TEST: Sony Xperia 5 - Topmodell mit 6,1 Zoll-Display bei vergleichsweise kompakten Abmessungen?

Das neue Topmodell von Sony bietet viel Technik auf kleinstem Raum und präsentiert sich auch optisch äußerst elegant. Überhaupt wartet Sony mit guten Nachrichten aus Japan auf: Chef Mitsuya Kishida verkündet nach langer Zeit wieder schwarze Zahlen, sodass die Zukunft dieser Sparte vorerst gesichert ist. Entscheidend war wohl die neue Strategie, denn der Konzern konzentriert sich allein auf lukrative Modelle und mit dem kompakten Xperia 5 möchte man nun auch das weibliche Klientel noch stärker ansprechen.

Rückseite

Das Xperia 5 wirkt auf den ersten Blick kleiner, als es eigentlich ist, schließlich kommt hieer ein 6,1 Zoll großer Touchscreen zum Einsatz. Das Gehäuse fällt filigran und leicht aus, durch den Rahmen aus Aluminium und der Rückseite aus Glas sieht es zudem sehr hochwertig und elegant aus. Und das muss es auch angesichts eine ursprünglichen UVPs von 799 Euro. Gut: Trotz Glas und Klavierlack halten sich Schmierflecken noch in Grenzen, wenn man es in die Hand nimmt. Die Verarbeitungsqualität wirkt ausgezeichnet, auch eine IP68-Zertifizierung hat das Xperia 5 erhalten. Schön auch, dass selbst bei starkem Fingerdruck keine Druckstellen auf dem Display entstehen, dem aktuellen Gorilla Glass 6 sei Dank.

Apropos Display: Der 6,1 Zoll-Touchscreen im gestreckten 21:9 Format arbeitet mit OLED-Technologie und weist bei einer 2.520 x 1.080 Pixel großen Auflösung (Full HD Plus) eine Pixeldichte von 451 ppi auf. Es wäre sogar noch mehr Displayfläche möglich, denn unter- und oberhalb des Displays sind Balken vorhanden. Qualitativ siedelt sich der Touchscreen erwartungsgemäß im Spitzensegment an. Kontrast, Farbwiedergabe und Schärfe, alles ist im Topbereich. Das Sony Xperia 5 weist auch eine exzellente Helligkeit auf, die über den automatischen Helligkeitssensor gesteuert wird, wenn es notwendig ist. Vorbildlich: Zum Lieferumfang gehört auch ein Adapter von USB-C auf Klinke.

Kamera

Aufgenommen mit dem Xperia 5

Erwartungsgemäß knipst das Xperia 5 mit einer hochwertigen Triple-Kamera. Die setzt sich aus einer Hauptkamera mit einer Auflösung von 12 Megapixel, einer Telefoto-Linse mit zweifachem optischen Zoom sowie einer Weitwinkel-Linse mit ebenfalls 12 Megapixel zusammen. Für scharfe Schnappschüsse sorgen ein optischer Bildstabilisator sowie eine lichtstarke Blende mit f/1.6. Klingt gut, ist es auch. Bei guten Lichtverhältnissen lösen die Fotos sogar einen Wow-Effekt aus, so lebensecht und (fast schon übertrieben) scharf sind sie. Und auch bei schummrigen Lichtverhältnissen sind noch beachtliche Ergebnisse möglich – die Kamera liegt ganz klar auf Referenz-Niveau!

Foto bei schwachem Licht

Nicht ganz so opulent ist es um den Camcorder bestellt. Videos dreht das Xperia 5 zwar mit einer Auflösung von bis zu 4K, allerdings maximal mit nur 30 FPS. Die Selfie-Kamera mutet ebenfalls etwas abgespeckt an, denn es sind nur 8 Megapixel archivierbar und es gibt keinen Autofokus. Die Schnappschüsse sind aber dennoch ansehnlich. Bei der Ausstattung wird alles Relevante geboten, allerdings gibt es nur eine Zoom-Funktion – das haben andere Referenz-Smartphones viel besser gelöst. Via App „Cinema Pro“ stehen dem Möchtegern-Regisseur dafür aber eine Fülle an Features zur Verfügung. Praktisch zudem: Die Kamera lässt sich flott über einen kleinen seitlichen Button starten, der auch eine ruckelfreie Fokussierung ermöglicht.

Bei den Datenschnittstellen sind natürlich alle schnellen Kanäle gut belegt: NFC, Bluetooth 5.0, LTE mit bis zu 2.600 MHz sowie mit als erstes den maximal schnellen WLAN-ax-Standard. 128 Gigabyte interner Speicherplatz sind in dieser Preisklasse ebenfalls angemessen, wobei eine Erweiterung via microSD möglich ist. Dann ist allerdings die Dual-SIM-Funktionalität nicht mehr gegeben. Auch Sony scheint nicht mehr auf den 3,5-Millimeter-Kopfhöreranschluss zu setzen.

Android 9 Pie

Typischer App Drawer

Noch läuft auf dem Xperia nur 9 Pie, in dieser Preisklasse ist aber mit einem baldigen Upgrade auf Version 10 zu rechnen. Passend zum Betriebssystem ist Sonys User Interface UI Android 9.x installiert. Abgesehen von einigen hausinternen Apps, wie die PlayStation-Unterstützung, lehnen sich die Optik und der Aufbau stark an das Original-Android an. Es gibt daher wieder die obligaten Short Cut Menüs, einen App Drawer sowie die linke Google-Startseite.

Es gibt allerdings auch Extras, allen voran einen „Side Sense“. Durch doppeltes Tippen oder Streichen am Gehäuserand lassen sich Funktionen und Pop Up Menüs aufrufen. Dass es dafür einen umfangreichen Tutorial gibt, ist sogar notwendig, denn die Handhabung ist nicht gerade schnell verinnerlicht, sodass man wirklich dafür trainieren muss. Die persönliche Meinung des Testers: Diese Sensor-Funktion ist überflüssig und hakelig in der Bedienung.

Seitenansicht

Auch der Fingerabdrucksensor ist leider nicht glücklich gelöst, denn er sitzt rechts im Rahmen zwischen der Power- und der Lautstärke-Taste und ist ergonomisch nicht optimal erreichbar. Er hat zudem nicht mehr eine Power-Button-Funktion. Dafür arbeitet er aber ausreichend flott und zuverlässig.

Bei der Performance lassen die Macher nichts anbrennen: Unter dem Gehäuse sorgt der aktuelle SoC Snapdragon 855 von Qualcomm mit acht Kernen, 6 GB Arbeitsspeicher und flotten 2,84 Ghz für mächtig Dampf. Im Bereich Performance reiht sich das Xperia 5 daher in die Reihe der aktuellen Referenz-Smartphones ein. 

Ein Rückfall in die schlechten Akkuzeiten ist dafür der nur 3.140 mAh starke Akkublock. In mehreren Testzyklen pendelte sich die Rufbereitschaft bei mickrigen drei Tagen ein – und auch nur dann, wenn man dem Funker nicht überstrapaziert. Tut der Nutzer das dauerhaft, ist bereits nach rund 8,5 Stunden wieder ein Aufladen fällig – das ist nach heutigen Maßstäben eindeutig zu wenig. Der Grund für die schwache Akkuleistung ist offenbar das zarte Gehäuse, dass zu wenig Platz für einen größeren Stromspender bietet.

Geräte-Front

Zu kritisieren ist ferner, dass kein kabelloses Laden möglich, obwohl die Architektur es eigentlich hergeben würde. Eine Vollladung erst nach über zwei Stunden ist angesichts des kleinen Akkublocks ebenfalls keine Glanzleistung. Kurzum: Das ist ein gravierender Malus bei den Messwerten.

Bei der Klangqualität sieht es dafür besser aus, denn die Entwickler haben wieder zwei Lautsprecher auf der Frontseite platziert, sodass man im Quermodus ein echtes Stereo-Erlebnis hat. Allerdings fehlt es den Speakern an Stabilität bei höherer Lautstärke und ein spürbares Bassfundament. Netter Gag: Der Vibrationseffekt lässt sich bei Sozialen Netzwerken individuell festlegen. Bei Telefonaten werden Stimmanteile in beide Senderichtungen klanglich sauber und ohne störende Nebengeräusche übertragen.

Fazit

Schade: Da wäre Sony fast der ganz runde Wurf gelungen. So viel Hightech auf engstem Raum zu bündeln, ist nämlich echt eine Leistung. Obendrein ist das Display Top, die Performance zukunftssicher und die Kamera für alle Situationen gut gerüstet. Die Akku-Leistung verhindert allerdings das Prädikat „Überragend“, denn hier bietet das Smartphone in allen relevanten Disziplinen einfach zu wenig. Warum auch kein induktives Laden möglich ist, weiß wohl nur der Hersteller. Ärgerlich, denn es wäre noch mehr möglich gewesen.

Top-Smartphone mit mäßiger Akku-Performance

01.03.2020

Test: Ulf Schneider
Datum: 01.03.2020

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