TEST: Canton 3-Wege-Standlautsprecher Reference 5 GS - sensationelle akustische Leistung der Sonderedition

Klang

Wie sieht es mit den akustischen Fähigkeiten aus?

Canton Reference 5 Gs Setup 2

Die Reference 5 GS im Einsatz

Canton Reference 5 Gs Elektronik

Rotel Michi Vor-/Endstufenkombination mit zwei mächtigen Monoblöcken

Canton Reference 5 Gs Paar 3

Premium-Leistungen konnte die Reference 5 GS hinsichtlich der akustischen Eigenschaften realisieren

Desperado, Diana Krall: Hier freuen wir uns über die sehr schön herausgearbeitete Anschlagdynamik beim Klavier - gerade bei solchen akustischen Feinheiten merkt man den enorm aufwändigen Aufbau der Canton Reference 5 GS, die gegenüber der bereits exzellenten Reference 5, nochmals verbessert wurde. Sehr filigran, sehr realistisch, mit vorbildlicher Impustreue werden hier die akustischen Elemente umgesetzt. Natürlich ertönt auch Dianas Stimme mitreißend, das Rauchige und Melancholische ihres Gesangs kommen überragend heraus. Der Aufbau der gesamten räumlichen Kulisse gelingt auf kompromisslosem Spitzen-Niveau: Die Weitläufigkeit ist enorm, die gebotene räumliche Tiefe ebenfalls. Hier lässt sich die Canton Reference 5 GS so schnell nichts vormachen, und das Besondere an der GS-Edition sind die subtilen, feinen Konturen, gerade auch bei kleinen Impulsen, die nochmals besser herauskommen als bei der Reference 5. Der aufwändige Hochtöner der Canton Reference 5 GS macht sich natürlich besonders bemerkbar, seine Transparenz und Klarheit sind so gut, dass die Leistungen auch einem nochmals deutlich teureren Lautsprecher bestens zu Gesicht stehen würden. 

No Time To Die, Billie Eilish: Das Klavier zu Beginn wird erneut mit großartiger Feindynamik dargestellt. Das enorme vokale Spektrum von Billie kommt überwältigend heraus, auch kleine Zwischentöne werden berücksichtigt. Es ist wieder das hohe Maß an Feingliedrigkeit, gleichzeitig aber das entschlossene Vorgehen im Bassbereich - all dies beweist, mit wieviel Sorgfalt die Canton Reference 5 GS abgestimmt wurde. Immer sprechen wir von Nuancen, von Feinheiten - doch diese sind es, die so oft den Unterschied machen. Beinahe komplettes oder aber vollumfängliches Hören? Benachbarte Begrifflichkeiten, aber genau die kleinen Differenzen sind es, die die Canton Reference 5 GS so unglaublich gut machen. 

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Das "R" für Reference trägt dieser Lautsprecher absolut zurecht

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Natural Blues, Moby, Gregory Porter, Amythyst Kiah: Wir notieren einen überaus großer Reichtum an akustischen Facetten, alle Stimmen im Song kommen mit direkter, klarer, gefühlvoller Wiedergabe heraus. Die Trennung von Stimmen und Instrumenten gelingt hervorragend. Bestechend ist, dass der edle Lautsprecher auch bei wirklich hoher Lautstärke alles untadelig unter Kontrolle hat. Kein metallischer Einschlag bei der Stimmwiedergabe, kein Aufweichen akustischer Ebenen - alles bleibt transparent, durchhörbar, sauber aufgeteilt und tonal äußerst angenehm. Canton hat vor allem das Meisterstück vollbracht, wirklich frische, natürliche, extrem sauber aufgebaute Höhen zu realisieren, die aber zugleich immer räumlich dicht und tonal sehr angenehm auftreten. 

Oxygene, Part 1, Jean-Michel Jarre: Wir nehmen das Stück als enorm vielschichtig wahr, bis in die hinterste Ebene ist jedes akustische Element akkurat definiert - daraus resultiert eine schon extreme Impulstreue. Klare, aussagekräftige Höhen, ein enorm präziser Bass und überdurchschnittlich sauber auflösende Mitten verdichten sich wieder zu einem lückenlosen klanglichen Gesamtergebnis. Der Zuhörer ist umhüllt von fein dosierter Akustik, zugleich aber ist das Fundament absolut kraftvoll und immer komplett kontrolliert.

No Goodbye, Paul Kalkbrenner: Wir horchen auf: Ein sensationell harter, präziser Bass trifft auf eine exzellent eingearbeitete weibliche Stimme. Das dynamische Spektrum ist wiederum enorm breit, die Canton Reference 5 GS glänzen mit ihrem schnellen Ansprechverhalten und ein weiteres Mal mit der erstklassigen Pegelfestigkeit. "Laut" spielen auch andere Schallwandler, gerade in den preislichen Gefilden der Canton Reference 5 GS ist eine ausgezeichnete Pegelfestigkeit eigentlich eine Selbstverständlichkeit. Aber wie gelassen, wie klar und wie detailreich unser Testkandidat auch bei sehr hohen Lautstärken bei diesem Track noch zu agieren weiß, das ist schon eine Klasse für sich. 

Natürlich kommt für den finalen Test weiteres musikalisches Material hinzu.

Hier beginnen wir unsere akustische Reise mir Resonance von Boris Blank - und so gut haben wir diesen Titel fast noch nie gehört: Eine unglaublich feine Herausarbeitung aller Nuancen am Anfang, sämtliche akustischen Elemente werden impulstreu angeordnet und mit enormer Präzision verteilt. Während des gesamten Tracks beeindrucken uns die Reference 5 GS mit einem sehr weitläufigen, räumlich exakt gestaffelten Klang. Das Besondere an der Canton-Box ist, dass zum einen jedes klangliche Detail vollen Entfaltungsspielraum bekommt, auf der anderen Seite aber eine nahtlose, lückenlose, in sich geschlossene Akustik vernommen werden kann. "Detaillierte Harmonie", so kann man es perfekt umschreiben. Der Lautsprecher ist so gekonnt abgestimmt, dass er akustisch Elemente auf der einen Seite mit der nötigen Prägnanz herausarbeitet, auf der anderen Seite hat er aber eine smoothe, umgängliche Art an sich. Diese Eigenschaften, eigentlich fast gegensätzlich, erzeugen einen enormen Reiz, der durch die feinere Detaillierung und die authentischere räumliche Einarbeitung nochmals besser als bei der "serienmäßigen" Canton Reference 5 zur Geltung kommt. 

Beim Imperial March, John Williams, gespielt von den Wiener Philharmonikern lehnen wir uns zurück und genießen die enorm machtvolle Darbietung, die zu echter Gänsehaut-Atmosphäre führt.  Es entsteht ein enorm weites dynamisches Spektrum, innerhalb dessen alle Instrumente gleichermaßen exakt herausgearbeitet werden. Man kann die Position eines jeden Mitglieds des Orchesters ausmachen, zugleich aber tritt das Orchester kraftvoll und fundiert als Ganzes auf. Der schon eben beschriebene Charakter der Reference 5 GS kommt hier wieder bestechend heraus, und die komplette Akustik wirkt ungemein plastisch, wie greifbar. Auch kleine Klangeffekte verteilen sich frei, aber immer mit präziser Wirkung im Hörraum.

Immer wieder gern genommen wird von uns "Nothing Else Matters", in der Jungle Cruise-Version (Metallica, John Newton Howard. Hier spielen die Reference 5 GS ein weiteres Mal ihre Trümpfe aus. Sie erfassen jedes neu hinzugekommene musikalische Element mit äußerst klarer Kontur und arbeiten es fließend ein. Alle Dynamiksprünge erfolgen klar, nachdrücklich, aber zugleich absolut kontrolliert. Der Aufbau hat einen grandiosen Nachdruck und ein überragendes Volumen. So entsteht nicht einfach eine sehr gute Wiedergabe, sondern ein umfangreiches, detailliertes Klangpanorama - und der Reference 5 GS stellt unter Beweis, dass es sicherlich noch Lautsprecher gibt, die weitere Evolutionsstufen bezüglich Gesamtdynamik, Detailreichtum und räumlicher Finesse aufbieten können. In den Preisgefilden, in denen sich der Reference 5 GS Standlautsprecher aufhält, ist dies aber kaum noch vorstellbar. Anders ausgedrückt: Akustischen Luxus zum extrem fairen Preis ins Haus holen - mit diesem Lautsprecher funktioniert das hervorragend, und er spielt auch an teurer, exklusiver Elektronik grandios auf. 

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Wir wechseln den musikalischen Stil komplett und nehmen uns nun "Universal Nation" von Push vor - damit dringen wir ein in die Atmosphäre massiver Kickbässe und in den Raum vordringender elektronischer Effekte All dies ist kein Problem für die Reference 5 GS: Eine enorme Weitläufigkeit, ein satter, durchsetzungsfähiger Bass, der immer vollumfänglich präzise bleibt, auch bei abnormalem Pegel, verdeutlichen dies. Zudem werden sämtliche elektronischen Effekte weit und impulstreu in den Hörraum geschleudert. "Universal Nation" ist wieder ein Track, den man nicht nur hört, sondern zu dessen Bestandteil mann wird. Musik erleben, in der Musik versinken - das geht mit der Reference 5 GS auf beeindruckende Art und Weise.

Und wie sieht es mit "Land Of Confusion" in der Cover-Version von Disturbed aus? Fetzig, extrem hart, dabei kompromisslos kontrolliert: Die Reference 5 GS lässt keine Sekunde auch nur den Hauch eines Zweifels daran, dass erneut eine kompromisslos erstklassige Vorstellung durchstartet, die auch bei sehr hoher Lautstärke nie zu metallisch wird. Trotzdem sind die E-Gitarren mit der nötigen Härte und mit dem nötigen Nachdruck versehen, auch die gewollte Aggressivität in den Vocals bleibt nie außen vor. Das ist eben das besondere Können der Reference 5 GS: Dem Musikstück genau die Energie geben, die es braucht, dies aber immer, auch bei sehr hohen Lautstärken, auf kontrollierte Art und Weise zu tun. 

Konkurrenzvergleich

Wharfedale Elisian 3 Gruppenbild Ohne Abdeckungen

Wharfedale Elysium 3: Fein, mit überwältigender Auflösung, agiert der AMT-Hochtöner, und überhaupt sind die Elysium 3 für Freude einer filigranen, zugleich aber fundierten Darstellung besonders gut geeignet. Ein idealer Lautsprecher für eine Kette, in der ein Plattenspieler enthalten ist, denn dieses leicht Warme, Feine, Charismatische einer Platte arbeiten die Elysian vortrefflich heraus. Mit ihrem Kaufpreis, der sie als Highclass-Schnäppchen kennzeichnet, der edlen Optik und der hervorragenden Verarbeitung sind sie ein ernstzunehmender Konkurrent. Das nochmals Entschlossenere, absolut Fulminante und die abnormale Pegelfestigkeit sind das, was die Reference 5 GS auszeichnet.

Dali Rubikore 8 Ohne Abdeckung Links

DALI RUBIKORE 8: Ein weiterer Konkurrent ist die RUBIKORE 8, die wie auch die Reference 5 GS sehr ausgewogen und klar klingt. Mit dem genialen Hybrid-Hochtonmodul, das durch exzellente Impulstreue bei sehr hohen Frequenzen (durch das Bändchen) ebenso punkten kann wie durch eine hervorragende Anbindung an den Mitteltonbereich (durch die recht große Kalotte), zeigt sich die RUBIKORE als bestens gerüstet. Sie ist zudem pegelfest, sehr hochwertig verarbeitet und freundet sich mit praktisch jedem Musikstil an. Ihren Mehrpreis rechtfertigt die Reference 5 GS durch das nochmals einheitlichere akustische Gesamtbild, die nochmals höhere Pegelfestigkeit und die Eigenschaft des diamantbeschichteteten  Hochtöners, auch bei enorm hohem Pegel noch souverän zu bleiben und nicht einmal im Ansatz aggressiv zu werden. Bereits die Rubikore 8 agiert hier auf hohem Level, der teurere Reference 5 GS Lautsprecher beweist aber hier, dass er seinen Mehrpreias auch wert ist. 

Canton Reference 5 Seitlich Von Vorne

Canton Reference 5: 800 EUR weniger kosten die Reference 5 im Vergleich zur Reference 5 GS-Edition, die unter anderem mit nochmals optimierter Frequenzweiche und einem diamantbeschichteten Hochtöner aufwarten kann. Unserer Meinung nach ist der Mehrpreis gut investiertes Geld, wenn es auch Canton nicht freuen mag, dass sich die Reference 5 GS mit ihrer über alle Maßen imponsanten Darstellung des Hochtonbereichs innerhalb der Reference-Serie gnadenlos die größeren Lautsprecher vornimmt. Gut,. wer einen Hörraum um die 50 Quadratmeter besitzt, ist natürlich  mit einer (deutlich teureren) Reference 3 oder Reference 2 besser bedient. Wer aber einen Hörraum bis rund 35 Quadratmeter nutzt und auf feinste, kristallklar, aber nie scharf vorgetragene Details im Hochtonbereich und auf absolute akustische Homogenität schwört, liegt bei der Reference 5 GS genau richtig. 

Fazit

Canton Reference 5 Gs Paar 4

Was für eine Leistung: Der Canton Reference 5 GS Standlautsprecher ist, gerade wenn man noch den für diese Leistungsfähigkeit als günstig zu bezeichnenden Kaufpreis mit einkalkuliert, ein absoluter Volltreffer. Edle Optik, vorzügliche Verarbeitung und eine über alle Maßen aufwändige, moderne Technik ergänzen sich zu einem vortrefflichen Gesamtbild.

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9.600 EUR sind zwar auf den ersten Blick viel Geld für ein Paar Lautsprecher, dieser Eindruck relativiert sich aber schnell, wenn man sieht, was man für seine Investition bekommt: Diese hochwertigst verarbeiteten, gerade in der Farbe Sand bildschönen Standlautsprecher sind der Luxusklasse näher als den bürgerlichen Preisgefilden. Man kann ohne jedes Problem eine 15.000 EUR-Elektronik an diesen Schallwandlern betreiben, ohne dass die Canton Reference 5 GS dann auch nur kleine Teile des Könnens unterschlagen, das die leistungsstarken Komponenten bereitstellen.

Gerade der diamantbeschichtete Hochtöner ist eine Klasse für sich, aber auch die enorm hohe Harmonie im Klang sowie die überragende Plastizität wären in die Waagschale zu werfen. Insgesamt dürfte es schwerfallen, auch für ein oder zwei tausend Euro mehr bessere, integrativere und homogener sowie im Hochtonbereich klarer aufspielende Schallwandler zu finden. 

Die Reference 5 GS ist eine Kampfansage an die Konkurrenz: Akustisch unglaublich detailreich, dynamisch und angenehm
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Standlautsprecher
Test 28. Oktober 2025

Test und Fotos: Carsten Rampacher
Datum: 28. Oktober 2025

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