TEST: Onkyo ICON M-80 und P80 - optisch attraktiv gestaltete Vor-/Endstufenkombination mit hervorragender Ausstattung

Klangwertung

Wharfedale Elisian 3 Gruppenbild2

Wharfedale Elysian 3

In unseren Klangtestreihen hören wir die Vor-/Endstufenkombi mit zuvor erfolgter Dirac Live-Einmessung, die sich nicht nachteilig auf die Klangqualtät unserer Wharfedale Elysian 3 auswirkt, raumakustische Probleme aber sehr gut abschwächt.

Klang Streaming/Spotify Connect

Kommen wir nun zur klanglichen Auslegung der Onkyo Streaming-Vor-/Endstufen Kombination. Auch in diesem Review haben wir uns für die Wharfedale Elysian 3 als passenden Lautsprecher entschieden. Wir starten unseren Klangcheck mit "Stand By Me - Live at The Print Shop" vom US-amerikanischen Country- und Rocksänger, Gitarristen und Songwriter Stephen Wilson Jr.. Das Material spielen wir via Spotify zu.

An Anfang lauschen wir einer Akustikgitarre, die mit sauber gesetzten Konturen und einem ausgezeichneten Feingefühl präsentiert wird. Als sich kurz darauf eine weitere Gitarre ins Geschehen einbringt, handhabt die Onkyo-Kombinatione dieses Facettenspiel mit einer stimmigen Differenzierung beider Instrumente, zugleich aber wirkt das akustische Ganze rund und harmonisch. Zudem arbeiten die Onkyo-Komponenten das Zupfen der Gitarrensaiten sauber heraus.

Nur wenige Momente vergehen, bis sich Stephen mit seiner charismatischen Stimme in den Song einfügt. Die vor unterschiedlichen Facetten strotzende, raue Stimme entfaltet eine Präsenz, die so ausgeprägt ist, dass man schon tatsächlich vom genussvollen Hören schreiben kann, obwohl die Vor-/Endstufenkombination preislich definitiv zu den bodenständigen Offerten gehört. Auch, wenn seine Stimme vehementer wird und somit ein enormer Dynamikumfang abgebildet werden muss, bleiben ICON P-80 und ICON M-80 ihrer gekonnten Auslegung treu. Vokale Details werden impulstreu eingearbeitet und mit einer ausgesprochen realistischen Dynamik dargestellt. 

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Weiter geht es mit dem Track "Let Me Take You There" von Volkan Kuday. Die zu Beginn des Tracks erklingenden, eine leicht mystische Wirkung entfaltenden  Synthesizerklänge werden aus tonaler Sicht sauber getroffen und sind akkurat gestaffelt. Bereits nach wenigen Momenten folgt die Integration von Volkans Stimme im Song, was erneut das Können der beiden Onkyo-Komponenten aufblitzen lässt - die Stimme wird emotional und lebendig in den Hörraum transportiert, und der gesamte Nachdruck, den Volkan in die vokale Wirkung setzt, kann sich ausgezeichnet entfalten. Mit viel Fingerspitzengefühl liefern uns die Onkyo P-80 und M-80 während des gesamten Titels ein sehr luftiges Klangpanorama, und auch die unterschiedlichen Gesangsebenen, die Volkan bedient, können, wie schon angesprochen, präzise umgesetzt werden. Zudem befeuern die Onkyo HiFi-Bausteine die Tief- und Mitteltöner unserer Wharfedale Elysian 3 tatkräftig. Die Basswiedergabe favorisiert eine exakte Ausprägung ebenso wie ein  ausgezeichnetes Volumen, und selbst sehr nachdrücklich auftretende tieffrequente Elemente können problemlos umgesetzt werden.

Ein deutliches Mehr an Grobdynamik gibt es beim nächsten Titel. Hierfür haben wir uns für "Heavy Is the Crown" von Linking Park entschieden. Die zu Beginn des Titels kurz in Szene gesetzten elektronischen verzerrten Radioklänge gibt die Onkyo Vor-/Endstufenkombination mit räumlich stimmigem Aufbau und tadelloser dynamischer Struktur wieder. Innerhalb weniger Momente fliegen dann förmlich "die Fetzen" in Form von aggressiven E-Gitarren und harten Drums - was beides kein Problem für unsere Testkandidaten darstellt. Vom beträchtlichen Anforderungsprofil unbeeindruckt, wird ein nachdrücklicher, standfester Gesamteindruck realisiert, der auch bei hohem Pegel kaum aufweicht.

Onkyo ICON M-80 und ICON P-80 zeigen sich von jeder Herausforderung nahezu unbeeindruckt und liefern eine hervorragende Differenzierung sowie ein absolut stimmiges Bassfundament. Als Mike Shinoda mit seinem Sprechgesang loslegt, wird er fast punktgenau getroffen. Als dann im weiteren Verlauf Emily Armstrong, Frontfrau der Band, mit ihrem unverwechselbaren, enorm großen vokalen Spektrum loslegt, sind wir ein weiteres Mal erstaunt, wie umfangreich und vielschichtig die akustischen Elemente umgesetzt werden können. Selbst als Madame förmlich ins Mikrofon brüllt, übersteuern die Onkyo-Komponenten, selbst bei höherem Lautstärkepegel, nicht. Das Zusammenspiel aller beteiligten musikalischen Elementen klappt auf einem sehr hohen Niveau, sodass der Zuhörer den Song intensiv erleben kann.

Klang Schallplatte

Onyko ICON P 80 M 80 Thorens TD 403 DD Gruppenbild2

Weiter geht es mit der Klangqualität bei der Wiedergabe von Inhalten, die wir von klassischer Schallplatte einspeisen. Hier haben wir unseren Thorens TD 403 DD angeschlossen. Bei Nutzung des Phono-Anschlusses (bei uns mit MM-Tonabnehmer) muss man die Lautstärke weiter aufdrehen als bei Verwendung der Streaming-Funktion, irgendwelche Einstellmöglichkeiten für die Phonovorstufe, um dies zu beheben, haben wir zumindest bislang nicht entdeckt.

Als erstes Vinyl-Klangbeispiel haben wir uns für "A Thousand Words" von Myles Kennedy entschieden. Die zu Beginn des Titels zu hörenden Gitarren werden von unserer Onkyo Vor-Endstufen Kombination plastisch und mit klar erkennbaren dynamischen Strukturen dargestellt. 

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Als Myles Kennedy mit seiner außergewöhnlichen Stimme loslegt, kann unsere Kette erneut mit einer exzellenten Stimmwiedergabe auftrumpfen. Die gesamte Wirkung der Stimme, die ganze feinnervige Lebendigkeit, kommt daher treffend zum Ausdruck. Die Stimmfarbe von Myles wird von den Onkyo-HiFi-Bausteinen sicher getroffen. Das Zusammenspiel aus E-Gitarre, Bass-Gitarre und Schlagzeug gelingt mit einer hervorragenden Differenzierung. Selbst als der Titel deutlich an Dynamik zulegt, bleiben die musikalischen Elemente fast in vollen Umfang erhalten. Im Bassbereich notieren wir eine klare, fundierte Wiedergabe mit einer gehörigen Portion Nachdruck - was die Wharfedale Elysian 3 auch sehr gut in den Hörraum transportieren können.

Weiter geht es mit "Let The Hard Times Come" vom dänischen Künstler Jacob Dinesen, vom gleichnamigen Vinyl-Album in der DALI Edition. Die zu Beginn des Titels verwendete Akustikgitarre entfaltet ein strukturenreiches akustisches Aroma und wirkt dadurch ungemein glaubwürdig. Selbst Details wie z.B. der Griff in die Saiten, können wir wahrnehmen. Als die ersten vokalen Elemente von Jacob folgen, gelingt eine feine und detaillierte Abzeichnung des speziellen Stimmcharakters, wie z.B. das leicht Rauchige und Kratzige, die Jacobs Stimmfarbe prägen und so besonders machen. Die Drums sowie die Akustikgitarre werden auch im weiteren Verlauf nach wie vor sauber und mit einer lebendigen Ausprägung dargestellt, auch bei höherem Pegel. Die Räumlichkeit ist ebenfalls lobend zu erwähnen, da sie hinsichtlich Weite und Tiefe immer authentisch wirkt.

Abschließen möchten wir unsere Klangwertung "You Know I'm No Good" von der legendären und leider bereits verstorbenen Amy Winehouse. Die zum Start des Tracks erklingenden Drums werden detailreich von der Onkyo-Kombi umgesetzt, und als nach wenigen Momenten Amy zum Mikrofon greift, genießen wir eine klare, lebendige Darstellung, die auch kleine Einzelheiten mit hoher Schnelligkeit  beim Antritt berücksichtigt. Amyy unverwechselbare Stimme wird korrekt fokussiert und detailreich umgesetzt, zugleich aber bekommen auch die Instrumente einen absolut stimmigen Entfaltungsspielraum zugewiesen. Die speziellen Hi-Hat-Drum Effekte werden ebenfalls klar und deutlich zur Geltung gebracht. Ebenfalls überzeugen kann uns die Einbindung der Bläser und die Klavierpassagen, die mit viel Fingerspitzengefühl von der Kombination aus ICON P-80 und ICON M-80 umgesetzt werden können.

Konkurrenzvergleich

Marantz Model 40n Frontansicht1

Marantz Model 40n: Für 2.500 EUR (UVP) beeindruckt der Marantz Streaming-Verstärker mit eleganter Optik und einer umfangreichen Ausstattung. Seine Endstufen setzen an 4 Ohm 2 x 100 Watt frei, das reicht für eine beachtliche Pegelfestigkeit. Hier allerdings kann die Onkyo-Kombination ihren Mehrpreis rechtfertigen und zieht bei sehr hoher Lautstärke davon: Der Klang wirkt dann immer noch kultiviert und nachdrücklich, während der Model 40n dann etwas angestrengter auftritt. Die Anschlussbestückung des Marantz kann gefallen, unter anderem sind ein praktischer Subwoofer Pre-Out und ein HDMI-Terminal dabei, natürlich auch ein dedizierter Phono-Anschluss, allerdings nur für MM-Systeme. Bilanzierend ist der Model 40n nach wie vor ein hervorragender Streaming-Vollverstärker, dessen HEOS-Modul flexibel einzusetzen ist. Zudem gefällt die HEOS-App durch hohe Betriebssicherheit und einfache Handhabung. Ein Einmesssystem bringt der Marantz nicht mit - sehr wohl aber die Onkyo-Kombination, die durch ein Plus an Ausstattung und ein Mehr an Pegelfestigkeit und Nachdruck den höheren Preis absolut rechtfertigt. 

Avm As 30.3 Frontansicht2

AVM AS 30.3: Mit 3.590 EUR in der silbernen und schwarzen Ausführung liegt der exzellent verarbeitete Streaming-Vollverstärker des renommierten Herstellers aus Malsch/Baden etwas über der Onkyo Vor-Endstufenkombination - die zwar schick wirkt, im Detail aber nicht die Massivität des AS 30.3 versprüht. Alternativ steht übrigens noch eine verchromte und handpolierte Variante Cellini Chrom Variante für 4.390 EUR zur Disposition. Die Endstufe bringt es auf 2 x 125 Watt an 4 Ohm, was auch für die Beschallung mittelgroßer Hörräume ausreicht. Dank der verbauten X-Stream Engine, unterstützt der AVM AS 30.3 eine breite Palette an Streaming-Services, wie z.B. TIDAL Connect MAX, qobuz Connect und. Spotify Connect. Lokale Musik-Server oder Dateien auf einer USB-Festplatte können ebenfalls über die RC X-App gesteuert werden. Als Digital/Analog-Wandler kommt hier ein selektierter ESS der Premium-Liga (9038 Q 2 M) zum Einsatz. Neben AirPlay 2 ist der AVM Stereovollverstärker Roon Ready, und Bluetooth wird in der Version 5.0 unterstützt. Dank des auf der Rückseite des Streaming-Vollverstärkers befindlichen HDMI ARC-Eingangs kann ein Smart-TV ins Stereo-Setup eingebunden werden. Bei der Entwicklung des AVM AS 30.3 wurde zudem besonderes Augenmerk auf die Phono-Eingangsstufe für MM und MC gelegt, die sich klanglich aus enorm hochwertig erweist. Mit einer sauberen, ausgewogenen klanglichen Darstellung konnte der AS 30.3 im Testbetrieb punkten. Im Vergleich offeriert die Onkyo-Endstufe noch mehr Punch, und die Vorstufe ist dank Dirac Live noch besser auf unterschiedliche räumliche Gegebenheiten vorbereitet.

NAD C658 C298 Gruppenbild

NAD C658 und NAD C 298 (zusammen 4.398 EUR): Ein sehr dynamischer und äußerst pegelfester Vorschlag zum Thema Vor-/Endstufenkombination kommt von NAD.  Der C 658 Vorverstärker mit Dirac Live überzeugt durch seine üppige Feature-Liste. Er ist mit zahlreichen optischen und koaxialen Digital- sowie analogen Hochpegel-Eingängen ausgestattet und kann dank des integrierten Bluetooth-Moduls nicht nur Musikstreams vom Smartphone oder Tablet in höchster aptX HD-Qualität entgegen nehmen, sondern sendet diese auch weiter an andere Bluetooth Empfänger, z.B. einen kabellosen Kopfhörer. Über das flexible, einfach zu handhabende BluOS verbindet sich der C 658 mit dem heimischen Netzwerk sowie mit Online-Streaming-Diensten, Internetradiostationen oder weiteren im Netzwerk angemeldeten BluOS Playern oder Musikservern. Zusätzlich stehen auf der Rückseite des Vorverstärkers zwei MDC-Steckplätze zur Verfügung, um beispielsweise Module für den Anschluss von HDMI-A/V-Quellen aufzunehmen. Die digitale Stereo-Endstufe NAD C 298 besitzt die Purifi Eigentakt -Verstärkertechnologie und mit nur 0,005 Prozent einen extrem geringen Klirrfaktor. Das Eigenrauschen fällt ebenfalls überdurchschnittlich gering aus. Leistungstechnisch sorgt die C 298 für einen Wow-Effekt, denn sie liefert eine Dauerleistung von 2 x 340 Watt (an 4 Ohm) und bis zu 2 x 570 Watt Impulsleistung (an 2 Ohm). Statt klassischer Netzteile und Class-AB-Verstärkung setzt NAD bei vielen aktuellen Verstärkern nur noch auf Schaltnetzteile und Class-D-Endstufen. Insgesamt beeindruckt die NAD-Kombination mit einem enorm klaren, sehr dynamischen, schnörkellosen Klang und einer bestechenden Pegelfestigkeit auch im großen Hörraum über 40 Quadratmeter. 

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Fazit 

Onyko ICON P 80 M 80 Thorens TD 403 DD Gruppenbild1

Der Neuanfang von Onkyo ist mit der ICON-Serie mehr als gelungen. Das neue und frische Design,, das aber auch traditionelle Elemente enthält, und die gelungene Verarbeitung konnte uns auch in diesem Review wieder überzeugen. Auch innen ist der Aufbau für die Preisklasse gelungen, hervorzuheben ist, dass in beiden Komponenten die Netzteilsektion durch ein Abschirmblecht vom Rest der Elektronik getrennt ist, was störende Beeinflussungen, die der Klangqualität schädlich sein könnten, zu einem beträchlichen Teil verhindert. 

Die Onkyo ICON P-800, die Streaming-Vorstufe unseres Setups, ist in einer schwarzen sowie einer silbernen Farbvariante für 1.499 EUR im Handel erhältlich. Der ICON M-80 schlägt mit einer UVP von 1.599 EUR zu Buche.

Der Vorverstärker ICON P-80 bietet umfangreiche Streaming-Funktionen. wie zum Beispiel Spotify Connect, TIDAL Connect, Qobuz Connect, Amazon Music, Qplay und TuneIn. Ebenfalls stehen Bluetooth, AirPlay 2, Chromecast sowie das Roon ready-Zertifikat in der Ausstattungsliste. Zudem ist Dirac Live an Bord, Frequenzen zwischen 500 Hz und 20 kHz werden eingemessen. Optional kann der Kunde eine Vollversion erwerben. Als zweites, einfacheres Tool zur Einmessung der Lautsprecher und zur Nutzung der Room EQ-Funktion befindet sich Onkyos selbst entwickeltes System "Fidelity IQ" im Ausstattungsumfang.

In unserer Klangwertung lieferte die Vor-/Endstufenkombination von Onkyo einen vielschichtigen, differenzierten und authentischen Klang. Selbst kritische Stimmcharaktere konnte unser Testaufbau stets kontrolliert und natürlich umsetzen. Was uns ebenfalls positiv aufgefallen ist, selbst bei höherem Lautstärkepegel konnten wir bei unseren Testmustern keine starke Erwärmung der Gehäuse feststellen. 

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Elegant gestaltete, hochwertig verarbeitete HiFi-Komponenten mit umfangreicher Ausstattung und ausgezeichneter Klangqualität

Überragend 2024

Vor-/Endstufen Kombination bis 4.000 EUR
Test 30. April 2026

 

 

Test: Sven Wunderlich
Fotos: Philipp Kind, Sven Wunderlich
Redaktion: Carsten Rampacher
Datum: 30. April 2026

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