TEST: beyerdynamic AVENTHO 200 - exzellent klingender Over-Ear-Bluetooth-Kopfhörer mit ANC
Tragekomfort

Hoher Tragekomfort ist eine Stärke des Kopfhörers

Bequemes Kopfband, oben befindet sich ein beyerdynamic-Schriftzug
Der AVENTHO 200 sitzt sehr bequem auf dem Kopf des Trägers. Das Gewicht des Hörers stört nie, und dank der ausgezeichneten Ohrpolster und dem bequemen Kopfband kann man den AVENTHO 200 auch längere Zeit problenlos tragen. Das Material der Ohrpolster ist zwar nicht extrem atmungsaktiv, neigt aber auch nicht dazu, ein starkes und daher unangenehmes Schwitzen hervorzurufen. Mittels des Verstellmechanismus lässt sich der AVENTHO 200 gut auf die Kopfgröße des Trägers einstellen.
Freisprecheinrichtung
Die eingebaute Freisprecheinrichtung des AVENTHO 200 ist hervorragend. Beide Gesprächsteilnehmer loben die Klarheit bei der Stimmwiedergabe und die exzellente Rauscharmut. Auch störender Hall ist nicht vorhanden, die ganze Auslegung ist authentisch und lebendig. Eine erstklassige Leistung, da es auch nicht zu Artefakten kommt, die den Klang dann für kurze Zeit abgehackt erscheinen lassen. Zudem werden Nebengeräusche bei der Person, die mit dem AVENTHO 200 telefoniert, sehr gut unterdrückt.
ANC/Transparenzmodus
Die aktive Geräuschunterdrückung und auch der Transparenzmodus, der bewusst den Präsenztonbereich durchlässt (sodass man zum Beispiel am Flughafen oder am Bahnhof wichtige Durchsagen nicht verpasst) arbeiten hervorragend. Wer komplett seine Ruhe haben möchte, wählt Stufe drei bei der ANC, und wer wirklich keine wichtige Information verpassen möchte, nimmt die dritte Stufe beim Transparenzmodus. Rauschen ist praktisch vollkommen abwesend, selbst auf den höchsten Stufen. Zudem wird der Klang nicht unangenehm verfälscht, sondern bleibt klar und natürlich.
Klang Musik
Zunächst schalten wir den EQ aus und hören "Ain't No Sunshine" von Eva Cassidy. Sehr fein, mit sauberem räumlichen Aufbau, kommt das Stück heraus. Evas Stimme entfaltet eine sehr unmittelbare, dynamische Wirkung. Exzellent gelingt der Aufbau einer nachvollziehbaren Bühne, und über den gesamten Frequenzbereich detailliert der Kopfhörer für seine Preisklasse hervorragend. Die Konturen der einzelnen Instrumente sind akkurat gezogen, und besonders auch das Klavier überzeugt durch eine tadellos getroffene Temperatur und durch ein feines Herausarbeiten der Tastenanschläge.
"Till Tomorrow" (Till Brönner & Yello) klingt bei ausgeschaltetem EQ sehr ausgewogen und detailreich. Wer noch etwas mehr Schub unten herum möchte, und vielleicht eine noch etwas klarerer Höhendarstellung, dem empfehlen wir, hier selbst aktiv zu werden und sensibel zu optimieren, anstatt eines der vorgefertigten EQ-Programme zu verwenden. Der AVENTHO 200 schafft es auf jeden Fall, Tills Trompete mit viel Feingefühl zu präsentieren, und trotz des kräftigen Basses bekommt die Trompete stets die ihr zustehende Bühne eingeräumt. Dass der Bass andere akustische Elemente überlagert, kommt nicht vor - es sei denn, man erstellt eine absolut schräge EQ-Kurve, die nur auf die Basswiedergabe fixiert ist. Die vokalen Elemente im Titel holt der Kopfhörer gekonnt heraus und sorgt für eine in sich schlüssige Darstellung aller akustischen Komponenten des Titels.
"Resonance" von Boris Blank beginnt mit teils subtilen, teils raumfüllenden Bass- und Effektsequenzen. Der AVENTHO 200 beeindruckt uns durch seinen ausgeprägten Tiefgang und seine damit verbundene Fähigkeit, auch tief nach unten reichende, unterschiedliche Basselemente und Basstrukturen noch einwandfrei zu trennen. Seine Räumlichkeit, das zieht sich wie ein roter Faden durch den Test, findet ein weiteres Mal unsere volle Zustimmung. Zudem addiert der Kopfhörer in praktisch jedem Frequenzbereich alle klanglichen Einzelheiten zu einem homogenen, runden Gesamterlebnis zusammen, ohne dass es je zu monoton oder akustisch verwaschen wirkt. Alles wird mit Präzision dargestellt, und Unterschiede in der dynamischen Ausprägung des Titels pariert der Heilbronner Kopfhörer mit hervorragender Impulstreue.
Wir setzen mit dem "Imperial March" (John Williams, Star Wars, gespielt von den Wiener Philharmonikern) unsere Klangtestreihen fort. Leider begrenzt der AVENTHO 200 etwas zu früh automatisch den maximalen Pegel. Das Gebotene reicht zwar aus, und ist für die Gesundheit des Gehörs sicherlich gut, aber noch etwas mehr wäre schön. Vermutlich aber gibt es bestimmte Richtlinien, denen immer mehr Hersteller genau folgen. Ansonsten überzeugt uns der AVENTHO 200 auch bei diesem Musikstück auf ganzer Linie. Die gebotene Räumlichkeit ist einmal mehr ausgezeichnet, und jede Instrumentengruppe ist innerhalb des Orchesters klar zu orten. Die orchestralen Einsätze kommen mit Nachdruck heraus, und dynamische Differenzen werden naturgetreu wiedergegeben.
Wer mag, kann auch hier im Bass- und Hochtonbereich leichte Anhebungen einsetzen, sollte aber aufpassen, dass die exzellente Gesamtharmonie, die wir bei der Disturbed-Version von "Land Of Confusion" hören, nicht zerstört wird. Harmonie bei diesem Track? Das werden sich jetzt manche fragen. Viel wichtiger ist hier doch, die E-Gitarren fetzig und die Vocals mit dem nötigen Schuss Aggressivität darzustellen. Aber das kann der AVENTHO 200 hervorragend - keine Sorge. Trotzdem aber stellt er dieses Nervende, zu Harsche wirkungsvoll ab, das die Freude an diesem Titel bei zahlreichen Konkurrenten mit Erfolg verhagelt. Der beyerdynamic managt alles souverän und gelassen, zudem überzeugt der tieffrequente Unterbau absolut.
Wir beenden unsere Musik-Testreihen mit "Head Above Water" (twocolors, Safri Duo, Chris de Sarandy) und hören uns mal an, wie der AVENTHO 200 mit aktuellem Dance/Electronic-Material zurechtkommt. Und er setzt auch hier Akzente - man muss rein gar nichts machen, lässt den EQ ausgeschaltet und freut sich schon über einen druckvollen, echt wirkenden Bass, der nie die Synthesizer-Passagen oder die Vocals überdeckt. Den schnellen Rhythmus handhabt der Kopfhörer immer ohne jede Schwierigkeit, und auch beim letzten Musik-Testbeispiel liefert der AVENTHO 200 aus räumlicher Sicht wieder eine überragende Vorstellung ab.
Klang Hörbuch
Wir lauschen dem Sylt-Krimi "Schönes Geld" von Gabi Jacobi, gelesen von Lina Syren und Joshua Seelenbinder. Hier kann man sich je nach Geschmack entscheiden, was die EQ-Kurve angeht. Wir haben uns für "Sprache" entschieden - anfangs hatten wir Befürchtungen, dass dann die Stimme der Vorleserin zu dominant und vielleicht mit etwas zu viel Schärfe ertönt - aber diese Vorbehalte sind schnell aufgeräumt. Eine lebendige, klare, zugleich aber auch angenehme Stimmwiedergabe weiß auch beim längeren Hören zu gefallen. Wer eher zurpckhaltend lange zuhören möchte, kann noch den Modus "Sanft" ausprobieren.
Klang Filmton
Wir verfolgen das Geschehen des Action-Movies "Heads Of State" ab Laufzeit 25 Minuten und nutzen unseren selbst erstellten "Movie"-EQ mit etwas betontem Bassbereich. Zunächst lauschen wir einem hitzigen vokalen Schlagabtausch zwischen dem britischen Premierminister und dem US-Präsidenten. Die stimmtypischen Charakteristika arbeitet der AVENTHO 200 außergewöhnlich realistisch heraus. Der Music Score kommt sehr gut zur Geltung. Dann wird die Air Force One des US-Präsidenten von Innen und von Außen angegriffen. Im Inneren der Boeing 747 kommt es zu einer Schlägerei, kurz darauf erfolgt der Angriff von außen. Der AVENTHO 200 behält bei allen Effektkombinationen den akustischen Überblick, daher wird der Kampf in der Luft zu einem echten Ereignis. Dynamische Unterschiede kommen sehr gut heraus, und parallel stattfindende Effekte differenziert der Kopfhörer sauber auseinander. Exzellent gefällt uns der druckvolle, zugleich präzise Bass und das sehr gute räumliche Gefühl. Die Schüsse aus den Maschinengewehren an der Präsidentenmaschine kommen glaubwürdig heraus, das gilt auch für die Explosionen an Bord der Air Force One. Das Stimmengewirr innen, die Raketen außen - wieder schlägt sich der AVENTHO 200 ausgezeichnet und agiert impulstreu bei der jeweiligen Veränderung der dynamischen Verhältnisse. Die Detaillierung ist tadellos, trotz "großer" Effekte werden auch andere, kleinere akustische Vorkommnisse nicht vernachlässigt, sondern zuverlässig ins Gesamtgeschehen eingebunden. Daher unser klares Fazit: Der AVENTHO 200 eignet sich auch für die Filmtonwiedergabe hervorragend.
Konkurrenzvergleich

Teufel Real Blue NC3: Aktuell für exakt 179,99 EUR zu haben (Stand 26. Januar 2026), stellt der Over-Ear-Kopfhörer der Berliner Soundexperten eine gute Wahl dar. Sein Finish ist wirklich tadellos, im direkten Vergleich tritt der AVENTHO 200 aber edler auf und überzeugt mit noch besserer Materialqualität. Was die Akkulauftzeiten angeht, lässt sich der Teufel-Kopfhörer nichts vormachen: Bis zu 59 Stunden mit ANC und bis zu 98 Stunden ohne ANC sind herausragende Werte, die wir nur vollumfänglich loben können. Bluetooth ist beim Teufel in der Version 5.3 an Bord, und als maximal Reichweite für die BT-Übertragung gibt Teufel 20 Meter an (beyerdynamic: 15 Meter). Der Real Blue NC3 bietet, ähnlich wie der AVENTHO 200, eine Freisprecheinrichtung, die vom Teufel-eigenen System Dynamore Call unterstützt wird, aber nicht an die Qualität der beyerdynamic-Freisprecheinrichtung heranreicht. Google Fast Pair, Microsoft Swift Pair und eine Schnellladefunktion sind weitere Ausstattungsmerkmale. Anstatt eines einfachen Beutels wie bei beyerdynamic liefert Teufel ein richtiges, attraktives und akkurat verarbeitetes Case mit, in dem man den Real Blue NC3 Platz sparend zusammenfalten kann. Er ist gleich in drei Farben zu haben (Night Black, Steel Blue, Silver White) und wird mittels der praxisgerechten Teufel Go App gesteuert. Während der AVENTHO 200 jeweils drei Stufen bei ANC und Transparenzmodus anbietet, kann man die Modi bei Teufel nur ein- uns ausschalten. Dafür liefern die Berliner einen Konversationsmodus mit, bei dem die Medienlautstärke verringert wird, und Umgebungsgeräusche besser hörbar sind. Insgesamt lassen sich ANC und Transparenzmodus beim AVENTHO 200 gut justieren und praxisgerecht einstellen. Die Wirkung ist auch beim Teufel-System überzeugend, aber der AVENTHO 200 ist hier noch minimal besser aufgestellt. Zahlreiche DSP-Betriebsarten/EQ-Kurven bringt auch der Teufel-Kopfhörer mit, es gibt allerdings nur ein Preset für eigene Justagen (3 Stück beim beyerdynamic). Klanglich agiert der Real Blue NC3 homogen und klar, auch die Räumlichkeit und die Stimmwiedergabe überzeugen. Hier ist er trotz des niedrigeren Preises dem AVENTHO 200 sehr nahe - letztere bietet nur eine etwas umfangreichere Detaillierung.

Technics EAH-A800: Der Over-Ear-Kopfhörer mit 40 mm-Treibern, wahlweise in Graphit-Schwarz oder Dolomit-Silber verfügbar, ist bereits längeren Zeit auf dem Markt und zu sehr fairen Marktpreisen ab gut 250 EUR zu finden. Ursprünglich rund 350 EUR kostend, bekommt man nach wie vor einen ausgesprochen überzeugenden Bluetooth-Over-Ear-Kopfhörer mit ANC fürs investierte Geld - der sich zudem sehr Platz sparend zusammenklappen lässt. Ein passendes Case ist im Lueferumfang enthalten. 2022 in unserem damaligen Test schnitt der Kopfhörer, der über 8 Mikrofone verfügt, extrem gut ab, und nach wie vor kann man ihn sehr empfehlen. Die exzellente Freisprecheinrichtung gehört auch heute noch zum Besten, was wir kennen. Hier agiert der EAH-A800, von dem für Vergleiche immer noch ein Exemplar bereitliegt, nach wie vor mit an der Spitze. Der Klang ist authentisch und klar und schlägt sich tadellos im Vergleich zum AVENTHO 200 - der aber noch ein wenig mehr Druck und Struktur im Bassbereich zustande bringt und zugleich noch ein wenig feiner auflöst. Hier zeigt sich eben, dass die Zeit nicht stehen bleibt. Der EAH-A800 ist nicht ganz so hochwertig verarbeitet wie der beyerdynamic-Konkurrent, ist aber weit davon entfernt, als unsolide oder klar klapprig eingestuft zu werden.Die Technics App zur Steuerung ist ausgesprochen reichhaltig mit Features bestückt. Bluetooth Multipoint ist integriert, und maximal 50 Stunden Akkulaufzeit sind auch heute noch ein sehr respektabler Wert. Der EAH-A800 unterstützt zudem LDAC und kann daher auch HiRes-Audiodateien entgegen nehmen. Technics spendiert dem Over-Ear-Headphone zudem zwei unterschiedliche Interaktionsmodi - den "Natural Ambient Mode" und den "Attention Modus". Ersterer ermöglicht die Wahrnehmung auf sämtliche Umgebungsgeräusche selbst dann, wenn man Musik hört oder telefoniert. Der "Attention Modus" hingegen reduziert störende Geräusche in einem spezifischeren Frequenzbereich und erleichtert die Kommunikation mit anderen Personen. In der Technics Audio Connect App, die zur Steuerung verwenndet wird, kann man Noise Cancelling- und Sound Settings individuell einstellen, auch den verlegten Kopfhörer kann man damit wiederfinden.

Mackie MC-60 BT: Für rund 240 EUR wechselt der Mackie MC-60 BT den Besitzer. Mit Bluetooth 5.0 inklusive aptX-HD ist er ebenso ausgestattet wie mit der MIS genannten aktive Breitband-Geräuschunterdrückiung von Mackie. Dank der tadellos gepolsterten Ohrmuscheln sitzt der MC-60BT ausgesprochen komfortabel auf dem Kopf des Trägers. Er lässt sich auch gut an die Kopfform des Trägers anpassen. 35 Stunden ohne und 32 Stunden mit ANC sind mittlerweile nur durchschnittliche Akkulaufzeiten, hier merkt man, dass der Mackie schon länger auf dem Markt ist. Das mitgelieferte Transportcase kann mit ordentlicher Verarbeitung punkten. Außen an den Hörmuscheln befinden Touch-Bedienflächen, eine App zur Steuerung gibt es nicht. Der Transparenzmodus hält nicht ganz das Level der Konkurrenz, da Umgebungsgeräusche ein wenig dumpf klingen. Die ANC arbeitet gut bis sehr gut, der Sound gefällt durch ein hohes Maß an Facettenreichtum und einen exakten Bass.
Fazit

Der beyerdynamic AVENTHO 200 begeistert uns im Test vor allem dadurch, dass er sich keine Schwächen leistet. Er ist hervorragend verarbeitet und sitzt ausgesprochen bequem auf dem Kopf des Trägers. Zudem lässt er sich tadellos auf die Kopfgröße einstellen und besitzt ein sehr gut gepolstertes Kopfband. Die App-Steuerung funktioniert absolut problemlos und bietet sinnvolle Einstellungsoptionen.
Sowohl der ANC- als auch der Transparenzmodus leisten überzeugende Arbeit und belasten das Klangprofil des Kopfhörers in keinster Weise. Die Freisprecheinrichtung reiht sich hier nahtlos ein und beeindruckt auch durch Klarheit bei der Stimmdarstellung und extrem geringes, fast gar nicht zu merkendes Rauschen. Dass die Akkulaufzeiten hervorragend sind, ergänzen wir gerne noch.
Klanglich muss man meist nicht einmal irgendeine der vorprogrammieren EQ-Kurven aus der App verwenden und ebenfalls keine eigene EQ-Kurve erstellen. Wenn man den EQ auslässt, beeindruckt der AVENTHO 200 durch sein enormes klangliches Potential. Räumlich dicht, klar, mit enormer Auflösung, und einem druckvollen, präzisen Bassbereich schiebt er sich in den Vordergrund.
Mit seiner Auslegung eignet sich der Kopfhörer auch hervorragend für Gaming oder den Filmgenuss, ebenso das Anhören von Hörbüchern. Sind in Spezialfällen dann gewisse klangliche Parameter etwas hervorzuheben oder abzusenken, kann man sich auch bis zu drei eigene EQ-Kurven generieren.
Erstklassiger Bluetooth-Over-Ear-Kopfhörer mit hervorragendem Klang und hohem Tragekomfort

Bluetooth-Over-Ear-Kopfhörer mit ANC bis 300 EUR
Test 04. Februar 2026
Test und Fotos: Carsten Rampacher
Datum: 04. Februar 2026
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