Werbung - Für Käufe bei Amazon.de, Media Markt, SATURN, JPC, Disney+, Sky & Apple iTunes erhalten wir Provisionen über Affilliate-Links. Preise & Verfügbarkeit unter Vorbehalt.

TEST: Aktiver Subwoofer KEF KC62 - die ultimative Mischung aus kompakten Abmessungen und kraftvollem Bass

KEF hat mit dem neuen KC62 mit UniCore Force Cancelling-Technologie für 1.500 EUR einen äußerst leistungstarken, dabei ultrakompakten (Abmessungen H X B X T 246 x 256 x 248 mm) aktiven Subwoofer präsentiert, der sich schon bei uns im Testraum eingefunden hat. Flankierend präsentieren die Briten auch drei neue innovative Technologien, die einen satten, tiefen und präzisen Bass aus sehr kleinem Gehäusevolumen ermöglichen sollen. Wahlweise in Carbon Black und Mineral White ist er erhältlich.

Der erste KEF-Subwoofer mit Uni-Core-Technologie

Uni-Core in der Übersicht

Wenden wir uns zunächst dem Key Feature des KC62 zu. Bei der neuen Uni-Core-Topologie sorgen zwei Force-Cancelling-Treiber durch konzentrisch angeordnete, sich überlappende Schwingspulen für enorme Leistungsstärke auf kleinstem Raum. Außerdem ermöglicht es Uni-Core, dass ein einziger Motor beide Membranen antreibt. Die Spulen sind auf jedem Konus unterschiedlich groß, was bedeutet, dass die Spulen bei der Rückwärtsbewegung der Konen den gleichen Platz im Gehäuse einnehmen können. Folge der Maßnahmen ist, dass das physische Gehäuse extrem kompakt sein kann und das Volumen im Vergleich zur Verwendung herkömmlicher Treibertechnologie um mehr als ein Drittel reduziert wird.

Membran

Gleichzeitig, so verspricht KEF, wird die Treiberauslenkung eines viel größeren Subwoofers erreicht oder sogar übertroffen. Zwei weitere Neuigkeiten ergänzen die primäre Technologie. 

Treiber im Detail

Die P-Flex Sicke ist eine komplett neue, zum Patent angemeldete Treibersicke. Sie widersteht dem akustischen Druck im Inneren des Gehäuses, ohne die Empfindlichkeit einzuschränken, wie es bei herkömmlichen Sicken der Fall ist. Um dies zu erreichen, ist die Sicke in einer speziellen Manier gefaltet, die von der japanischen Kunst des Papierfaltens inspiriert ist (daher der Spitzname Origami-Sicke). Es ist ein besonders durchdachtes Layout notwendig, um dem inneren Luftdruck standzuhalten, ohne übermäßige Masse hinzuzufügen, und um das anliegende Audiosignal jederzeit präzise zu reproduzieren. 

Ergänzend zum Einsatz kommt die Smart Distortion Control-Technologie: Dieses ebenfalls zum Patent angemeldete, sensorlose Bewegungsrückkopplungssystem hilft, selbst kleinste Anomalien zu korrigieren, die auftreten können. Dazu misst es den Strom in der Schwingspule. dabei erkennt und korrigiert das System alle nichtlinearen Verzerrungen, was zu einer präziseren, weniger verfärbten Bass-Performance führt. Der neue Ansatz setzt die Interaktion zwischen Signal, Verstärker und Treiber auf ein Minimum herunter, was das Potenzial für Verzerrungen drastisch verringert.

Weitere Ausstattungsmerkmale ergänzen das Feature Set-Up. Die Leistung des KC62 wird durch eine maßgeschneiderte Auswahl an von KEF entwickelten entwickelten DSP- Algorithmen in Form der Music Integrity Engine  zusätzlich optimiert. Algorithmen wie iBX (Intelligent Bass Extension) und SmartLimiter, der das Signal kontinuierlich analysiert, um Übersteuerungen zu vermeiden, arbeiten zusammen, damit der KC62 stets im "grünen Bereich" arbeitet.

Fünf EQ-Modi für unterschiedliche Aufstellmöglichkeiten und unterschiedliche räumliche Verhältnisse

Der KC62 lässt sich mit Hilfe der fünf voreingestellten Room Placement Equalization-Modi auf den Hörraum anpassen. Möglich ist eine nahtlose Integration im freien Raum, an der Wand, in einer Ecke, eingebettet in einen Schrank oder mit Hilfe des speziellen Apartment-Modes. Nicht vergessen dürfen wir die hochleistungsfähige Verstärkung, die der KC62 in Hülle und Fülle besitzt. Die Zwillingstreiber werden von einem speziell entwickelten Class-D-Verstärker mit 1.000 W RMS (2 x 500 W) angetrieben, das stellt ein hervorragendes Leistungsvermögen unter nahezu allen praktischen Bedingungen sicher.  

KEF SmartConnect ist ebenfalls vorhanden, der KC62 ist zudem mit dem KW1-Adapter-Kit kompatibel, was eine drahtlose Verbindung mit einem Minimum an Aufwand ermöglicht.

Zusammenfassung der Funktionen:


  • Doppelter 16,5-cm-Uni-Core-Treiber mit Force-Cancelling-System
  • P-Flex druckstabile Sickenkonstruktion
  • Frequenzgang 11 bis 200 Hz
  • Smart Distortion Control Technologie
  • Music Integrity Engine mit iBX, SmartLimiter und Room Placement Einstellungen
    1000 W (2 x 500 W) RMS Class-D-Verstärkung
  • Kompaktes, geschlossenes Aluminiumgehäuse
  • Außergewöhnlich vielseitige Bedienelemente für die einfache Integration mit jedem Lautsprecher und jeder Wohnumgebung
  • KW1 Wireless Subwoofer Adapter Kit kompatibel für kabellosen Betrieb
  • In Carbon Black oder Mineral White
  • Abmessungen
  • Abmessungen (H X B X T) 246 x 256 x 248 mm
  • Gewicht 14 kg
  • Preis 1.500 EUR
Verarbeitung

Oberfläche im Detail

Verarbeitung an der Rückseite

Gleichbleibende Spaltmaße

Der aktive Kompakt-Bassist gefällt mit seinem modern wirkenden Design. Das Gehäuse besteht aus Metall, seitlich an den Seiten der Treiber findet Kunststoff Verwendung. Der KC62 erweist sich als extrem schwer für die Gehäusegröße, beim ersten Hochheben wird man überrascht sein. Schaut man genau hin, punktet die Verarbeitung mit einem insgesamt gleichmäßigen Spaltmaß. Der Lautstärke-Regler und der Regler zur Einstellung der Crossover-Frequenz sind gerastert und sauber geführt. Alle Bedienelemente wurden akkurat und solide integriert, bestehen aber allesamt aus Kunststoff. In Anbetracht der Preisklasse hätten wir hier z.B. Aluminium für passender gehalten. Die Cinch-Anschlüsse sind vergoldet. Weiter bemerken wir den gut dimensionierten Standfuß und die Gummiplatte für festen Halt auf harten Böden. Insgesamt erweist sich der KEF als grundsolide und auch im Detail tadellos verarbeitet, die Güte der Kunststoffoberfläche an den Seiten bei den Treibern geht in Ordnung.

Anschlüsse und Bedienelemente

Rückseite

Regler und Anschlussmöglichkeiten

Verschiedene EQ-Modi für unterschiedliche Aufstellungsvarianten und unterschiedliche räumliche Verhältnisse

Wenden wir uns den Anschlüssen und Bedienelementen im einzelnen zu. Vorhanden sind: 

  • Stereo Cinch Line In
  • Stereo Cinch Line Out
  • Lautstärke-Drehregler
  • Crossover-Drehregler 40 - 140 Hz
  • Phase: 0° / 180°
  • Mode: Manual / LFE (LFE bei Anschluss an Sub Out von AV-Receiver, Manual für den Anschluss an Pre-Out eines Stereoverstärkers, z.B. Arcam SA30 / beim direkten Anschluss an LSX/LS50 Wireless und LS50 Wireless II muss der Schalter auf LFE stehen)
  • EQ: Room / Wall / Corner / Cabinet / Apartment
  • HPF Hochpassfilter (einstellbar Bypass, dann ab 40 Hz in 5er Schritten bis 120 Hz)
  • Speaker Input (Adapter beiliegend für Anschluss an LS-Terminals eines Stereo-Verstärkers)
  • "EXP" für Anschluss des KW1 Wireless Subwoofer Adapter Kits (optional erhältlich), Mode-Schalter muss dann auf "Manual" gesetzt werden
  • GND Lift: On/Off

Insgeamt bringt der KEF KC62 somit sehr gute Integrationseigenschaften und eine ordentliche Auswahl an zusätzlichen Funktionen mit.

Klang

Wir kombinieren den ultrakompakten KEF KC62 Subwoofer mit ein Paar Regallautsprechern, die zwar nicht ganz so geringe Dimensionen wie das britische Kraftpaket aufweisen, aber im Tieftonbereich aber dennoch mit dem Verlust von einigen dB zu kämpfen haben und mit der zusätzlichen Performance eines LFEs gut beraten sind. Zum Einstieg entscheiden wir uns direkt für basslastige, elektronische Klänge. Kickbässe, gepaart mit einem tiefen Fundament und einhüllendem Volumen bieten die träumerischen Trance-Klänge des Hamburger Produzenten und Label-Betreibers Einmusik. Der erste Eindruck - ohne Sub - ist erwartungsgemäß. Die Kickbässe gelingen noch recht kräftig und sind auch sehr präzise, das darunter liegende Fundament wird aber lediglich im Ansatz erfasst. Kein Vergleich nach dem Zuschalten des KEF-Woofers! Sofort baut sich vor uns ein glaubwürdiger, massiver Klangteppich auf, der bis ins Mark dringt. Sensationell, welche Luftmassen der Mini-Sub hier bewegt. Dass der Kickbass etwas knackiger und mit mehr Punch kommt, haben wir uns fast gedacht und das wurde auch bestätigt. Dass der KC62 aber in der Lage ist, unseren großen Hörraum mit derartig voluminösen Tiefbässen zu beschallen, versetzt uns dann aber doch in Staunen. Nicht, dass wir von der Performance der Regallautsprecher enttäuscht waren, so allerdings wirkt das Ganze erst stimmig und lädt mit Club-Atmosphäre auf die Tanzfläche.

Mit Eivors "Min Modir" wollen wir den KC62 aus der Reserve locken, was uns tatsächlich auch bis zu einem gewissen Rahmen gelingt. Bei den abgrundtiefen Klängen macht sich die Kompaktheit des neuen KEF-Woofers dann schon bemerkbar und er kann in den tiefsten Regionen nicht ganz den Nachdruck bieten, die ein großvolumiger Sub realisiert. Allerdings ist die Performance für seine Größe mehr als beachtlich und zweifellos weit über dem Durchschnitt innerhalb seiner Gerätekategorie. Extrem gut liefert er die harten, knochentrockenen Paukenschläge an und natürlich sollten wir auch erwähnen, dass im Vergleich mit der 2.0-Performance ein deutlich authentischeres Raumgefühl entsteht und der KC62 auch hier ein sensationelles Volumen aufzeigen kann. Hohe Geschwindigkeit ist hier nicht gefragt, aber die Präzision ist auf höchstem Niveau, punktgenau ertönen die Pauken und sind kein Sekündchen länger hörbar, als sie es sein sollten. Die Relation von Platzbedarf und Bass-Performance, das können wir zweifelsfrei bereits nach unserem zweiten Klangbeispiel festhalten, ist konkurrenzlos.

Kann der KEF KC62 auch bei weniger basslastigem, klassischem Material unterstützen? Bei einem Orgelkonzert stellt sich diese Frage natürlich erst gar nicht, doch wie sieht es z.B. bei einem Violinkonzert von Vivaldi dar? Natürlich kommt es auch darauf an, mit welchen Lautsprechern man den neuen KEF Sub kombiniert. Unsere Regalkomponenten sind durchaus leistungsfähig und bieten einen Tiefgang und eine Bassperformance, die in etwa mit denen einer passiven LS50 übereinstimmen. Und hier können wir klar sagen: ja, der KC62 bringt auch hier etwas. Die Eingriffe sind subtil und werden so richtig nur wahrgenommen, wenn man den direkten Vergleich hat. Dann aber sind sie zweifellos erkennbar. Es ist in diesem Genre nicht so, zumindest wenn es nicht gerade Paukenschläge handelt, dass man sofort kräftig spürbare Punches erfährt, aber: die Bühne wirkt schlichtweg glaubwürdiger und authentischer. Zum Beispiel als bei "Der Frühling" aus den Vier Jahreszeiten die Cellos einsetzen und einfach einen Hauch nachdrücklicher erscheinen. Dank der schnellen Reaktion des KEF Woofers und seiner hohen Präzision erkauft man sich damit auch keinen Nachteil. Der KC62 integriert sich hier hervorragend und komplettiert das Geschehen zu einem authentischen Ganzen, was beim Zuhörer auch insgesamt zu einem vollwertigeren Erlebnis führt und sich, vereinfacht ausgedrückt, "echter" anfühlt.

Bei "Red Flag" von Billy Talent sowie anderen flinken Punkrock-Hymnen muss man nicht ganz so aufmerksam sein, um die zusätzlichen Vorteile einer 2.1-Kombination herauszuhören. Schon in den ersten Sekunden liefert der KC62 hier deutlich mehr Punch, Volumen und auch Nachdruck bei der Abbildung des Schlagzeugs. Es muss einem zwar bewusst sein, dass der extrem kompakte KEF Subwoofer keine Wunder vollbringen kann und nicht als brachiale Heimkino-Maschine mit Maximalvolumen und Tiefgang ohne dB-Abfall konzipiert ist, dennoch liefert der Brite hier satt ab und versieht sämtliche Punches mit hartem Nachdruck, auch das Fundament wirkt voll und massiv, so dass auch hier ein sehr authentischer Eindruck des Gesamtbildes entsteht. Bei "Fallen Leaves" wirkt das Ganze noch etwas ausgeprägter und wir müssen einfach immer wieder die Größe erwähnen. Denn hier würde man locker einen 10-Zoll Woofer erwarten, bei dem Kraft und Nachdruck, den der KC62 zu leisten imstande ist. Und das bei wirklich sehr hohen Pegeln. Absolut souverän schlägt er sich, als wir unseren knapp 35 qm Hörraum mit hoher Lautstärke beschallen. Dabei bleibt er präzise, bewegt für seine Abmessungen geradezu irrsinnige Luftmassen und zeigt sich davon komplett unbeeindruckt.

Natürlich konnten wir es auch nicht lassen, in den KC62 im Filmbetrieb hineinzuhören und können auch hier nahezu ausschließlich Positives berichten. Einige Kapitel von "John Wick" dienen hier als Beispiel und schon in Kapitel 3, als der Hauptdarsteller mit seinem Lieblingsauto auf dem Flughafengelände seine Runden dreht, hätten wir ohne den KEF-Subwoofer mit deutlich weniger authentischen Motorengeräuschen leben müssen. Kraftvoll und impulstreu packt er hier zu. Er weiß aber um seine kompakten Dimensionen und neigt auch nicht zur Übertreibung. Stimmig und ausgewogen wirkt daher das Gesamtbild, was sich auch in der bekannten Szene im Club in Kapitel 9 klar bestätigt. Die Electro-Klänge, die aus der angesagten Disco zu hören sind, versieht der KC62 mit sattem Volumen. Auch im folgenden Kampfgeschehen schlägt der KEF Sub präzise zu und gibt dann, als sich alles in Richtung Tanzgeschehen bewegt, bei den Club-Sounds sowie den Pistolenschüssen nochmal alles, was Kraft, Volumen und Nachdruck anbelangt. Auch die Differenzierung der verschiedenen Tiefton-Ebenen gelingt dem kleinen Briten hervorragend. Die Geschosse versieht er noch mit mehr Punch und deutlich mehr Nachdruck, wenngleich ihm Explosionen und Gefechte nicht ganz so sehr liegen wie eine musikalische Darbietung. Klar ist aber, dass man mit dem KC62 auch bei der Filmwiedergabe die Performance von Regallautsprechern bzw. im Tieftonbereich nicht außerordentlich starken Komponenten eklatant steigern kann. Die EQ-Kurven funktionieren im Übrigen auch sehr gut. Wir haben drei der fünf verschiedenen Einstellungen ausprobiert, sowohl frei im Raum und wandnah als auch in einem Regal platziert und der Sub gleicht die unterschiedlichen räumlichen Gegebenheiten sehr gut aus. Ein wenig nimmt das Volumen bei "Cabinet"-Unterbringung in unserem Klangbeispiel noch zu, insgesamt ist das aber erwartungsgemäß und vernachlässigbar.

Fazit

Wir beginnen mit der Einordung des KEF KC62: Der aktive Subwoofer liefert eine überragende Leistungsfähigkeit, eignet sich aber primär für spezielle Anwendungsfälle. Denn 1.500 Euro sind schon viel Geld, und wer bedenkt, wie extrem gut z.B. der KEF KUBE 12b für gerade einmal 749 EUR ist, der gerät schon etwas ins Grübeln. Klar, der KUBE 12b verfügt über deutlich weniger Endstufenleistung, das größere Gehäusevolumen und der viel größere Treiber steigern dafür den Wirkungsgrad immens. Das heißt bilanzierend: Wer den Platz hat, sich einen größeren aktiven Subwoofer aufzustellen, kann beispielsweise zum KUBE 12b greifen. Und wer wirklich einen absolut überwältigenden Hightech-Subwoofer sucht, legt noch 700 EUR drauf und bekommt den KEF KF92. Erste Eindrücke bewiesen extreme Performance, ein Test des aktiven Bassisten für 2.200 EUR wird folgen. Somit eignet sich der KC62 perfekt für denjenigen Anwender, der maximale Bassleistung mit minimalen Platzbedürfnis kombinieren möchte und dafür bereit ist, auch einen stolzen Kaufpreis zu bezahlen. Der Gegenwert stimmt, ohne Frage, gerade dann, wenn man bedenkt, was an Hightech im KC62 steckt. Hier ist alles innovativ und leistungsfähig, was das investierte Geld rechtfertigt. 

Mini-Abmessungen treffen auf Maxi-Performance: Diese Ausnahmestellung des KC62 hat aber auch ihren Preis

Aktive Subwoofer bis 2.000 EUR
Test 08. März 2021

 

Test und Fotos: Philipp Kind
Redaktion: Carsten Rampacher
Datum: 08. März 2021

 

Anzeige
Tags:

Anzeige

Alle aktuellen Tests auf AREA DVD
  ZURÜCK