XXL-TEST: Apple HomePod Mini - Talentierter Smart Speaker mit gutem Draht ins Apple-Universum

Klangeindruck

Stereo-Setup

Der HomePod mini ist ein kleiner Lautsprecher und das hört man auch. Wer nach Tiefgang sucht, muss mit Abstrichen leben. Der Mitteltonbereich ist klar und detailreich abgebildet, während der Hochtonbereich hörbar abfällt. Wenn die Lautstärke erhöht wird, verringert sich ab ca. 80% die Dynamik der Stücke und es wird komprimiert. Generell ist die maximale Lautstärke ordentlich - bezogen auf die Größe. Ein Stereopaar kommt aber bereits bei einem ca. 25 qm großen Raum an seine Grenzen. Für Partys reichen also zwei Lautsprecher nicht aus.

Im folgenden haben wir grundsätzlich das Stereopärchen betrachtet, weil die Qualität von einem einzelnen Lautsprecher mit Monoklang immer darunter lag. In den Optionen des Lautsprechers (erreichbar über die „Home“ App) kann man den Bass reduzieren. Davon raten wir explizit ab. Der HomePod mini erreicht damit zwar höhere Pegel, aber er baut noch mehr in der Basswiedergabe ab.

Wir nehmen in unseren Testparcours dieselben Stücke unter die Lupe, wie bei unserem Kopfhörervergleich.

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The Killers - A Dustland Fairytale

Indie-Popmusik zu Beginn, was vermutlich nah am Easy Listening ist, und damit einer Musikrichtung, welche die HomePods mini im Alltag öfters abspielen dürften. Das liegt den smarten Lautsprechern, die hier eine starke Betonung auf die Mitten legen. Das ist beachtenswert, da das Stück ohnehin wenige Höhen und Bässe hat. Die Stimme tritt stark in den Vordergrund und alle Instrumente rücken in den Hintergrund. Bei der Nutzung als Stereopaar klingt das Ergebnis klar besser, aber es baut sich nur eine kleine Bühne auf.

Muse - Uprising

Weiter in Richtung Elektro-Poprock. Hier treten die Höhen, die das Stück hat, schon deutlicher in den Vordergrund, bei gleichzeitiger sehr angenehmer Stimmherausgabe. Hier klingen die HomePods einfach stimmig. Computational Audio sorgt dafür, dass leichte Schwächen in der Abstimmung aufgehübscht werden und ein Klang wie aus einem Guss entsteht, ohne zu nerven. Der Kickbass kann auch noch ohne weiteres wiedergegeben werden. Insgesamt eine gelungene Darbietung der kleinen Lautsprecher. Auch im Monobetrieb kommt gute Stimmung auf, aber Stereo ist in jedem Fall zu empfehlen.

Daft Punk - Solar Sailor (Tron: Legacy)

Doch schauen wir was im Heimkinobereich möglich ist, denn die HomePod mini können auch mit einem Apple TV verbunden werden, um dort sogar Dolby-Atmos-Klang wiederzugeben. Hier geht der HomePod unter. Tiefbass ist mit so einem kleinen Gehäuse schlicht nicht möglich. Das weiß auch Apple und trennt deutlich früher, so dass nur im Kickbassbereich und aufwärts wiedergegeben wird. Instrumente und Höhen sind sehr gut, allerdings hört man zwei einzelne Lautsprecher und eine Bühne baut sich auch nicht so recht auf. Hier gibt es tatsächlich keinen echten Vorteil von zwei Lautsprechern zu einem. Subwoofer und eine vollwertige Surroundanlage haben also weiterhin ihre Berechtigung.

Ludwig Goranson - Freeport (Tenet)

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Fast ein wenig unfair, nachdem bereits bei Daft Punk der Tiefbass gefehlt hat, mit Tenet weiterzumachen. Natürlich kann der HomePod mini auch hier keine Tiefbasswunder bewirken. Aber der Klang aller Frequenzen darüber kann durchaus überzeugen, auch mit einer guten Darstellung der Bühne und starken Stereoeffekten. Es ist ein wenig schwierig nachzuvollziehen, wann der Stereoeffekt gut funktioniert und wann weniger. Auch bei den anderen Stücken hatten wir bereits den Eindruck, dass wir es mit ganz unterschiedlichen Lautsprechern zu tun haben. Das macht klar, das Computational Audio einen größeren Einfluss hat, als bei den Kopfhörern und man keine einheitliche Abstimmung erhält.

Kaleida - Think

Es bleibt elektronisch und wir kommen zum britischen Duo Kaleida. Die Kickbässe zu Beginn liegen dem HomePod mini, auch wenn der tiefe Punch fehlt. Die Stereoeffekte werden erstklassig wiedergegeben. Wir fassen zusammen: Je synthetischer die Musik, desto besser kommt der HomePod mini damit klar. Vielleicht entwickelt er ein Gefühl dafür, welche Musik mit Apples Musiksoftware Logic erstellt wurde und behandelt sie bevorzugt.

Allan Taylor - The Traveller

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Ein Klassiker mit sehr schöner Stimme und echten Instrumenten. Wir sind gespannt, was der Stereoverbund aus zwei HomePod mini liefern kann. Das ruhige Stück bietet ebenfalls sehr schöne Stereoeffekte, die die Lautsprecher auch so wiedergeben (im Solobetrieb natürlich nicht, hier profitiert das Stereosetup enorm) und auch die Stimme und die Instrumente werden detailliert herausgestellt. Gerade für den Preis kann der HomePod mini hier überzeugen und holt aus seinem Gehäusevolumen viel heraus. Einzig die Darstellung selbst klebt stark an den einzelnen Lautsprechern und eine Bühne baut sich nicht korrekt auf.

Pink Floyd - Money (2011 Remaster)

Das Stück, dass jeder HiFi-Begeisterte kennt und ebenfalls starke Kanaleffekte aufweist, ist "Money" von Pink Floyd. Die kommen ordnungsgemäß aus den einzelnen Lautsprechern. Allerdings teilt das Stück das gleiche Schicksal wie das davor: Es bleiben zwei HomePod mini einzeln hörbar - die Bühne inklusive Verteilung von Instrumenten und Stimme bleibt auf der Strecke. Auch die Höhen sind ein wenig zurückgesetzt. Sehr gemischtes Bild.

Weezer - Grapes of Wrath

Zurück zum Pop, einer Disziplin des HomePod mini. Hier löst sich die Stimme wieder stärker vom einzelnen Lautsprecher und die Geigen scheinen nicht nur von den Lautsprechern zu kommen, sondern können zudem zwischen den Lautsprechern geortet werden. Die Höhen präsentiert unser Setup deutlicher und auch die Oberbässe erfahren ordentlichen Druck. Insgesamt sehr gelungene Wiedergabe.

Enrico Onofri, Giovanni Antonini, Il Giardino Armonico- „LEstate“ (Vivaldi - Vier Jahreszeiten, der Sommer)

Nun zu einem klassischen Stück mit massiven Streichern. Leider fällt hier der HomePod mini komplett durch. Keine Bühne, keine Differenzierung zwischen den Instrumenten, die maximale Dynamik wird begrenzt und der Klang der einzelnen Instrumente ist auch unnatürlich. Für Klassikfans müssen wir vom HomePod mini abraten.

Fazit Klang

Wohl fühlen sich die kleinen Smartspeaker in erster Linie bei Pop, Rock und elektronischer Musik. Die Wiedergabe der Stimme von Siri liegt weit über dem klassischen Echo Dot, genauso wie die Musikqualität. Allerdings ist das noch nicht unbedingt das, was man als HiFi bezeichnen kann. Das gelingt Apple bei seinen Kopfhörern deutlich besser. Allerdings sollte man natürlich auch beachten, dass wir sonst hochwertige und aufwendige Anlagen gewohnt sind. Im Vergleich zum Preis der sonst üblicherweise dafür aufgerufen wird, ist der HomePod mini nicht nur mit Features vollgestopft, sondern auch ein Schnäppchen. Denn für seinen Zweck erreicht er guten Klang mit begrenztem Tiefgang.

Gesamt-Fazit

Insgesamt bietet der HomePod mini jede Menge Möglichkeiten. Von Telefonaten, die man führen kann, über Musik und Smarthome-Steuerung bis hin zum Wecker. Siri ist nach wie vor nicht auf dem Niveau von Alexa und Google, dafür beteuert Apple, dass der Datenschutz im Fokus steht. Der Klang ist im Schlafzimmer oder Badezimmer sicher für die meisten Anwender ausreichend, auch wenn eine „anständige“ Stereoanlage im Wohnzimmer steht. Zwei HomePod mini bringen fast immer eine deutliche Verbesserung. Wir würden dennoch empfehlen, eher zwei Zimmer mit einem einzelnen HomePod mini auszustatten, denn HiFi-Niveau wird nie so ganz erreicht, ein smarter Ersatz für das klassische Küchenradio ist er aber allemal. Daher ist unser Fazit: Der HomePod mini ist der am besten klingende smarte Lautsprecher am Markt. Bei diesen kompakten Maßen hat er aber keinen Anspruch auf eine High-End-Wiedergabe. Dafür stimmt der Preis mit 99€/Stück.

Kompakter Universalist mit erstklassiger Integration ins Apple-Universum

Smart Speaker bis 100 EUR/Stück
Test 14. Dezember 2022

Test: Carsten Rampacher
Bilder: Carsten Rampacher
Datum: 14. Dezember 2022

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