XXL-PREVIEW: Bluesound NODE ICON - der Hightech-Streamer mit THX AAA-Kopfhörerverstärker

Klang

Natürlich haben wir auch die Fähigkeiten des THX AAA-Kopfhörerverstärkers akustisch überprüft. Wir hören, gestreamt von TIDAL, die Jungle Cruise Version von "Nothing Else Matters, an einem Mark Levinson No. 5909, der normalerweise als luxuriöses BT-Headphone einer unserer Lieblinge ist. Hier haben wir ihn mit Kabel angeschlossen, um die Leistungsstärke des NODE ICON zu genießen. Und wir sind begeistert, von der Impulstreue, der grandiosen Dynamik und von der akustischen Reinheit. Die exakt passende klangliche Homogenität, das Souveräne, Sichere, das bei jedem Detail, aber auch bei jedem Dynamiksprung herauskommt, übt tatsächlich eine enorme Faszination aus. 

Mark Levinson No. 5909 Case Geoeffnet

Mark Levinson No.5909

"Nessun Dorma" aus Puccinis Turandot, gesungen von Jonas Kaufmann, erfreut uns ebenfalls mit einer überwältigenden Dynamik. Jonas' faszinierende Stimme breitet sich gleichmäßig im virtuellen Raum aus, und die feinen Konturen der Instrumente des Orchesters gehen zu keinem Zeitpunkt verloren. Die dynamischen Sprünge kommen unmittelbar, mit der nötigen Ausdruckskraft, heraus und festigen unseren Eindruck, dass es in dieser Preisklasse wohl kaum einen anderen Streamer mit einem so guten Kopfhörerverstärker geben dürfte. Feine vokale Details sind auch bei gleichzeitig stattfindendem orchestralen Einsatz stets zu vernehmen, und der Chorgesang wird überragend präsentiert. 

Mit einer sensiblen Herausarbeitung akustische Einzelheiten startet "Ain't No Sunshine" von Eva Cassidy. Die instrumentalen Konturen gleich von Beginn an sitzen, treffen genau den richtigen Punkt. Evas Stimme setzt ein hohes Maß an Charme frei, wirkt sicher und fein nivelliert. Die Instrumente gruppieren sich im exakt richtigen Verhältnis rund um Evas vokale Präsenz. Die Räumlichkeit ist in Weite und Tiefe zweifelohne überragend, wobei das Beste definitiv die enorm präzise Einarbeitung der Instrumente darstellt. Hervor sticht das Klavier, das sehr melodiös und sogar mit einer tadellosen Darstellung der Anschlagdynamik erklingt. 

"Till Tomorrow" (Till Brönner & Yello) kommt homogen und sehr klar sowie detailreich heraus. Der Bassbereich, sehr ausgeprägt bei diesem Stück, ist sehr exakt, aber verglichen mit anderen Devices minimal zurückhaltend. Tills Trompete wirkt sehr luftig, sehr filigran, trotzdem fehlt es bei vehementeren Einsätzen nicht an akustischer Entschlossenheit. Das räumliche Gefüge ist ein weiteres Mal in sicht schlüssig, man fühlt sich umgeben von dichtem Sound, zugleich wird zu keinem Zeitpunkt ein drückender, auf Dauer nervender Klang erzeugt. Im Gegenteil: Bei dieser Auslegung kann man auch über einen längeren Zeitraum mit höherem Pegel hören.

Weiter geht es mit "Land Of Confusion" in der Cover-Version von Disturbed. Hier ist der maximale Pegel hoch, und die Vocals haben genau das Maß an Aggressivität, das nötig ist, um dem Track das richtige Maß an ungefilterter Dynamik mit auf den Weg zu geben. Die E-Gitarre "fetzt", gleichzeitig aber wird der Sound nie zu metallisch oder zu harsch. Die weitläufige, fundierte Präsentation ermöglicht einen kompromisslosen Hörspaß. 

Aurum A9 Front Seitlich1

Aurum A9

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Dali Rubikore 8 Front Ohne Abdeckung

Rubikore 8

Im zweiten Schritt haben wir den NODE ICON über Analog-Cinch an den Quadral Aurum A9 Stereo-Vollverstärker als Zuspieler angeschlossen. Als Lautsprecher greifen wir auf die anerkannt guten Dali Rubikore 8 zurück. Hier lauschen wir der Ouvertüre aus Wolfgang Amadeus Mozarts "Figaros Hochzeit" und bereits ab der ersten Sekunde fällt uns auf, wie klar, feinfühlig und räumlich fein aufgebaut der NODE ICON agiert. Die sehr hochwertige, für diese Preisklasse sehr aufwändig aufgebaute DAC-Sektion macht sich definitiv bezahlt. Sehr beweglich werden die gesamten orchestralen Manöver dargeboten, und es fehlt auch nicht an realistischer Substanz. Die Streicher ertönen transparent und feinperlig, werden aber auch bei gehobenem Pegel nie unangenehm scharf. 

"The Look Of Live" macht ebenfalls gleich von Beginn an Freude. Das hohe Maß an plastischer Ausprägung, verbunden mit dem räumlich intensiven Hörgefühl, ist dafür ebenso verantwortlich wie die ein weiteres Mal brillante Stimmwiedergabe. Als Diana beginnt, zu singen, kommt das Rauchige, Melancholische in der Stimmfarbe akkurat zum Ausdruck. Man hört auch hier wieder gern mit gehobener Lautstärke, da die enorme Verzerrungsarmut zu diesem Schritt ermuntert. Der straffe Bass, der stets ein überzeugende Fundament realisiert, gefällt uns ebenfalls sehr gut. Das Klavier wird mit feinen Konturen und einer exakt ausbalancierten Dynamik wiedergegeben.

Oxygene, Part 8, von Jean-Michel Jarre steht als nächster Titel in unserer Wiedergabeliste. Hier ist das fundierte, souveräne Spiel des NODE ICON wieder herauszuhören. Klar, man kann sagen" Nur ein Zuspieler". Da dieser aber analog angeschlossen ist an unseren Stereoverstärker, muss der NODE ICON die D/A-Wandlung übernehmen. Und eine hochwertige oder eben nicht überzeugende D/A-Wandlung beeinflusst die Klangqualität maßgeblich. Der mit besten ESS-DACs bestückte NODE ICON kann hier seine Fähigkeiten erfolgreich zur Schau stellen und garantiert ein lebendiges, bei Bedarf entschlossenes, aber auch feinsinniges Spiel. 

"Kings Amd Queens" von Fritz Kalkbrenner wird mit sehr direkter Wirkung übertragen. Die zahlreichen, speziellen akustischen Effekte werden sorgfältig und mit der gebotenen Schnelligkeit eingearbeitet, die Vocals stehen immer an der richtigen Stelle, sind nie unterrepräsentiert und nie zu dominant. Der harte, vehemente Bass ist sehr präzise und verleiht dem Song die richtige "Würze", ohne allerdings andere akustische Passagen zu überdecken. Und auch hier notieren wir wieder ein allzeit präsentes räumliches Gefühl, das mit dafür verantwortlich ist, dass wir, bildlich gesprochen, "in der Musik versinken" können.

Und vehement setzen wir fort - mit "Over The Hills And Far Away" in der Version von Nightwish. Mit der gebotenen Dynamik hat unsere Kette keine Probleme, diese wird nahezu ungefiltert in den Hörraum übertragen. Mit der nötigen Wucht und dem nötigen Ausdrucksvermögen inklusive. Die Vocals wirken minimal unterrepräsentiert und etwas spitz, was hier aber auch am Quellmaterial liegt. Das tieffrequente Fundament ist ein weiteres Mal in genau dem richtigen Maß vorhanden, das Treibende, Nachdrückliche des Tracks kommt sehr passend heraus.

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Erstes Fazit

Bluesound Node Icon Frontansicht1

Nach den ersten ausführlichen Testreihen hinterlässt der Bluesound NODE ICON einen hervorragenden Eindruck. Die edle Optik mit Alu-Elementen und die saubere Verarbeitung sorgen schon nach dem Auspacken für große Zufriedenheit. Zwar ist der NODE ICON recht kompakt und fällt dadurch nicht direkt auf - aber wenn man sich ihn genau betrachtet, findet man sofort Gefallen am noblen Hightech-Streamer. Technisch ist das Device noch viel mehr, auch durch die exklusiven DACs, die vorzüglichen A/D-Wandler und den THX AAA-Kopfhörerverstärker. Akustisch hält der NODE ICON auch hohen Anforderungen mit Leichtigkeit stand: Der im höchsten Maße dynamische Sound ist zugleich homogen und räumlich dicht, die Präsentation kleiner, feiner musikalischer Details gelingt hervorragend.

Preview: Carsten Rampacher
Fotos: Sven Wunderlich
Datum: 13. Januar 2025

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