TEST: Quad Vena II Play - Kompakter Class A/B-Verstärker mit Play-Fi Streamingmodul

Exklusive HiFi-Technik für konventionelle analoge sowie moderne digitale Quellen, der Vena II Play kombiniert im eleganten und kompakten Gehäuse hohe akustische Performance und Flexibilität. Von der Schallplatte über die CD bis hin zu zahlreichen Streaming-Angeboten wird alles verarbeitet, die technischen Daten lassen kaum Spielraum für Kompromisse zu: Die Endstufensektion arbeitet im Class A/B-Betrieb, die Stromversorgung garantiert ein großer 200VA Ringkerntrafo und für massig Reserven bei Spannungsspitzen sorgen ELKOS mit insgesamt 30000uF Kapazität. Die integrierte Phonostufe für MM-Systeme ist mit einer besonders rauscharmen, JFET-basierten Schaltung ausgestattet, zudem setzt das aktuelle Modell auf eine separate Kopfhörer-Verstärker-Schaltung mit Stromrückkopplung für mehr Dynamik, Detailreichtum und Leistung. Der Preis des Allrounders liegt bei 999 Euro, erhältlich ist das Gerät bei www.audiolust.de und Quad Fachhändlern)

Ansicht von oben

Detail links

Sehr solide und sauber verarbeitet

Front mit physischen Quellenwahltasten

Lautstärkeregler mit LED-Beleuchtung

Ansicht seitlich

Oberflächen ohne sichtbare Verschraubung

Unterseite

Das kompakte Gerät misst etwa 30 cm in der Breite, 27,5 cm in der Tiefe und 9 cm in der Höhe. Massiv und wertig wirkt das Metallgehäuse der Komponente, auch das stattliche Gewicht trägt dazu bei, im Englischen würde der Terminus "built like a tank" zum Gerät sehr gut passen. Eine Mogelpackung ist der Verstärker zudem ganz sicher nicht, das verrät bereits ein Blick von oben durch die Lüftungsschlitze, durch die man den großen Ringkerntrafo sowie zwei Elektrolyt-Kondensatoren erspähen kann. Optisch wirkt das Design technisch und funktional, versprüht aber, auch durch die LED-beleuchteten Akzente am Lautstärke-Drehregler und den Quellentasten, durchaus eine zeitlose Eleganz.

Wie so häufig ist die Führung des groß dimensionierten Pegelreglers, der auch als Taste fungiert, nicht 100% stimmig, die Haptik gefällt uns aber und er ist gerastert. Auch die einzelnen Quellenwahltasten überzeugen mit gutem taktilen Feedback und einem hörbaren Klick beim Drücken. Sowohl die Front als auch die übrigen Gehäuseteile bestehen aus Metall, lediglich die Auswahltasten vorne sind aus mattschwarzem Kunststoff. Ein wenig altmodisch wirkend empfinden wir den großen IR-Sensor über dem Kopfhöreranschluss, wirklich störend ist das aber nicht. An der Unterseite sind große Kunststoff-Standfüße integriert, die mit einer gummierten Fläche für eine solide Standfestigkeit des Gerätes sorgen. Auch unten gibt es Lüftungsschlitze, für den Abtransport der Abwärme nutzt man den Kamineffekt. Schick finden wir auch, dass nur an der Unterseite sichtbare Schrauben zu sehen sind, die Seitenteile wirken so sehr clean.

Innenleben des Vena II Play in der Gesamtansicht

Blick auf den schwarz eloxierten Kühlkörper

ELKOS mit hoher Kapazität

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Ringkerntransformator

Nach dem Öffnen des Gerätes wird unser Eindruck beim Blick durch die Lüftungsschlitze bestärkt. Ein sehr sauberer Aufbau und die Bestückung mit wertigen Komponenten lässt unsere Erwartungen an den kompakten Allrounder höher werden und wir freuen uns jetzt schon auf unsere Klangtestreihen. Mit großem Ringkerntrafo, Elkos mit 15.000 µF Kapazität und dem groß dimensionierten Kühlkörper trauen wir dem Vena II Play auch zu, mit anspruchsvollen Standlautsprechern souverän zusammenzuarbeiten. Auch die Signalwege sind kurz gehalten und das Platinenlayout übersichtlich. Die hochwertige D/A-Wandlung übernimmt der DAC Chip ESS Sabre32 ES9018K2M. Was die angegebenen 2 x 65 Watt (an 4 Ohm) Leistung in der Praxis bedeuten, sehen wir in unseren Klangtestreihen.

Kompakte Fernbedienung für die wichtigsten Bedienvorgänge

Dem Vena II Play liegt auch eine pfiffig kompakte, hochwertige Fernbedienung bei, die mit einer Metalloberfläche versehen ist und die gut in der Hand liegt. Neben dem Einschalten kann man die Lautstärke regeln, das Gerät stumm schalten und die Quelle wechseln. Eine CR2025 Knopfzelle ist für den Betrieb notwendig.

Rückseite

Anschluss-Sektion mit Lautsprecher-Terminals

Rückseite rechts mit digitalen Anschluss-Möglichkeiten und Ethernet-Slot

Auf der Rückseite finden sich zahlreiche Anschlüsse, darunter analoge Cinch-Eingänge inklusive Phono sowie ein Pre-Out, außerdeem ein optischer und ein koaxialer Digitaleingang. Auch ein USB-Anschluss vom Typ B ist vorhanden, an den man direkt einen PC oder Mac anschließen kann. Bei Windows ist eine Treiberinstallation notwendig, eine Bedienungsanleitung inklusive Einstellung der entsprechenden Bitrate liegt in englischer Sprache bei. Weiterhin findet sich eine Ethernet-Schnittstelle sowie Anschlüsse für drei Antennen. Zwei davon sind für die WLAN-Verbindung vorgesehen, eine für Bluetooth. Die Lautsprecher-Terminals sind ordentlich ausgeführt und gekapselt, haben wir - auch im Rahmen dieser Preisklasse - aber schon vergoldet und edler gesehen. Größere Kabelquerschnitte und Bananenstecker sind problemlos verwendbar.

Quad Vena II Play

Für die Nutzung direkter Zuspieler sowie Bluetooth (aptX ist hier an Bord) ist es nicht zwingend notwendig, damit der volle Funktionsumfang des Vena II Play aber zur Verfügung steht, wird das Gerät ins Netzwerk integriert und kann Teil eines Play-Fi Multiroom-Systems werden. Auch die App-Steuerung mit der DTS Play-Fi App steht dann natürlich zur Verfügung. Für die drahtlose  Netzwerkintegration nimmt man ebenfalls direkt die DTS Play-Fi App her. Die Quad-Komponente kann per WPS oder konventionell eingebunden werden, hier befolgt man schlichtweg die Schritte, die in der App vorgegeben werden.

DTS Play-Fi Gerät einrichten

In den Smartphone-Einstellungen mit dem WLAN der Komponente verbinden

Der Vena II Play erscheint als Play-Fi Device in den Netzwerken

Einen Namen vergeben

Es ist ein Firmware-Update verfügbar

DTS Play-Fi Home-Screen

Verfügbare-Streaming-Dienste

Verfügbare Streaming-Dienste Seite 2

DLNA-Server im Netzwerk

Alben-Übersicht

HiRes-Audio-Dateien im Netzwerk

Wiedergabe

Bei der ersten Verwendung ist der Vena II Play noch nicht im Netzwerk integriert. Daher baut die Komponente, sofern die Quelle "NET" gewählt ist, ein eigenes WLAN-Netzwerk auf, mit dem man sich mit dem eigenen Smartphone verbindet. Steht die Verbindung, kehrt man zur DTS Play-Fi App zurück und befolgt die weiteren Schritte, unter anderem wird man bei konventioneller Einbindung dazu aufgefordert, den heimischen Netzwerkschlüssel einzugeben. Der Quad Verstärker verbindet sich nun mit dem Heimnetzwerk und man kann der Komponente einen Namen (auch benutzerdefinierter Eintrag möglich) geben. Die App prüft auch direkt die Verfügbarkeit von Firmware-Updates und spielt diese auf Wunsch auf, danach können die Play-Fi Features in vollem Umfang genutzt werden. Dazu gehört natürlich die Wiedergabe von einem DLNA/Medienserver mit lokal gespeicherten Dateien, außerdem die Musikstreaming-Angebote von Spotify (wie üblich wird hier die Spotify-App gestartet) sowie Qobuz, Tidal und Amazon Music. Da HiRes-Support gegeben ist, können natürlich auch die hochwertigen Streams in hoher Auflösung der Anbieter genutzt werden. Darüber hinaus ist Internetradio an Bord, auch auf die Dateien, die auf dem Smartphone gespeichert sind, kann man per Play-Fi zugreifen und sie über den Vena II Play wiedergeben.

Die Bluetooth-Kopplung erfolgt ebenfalls unkompliziert. Wählt man den Eingang "Bluetooth" an, erscheint die Komponente als "Quad Vena II Play" in den sichtbaren Geräten am Smartphone und kann mit einem Klick ausgewählt werden, nach wenigen Sekunden steht die Verbindung.

Kommen wir zu unseren subjektiven Klangeindrücken

Der Vena II Play darf sich sofort an HiRes-Audio Dateien, die wir ihm via Netzwerk über die Play-Fi App zuspielen, beweisen. Bei "Stop This World" von Diana Krall entwickelt der Quad-Verstärker ein überaus kraftvoll und massiv wirkendes Fundament bei der Wiedergabe des Bassinstrumentes. Relativ stark ausgeprägt, aber nicht unpräzise bleiben höhere Frequenzbereiche davon unangetastet, die Stimmwiedergabe Diana Kralls kann mit ausgezeichneter Charakteristik und feinen Details überzeugen, auch das leichte Hauchen der Dame am Mikrofon ist erkennbar. Darüber hinaus ist die Bühnenstaffelung sehr gut ausgeprägt und die einzelnen Instrumente werden sauber differenziert. Erstaunt sind wir, wie mühelos und unbeeindruckt die kompakte Komponente mit unseren Canton Reference 5K Standlautsprechern zusammenspielt. Der Vena II Play schiebt auch bei höherem Pegel kompromisslos nach vorne, bleibt aber gleichzeitig in allen Frequenzen sauber und strukturiert. Das Schlagzeug ist kraftvoll und nicht zurückhaltend, schlägt aber auch nicht über die Stränge. Einzelne Percussion-Elemente sind problemlos nachvollziehbar, auch den Einsatz der Besen kann man sofort erkennen.

Mit dem Payday 2 Soundtrack von Simon Viklund spielen wir dem Quad-Verstärker FLAC-Dateien konventioneller Bitrate über das Netzwerk zu. Bei diesem mit akustischen Effekten ausgeschmückten Electro-Sound darf der Vena II Play seine Muskeln spielen lassen und präsentiert sofort einen nachdrücklichen, aber ebenso direkten und präzisen Kickbass. Es ist noch ein wenig Luft nach oben beim Pegel, aber selbst unser relativ großes Wohnzimmer beschallt der Vena II Play bereits mit Club-Lautstärke. Ausgezeichnet dabei ist, dass die Gesamtkulisse enorm harmonisch und ausgewogen bleibt, auch im Hochtonbereich gibt es trotz feiner Auflösung und solider Brillanz keine unangenehmen Spitzen. Bei "The Mark" drückt die Komponente die Kombination aus Kickbass und massivem Fundament erbarmungslos nach vorne und verpasst uns kontinuierlich Schläge in die Magengrube. Als die atmosphärischen, fundamentalen Klänge einsetzen, beweist er, dass er nochmal eine Schippe nachlegen kann. Ohne eklatant negative Einflüsse liefert der Vena II Play ein balanciertes, angenehmes Gesamtbild mit kompromissloser Bassperformance ab. Die Gitarrenriffs wirken authentisch verzerrtund trotz Maximalpegel nicht unsauber verfärbt. Mit flottem Antritt und dynamischer Spritzigkeit entpuppt sich der Verstärker hier als echte Spaßmaschine, überzogen oder unnatürlich wirkt die Kulisse aber nie.

Komplex und schnell geht es beim Album "True North" der US-Amerikanischen Punkrocker Bad Religion zu. Der Vena II Play hat jedoch keinerlei Probleme die hohe Geschwindigkeit mitzugehen und differenziert auch hier die einzelnen Instrumente sehr klar, auch die stark verzerrten Gitarrenklänge wirken bei "Past is Dead" sehr authentisch. Zudem ist die Stimme klar und von der typischen Rauheit gekennzeichnet. Das Schlagzeug, dass sich hier nicht zu stark in den Vordergrund drängt, wird mit Kraft und Nachdruck bedacht, gerade die unterschwelligen, sehr tiefen Frequenzen der Bassdrum gelingen sehr gut und voluminös. Mitreißend, dynamisch und lebendig wirkt das gesamte Klanggeschehen, ohne dass es diffus wird. Dies gelingt dem Verstärker auch wieder bei deutlichem Lautstärkepegel, an Souveränität und Balance wird nichts eingebüßt.

Via Bluetooth wird es ein wenig ruhiger und wir spielen "Crystals" und "Human" von Of Monsters and Man zu. Auch bei der komprimierten Datenübertragung gefällt uns die Vokalstimme sehr gut und auch die Bühne gelingt weitläufig und tief. Die atmosphärische Dichte ist nicht ganz so stark ausgeprägt, aber die Instrumentalstaffelung und die örtliche Beschreibung ist auf einem hohen Niveau. Spritzig und dynamisch agiert er auch hier, mit solider Hochtonauflösung und einem wiederum insgesamt sehr ausgewogenen, harmonischen Sound lädt er zu längeren Hör-Sessions ein. Die etwas ruhigeren Klänge von "Human" entfalten einen wohligen Klangteppich, auch die männliche Stimme gelingt dem Quad-Verstärker sehr natürlich. Einzelne akustische Details werden nicht ganz so differenziert aus der Gesamtkulisse gelöst, bleiben aber definitiv wahrnehmbar. Insgesamt auch bei der Zuspielung via Spotify eine eindrucksvolle Darbietung des kompakten Allrounders.

Ein etwas günstigerer, aber definitiv harter Konkurrent ist der noch kompaktere nuConnect ampX aus dem Hause Nubert aus Schwäbisch Gmünd. Kultiviert, kraftvoll und ausgewogen spielt auch der kleine ampX, der Vena II Play bleibt in höchsten Pegel-Sphären aber noch souveräner und befeuert große Standlautsprecher in ausladenden Wohnzimmern kompromisslos. Mit Play-Fi hat der Quad-Verstärker natürlich ein mächtiges Tool mit zahlreichen Streaming- und Internetradio-Diensten an Bord, Nubert unterstützt im Phono-Bereich auch MC-Tonabnehmer und kommt mit integrierter X-Room-Calibration daher. Die Wandler im Vena II Play verarbeiten höhere Bitraten und DSD.

Ebenfalls zu günstigen Marktpreisen, bereits um 550 Euro, erhältlich ist der Stereo-Netzwerk-Receiver DRA-800H von Denon. Im typischen Rastermaß ist er natürlich deutlich größer, außerdem bringt er einen DAB-Tuner, HEOS und AirPlay 2 mit - außerdem ist er mit HDMI bestückt. Akustisch kann er dem Vena II Play aber nicht das Wasser reichen, der Quad-Amp bleibt schlichtweg immer souverän und ausgewogen, während es beim DRA-800H in den Höhen mit zunehmender Lautstärke spitz wird. Ein weiterer Vorteil der kompakten Komponente ist die Wertstabilität, ein exzellenter Aufbau mit hochwertigen Komponenten und Class A/B-Verstärkung stellt sicher, dass auch nach einiger Zeit der Vena II Play oben mitspielen wird.

Ebenfalls ein starker Mitstreiter ist der Powernode 2i von Bluesound, der mit ausgezeichneten Wandlern, modernem Design und exzellenter Software überzeugen kann. AirPlay 2 ist integriert und die Komponente kann nativ mit MQA-Dateien umgehen, was ihn zu einem idealen Partner für die TIDAL-Wiedergabe macht. Die Anschluss-Sektion ist allerdings weniger umfangreich, insbesondere was konventionelle analoge Eingänge angeht, dafür ist HDMI inklusive Audio Return Channel an Bord. Einen Plattenspieler kann man an der Bluesound-Komponente nicht anschließen. Akustisch spielen beide auf sehr hohem Niveau, bieten eine ausgewogene Klangkulisse und verfügen über reichlich Reserven. Mit seinem Look, der Class A/B-Verstärkung und den physischen Quellenwahltasten spricht der Vena II Play den klassischen HiFi-Enthusiasten an, während der Powernode 2i eher den ebenfalls anspruchsvollen, aber technophileren Hörer ins Visier nimmt.

Fazit

Quad Vena II Play

Der Quad Vena II Play überzeugt den HiFi-Enthusiasten mit einem exzellenten inneren Aufbau und einem zeitlos eleganten Äußeren. Bei dem hochwertigen Layout im Inneren des kompakten Allrounders waren wir nicht verwundert, dass es um die akustische Performance ausgezeichnet bestellt ist. Selbst anspruchsvolle Standlautsprecher weiß der Vena II Play souverän zu befeuern und begeistert mit feiner Auflösung, schnellem, kräftigem Antritt und hoher Ausgewogenheit. Pegelfest ist er ebenfalls und beschallt trotz der gediegenen Abmessungen auch größere Wohnzimmer mühelos und nachdrücklich. Mit Play-Fi setzt man auf eine umfangreich ausgestattete und zuverlässig funktionierende Multiroom- und Streaming-Plattform, Bluetooth gibt es obenauf. Außerdem empfiehlt er sich durch die Möglichkeit des Direktanschlusses von PC und Mac mittels USB-B. Ein kompaktes Kraftpaket, dass sich auch mit Konkurrenten höherer Preisklassen messen kann.

Massiv und audiophil gebauter, vielseitiger Kompakt-Verstärker mit hervorragenden akustischen Eigenschaften

22.04.2020

Test: Philipp Kind
Fotos: Philipp Kind
Datum: 22.04.2020

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