TEST: Aktiver Subwoofer KEF KF92 - Spass-Garantie durch Bass-Garantie?

Der KEF KF92 Aktivsubwoofer kommt auf einen Preis von 2.299 EUR und verspricht pure Bassgewalt im kompakten Gewand. Optional gibt es noch für 229 EUR das Wireless-Kit KW1, das aus einem Sender und einem Empfänger besteht. Das Kit passt für alle aktuellen KEF-Subwoofer. Für 129 EUR kann man zudem einen weiteren Empfänger dazu kaufen und somit 2 Subwoofer wireless ansteuern. Nun aber zurück zum eigentlichen Subwoofer. Dass KEF kompakte und extrem kräftige Subwoofer bauen kann, hat schon der Test des nochmals deutlich kleineren KC62 unter Beweis gestellt. 

Ohne Schrauben eingepasste Membranen

KEF-Logo

Kühlrippen

Standfuß 

Der KEF KF92 kommt im eleganten, zeitlosen Look zum neuen Besitzer. Die Verarbeitung ist ausgezeichnet, die gerundeten Gehäuseecken sorgen für eine Minimierung jeglicher Verletzungsgefahr und sehen zudem gut aus. Die Flachmembranen (2 x 20 cm Chassis) sind ohne Schrauben präzise ins Gehäuse eingepasst. Auch die Rückseite präsentiert sich in untadeliger Verarbeitungsgüte. Die massive Metallverarbeitung bei Basisplatte und Kühlrippen überzeugt ebenso wie die exakt und fest eingepassten Anschlussbuchsen und Bedienelemente. 

EQ - hier kann man den KF92 abhängig von der Aufstellungssituation trimmen: Room, Wall, Corner, Cabinet oder Apartment stehen bereit

Übernahmefrequenz und Lautstärke werden mit soliden Drehreglern eingestellt

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Die Leistung der eingebauten Class D-Endstufe wird mit satten 1.000 Watt angegeben. Diese immense Kraft wird weitergeleitet an gleich zwei 20 cm Treiber. KEF spricht hier von einem "Hybrid-Doppel-Treiber in einer Force-Cancelling-Konfiguration". Daher greift jeder Treiber auf kräftige 500 Watt der Gesamtleistung zurück. 

Dank dieser enorm effektiven Konstruktion mit den beiden gegengekoppelten Treibern und die Verwendung von zwei Schwingspulen wird effektiv Wärme abgeleitet und die Leistungsfähigkeit erhöht. Trotz der kleinen Gehäusegröße schafft der KF92 satte 110 dB als maximalen Schalldruckpegel. Konstruktionsbedingt kommt es zudem zu keinen unerwünschten Gehäuseschwingungen. Die Doppeltreiber treten mit einer Membran aus Aluminium-Laminat an und bringen einen XXL-Magneten und eine belüftete Schwingspule mit, alles im Sinne größtmöglicher Belastbarkeit und Souveränität. 

Sehr gut verarbeitete Elektronik

Hier im Detail

Für volle Kontrolle und eine kultivierte Bass-Struktur befindet sich KEFs Music Integrity Engine im Ausstattungsumfang. Sie stellt sozusagen das intelligente Herzstück des KF92 dar. Die Intelligent Bass Extension (iBX) optimiert das Verhältnis zwischen Verstärker, Treibern sowie dem Gehäuse. Platzierungsabhängige EQ-Einstellungen sorgen für eine perfekte Integration in jede räumliche Situation. Die Präzision und Impulstreue bei der Basswiedergabe wird zudem durch die geschlossene Gehäusekonstruktion begünstigt. Selbst das Kühlkörper-Design ist bis ins Detail durchdacht, um maximale Performance bieten zu können. 

Kompakte Abmessungen

Der KEF KF92 ist 352,5 mm hoch, 330 mm breit und 360,5 mm hoch. Er wiegt 20 kg und bietet einen variablen Tiefpassfilter: 40 Hz bis 140 Hz. Frequenzen zwischen 11 und 200 Hz können bei -3 DB dargestellt werden. 

Klang

Mission Impossible, Rogue Nation, Dolby Atmos (englisch): Wir starten direkt mit der Eröffnungssequenz, als Ethan und sein Team einen Militär-Airbus mit gefährlicher Ladung aufhalten wollen. Der typische Music Score ist kurz ganz am Anfang zu hören, schon hier packt der KEF ordentlichen Nachdruck und eine hohe Präzision aus. Jetzt befinden wir uns in Weißrussland, nahe der Startbahn, auf der der Airbus A-400 gleich seine Turboprop-Triebwerke aufheulen lässt. Und es geht unvermittelt los - ein raumfüllender, kraftvoller Bass wird während des Starts vom KF92 geliefert. Das Dröhnen der Triebwerke, der Bass im Music Score - der aktive Subwoofer hat keinerlei Probleme damit, die Bass-Effekte auseinander zu differenzieren und sehr gekonnt zu betonen. Die beiden recht kleinen Basstreiber sprechen auch bei kleinen, kurzen Impulsen blitzschnell an und liefern ein sattes Fudament mit hervorragendem Tiefgang und einem massiven Schub. Auch im Hörraum um die 30 Quadratmeter reicht ein KF92 selbst für deutlich gehobene Ansprüche bestens aus. Da muss man schon ein Bass-Maniac sein, um gleich mit zwei der Bass-Kraftwerke zu befeuern. 

Wenden wir uns nun der Wien-Sequenz zu. Hier untermalt der KF92 die kurze Einlage mit klassischer Musik durch ein solides Fundament. Und schon befinden wir uns in einer U-Bahn-Station unweit der Wiener Staatsoper. Der Music Score mit kräftigen, durchdringenden Bässen kommt sauber heraus. Das sehr gut gestaffelte tieffrequente Fundament trägt mit dazu bei, dass man den Spannungsbogen intensiv miterlebt. Der KF92 zeigt sich in keiner Situation überfordert, sondern geht auch auch hohe Pegel gelassen mit. Er mischt sich, was auch für ihn spricht, bei korrekter Einpegelung niemals störend ins akustische Geschehen ein, sondern zeigt genau dort Stärke, wo er gebraucht wird. Wie schlägt sich der britische Tiefbassexperte, wenn Puccinis "Turandot" nun beginnt, und zwar mit einer heftigen orchestralen Attacke? Auch hier setzt der KF92 wieder durch Nachdruck und Struktur Akzente. Er agiert ungemein sauber, mit einer breiten Bühne und kombiniert einen satten, angenehmen Bass mit hoher Präzision. Genau das zeichnet den KEF-Bassisten aus: Er ist extrem kompakt, spielt aber wie ein aktiver Subwoofer im deutlich größeren Gehäuse. Er liefert einen enorm satten, vehementen Bass, ist aber gleichzeitig in der Lage, auch kleine Strukturen impulstreu abzubilden. Er macht dies alles mit einer Gelassenheit, als gäbe es nichts Leichteres. Der Konkurrenzkampf unter den aktiven Subwoofern ist auch in der Liga um 2.000 EUR groß, aber der KEF schafft es, sich mit seiner gekonnten Auslegung hervorzutun, was alles andere als einfach ist. Seine komplett nahtlose Integration in die Front-Klangkulisse, ohne jede störende Auffälligkeit, ist ein weiteres Argument für den sauber aufspielenden Briten. 

Stirb Langsam, 4.0: Als Gabriels Killer das Feuer eröffnen, haben die Salven aus den automatischen Waffen enormen Nachdruck, zugleich erfreut uns die hohe Präzision bei der Ortung jedes einzelnen Basseffektes. Auch bei plötzlichen Dynamikspitzen wie der Explosion des Feuerlöschers behält der KF92 den akustischen Überblick und stellt unmittelbar enorme Kraftreserven bereit. Die Schüsse aus McLanes Pistole haben ebenfalls den passenden Nachdruck. In dieser actionreichen Sequenz ermöglicht der KEF-Subwoofer ein fesselndes, direktes Hörerlebnis, was natürlich nach entsprechend kompetenten Spielpartnern im der übrigen Elektronik-Kette verlangt.

Nun folgt "Altes Karmuffel" von Paul Kalkbrenner in Dolby Digital, enthalten auf der BD "2010 - A Live Documentary". Hier hoffen wir natürlich auf eine gelungene Fortsetzung der Bassfestspiele. Schon die Effekte direkt zu Beginn lassen erahnen, was uns gleich erwartet. Subtilen Tiefgang, mit viel Wucht, die sich noch im Hintergrund hält. Jetzt legt der eigentliche Track los - und der KF92 gibt alles. was hier an tieffrequenter Kraft ansatzlos übertragen wird, wie akkurat, wie präzise auf den Punkt und mit welchem Tiefgang versehen, das ist zwiefelsohne genial. Der KF92 holt praktisch alle Bass-Strukturen heraus, die im Track enthalten sind, und passt sich veränderten dynamischen Begebenheiten sofort an. Wir setzen mit "Sky & Sand" fort. Und auch hier baut der KF92 bereits eine weitläufige tieffrequente Kulisse auf, bevor der eigentliche Song beginnt. Die Spannung steigert sich, doch dann legt der Track voll ab und mit ihm der KEF-Aktivsubwoofer. Was hier an Basskraft und Tiefgang bereit gestellt wird, ist exzellent. Man sollte nur sehen, dass der KF92 solide untergebracht ist und sich nichts in seiner Nähe befindet, was unmittelbar mitschwingen könnte. Bei der Energie, die freigesetzt wird, muss man hier wirklich aufpassen. Dank des geschlossenen Gehäuses kommt es weder zu Vibrationen, noch tu Strömungsgeräuschen. 

Lichtmond, The Journey Part 1 und The Journey Part 2, Diolby Atmos: Den KEF KF92 erwartet nun das nächste Spektakel. Hier geht es um eine wuchtige, intensive, räumlich allzeit dichte Basswiedergabe, die zugleich aber mit präziser Ausbildung aller Strukturen aufwarten können sollte. Wir sind voller Hoffnung, dass unser Testkandidat auch diesen Anforderungen genügen wird - und starten durch in die Lichtmond-Welt. Satt, mit festem, standhaften Fundament, durchdringen die tieffrequenten Anteile unseren Hörraum. Weniger erfahrene Zeitgenossen könnten es beinahe mit der Angst zu tun bekommen in Anbetracht dessen, was der KF92 hier veranstaltet. Das Gefährliche vor allem ist: Dadurch, dass es praktisch nicht zu Verzerrungen oder Vibrationen kommt, dreht man munter weiter auf - bis die Bassattacken einen tief in der Magengrube erwischen. Der KF92 nimmt aber auch kleine Basssequenzen exakt auf und modelliert diese impulstreu und nahtlos in die Gesamtakustik ein. Er findet sich, wie wir bereits zuvor herausgehört haben, auch inmitten ständig wechselnder dynamischer Gefüge pudelwohl und wirft all diese mit der gegebenen Vehemenz in den Hörraum. Dabei spielt er sich aber nie unpassend in den Vordergrund, sondern integriert sich nahtlos in die Front-Klangkulisse: Diese Mischung aus Dynamik und hohem akustischen Integrationsvermögen zeichnet den KF92 im Speziellen aus. 

Canton SUB 1500R

Wie ordnen wir den KEF nun ein? Noch härter, noch unmittelbarer spielt der Canton SUB 1500R (Marktpreis knapp 1.500 EUR) auf. Er ist der Chef des vehementen Kickbasses und kennt beim Pegel noch oben scheinbar gar keine Grenzen. Er ist aber deulich größer als der KEF, daher schneidet er auch beim Tiefgang noch eine Idee besser ab. Der KEF ist Meister der tieffrequenten Harmonie. Trotz aller Härte und Dynamik, die auch der kompakte, wohnraumfreundliche Brite bereitstellt, fügt er sich extrem gut in jede Hörumgebung ein, fühlt sich sofort wohl und überzeugt auch durch eine Homogenität, die wir von einem so kleinen aktiven Subwoofer niemals erwartet hätten. Er spielt dynamisch und nachdrücklich, gleichzeitig aber auch so unaufgeregt und souverän.

KEF KC62

Das zeichnet ihn gegenüber dem sehr kleinen KEF KC62 (1.499 EUR) aus. Dieser realisiert zwar eine enorme Bassleistung aus einem Miniatur-Gehäuse, das Ganze wirkt aber gepresster, bemühter als beim KF92. Auch der KF92 ist nicht wirklich groß, spielt aber im wahrsten Wortsinne "wie ein Großer" auf.

Saxx DS 150 DSP

Damit tritt er in Konkurrenz selbst zu "Pfundskerlen" wie dem Saxx DS 150 DSP. Das ist natürlich ein Kawenzmann, der eigentlich ins dedizierte Heimkino gehört. Hier schießt der Saxx (aktuell, Stand 09. Dezember 2021, für 1.199 EUR anstatt 1.699 EUR zu haben) beinahe jeden Konkurrenten mit einer Gelassenheit ab, die faszinierend ist. Aber: Er ist eben groß, und er agiert trotz der vielen DSP-Justagemöglichkeiten dominanter, hervortuender als der KEF, der sich so perfekt integriert, dass er mit den Fronts zusammen eine komplett homogene Kulisse bietet. 

Fazit

Es dürfte fast unmöglich sein, einen noch kompakteren aktiven Subwoofer zu finden, der besser aufspielt. Der KEF KF92 kann alles: Tiefgang, Dynamik, Struktur, Nachdruck. Das Beste ist aber, wie homogen, wie kultiviert, wie samtig er trotz all dieser zuvor genannten Eigenschaften agiert. Er integriert sich hervorragend in die Front-Klangkulisse und hat eine beinahe perfekt ausbalancierte Mischung aus Volumen, Präzision und Vortrieb. Hinzu kommen die exzellente Pegelfestigkeit, die schon erwähnten wohnraumfreundlichen Abmessungen und die erstklassige Verarbeitung.

Der KEF KF92 ist die perfekte Mischung aus kompakten Abmessungen und überwältigender Bassqualität

Aktive Subwoofer
Test 15. Dezember 2021

Test: Carsten Rampacher
Fotos: Sven Wunderlich
Datum: 15. Dezember 2021

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