TEST: Hama TWS-Hörer Freedom Light - Guter Sound zum Kampfpreis von knapp 25 EUR?

Klang

Die eingebaute Freisprecheinrichtung entwickelt für den Gesprächsteilnehmer einen leichten Hall, zudem ist leichtes Rauschen zu vernehmen. Alles hält sich aber im Rahmen. Derjenige, der mit dem TWS von Hama agiert, nimmt den anderen Teilnehmer recht gut und sogar mit erstaunlich klarer Stimm wahr. Demnach sicherlich keine exellente, aber doch eine gute Freisprechfunktion, und für die Preisklasse deutlich mehr, als man erwarten darf.

Wir starten unsere Hörtestreihen mit "Live And Let Die" in der Version von Guns & Roses. Bedenkt man den sehr günstigen Kaufpreis, agiert der Freedom Light alles andere als schlecht. Klar, ein minimal blecherner Einschlag ist zu vernehmen, was aber zum Teil auch auf die nur durchschnittliche Qualität des Quellmaterials zurückzuführen ist. Die Stimme von Axl Rose trifft der Hama TWS deutlich besser els erwartet, das gilt auch für die Darstellung der E-Gitarre. Im Bassbereich ist teilweise eine gute Substanz vorhanden, teilweise erscheint uns das Gebotene als etwas dünn. Hier fährt der Freedom Light bei diesem Titel keine klare Linie. 

Es folgt "Land Of Confusion" in der Cover-Version von Disturbed. Hier müssen wir den Hut vorm Freedom Light ziehen - für gerade einmal 25 EUR macht er einen tadellosen Job und nervt den Hörer auch bei durchaus etwas höherem Pegel nicht mit unschönen Verzerrungen. Gut, der maximale Pegel ist nicht enorm hoch, was auch irgendwelchen Sicherheitsbestimmungen geschuldet sein mag, Fakt ist aber, dass (teurere) Konkurrenten noch etwas lauter spielen können. Aber - die maximal mögliche Lautstärke des Freedom Light reicht für fast alle Situationen vollkommen aus.

Was uns richtig gut gefällt: Der Tragekomfort. Natürlich hängt bei einer solchen Konstruktion vieles auch vom Ohr des Hörers ab - aber bei den normal großen "Durchschnittsohren" des Trägers aus unserer Redaktion klappt alles wunderbar. Die TWS drücken nicht, fallen aber auch nicht bei der kleinsten Kopfbewegung aus dem Gehörgang. Bedingt durchs sehr geringe Gewicht, kann man die Freedom Light auch gut und gerne den ganzen Tag tragen - und sogar der Akku reicht fast für eine Tages-Session. Denn volle 7 Stunden sind möglich, für ein so günstiges Produkt ebenso vorbildlich wie der Bluetooth 5.1 Standard, der für eine absolut zuverlässige Verbindung sorgt. Hier haben zahlreiche Konkurrenten viel mehr Probleme verursacht. Schnelles Koppeln, schneller Wechseln z.B. zwischen iPhone und MacBook - alles funktioniert zu 100 Prozent.

Der Kunde erhält zum kleinen Preis demnach kein unausgereiftes "Gurkenprodukt", sondern eine erstaunlich betriebssichere Lösung. Hama hat sich bilanzierend erfolgreich bemüht, ein wirklich gutes Produkt zu einem Preis anzubieten, den man sich auch in den jetzigen schweren Zeiten noch leisten kann.  Bei "Land Of Confusion", das sei abschließend erwähnt, hat uns der TWS wirklich überzeugt, auch dass er durchaus eine gewisse Dynamik entwickelt kann, ohne zu spitz oder zu aggressiv zu werden, sorgt für Zufriedenheit. 

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Weiter geht es mit der nächsten Cover-Version, diesmal "San Francisco" in der Variante von Darius & Finlay plus Tom Borijn. Und wieder gefällt der TWS von Hama, wenn auch nicht durch enorme Pegel, dann durch ein recht homogenes Gesamt-Klangbild mit einer natürlichen Darstellung. Dynamische Wechsel bekommt der Freedom Light gut hin, und auch die Stimme gibt er deutlich überzeugender wieder, als es die Preisklasse vermuten ließe. Der Bassbereich hat nicht sonderlich viel Fundament, ist dafür aber recht präzise und fügt sich gut ins tonale Gesamtbild ein. 

Bei "Don't You Worry" (Black Eyed Peas, Shakira, David Guetta) entwickelt der Freedom Light eine durchaus respektable virtuelle Bühne, kombiniert mit einer guten Stimmwiedergabe und einer aus all diesen Faktoren resultierenden lebendigen, durchaus gelungenen Gesamtwiedergabe. Immer wieder rufen wir uns in Erinnerung: 25 (!) EUR, der Marktpreis liegt mit rund 20 EUR noch niedriger. Da kann man wirklich zufrieden mit der Performance sein, wir hätten mit einer weitaus schlechteren Leistung gerechnet. Hier stellt sich eher die Frage, wieso mancher TWS der Liga 50 bis 60 EUR nur in so geringem Maße besser klingt als der Hama.

Wenden wir uns "You" von Ten Sharp zu. Hier werden nun mildere Töne angeschlagen, es geht "softer" und gefühlvoller zu. Der Freedmon Light agiert etwas verhalten, zurückhaltend, macht aber nichts Grundsätzliches falsch. Der Rhythmus kommt mit ordentlicher Impulstreue heraus, und auch Ten Sharps Stimme gliedert sich prima ein. Klar, man darf hier keine überaus facettenreiche vokale Präsenz erwarten, aber so manchen dynamischen Unterschied bei der Ausprägung des Gesangs holt der Hama-TWS-Hörer mit guter Treffsicherheit heraus. Auch hier können wir wieder sagen - fürs investierte Geld gibt es praktisch keine Kritik.

Und weiter geht es mit einem echten Klassiker der 80er Jahre: "Big In Japan" von Alphaville. Diesmal kein Cover, sondern der Originalsong. Und der Freedom Light lässt sich nichts vorwerfen, er spielt mit klar erkennbaren Konturen, und ist sogar in der Lage, diverse Wechsel im dynamischen Gefüge herauszuarbeiten. Die sehr spezielle Stimme arbeitet er ordentlich heraus. Nur manchmal wird der Sound etwas blechern, aber nie in einer Intensität, dass es ernsthaft stören würde. Die Räumlichkeit ist auch in Relation zur Preisklasse zu betrachten, demnach prima, absolut gesehen geht natürlich deutlich mehr. Das ist aber dann auch mit spürbar höheren Kosten verbunden. 

"Rhythm Devine" von Enrique Iglesias begleitet uns nun, und auch wenn etwas der "Pfeffer" fehlt, so agiert der Freedom Light doch ordentlich, indem er keine Anteile des Songs zu deutlich betont oder völlig benachteiligt. Der leicht blecherne Unterton ist, reizt man die mögliche Lautstärke aus, auch hier im Ansatz vorhanden. Aber dass ein TWS für knapp 25 EUR zahlreiche räumliche Strukturen korrekt erkennt und die Stimme gut von den Instrumenten trennt, ist alles andere als selbstverständlich. Für den normalen Alltagsgebrauch ist dieser sehr gut im Ohr sitzende TWS-Hörer defintiv eine treffende Wahl.

Beim Mega-Hit "Gangster's Paradise" des leider kürzlich verstorbenen Rappers Coolio schlägt sich der Freedom Light wieder erstaunlich gut. Gerade hier hätten wir gedacht, dass gerade das tieffrequente Fundament sich ins Nirvana verabschiedet. Aber nein, erstaunlich souverän trifft der Hama TWS hier zahlreiche Bassanteile auf den Punkt. Klar, es fehlt an Massivität beim Auftritt - aber bestimmt nicht so gravierend, dass man nicht doch für die gebotene Performance ein Lob aussprechen könnte. Auch Coolios Stimme kommt passend heraus, und bei diesem Track ist die Räumlichkeit wirklich überraschend gut. 

Fazit 

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Der Hama Freedom Light bietet zum Sparpreis eine tadellose Verarbeitung der In-Ears und des Ladecases. Die ordentliche Akkulaufzeit von bis zu sieben Stunden ist ebenfalls nicht zu beanstanden. Und klanglich leistet der TWS im sehr kompakten Case ohnehin mehr, als man für den Kaufpreis erwarten dürfte. Er spielt recht natürlich, teilweise sogar richtig lebendig, und überzeugt zusätzlich durch den sehr hohen Tragekomfort.

Preis-/Leistungs-Champion: Für nicht einmal 25 EUR stellt der Hama Freedom Light eine hervorragende Wahl dar
TWS-In-Ears bis 50 EUR
Test 27. Oktober 2022

Test und Fotos: Carsten Rampacher
Datum: 27. Oktober 2022

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