XXL-TEST: beyerdynamic Aventho 300 - der neue Champion der Bluetooth-Over-Ear-Kopfhörer mit ANC?

Klang in der Praxis

Nun wenden wir uns dem Klang in der Praxis zu und hören verschiedene Musikstücke in Dolby Atmos sowie Musik und ein Hörbuch in klassischem Stereo.

Dolby Atmos - Tracks von Apple Music

Beyerdynamic Aventho 300 9

Wie klingt der Aventho 300?

Wichtig: Dolby Atmos und Dolby Head Tracking müssen in der App aktiviert werden!

John Williams, Imperial March, Wiener Philharmoniker: Hier bietet der Aventho 300 von der ersten Sekunde an ein immersives Klanggefühl, das eine Räumlichkeit offenbart, die für einen Over-Ear-Kopfhörer als außergewöhnlich einzustufen ist. Die dynamischen Differenzen kommen zudem hervorragend zum Ausdruck. Die akustisch kultivierte, zugleich sehr lebendige Auslegung und das überragend funktionierende Dolby Head Tracking sind weitere Pluspunkte des Over-Ear-Kopfhörers aus Heilbronn. Die einzelnen Instrumentengruppen lassen sich immer ausgezeichnet unterscheiden, und der kräftige, raumfüllende, zugleich exakte Bass befindet sich auf hohem Niveau.

West Side Story, Leonard Bernstein, u.a. mit José Carreras, 5. Maria: Hier haben wir eigentlich kein Stück, von dem wir uns viel bei der Wiedergabe mittels Dolby Atmos versprechen. Doch wir irren uns - auch wenn es hier keine enorm zahlreichen Effekte gibt, so wirkt das Gebotene außerordentlich räumlich, und grundsätzlich herrscht eine enorme atmosphärische Dichte vor, die wir von einer konventionellen Wiedergabe nicht kennen. Dass die Stimmen trotzdem fein gezeichnete vokale Konturen aufweisen und die Instrumente sehr filigran abgebildet werden, beweist uns, dass der Aventho 300 sein Handwerk beherrscht.

Um herauszufinden, was der Aventho 300 an immersivem Sound maximal aufbieten kann, haben wir uns für "Silence" (Instrumental) von Brian Eno entschieden. Und hier schafft der Kopfhörer ein so weites, so dichtes und so umfassendes Klangpanorama, dass wir rundherum begeistert sind. Sehr nuanciert,  sehr präzise wird der Hörer hier mit Effekten umgeben, die weit in die Tiefe akustischer Klangstrukturen reichen. Selten war es uns möglich, räumliche Ebenen bei einem Kopfhörer so gut unterscheiden zu können. 

Ebenfalls in der Dolby Atmos Abmischung hören wir uns den Klassiker "Live ant Let die" (Paul McCartney & Wings) an. Klar, bei diesem eigentlich alten Track aus den 70er Jahren darf man nicht das immersive Vermögen neuer Aufnahmen erwarten. Aber es ist erstaunlich, wie hoch das Maß an neu hinzugekommener Räumlichkeit in Tiefe und Weite ist. Und wir wissen - eine echte Offenbarung ist dieser Titel nicht hinsichtlich der gebotenen Qualität. Daraus können wir folgern, dass der Aventho 300 mit seiner gekonnten, sauberen klanglichen Auslegung viel zum Hörspaß beiträgt. Er erweist sich zudem wieder als bassstark und pegelfest. 

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Dolby Atmos-Titel von TIDAL

Beyerdynamic Aventho 300 17

Hier verbergen sich STELLAR.45 Treiber, die mit für den exzellenten Sound des Aventho 300 verantwortlich sind

Hier starten wir mit "Finally" (Swedish House Mafia & Alicia Keys) und sind gleich von Beginn an von der enormen Weitläufigkeit angetan. Man denkt, man befindet sich in einer dreidimensionalen virtuellen Umgebung, und das oft für Kopfhörer typische Drückende, Enge ist praktisch gar nicht vorhanden. Der harte Bass wird sauber getroffen, und die Vocals haben stets eine klar erkennbare Struktur. Man merkt, dass sich sämtliche akustischen Elemente sozusagen "frei bewegen" können, sich entfalten und dafür für ein wirklich intensives Hörgefühl sorgen.

Nun hören wir von John Williams "The Rise Of Skywalker" - auch hier, beim eher verhaltenen Auftakt, zeigt sich wieder, dass ein hervorragender, für Atmos ausgelegter Kopfhörer auch bei subtilen Nuancen ein durchweg hervorragendes Klangerlebnis sichern kann. Natürlich muss man diese Art, zu hören, mögen. Es ist anders als das Wiedergaben von Stücken, die konventionell in Stereo vorliegen. Manchen mag es beinahe zu viel sein, wir aber schätzen diese umfassende Art, zu hören, defintiv. Der Aufbau des Titels kommt auch in Details sauber heraus, die dynamischen Differenzen werden impulstreu, unvermittelt und umfassend umgesetzt. Kleine musikalische Details kommen ausgezeichnet zum Ausdruck. 

"Living On A Prayer" in Dolby Atmos: Kann das beim Bon Jovi-Charthit der 80er Jahre gut gehen? Direkt zu Beginn, beim noch subtilen Aufbau, werden Effekte geschickt aufpoliert, sodass hier der Eindruck perliger Räumlichkeit entsteht. Beim Titel an sich merkt man wenig von Immersivität. Der Aventho 300 bietet zwar erneut eine solide Leistung mit straffem, kraftvollem Bass und einer tadellosen Stimmwiedergabe, aber echte Boni durch die Atmos-Abmischung sind hier unseren Eindrücken nach kaum vorhanden.

"No Time To Die" von Billie Eilish hingegen versprüht von der ersten Sekunde an dichten räumlichen Charme, aber verbunden mit sehr hoher Detailtreue, wie das Klavier, das präsentiert wird, unter Beweis stellt. Billies Stimme wirkt zerbrechlich, von Emotionen erfüllt, diese Charakteristik arbeitet unser Testkandidat exzellent heraus. Der sehr massive Bassbereich kann bei diesem Titel etwas zurückgeregelt werden, denn das Gebotene dürfte manchem Hörer zuviel des Guten sein. Die akustische Wirkung, frei und ohne hörbare klangliche Grenzen, kann allerdings ein weiteres Mal begeistern.

Stereo-Titel von Spotify

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Sehr gut auch bei herkömmlichen Stereo-Titeln

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Auch Songs in klassischem Stereo haben wir uns natürlich angehört, und zwar bei deaktiviertem EQ. 

Wir starten mit der Cover-Version des Depeche Mode-Klassikers "Enjoy The Silence" von Alle Farben, Maurice Lessing und RELOVA. Hier macht sich die kraftvolle, zugleich aber angenehme Auslegung des Aventho 300 von Anfang an bemerkbar - man befindet sich auch ohne die unterstützend-immersive Wirkung eines in Atmos vorliegenden Titels sofort mitten im akustischen Geschehen. Impulstreu werden die elektronischen Effekte dargeboten, und die vokalen Elemente sind sauber aufgebaut. 

"West End Girls" von den pet Shop Boys hören wir in einer technisch guten 2023er Remaster-Version. Und schon direkt zu Beginn an holt uns der beyerdynamic Kopfhörer voll ab. Er beeindruckt mit einem exakten, lebendigen, homogenen Sound und einer hervorragenden Stimmwiedergabe. Die gesamte Darbietung besitzt auch bei normalem Stereomaterial eine enorm plastische Entfaltiung, und die einzlenen Klangelemente greifen nahtlos ineinander, was zu einem klaren, zugleich geschlossenen Klangeindruck führt. 

Jonas Kaufmann singt nun die legendäre Arie "Nessun Dorma" aus Puccinis Turandot. Obwohl es sich um keinen HiRes-Stream handelt, beeindruckt uns der Aventho 300 mit einer einwandfreien Detaillierung und einer feinfühligen Stiommwiedergabe. Um Jonas' Stimme gruppieren sich mit genau passender Gewichtung die Instrumente, sodass insgesamt ein sehr kultivierter, zugleich lebendiger Klangeindruck entsteht, in dem auch der Chorgesang erstklassig berücksichtigt wird. 

Wir beenden unsere Spotify-Testreihen mit der "Nothing Else Matters" Version aus dem Film "Jungle Cruise". Merkmale dieses imposanten Stückes sind der enorme Dynamikumfang und die massiven Dynamiksprünge. Der Track beginnt recht gemäßigt, es entwickelt sich ein weiter ansteigendes, sehr dreidimensionales Klangpanorama weiter, in das sich immer mehr akustische Effekte und Bestandteile mischen. Der Aventho 300 schafft es, die gesamten einzelnen Bestandteile sorgfältig, zugleich impulstreu aufzunehmen und daraus ein harmonisches Ganzes zu formen, das aber in keiner Weise die teils überbordende Dynamik abschwächt. Im Gegenteil, bei den Dynamiksprüngen ist der Kopfhörer stets bereit und managt diese vortrefflich.

Hörbuch/Apple Books

Anna Johannsen, Enna Anderson und die verlorene Zeit, gelesen vorgelesen von Heike Warmuth: Sehr charismatisch wird die Stimme der Lesenden dargestellt, der Klang ist gleichermaßen präzise wie angenehm. Man kann den EQ einfach auslassen oder aber auf "Sprache" gehen, um eine tadellose Wiedergabe zu erzielen. 

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Auf der letzten Seite kommen Konkurrenzvergleich und Fazit. 

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