XXL-TEST: Sony XR-48A90K - Sony High-End OLED-Fernseher in maximal 48 Zoll

Klang

Woofer "hinter Gittern" im oberen Bereich der Rückseite

Akustisch kann der Sony A90K durchaus überzeugen und liefert bei gewöhnlichem Live-TV eine gute, räumliche Kulisse mit klarer Sprachverständlichkeit und einer durchaus dichten Atmosphäre. Er schlägt sich auch bei hohem Pegel souverän und bietet hinsichtlich seiner kompakten Größe eine hohe Gesamtlautstärke, die auch für größere Räumen problemlos geeignet ist. Wir haben die automatische Akustikkalibrierung durchgeführt und würden diese auch empfehlen, da insbesondere hellhörige Räume davon profitieren und der TV dann nicht zum Übersteuern neigt. Auch Dialoge wirken klarer und werden aus der Gesamtkulisse besser herausgearbeitet. Zumal die Kalibrierung lediglich etwa 20 Sekunden in Anspruch nimmt und direkt mit der Smart Remote des Sony Fernsehers durchgeführt wird. Der TV bietet verschiedene Ton-Modi (Standard, Dialog, Kino, Musik, Sport und Dolby Audio), die sich für die jeweiligen Genre anbieten. Standard kann aber im Alltag problemlos für unterschiedliche Inhalte verwendet werden und wer auf etwas mehr Räumlichkeit steht, kann Kino nutzen oder Dolby Audio ausprobieren - uns hat die Dolby-Technologie überzeugen können. Bei konventionellen Inhalten wie Dokus oder Nachrichtensendungen bzw. Talk-Shows wird hier nicht übertrieben agiert, aber die Kulisse wirkt etwas weitläufiger und tiefer.

Klangeinstellungen

Bei actionlastigeren Sequenzen und Spielfilmen sind die Ansprüche natürlich höher und wer hier besonderen Wert darauf legt, wird den Fernseher zusätzlich unterstützen. Neben der üblichen Vorgehensweise ermöglicht der A90K die Kombination mit verschiedenen Audiokomponenten von Sony und bringt auch die Technologien Acoustic Center Sync sowie 360 Spatial Sound Personalizer mit. Aber auch ohne zusätzliche Lautsprecher setzen die integrierten Subwoofer durchaus den ein oder anderen Akzent und zeigen Ansätze eines Bass-Fundamentes. Dass der Ton den Ereignissen auf dem Bildschirm folgt, konnten wir nicht direkt nachvollziehen, aber es mag durchaus Inhalte geben, die von dieser Technologie deutlicher profitieren. Ein Vorteil von Acoustic Surface Audio+ ist aber definitiv, dass die Stimmen direkt aus dem Bildschirm kommen und die visuelle und akustische Gesamtabbildung so einen sehr einheitlichen und glaubwürdigen Eindruck macht. Die Sprachverständlichkeit war auch in Action-Szenen stets gegeben, hierfür zeichnet laut Sony unter anderem Voice Zoom 2 verantwortlich. Insgesamt eine sehr gute akustische Performance für den eher kompakten Sony TV. Die Akustikkalibrierung bringt praktische Vorteile und auch die zusätzlich integrierten Technologien können für Anwender attraktiv sein.

Konkurrenzvergleich

LG OLED48C17LB

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Es handelt sich hierbei um die C1-Variante des LG 48-Zöllers, also Generation 2021, der nun natürlich zu deutlich günstigeren Preisen erhältlich ist und am Markt gerade mal die Hälfte des aktuellen Sony Modells kostet. Ausstattungsmäßig muss sich der Koreaner nicht verstecken und hatte schon im letzten Jahr 4x HDMI 2.1 und modernste Gaming-Features an Bord. Mit dem alpha9 Prozessor bringt er auch eine sehr gute Signalverarbeitung mit und zusammen mit dem verbauten 100 Hz-Panel liefert der LG ein exzellentes, kontrastreiches Bild. Der Sony übertrifft mit gnadenlos guter 24p-Wiedergabe und einem erstaunlich realistischen Film-Look trotz Frame-Interpolation. Auch scheint der XR-48A90K etwas weniger zu spiegeln und hat insgesamt sehr attraktive Zusatz-Features an Bord. Im Gegensatz zu Sony setzt LG auf den Filmmaker Mode, vernachlässigt dafür IMAX Enhanced. Auf HDR10+ verzichten beiden Hersteller. Das Gesamtniveau des teuren Sony OLED-Fernsehers wird vom letztjährigen LG-Modell nicht mehr erreicht, dafür muss man deutlich weniger tief in die Tasche greifen.

Sony KD-48A9

Bereits den Sony KD-48A9 mit einer UVP von 1.899 Euro fanden wir für das Gebotene etwas teuer. Der Preis des neuen Modells XR-48A90K wirkt dabei, gerade aufgrund der aktuellen Gegebenheiten, insgesamt allerdings angemessener. Er liegt zwar noch 100 Euro darüber, allerdings ist die Ausstattung zweifellos umfangreicher, die Verarbeitungs- und Materialqualität wirkt besser und auch visuell ist das Modell der aktuellen Generation dem A9 klar überlegen. Der moderne Sony OLED klingt besser, ist heller und weist ein natürlicheres Bild mit Motionflow auf. Zwar war die Frame-Interpolationstechnologie schon damals gut und weitgehend fehlerfrei, die Darstellung ist 2022 aber kino-gerechter und authentischer. Die HDR-Unterstützung bleibt beim alten: auch aktuell setzt Sony auf Dolby Vision, HDR und HLG sowie IMAX Enhanced und den Netflix Calibrated Modus, jetzt in der Adaptive-Version.

LG 50QNED819QA

Der 50QNED819QA von LG verfolgt als LCD-Gerät eine andere Strategie und visiert auch nicht unbedingt die Zielgruppe des ähnlich großen Sony OLEDs an, soll hier aber ebenfalls Erwähnung finden. Der XR-48A90K ist ohne jede Frage dem Quantum Dot NanoCell-Gerät visuell überlegen, lediglich im Tageslichtbetrieb hält der 50QNED819QA aufgrund geringerer Verspiegelungen dagegen. Für den Preis ist die visuelle Kompetenz aber durchaus beachtlich und auch, was die Ausstattung anbelangt, können sich die Spezifikationen des TVs sehen lassen. Wer moderne Features in ähnlich kompakter Größe zum günstigen Preis sucht, kann sich den 50" QNED-Fernseher durchaus genauer ansehen.

Fazit

Der Sony XR-48A90K zieht alle Register und begeistert mit einem ausnahmslos reaktionsfreudigem, intuitivem Handling, einer für seine Größe erstaunlichen Klangqualität und einer extrem starken visuellen Performance. Da finden wir es beinahe schade, dass das Vize-Flaggschiff nicht in größeren Bilddiagonalen erhältlich ist. Wem 42 oder auch 48 Zoll nicht ausreichen, der muss zwangsläufig zum teureren Flaggschiff mit QD-OLED-Technologie oder zum OLED-Einsteiger A80K im Sony-Sortiment greifen. Der Preis für einen 48" großen Fernseher ist mit UVP 1.999 Euro durchaus respekteinflößend. Die Konkurrenz ist hier, insbesondere was Marktpreise betrifft, schon ein Eck günstiger, zumal der Sony für den Preis z.B. bei der HDMI 2.1-Bestückung ein wenig geizt. Davon abgesehen aber wartet er mit äußerst überzeugenden Argumenten auf und liefert ein helles Bild mit tiefstem Schwarzwert, tollem Kontrast, beeindruckender Plastizität und einer sensationell stabilen 24p-Darstellung auf.

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Auch wer Frame-Interpolation, und damit bei Sony Motionflow nutzt, wird begeistert sein. Von Perfektion ist man zwar noch einen Schritt entfernt, insbesondere die hohe Intensitätseinstellung bringt noch ein paar Schwächen mit, allerdings schon nahe dran und gegenüber der letztjährigen Generation ist ein klarer Fortschritt erkennbar. Besonders die natürliche Darstellung und der Erhalt des typischen Film-Looks sprechen für die Zwischenbildberechnung von Sony. Im Alltag kämpft er, wie jeder OLED, mit direkter Lichteinstrahlung und Reflektionen, eignet sich aber mit etwas Berücksichtigung dieser Umstände problemlos als "daily driver". Das gilt auch für die gebotene Akustik, die von der automatischen Kalibrierung und Acoustic Surface Audio+ profitiert.

Praktische Zusatzfunktionen und die Kompatibilität mit dem 360 Spatial Sound Personalizer, zusätzlichen Lautsprechern von Sony und der BRAVIA CAM sowie Gaming-Features dürfen ebenfalls erwähnt werden. Bei den unterstützten HDR-Formaten bleibt man konservativ und setzt im dynamischen Bereich ausschließlich auf Dolby Vision, HDR10+ bleibt außen vor. Auch den Filmmaker Mode lässt Sony links liegen, bietet Kunden aber den Benefit des Netflix Adaptive Calibrated-Mode sowie einen dedizierten IMAX Enhanced-Mode. Nicht zuletzt dank BRAVIA CORE steht IMAX Enhanced bei Sony hoch im Kurs. So unterstützt der A90K, im Gegensatz zu den meisten am Markt erhältlichen Geräten der typischen A-Brands, nicht nur Dolby-Audio sondern auch DTS. Sollte der größte Konkurrent von Dolby einmal mit einem Streaming-Codec für den Transport der IMAX-Variante von DTS:X um die Ecke kommen, wäre man mit dem A90K hierfür gerüstet.

Der Sony XR-48A90K ist kein Schnäppchen, liefert aber sonst in jeder Hinsicht eine exzellente Performance mit herausragender Signalverarbeitung, hoher Flexibilität und problemlosem Handling

10.08.2022

 

Test: Philipp Kind, Laura Rampacher
Fotos: Philipp Kind
Datum: 10.08.2022

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