr authentisch präsentiert. Wir wollen es kaum wahrhaben, welche Qualität hier von einem derart kompakten Lautsprecher geboten wird. Im Custom Installer-Bereich fällt uns aktuell kein Gegenspieler ein, der mit diesem flachen Profil und in dieser Größe mithalten kann.
Sicher muss man festhalten, dass ab einer bestimmten Raumgröße die Komponenten ihr Limit erreichen. Dali setzt hier auf einen Kalotten-Hochtöner, der ab einer bestimmten Lautstärke zu komprimieren beginnt. Bis 25qm kann man aber problemlos auch laut hören und erhält dann eine Qualität, die in diesem Bereich seinesgleichen sucht. "Riverside" von der gleichen Interpretin entlockt uns zweifellos Emotionen und sorgt für Gänsehaut. Ein besonderes Merkmal ist, wie nahezu perfekt sich der Klang von den Lautsprechern löst. Trotz der kompakten Abmessungen schaffen die K-60 LP eine breite, sehr räumlich ausgeprägte Kulisse mit dichter Atmosphäre. Als sich die Pianoklänge hinzugesellen, geben sich die Lautsprecher keine Blöße. Die Anschlagdynamik wird solide erfasst und auch die Klangtemperatur des Tasteninstrumentes gelingt.
Wir wechseln das Genre und werden mit der Dave Matthews Band und #41 etwas spritziger. Auch hier wird eine sauber strukturierte und klar definierte Bühne geboten. Die Stimme löst sich noch etwas besser als die Instrumente und steht absolut zentral, insgesamt wird eine ausgezeichnete Differenzierung geboten. Das gilt für die gesamte Kulisse. Das Hi-Hat und weitere Percussionelemente geraten nicht in den Hintergrund, sondern werden durchweg berücksichtigt. Auch, wenn das Geschehen etwas komplexer wird.
Ein Aspekt, der bislang etwas außen vor blieb, ist der Bassbereich. Das hat allerdings guten Grund, denn in den bisheren Klangbeispielen waren die zwei Subwoofer IS-100 nicht zu hören. Nicht zu hören im positiven Sinne, denn zweifellos haben sie kraftvoll im Bassbereich unterstützt, traten aber nicht als eigene Komponenten in Erscheinung. Jetzt beim basslastigeren elektronischen Genre wird jedem klar, dass diese Kraft und dieser Nachdruck nicht von den flachen K-60 LP kommen kann. Die beiden S-100 in Kombination mit der passenden Endstufe bieten hier einen satten, aber stets völlig kontrollierten und sauberen Tiefton.
Die 10-Zoll Woofer bieten eine herausragende Geschwindigkeit und Impulstreue. Absichtlich haben wir sie in den hinteren Ecken des Raumes, einige Meter von den K-60 LP platziert. Eigentlich ein völliges No-Go, aber: es funktioniert. Das hätten wir so in keinem Fall erwartet. Der Bassbereich schließt sich absolut nahtlos an. Es ist, als würden die kraftvollen Kickbässe aus den kleinen Fronts kommen, so harmonisch arbeiten die Komponenten zusammen. Wenn wir uns in den hinteren Bereich des Raumes bewegen, hören wir erfreulicherweise auch kein Dröhnen. Nur wenn man ganz nah in die Ecke geht, kann man das ein wenig nachvollziehen. Insgesamt aber ist es schlichtweg erstaunlich, wie geschlossen die Klangkulisse selbst bei diesem Setup klingt.
Der absolut trockene Kickbass ab rund 7 Minuten wird von uns als hart und nachdrücklich wahrgenommen. Die tiefsten Regionen erreicht man nicht ganz, aber dennoch ist die Performance dieser vergleichsweise kleinen Subs enorm. Die Dali-eigene Endstufen liefert Leistung satt und zeigt sich bei unserem Setup in keiner Weise auch nur geringfügig überfordert. Dadurch, so mutmaßen wir, kann man mit diesem hocheffizienten Kraftpaket auch problemlos richtig "Druck" im dedizierten Heimkino machen. Das Paket Subwoofer-Endstufe ist zwar kostspielig, aber man kann mittels der Endstufe bis zu vier der passiven Bässe ansteuern, und die Kraft, die zur Verfügung steht, ist wahrhaft enorm.
Effekte werden vom Ensemble im Übrigen ebenfalls exzellent platziert. Direktionale Klangelemente kann man hervorragend nachvollziehen und so wirkt die räumlich offene und transparente Bühne noch glaubwürdiger. Bei Sleep Talk hüllt uns der atmosphärische Sound besonders immersiv ein. Die Klangkulisse ist dicht und bietet eine Substanz, die wir den kompakten Komponenten kaum zugetraut hätten. Hier kann man den Pegel auch ruhig etwas höher anlegen, ohne dass die K-60 LP verzerren. Gesagt, getan und trotzdem können wir den S-100 Subwoofern keine Fehler entlocken. Blitzschnell sind sie jederzeit sofort da und liefern nicht nur nachdrückliche Kicks, sondern auch ein tolles Fundament. Wieder erscheint das Zusammenspiel der Lautsprecher und Subs ohne Lücken, als wäre der Klang aus einem Guss.
Bei "Way Down Deep" von Jennifer Warnes merkt man zwar, dass es in den tiefsten Regionen an ein paar dB mangelt, dennoch bietet das Ensemble eine sehr authentische und natürlich wirkende Darstellung. Die Percussionelemente sind tadellos im Raum platziert und wieder sind die Bässe knochentrocken und schlichtweg augenblicklich da. Wirklich überdurchschnittlich gut ist die Stimmwiedergabe der US-amerikanischen Sängerin. Die Stimme löst sich nicht nur perfekt von den Lautsprechern und steht völlig zentral, sondern wird auch in ihren Eigenheiten gut erfasst. Der Background-Gesang wird lokal ebenfalls sehr gut platziert und auch die übrige Bühnenstaffelung gelingt mit hoher Präzision. Selbst Feinheiten werden gut erfasst und in die Kulisse eingebettet. Die einsetzenden Streichinstrumente ab Minute 4 lassen auch etwas Feindynamik erkennen und integrieren sich völlig harmonisch ins Gesamtbild.
Geht man nicht absolut in die Vollen bezüglich des Pegels, schaffen es auch die harten, in verschiedenen Tiefenebenen stattfindenden Bässe von "Undisclosed Desires" von Muse nicht, die Kombination aus K-60 LP und S-100 aus der Ruhe zu bringen. Wir erwähnen nochmal: sicher ist das Setup - wegen der K-60LS - nicht geeignet für größere Wohnzimmer ab 30 m2 und absolute Pegel-Enthusiasten. Was hier aber von Komponenten geboten wird, die man praktisch fast vollständig verschwinden lassen kann, ist schon mehr als erstaunlich. Die Alternative hierzu wäre vielleicht eine Soundbar oder sehr kompakte Regallautsprecher.
Diese akustische Qualität wird man damit aber nicht annähernd erreichen. Die Weitläufigkeit und Transparenz der Bühne, die tadellose Effektplatzierung, die charakteristische Stimmwiedergabe, die blitzschnellen und für ihre Größe durchaus nachdrücklich agierenden Woofer, die Loslösung des Klanggeschehens von den Lautsprechern und besonders das absolut harmonische Zusammenspiel der Komponenten wird selbst anspruchsvolle audiophile Hörer erstaunen und ist mit einer Soundbar in dieser Form schlicht nicht zu erreichen.
Fazit K-60LP

Der K-60 LP bietet für seinen Preis und in dieser Kategorie mit diesem flachen Profil eine überdurchschnittlich hohe Performance. Hier kann die Konkurrenz schwer mithalten. Er lässt sich ausgezeichnet als Einzellautsprecher in kleineren Räumen einsetzen, aber natürlich auch hervorragend als Rear- oder Atmos-Speaker in größeren Setups).
Erstklassiger, hoch flexibler Einbaulautsprecher zum fairen Kaufpreis

Einbaulautsprecher bis 500 EUR/Stück
Test 28. September 2023
Fazit Dali Phantom IW SUB S-100 plus passende Endstufe CI AMP-2500 DSP

Der Subwoofer ist zwar nicht günstig, die Endstufen auch nicht, dafür aber sind beide Komponenten hochperformant. Besonders die hohe Geschwindigkeit und Impulstreue sorgt dafür, dass er nicht nur mit der K-60 LP, sondern auch mit Oberklasse-Einbaulautsprechern von Dali perfekt harmonieren kann. Er bietet auch ordentlich Kraft und Nachdruck als 10-Zöller, in größeren Räumen sollte man aber schon über den Einsatz von mehreren Subs nachdenken. Das wiederum ist gar kein Problem, denn bis zu vier der blitzschnellen passiven Bässe lassen sich mittels der exzellenten, äußerst pegelfreudig auftretenden Endstufe ansteuern. Durch die atypische Installation in den Ecken kann hier auch noch ein paar dB herausholen, ohne dass man mit eklatanten negativen Aspekten zu rechnen hat. Die Referenz gibt es, weil der Preis zwar wirklich extrem hoch liegt - aber die Endstufe bis zu vier der passiven Bässe betreiben kann.
Extrem kompakt bauender, leistungsstarker Einbausubwoofer und eine digitale Endstufe der Spitzenklasse

Einbau-Subwoofer mit passender Endstufe
Test 28. September 2023
Test: Philipp Kind, Carsten Rampacher
Fotos: Philipp Kind
Datum: 28. September 2023
Tags: Dali • Einbaulautsprecher • Einbausubwoofer • Lautsprecher • NAD • Phantom • Streaming-Verstärker • Subwoofer












