TEST: ELAC Debut 3.0-Regallautsprecher B5.3 - der perfekte HiFi-Einstieg für sensationelle 358 EUR Paarpreis
Klang

Unser Setup

Unsere Zuspieler:Unsere Zuspieler, hier geht es zu den Tests: Elac Alchemy Vor-/Endstufenkombination, Elac Discovery Musik-Server
Ein Regallautsprecher mit einem Stückpreis von deutlich unter 200 EUR - da ist die Erwartungshaltung naturgemäß gering. Wir waren aber bereits nach dem ersten Titel, "Moonraker" von Shirley Bassey, komplett erstaunt. Das, was diese kleine Box für wenig Geld an akustischer Reife offeriert, ist überragend. Shirleys Stimme punktet mit klaren Konturen und klingt auch bei gehobenem Pegel sehr angenehm. Wir waren skeptisch hinsichtlich der angebotenen Räumlichkeit, aber da haben wir nicht mit der D5.3 gerechnet. Sie kann mit einer wirklich guten räumlichen Tiefe sowie Weite dienen, und legt ihren Fokus auf eine gleichmäßige, homogene Ausleuchtung des Hörraums. Man sollte, was bei einer so kleinen Box auch nachvollziehbar ist, nicht zu weit wegsitzen vom kompakten Regal-Schallwandler, und die Box etwas in Richtung des Hörers anwinkeln. Dann sitzt man optimal im Sweet Spot und kann sich über einen reichhaltigen Klang freuen.
Kritisch, gerade bei preiswerten Lautsprechern, ist Sam Smiths "Writing On The Wall", unser zweiter Titel aus einem 007-Film. Die sehr anspruchsvolle Stimme verlangt nach teuren, sorgfältigst aufgebauten Boxen - eigentlich. Aber die kleine Debut-Alternative schlägt sich wacker und legt sich gerade bei der Darstellung der vokalen Präsenz von Sam wirklich überzeugend. Die Grundfacetten der Stimme werden prima übertragen, wirken authentisch. Die sich um die Stimme gruppierenden Instrumente werden ebenfalls nicht nur oberflächlich abgehandelt, sondern besitzen einen klaren, fundierten Auftritt.
Mit einer Vielzahl an Effekten ist "Resonance" von Boris Blank eigentlich perfekt geeignet fürs große Mehrkanal-Setup. Ein kleines 2.0 Lautsprecherset wirkt da eher unpassend - aber geht nicht, gibt's nicht, beweisen uns die schlicht-zeitlosen Debut-Lautsprecher. Sie nehmen das lebhafte Effekt-Aufkommen mit untadeliger Impulstreue zur Kenntnis und bringen das Ganze mit solidem Aufbau in den Hörraum. Die Effektstrukturen lösen sich dabei überraschend gut von den Chassis. Höhere Pegel sind bei diesem Track kein Problem - die kleine ELAC-Box löst dies souverän.
An ihre Grenzen, was die möglichen Lautstärken betrifft, gerät sie bei der Jungle Cruise Version von "Nothing Else Matters". Man darf sich nicht täuschen lassen, der Titel fängt recht verhalten und mit feinen, sensiblen Details an, schwingt sich aber später nach krassen Dynamiksprüngen zu einem klanglichen Feuerwerk der Sonderklasse auf. Hier sollte man nicht allzu laut hinsichtlich der Grundeinstellung hören, denn urplötzlich knallt es gewaltig. Wer hier richtig laut hören möchte, der sollte eine große, enorm belastbare Box verwenden.
Wie sauber ELACs kleiner Regal-Schallwandler mit Vocals umgehen kann, das beweist er bei "Gravestone" von David McKendry. So filigran und mit so guter Detaillierung haben wir eine komplexe Stimme noch nie bei einem so günstigen Lautsprecher gehört, und auch die Instrumente weisen eine hoch liegende Klarheit und akkurate Strukturen auch bei der Wiedergabe von Einzelheiten auf. Bei "Ain't No Sunshine" (Eva Cassidy) gelingt dem Debut 3.0-Lautsprecher auch bei einer weiblichen Gesangsstimme eine eindrucksvolle Darbietung, und die Box legt zudem eine richtig gute Dynamik an den Tag.
"Sounds Like A Melody" (Alphaville, 2019er Remaster) tritt wiederum sehr lebendig, sehr mitreißend auf, und wir staunen darüber, wie komplett, wie nahtlos dieses kleine Ding, was vor uns unschuldig auf zwei Stativen steht, im Hinblick auf eine geschliffene Klangqualität leisten kann. Selbst bei "Universal Nation" von Push versagt der Debut 3.0-Protagonist nicht und beeindruckt uns mit einem sauber getroffenen Kickbass. Das gesamte Fundament im tieffrequenten Bereich ist stets spürbar, auch bei gehobener Lautstärke wirkt der Bass noch glaubwürdig und standfest.
Konkurrenzvergleich

Q Acoustics 3010i: das Motto "Kleiner Preis, kleine Lautsprecher" (Marktpreis: circa 215 EUR/Stück) – verfolgt auch der britische Anbieter Q Acoustics. Und so liefern die kompakten 3010i auf Anhieb überraschend satten Sound. Insbesondere beeindruckt waren wir von dem Detailreichtum, den uns die Regalspeaker präsentiert haben. Auf keiner Klangebene gibt es eindeutige Schwächen – von dem Wunsch nach etwas mächtigerer Atmosphäre mal abgesehen, und hier kann die neue D5.3 tatsächlich vorbeiziehen, sie bietet einen üppigeren Klang auf, was uns immer wieder erstaunt. Insgesamt können wir aber auch über die elegante britische Box sagen: Solide Verarbeitung, prima Sound und ein tolles Preis-/Leistungsverhältnis.

Dali Oberon 3: Die Dali Oberon 3 (Paarpreise ab knapp 500 EUR) präsentiert sich auch nach mehrjähriger Bauzeit (Markteinführung Oberon: 2018) noch als kultivierter, sehr ausgewogener Regallautsprecher. Er erfreut das Auge mit klarem, nordischen Design und der fürs Geld hochwertigen Verarbeitung. Dali hat sich richtig Mühe bei der Entwicklung der Oberon-Baureihe gegeben. Das beweist auch die Oberon 3 wieder. Der große Hochtöner sorgt für viel Räumlichkeit und eine optimale Anbindung an den Mitteltonbereich. Die Holzfasermembran für den Tief-/Mitteltonbereich stellt einen erstaunlich souveränen, klaren Klang auch bei beträchtlicher Lautstärke sicher. Wer einen etwas größeren Hörraum gelassen beschallen lassen möchte, ist mit der hübschen Dänin auf dem Weg zu einer erfolgversprechenden Dauerbeziehung.
Fazit

Mit der neuen Debut B5.3 ist ELAC zweifelsohne ein überdurchschnittlich guter Lautsprecher gelungen. Hört man ihm zu, mag man kaum glauben, dass eine so hohe akustische Qualität für deutlich unter 400 EUR Paarpreis überhaupt möglich ist. Mit einem straffen und erstaunlich potenten Bass, einer ausgezeichneten Stimmwiedergabe, einer für die kompakten Abmessungen hervorragenden räumlichen Abbildung in Weite und Tiefe sowie mit einer untadeligen Pegelfestigkeit setzt die Debut B5.3 nicht nur Akzente, sondern die Messlatte im Einstiegsbereich für die Konkurrenz brutal hoch. Zudem ist der Schallwandler der legendären deutschen Lautsprechermarke auch noch richtig gut verarbeitet, und die schlichte Optik im minimalistischen Bauhaus-Stil sammelt weitere Punkte.
Exzellenter Lautsprecher zum verblüffend kleinen Preis - große Kaufempfehlung!

Regallautsprecher Einstiegsklasse
Test 25. November 2024
Test und Fotos: Carsten Rampacher
Datum: 25. November 2024
Tags: Debut • Elac • Lautsprecher













