TEST: Dali Zweiwege-Einbaulautsprecher Phantom H-80 R - Das Allroundtalent mit geringem Platzbedarf

Klangeindrücke

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Zuspieler

Zuspieler für die Testreihen waren der NAD M17 v2 AV-Prozessor und die NAD M28 Siebenkanal-Endstufe. Ausführliche Beschreibungen zu beiden Hochleistungs-Komponenten der Masters-Serie finden Sie in unserem Test zur Dali Phantom S-280

Die Komponenten der H-Serie sind ein wenig die Universalisten im Dali Einbaulautsprecher-Sortiment. So lassen sich die H-80 R hervorragend als Front-/LCR-Lautsprecher einsetzen, agieren aber ebenso gut als Surround-Komponenten oder Atmos-Speaker. Wir haben die vergleichsweise kompakten Komponenten in einem Gehäuse mit 25 Liter Innenvolumen gehört. Prinzipiell werden sie an der Wand befestigt und gewinnen so noch rund 3 dB an Tiefton-Gain hinzu, dies sollte man berücksichtigen.

Dali_Phantom_H80_R_setup

Setup

Wir starten daher gleich mit einem basslastigen Titel und merken an, dass die Tieftonperformance für ihre Größe auch in dieser Situation durchaus solide ist. Präzision, Struktur und Geschwindigkeit lassen sich auch so beurteilen und diesbezüglich müssen sich die H-80 R nicht verstecken. Im Gegenteil, sehr flink und impulstreu werden die Kickbässe umgesetzt. Und weil die Räumlichkeit bei Einbaulautsprechern häufig kritisiert wird, auch hier gleich die Entwarnung: Die elektronische Sphäre wirkt sehr weitläufig und offen. Zudem gelingt die Loslösung des Klanggeschehens vom Phantom-Lautsprecher ausgezeichnet und sämtliche akustischen Effekte sind frei im Raum platziert. Die Kulisse insgesamt wirkt sehr ausgewogen und harmonisch, auch bei höherem Pegel sind Mitten und Höhen absolut angenehm und laden zu ausgiebigen Hör-Sessions ein. Als sich nach knapp fünf Minuten ein weitläufiger Klangteppich entfaltet, setzen die H-80 R auch dies konsequent um und hüllen den Zuhörer in eine dichte Atmosphäre ein.

Bei einer derart präzisen und direktional nachvollziehbaren Platzierung von Effekten bietet sich auch "Way Down Deep" von Jennifer Warnes an. Erwartungsgemäß werden die Percussion-Elemente frei im Raum angeordnet und unterstreichen die sehr gute Räumlichkeit und Transparenz der kompakten Lautsprecher. Wie bereits bei anderen Komponenten der Phantom Einbaulautsprecher-Serie von Dali begeistern auch die H-80 R mit einer ausgezeichneten Loslösung des Klanggeschehens und einem tadellosen Abstrahlverhalten. Die Bühne ist sauber strukturiert, die Stimme steht zentral vor dem Hörer und auch hintere Ebenen wirken gut ausdifferenziert.

Wie gut die Phantom H-80 R in der Lage sind, eine charakteristische Stimmwiedergabe zu reproduzieren, zeigt Fats Domino's "Aint That A Shame" besonders eindrücklich. Die samtig-weiche Stimme des US-Amerikanischen Pianisten und Songwriters wird von den Einbaulautsprechern tadellos wiedergegeben. Aber auch die Eigenschaften des Saxophons kommen klar heraus. Die angenehmen Mitten und Höhen gelingen im Übrigen auch bei hohem Pegel. Ohnehin ein wichtiger Punkt, denn die H-80 R können beeindruckend laut, auch in etwas größeren Räumen, spielen, ohne dass sich das Klangbild eklatant verändert. Die höchsten Töne bleiben angenehm und auch die Mitten behalten ihre Gelassenheit.

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Schnell und komplex wird es mit "Fallen Leaves" von Billy Talent. Klar und mit leichter Schärfe geht es hier obenrum zu, das entspricht aber auch der Abmischung des Titels. Die Stimme ist wieder exzellent und wird nicht nur mit ihrem vollen Charakter erfasst, sondern steht wieder frei und zentral vor dem Zuhörer. Die Differenzierung einzelner Instrumente gelingt den H-80 R ebenfalls für die Preisklasse hervorragend, was bei der Komplexität und Geschwindigkeit keinesfalls zum Standardrepertoire gehört. Bei der Bassdrum des Schlagzeugs merkt man den Lautsprechern natürlich schon an, dass untenrum ein paar Dezibel fehlen. Der Gesamteindruck ist aber weiterhin sehr gut, insbesondere weil dank der sehr guten Räumlichkeit und exzellenten Stimmwiedergabe eine mitreißende, emotionale Atmosphäre entsteht.

"Desperado" von Diana Krall ist natürlich für die Phantom H-80 R kein leichter Titel, aber sie schlagen sich mehr als beachtlich. Wir kommen natürlich nicht umhin, wieder auf die Stimmwiedergabe einzugehen. Hier werden viele feindynamische Details der Jazz-Ikone erfasst und an den Zuhörer getragen, minimal fehlt die Prägnanz im oberen Bereich. Das Piano ist ein weiterer entscheidender Faktor bei diesem Titel und für nicht einmal 550 Euro pro Stück realisieren die universal einsetzbaren Einbaulautsprecher eine souveräne Klangtemperatur. Die Anschlagdynamik könnte etwas stärker herausgearbeitet werden, lässt sich aber in Ansätzen erkennen. Tadellos hingegen wieder die Offenheit und Transparenz der räumlich ausgeprägten Bühne. Stimme und Instrumente sind der Position im Raum eindeutig zuzuordnen, was den Komponenten auch eine sehr gute Performance als Effektlautsprecher bescheinigen dürfte.

Fazit

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Der Dali Phantom H-80R beeindruckt durch seine enorme Flexibilität und durch seine klangliche Kompetenz. Gepaart werden diese erfreulichen Eigenschaften mit einem fairen Kaufpreis. Damit eignet sich der Phantom H-80R für eine Vielzahl an Setups, von 2.0 oder 2.1 bis hin zu aufwändigeren Mehrkanal-Installationen. Der souveräne Klang des Einbaulautsprechers bleibt auch bei deutlich gehobenem Pegel erhalten, und die Räulichkeit ist über den gesamten Frequenzbereich überraschend intensiv ausgeprägt. Mit seinem tadellosen Detaillierungsvermögen und der hohen akustischen Gesamthomogenität kann man den Phantom H-80R auch Anwendern mit höheren Ansprüchen praktisch uneingeschränkt ans Herz legen.

Äußerst flexibel einzusetzender Einbaulautsprecher mit kultiviertem, lebendigen Klang
Ueberragend neu
Kompakt-/Einbaulautsprecher bis 1.500 EUR Paarpreis
Test August 2023

 

Test: Philipp Kind, Carsten Rampacher
Fotos: Philipp Kind
Datum: August 2023

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