PREVIEW: ELAC Varro Reference Series RS-700 - kraftvoller und präziser aktiver Subwoofer mit App-Einmessung

Der ELAC Varro RS 700 ist ein leistungsfähiger aktiver Subwoofer mit App-Einmessung und -Steuerung (ELAC SUB CONTROL 3.0), der für eine unverbindliche Preisempfehlung von 1.599 EUR in schwarzer Ausführung angeboten wird. Er verfügt über einen 2-Lagen-Langhub-Tieftöner mit HEX-Sicke. Deren spezielle Geometrie ermöglicht ein hohes Maß an Linearität zwischen der antreibenden Kraft und der daraus resultierenden Auslenkung in beiden Richtungen. Auf diese Weise kann das Signal präzise wiedergegeben werden, und das auch bei enorm hohem Pegel - so die Kieler Lautsprecher- und Elektronikexperten.

HEX-Sicke
Die Membran selbst ist in Aluminium-Sandwich-Bauweise ausgeführt. Sie besteht aus einer steifen sowie leichten Aluminiumkalotte, die sich zwischen zwei imprägniertem Zellstoffmembranen, die mit einer speziellen Klebetechnik miteinander verbunden werden, befindet. Dieses Verfahren setzt auf die Vorzüge der inneren Dämpfung von Zellulosemembranen und der enormen Verwindungssteifigkeit von Aluminium.

Unterer Teil der Aluminium-Sandwich-Membran
Die Folgen sind ein weiter linearer Aussteuerungsbereich sowie satte, tiefe Bässe in einem Bereich von 14 Hz bis 150 Hz. Die Membram misst 30 cm und wird ergänzt durch eine 50 mm messende Schwingspule im Sinne maximaler Dauerbelastbarkeit.

Sauberes Finish
Die Verarbeitung wirkt routiniert, der 25,3 kg schwere Varro RS 700 hinterlässt einen soliden Eindruck. Das geschlossene Gehäuse in Mattschwarz ist auch an den Kanten sauber verarbeitet. Es weist 30 mm Wandstärke auf und ist im Inneren mit Polyesterwolle gedämmt, um störende Resonanzen zu minimieren. Ein BASH-Verstärker mit 700 Watt RMS- und 1,4 kW Peak-Leistung sorgt für den nötigen Dampf. Dank der sogenannten Tracking-Technologie ist es möglich, die Verstärker im Sinne des maximalen Spannungshubs auszulegen, ohne dass dabei Leistung in Wärme umgewandelt wird.

Rückseite
Das BASH-System beschränkt demnach die Verlustleistung während des Signalverstärkungsprozesses auf ein Minimum. Mit maximal 111 dB Pegel (SPL dB/1m) spielt der aktive Subwoofer ziemlich laut auf, wenn dies gewünscht ist. Das Ganze wird von einem Dual Core 28-Bit-Prozessor mit 147 MHz Taktrate kontrolliert, um das eintreffende Audiosignal präzise sowie mit geringtmöglicher Latenz zu verarbeiten.
Der Varro RS 700 ist Wireless ready und bringt einen eingebauten Wireless-Empfänger mit. Man kann bis zu drei Subwoofer simultan drahtlos mit dem gegen Aufpreis erhältlichen Wireless-Transmitter für die HiFi- oder Heimkino-Anlage verbinden. Mit Abmessungen von 437 mm Höhe, 416 mm Breite und 416 mm Tiefe beansprucht er nicht zu viel Platz.

Die Anschlüsse
Wie sieht es hinsichtlich der Anschlüsse aus? Der Varro RS 700 bietet hinten einen doppelten Cincheingang, der rechte ist der richtige, möchte man den Single-LEF-Input nutzen. Zudem gibt es eine Service- und eine Ethernetbuchse (für die Einbindung in Haussteuerungssysteme) und, Lautsprecherkabel-Anschlussbuchsen. Nutzt man den eingebauten Wireless-Empfänger, kann man die Pairing-Taste zum koppeln verwenden.
SUB Control 3.0-App
Mittels der SUB Control 3.0-App ist der Anwender in der Lage, eine automatische Einmessung des ELAC-Subwoofers durchzuführen. Hierbei wird in zwei Schritten mittels des Mikrophons in unserem iPhone gemessen: Zuerst positioniert man sich direkt vor dem Subwoofer, danach begibt man sich zur Hörposition und dort wird die zweite Messung durchgeführt. Wer lieber selbst aktiv werden möchte, kann in der App auch auf einen parametrischen EQ zurückgreifen.

Die Liste unserer ELAC-Subwoofer

Haupt-Screen der App

Alle Einstellmöglichkeiten im Untermenü "Setup"

Einstellung der Übernahmefrequenz

Phase

Manuelle Einstellung der Verzögerung ist ebenfalls möglich

Power Mode

Parametrischer EQ

Intensität der LED

Support zur App

Nun starten wir die Einmessung und gewähren der SUB Control 3.0 App Zugriff auf unser Smartphone-Mikrofon

Im ersten Schritt der Einmessung platzieren wir uns mit dem Smartphone und dessen Mikrofon in unmittelbarer Nähe des RS700

Nun wird eine Nahfeldmessung durchgeführt

Die Messungen laufen. Anschließend erfolgt eine zweite Messung vom Hörplatz aus (Fernfeld-Messung)

Auto EQ complete
Insgesamt überzeugt uns die App mit recht einfacher Handhabung, allerdings ist sie nur in englischer Sprache verfügbar.
Klang
Im Preview haben wir den Varro RS 700 mit zahlreichen Musikstücken und in Verbindung mit der ELAC Elegant BS312.2 gehört.
Diese Titel standen auf unserer Liste:
- Boris Blank, Vertigo Heroes
- John Williams, Imperial March
- Hans Zimmer, Theme from Gladiator, und The Battle
- Hans Zimmer, The Dark Knight Orchestra Suite
- Hans Zimmer, Pearl Harbour Orchestra Suite
- Metallica, James Newton Howard, Nothing Else Matters (aus Jungle Cruise)
- Middle of Nowhere, Adan Hüjens/Dodobeatz
- Ratchets, Hedegaard
- He‘s A Pirate, Klaus Badelt, Tiesto Remix
- Sheep, LAY, Alan Walker Relift
Bei allen angehörten Titeln weist der Bass viel Kontur auf, und der Tiefgang ist exzellent. Hier warten wir noch auf die Ergebnisse bei Filmton - bislang operiert der Varro RS 700 auf einem enorm hohen Niveau. Sein 30 cm messender Basstreiber sorgt natürlich auch für sehr gute Voraussetzungen den Tiefgang betreffend, ist aber gleichzeitig schnell genug, um auch bei kurzen Impulsen sofort zur Stelle zu sein. Mit zahlreichen, parallel stattfindenden tieffrequenten Elementen wie zum Bespiel bei "Vertigo Heroes" oder auch bei "Nothing Else Matters" in der Jungle Cruise-Version sorgt der ELAC-Subwoofer für eine ausgezeichnete Auseinanderdifferenzierung der verschiedenen Basspassagen.
Zudem klappt die Zusmamenarbeit mit den kompakten Elegant BS312.2 hervorragend - die kleinen, edlen Lautsprecher leisten im Bassbereich, wie auch unser Test zeigte, Erstaunliches. Im größeren Hörraum oberhalb der 25 Quadratmeter kann es aber nicht schaden, ihnen einen leistungsstarken aktiven Subwoofer zur Seite zu stellen. Mit kraftvollen Orchestereinsätzen wie beim "Imperial March" hat der Varro RS 700 auch keinerlei Schwierigkeiten. Hier agiert er mit Nachdruck, lässt es aber zugleich nicht an Präzision missen.
Härte und die Fähigkeit, genau auf den Punkt zu kommen: Das ist bei "He's A Pirate" (Klaus Badelt, Tiesto Remix) notwendig, um eine rundherum überzeugende Vorstellung abzugeben. Der Varro RS 700 schafft dies souverän, und selbst bei "In The Middle Of Nowhere" mit weit nach unten reichenden, nahezu dauerhaft fordernden Bässen scheitert der ELAC-Bassist nicht. Die Reserven seiner Class D-Endstufen sind außergewöhnlich groß, zudem meistert die Membran auch einen großen erforderlichen Hub, ohne anzuschlagen und Störgeräusche zu erzeugen.
Auch in einem Hörraum, der über 30 Quadratmeter misst, kann man den Varro RS 700 daher einsetzen, ohne dass der Wunsch nach einem zweiten aktiven Subwoofer aufkommt. Wenn man natürlich eine besonders homogene, absolut raumfüllende Bassverteilung wünscht, muss man mehr Geld vom Konto abheben und sich einen zweiten Varro RS 700 dazukaufen.
Interessant ist die Frage: Warum den Varro RS 700 nehmen aus akustischer Perspektive? Klar, er überzeugt bislang absolut, aber es gibt heute derartig viele richtig gute aktive Subwoofer, gerade auch in dieser Preisklasse. Was also spricht im Speziellen für den ELAC-Basslautsprecher? Die Antwort auf diese Frage gestaltet sich gar nicht so kompliziert.
Dank der exzellent funktionierenden Einmessung über die App, die so komfortabel ist, dass eigentlich jeder damit klarkommen sollte, ist die Grundvoraussetzung für einen reinen, sauberen Bass gegeben. Klar - so ehrlich sollte man schon sein, um festzuhalten, dass, wenn richtige Bass-Schläge bei hohem Pegel kommen - zaubern kann auch die App nicht. Aber der Anstieg der akustischen Souveränität durch die Einmessung ist gut heraushörbar. Zusammen mit der wirklich äußerst entschlossen zupackenden Endstufe und dem sehr belastbaren 30 cm Basschassis entsteht hier eine exzellente Kombination - und das hohe Maß an Musikalität, das der Varro RS 700 bereitstellt, hat uns definitiv überzeugt.
Erstes Fazit

Der ELAC Varro RS 700 kommt auf 1.599 EUR und ist damit definitiv kein Schnäppchen. Sehr wohl aber ist er das investierte Geld auch wert. Optisch ist er schlicht gehalten, die Verarbeitung ist ausgezeichnet. Seine Größe ist nahezu optimal: Groß genug, um in Verbindung mit dem 30 cm Basschassis das richtige Volumen für einen sehr guten Tiefgang bereitzustellen. Zugleich aber auch so kompakt, dass er nicht zu viel Stellfläche benötigt. Als äußerst vorteilhaft erweist sich die praktische App-Einmessung, die schnell und zuverlässig durchgeführt wird und in der Praxis echte akustische Vorzüge bietet. Der Bass des eingemessenen Varro RS 700 ist gleichermaßen kontrolliert wie kraftvoll, und so können die enormen Reserven der Endstufe nahezu optimal umgesetzt werden.
Preview und Fotos: Carsten Rampacher
Datum: 13. Februar 2026
Tags: Aktiver Subwoofer • Elac • Lautsprecher • Subwoofer • Varro







