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TEST: Apple iPhone 12 Pro Max - Mit Modellpflege auf den Spitzenplatz?

Modellpflege deluxe: Die Smartphone-Erfinder wollen mit dem neuen Flaggschiff wieder den Referenzthron erklimmen, doch die Konkurrenz ist stark. Schon gewusst? Das iPhone gilt als der meistverkaufte Technikgegenstand aller Zeiten. Über eine Milliarde iPhones gingen schon über die Ladentische – eine Erfolgsgeschichte für sich. Allerdings nutzt nur noch jeder fünfte Smartphone-Nutzer ein Apple-Gerät. Das reicht aber aus, den Löwenanteil an Apple-Umsätzen zu generieren. Das iPhone ist somit das Zünglein an der Waage, wenn es um das Überleben des Konzerns geht. Aber mal ehrlich: Wie häufig wurde schon das Ende von Apple prognostiziert? 

iPhone 12 Pro Max

Das iPhone 12 ist optisch nahezu identisch mit dem kantigen Vorgängermodell, sodass die Macher die Chance verpasst haben, dem Display noch etwas mehr Fläche zu verschaffen, denn der Frontkamera-Notch nimmt erneut viel Platz ein. Andere Hersteller lösen das in der Spitzenklasse besser, indem sie die Selfie-Cam komplett ins Display integrieren.

Dennoch sieht das Apple iPhone 12 Pro Max wieder kompromisslos hochwertig aus. Geschützt wird der Rahmen durch die neueste Glas-Generation mit der PR-Bezeichnung „Ceramic Shield“, die auch IP68 zertifiziert ist. Diese Verbindung aus Keramik und Glas soll zudem wesentlicher kratz- und bruchresistenter sein als bei den Vorgängermodellen – ausprobiert haben wir das aber besser nicht.

Eine kleine Revolution gibt es beim üppigen 6,7 Zoll Display, denn erstmals kommt die OLED-Technologie von BOE zum Tragen – und das sieht man auch, denn die Farbwiedergabe knallt regelrecht. Durch eine satte Auflösung von 2.778 x 1.284 Pixeln ist auch um die Schärfe (458 ppi ) und Ablesbarkeit bestens bestellt – bei dieser Preisklasse darf man auch nichts anderes erwarten. Da zudem die Helligkeit mit 838 Candela pro Quadratmeter überzeugt, sollte also alles bestens sein. Nicht ganz, denn während die Konkurrenz ihre Flaggschiffe mit mindestens 90 Hz aufgerüstet hat, bleibt es beim iPhone bei müden 60 Hz. Das ist verwunderlich, zumal beim iPad bereits 120 Hz möglich sind. Es ist also immer noch viel Spielraum nach oben.

Kamera

Rein optisch hat sich kamera-technisch nichts getan. Drei mächtige Linsen plus LED-Blitz ragen auf der Rückseite hervor. Das 12-MP-Trio setzt sich aus Weitwinkel, Ultra-Weitwinkel, zweifach optischer Zoom und dem LiDAR-Sensor zusammen. Letzteres misst mit Lasertechnologie Abstände und unterstützt so den Autofokus. Aufgebohrt wurde vor allem die Hauptlinse, denn durch den deutlich größeren Sensor ist die Lichtempfindlichkeit um 87 Prozent besser als beim Vorgängermodell. Der Bildstabilisator ist on top sensorbasiert, sodass Bewegungen noch besser ausbalanciert werden – ein echtes Profi-Tool.

Foto bei Nacht

Im Praxistest wird sofort klar, dass der Knipser ein genialer Allrounder ist, der seine qualitativen Stärken vor allem ausspielt, wenn schwache Lichtverhältnisse einsetzen. Hier zeigt die Kamera den meisten Konkurrenten die Rücklichter. Aus der Hüfte gelingen scharfe und natürlich ausgeleuchtete Fotos, die sich mit einem geschulten Auge nachträglich nochmals effektvoll aufpeppen lassen. Wer es besonders professionell mag, nutzt dafür das flexible RAW-Format. Da auch die Ausstattung alles Relevante bietet, erhalten Käufer nicht nur ein Telefon, sondern ohne Wenn und Aber eine vollwertige Kamera.

Panorama-Aufnahme

Noch besser ist sogar der Camcorder. Bis zu 4K-Auflösung sind bei 60 fps (Bildern pro Sekunde) plus HDR und Dolby Vision möglich. Das dicke Plus bei Videoaufnahmen ist aber vor allem die clevere Software, die bei Schwachlicht dem Kameramann gezielt unter die Arme greift. Die Ergebnisse sind schlichtweg fantastisch. Vermutlich ist dieser Smartphone-Camcorder der aktuell beste auf dem Markt.

Home-Screen

Widgets News, Wetter, Kalender

Viel Luxus gibt es auch bei den Datenschnittstellen, denn neben 5G wird auch das brandaktuelle Wifi 6 unterstützt und die maximale LTE-Geschwindigkeit liegt bei 1.200 Mbit/s – mehr geht aktuell nicht. Erstmals ist zudem sogar Dual-SIM-Betrieb möglich, wobei aber die zweite nur virtuell als eSIM arbeitet. Erweiterbar ist der interne Speicherplatz traditionsgemäß zwar nicht, doch dafür haben Käufer die Wahl zwischen 128 GB, 256 GB oder 515 GB. Empfehlenswert sind allerdings mindestens 256 GB, damit das iPhone nicht allzu schnell Verdauungsprobleme bekommt.


Auch wenn iPhones aktuell mit iOS 14 eine eigene Software-Umlaufbahn haben, werden die Ähnlichkeiten zum Android-Betriebssystem immer größer. Anfangs hat Google noch zu Apple geschielt und in letzter Zeit war es eher umgekehrt. Mittlerweile muss man sich daher selbst als eingefleischter Android-Nutzer nicht mehr großartig umstellen, um Kontrolle über das iPhone zu haben. Einen App Drawer gibt es zwar nicht, dafür aber gleich drei Pull Down Menüs sowie seit kurzem eine übersichtliche App-Mediathek.

Rückseite

Ein dickes Plus von iOS ist auf alle Fälle die Software-Unterstützung, denn erfahrungsgemäß erhält jedes Modell fünf Jahre lang regelmäßig Updates, ehe wieder ein Umstieg auf ein neues iPhone notwendig wird – das ist fair. Einen Fingerprintsensor gibt es zwar nicht mehr, dafür ist aber die Gesichtserkennung sehr sicher, zuverlässig und bei guten Lichtverhältnissen auch flott – die Freigabe per Finger wird daher nicht vermisst. Insgesamt liefert der Erfinder des modernen Smartphones ein absolut stimmiges User Interface ab, das zudem noch sehr schnell reagiert.

Im Bereich Performance spielte Apple immer an vorderster Front mit. Der hauseigene Prozessor Apple A14 ist allerdings nur mit 2+4 Kernen gerüstet und wird von 6 GB Arbeitsspeicher gepuffert – da ist die Referenz-Elite der Mitbewerber schon weiter. Die starke Prozessor-Taktung von 3.100 MHz reißt es allerdings wieder raus, denn man muss das iPhone 12 Pro Max schon arg stressen, um eine Beeinträchtigung zu spüren – in diesem Bereich ist das Smartphone sehr zukunftssicher.

Seitenansicht

Nanu: Die Akkuleistung ist gegenüber dem Vorgänger auf 3.700 mAh geschrumpft. Für die Rufbereitschaft spielt das aber glücklicherweise keine Rolle, denn die liegt bei rund vier vollen Tagen, was angesichts der Multimedialast eine ordentliche Leistung ist. Unter Dauerbelastung knackt das iPhone zudem die wichtige 10-Stunden-Marke. Auch die Aufladezeit per Kabel oder induktiv ist mit ca. 1,5 Stunden in Ordnung. Was jedoch Käufer äußerst geizig vorkommen dürfte, ist das Fehlen eines Netzteils. Für das beigelegte USB-C-Kabel benötigt man daher ein neues oder das alte vom Vorgängermodell. Die Idee neben der Kostenersparnis ist vermutlich das Promoten von „MagSafe“. Neue ringförmig angeordnete Magnete auf der Rückseite des iPhones werden vom kompatiblen Wireless Charger unterstützt.

Eine ganz große Stärke des neuen iPhones ist der Sound. Das Speaker-Tandem unterhalb des Displays begeistert durch knackige Bässe, klar herausgeschälte Stimmung und einem lebendigen Klangbild – eine echte Alternative zu einem Bluetooth-Speaker. Auch bei der Stimmübertragung ist alles im grünen Bereich und die Qualität klar überdurchschnittlich – das war bei früheren Modellen noch anders.

Apple iPhone 12 Pro Max

Fazit

Ist ein Smartphone über 1.300 Euro wert? Diese Frage stellt sich beim iPhone offenbar nicht, denn die hohe Preispolitik hat bei Apple schon immer funktioniert, denn die iPhone-Jünger sind (auch gezwungenermaßen) treu. Beim 12er dürften sich Nutzer des Vorgängermodells dennoch die Frage stellen, ob der Umstieg lohnt, denn die Unterschiede halten sich in Grenzen. Einzig die bessere Kamera-Performance und die OLED-Displaytechnologie sind zwei Kernargumente. Auf der anderen Seite hat es Apple aber wieder versäumt einige Baustellen zu beseitigen. So muten der große Notch und die 60-Hertz-Bildwiederholrate mittlerweile fast schon nostalgisch an. Dass es keine Speichererweiterung gibt und die Bluetooth-Nutzung eingeschränkt ist, nehmen Fans als Apple-Marotte hin. Das Fehlen eines Netzteils ist nun eine neue.

Gutes Update: Das Top-iPhone wurde einem Top-Facelifting unterzogen.

07.03.2021

Test: Ulf Schneider
Datum: 07.03.2021

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