XXL-TEST: 2018er Samsung QLED Ultra HD-TV Q9F - Erstklassiger 65-Zöller für knapp 4.000 EUR?

Samsung Q9FN Front1

Der Samsung Q9F im beliebten 65 Zoll-Format für 3.999 EUR hat nun endlich den Weg in unseren Testraum gefunden. Das Q9F-Modell gibt es für 6.399 EUR noch in 75 und in 55 Zoll für 2.999 EUR. Wir sind gespannt, ob es zur IFA wieder einen ultragroßen QLED mit 88 Zoll Bilddiagonale geben wird. Alle drei Q9F-Modelle entsprechen der Energie-Effizienzklasse B, was beweist: Wer das beste Bild haben möchte, sollte einen etwas höheren Stromverbrauch mit einkalkulieren. 

Technisch hat Samsung alles reingesteckt, was einen hoch modernen Ultra HD-TV auszeichnet. Dank besonders effizienter Quantum Dots, die mit Metall ummantelt sind, werden 100 Prozent Farbvolumen und mindenstens 99 Prozent DCI-P3 Farbraum möglich gemacht. Der Samsung Q9F unterstützt HDR10, HDR10+ und HLG, aber, ähnlich wie bei Panasonic, kein Dolby Vision.

"Optimale Farben bei jeder Helligkeit" sollen geboten sein, und natürlich ist die Helligkeit an sich auch Thema: 2.000 Nits maximale Helligkeit stemmt das Panel mit Direct LED Hintergrundbeleuchtung und besonders präzisem Local Dimming für optimale Detail-Kontraste. Im Vergleich zu 2017 hat sich bei der maximalen Display-Helligkeit allerdings nichts getan, die Q9-Serie des vergangenen Jahres wies ebenfalls 2.000 Nits Helligkeits-Peak auf. 

Samsung stellte eine weitere Verbesserung des Schwarzwertes und weniger Spiegelungen im Display in den Fokus der Bemühungen. Der Q9F verfügt über "Direct Full Array Elite", wie wir eben schon erwähnten, handelt es sich um einen TV mit Direct LED Backlight. Hinter dem Panel sitzen sehr zahlreich kleine LEDs, die eine exakte Kontraststeuerung sicherstellen - dank "Supreme UHD Dimming". Klares Schwarz und klares Weiß bei jeder Licht-Situation am Aufstellungsort ist hier das Ziel. Praktisch keine Blooming-Effekte sind die Folge.

Ultra Black Elite dient beim Q9F als Anti-Reflexions-Beschichtung. Die Ultra Black Beschichtung reduziert Spiegelungen auf dem Display, Ultra Black Elite verringert zusätzlich innere Reflexionen, die durch die direkte Hintergrundbeleuchtung auftreten können. 

Natürlich hilft das beste Panel nichts, wenn nicht auch ein erstklassiger Prozessor für die Bildsignal-Verarbeitung zuständig ist. Bei Samsung heißt dieser Prozessor  „Q Engine“. Im Vergleich zu 2017 arbeitet die 2018er Variante mit leistungsstärkerem Processing und einer weiteren Optimierung von Farben und Kontrast. Die Q Engine ist das Herzstück für HDR- und Kontrastdarstellung.  Mittels 3D Farbmanagement werden die Farben optimiert. Das HDR-Mastering mit Helligkeitsregulierung und dynamischer Kurvenanpassung ist ein dynamisches HDR-Verfahren zur HDR-Optimierung, und das Contrast Mastering verbessert in jeder Szene individuell den Kontrast - somit gehen High-Tech bei Display und bei der internen Signalverarbeitung Hand in Hand. 

Neu in 2018 ist der Samsung Game Modus, der sich in zwei verschiedene Betriebsarten unterteilt. Mit dem Game Mode Plus muss man mit einem Input Lag von 24ms rechnen. Gegenüber dedizierten Gaming-Monitoren liegt man hier höher, liegt aber noch im Rahmen, so dass keine negativen Einflüsse auf den Spielablauf auftreten sollten. Der Game Mode mit AMD FreeSync liefert mit lediglich rund 6,8 ms nur minimalen Input-Lag und eignet sich ausgezeichnet für First-Person-Shooter, Rennspiele und sonstige Games, die schnelle Reaktionen erfordern.

Was gibt es noch zum Q9F zu sagen? Der Flat-TV bietet ein 60 Watt starkes Audiosystem an Bord, mit Dolby Digital Plus und 4.2 Konfiguration inklusive Subwoofern. Multiroom-Audio und Bluetooth-Audio werden unterstützt. Für mächtigen Vortrieb sorgt intern ein Quad Core-Prozessor. Natürlich fehlt auch ein Doppeltuner (2 x DVB-S2/DVB-C/DVB-T2 HD) nicht. Die Energie-Effizienzklasse: B.

Optisch überzeugt er uns, mit sehr guter Material- und Verarbeitungsqualität und einer noblen, zurückhaltenden und zeitlos schönen Erscheinung. Die Fußkonstruktion, die bei unserem Test-Sample mitgeliefert wurde, sieht sehr elegant und hochwertig aus. Alle Quellgeräte werden an der gut verarbeiteten "One Connect Box" angeschlossen. Die 2018er QLEDs haben das „One Invisible Cable“, das heißt: Nur noch ein einziges Kabel führt zum TV. Neu in 2018: Nun ist sogar die Stromversorgung zum Display in das One Invisible Cable integriert.

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One Connect Box

Samsung Q9FN One Connect Box 2

Anschlüsse komplett

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Tuner-Anschlüsse (Twin HD-Tuner für DVB-S2, DVB-T2 HD und DVB-C), CI+ Slot, viermal HDMI, LAN und One Connect-Anschluss für die Verbindung zum Display

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3 x USB, seitlich untergebracht an der One Connect Box

Samsung Q9FN Anschluss One Connect Box

Der einzige Anschluss am Display - die Verbindung zur One Connect Box

Anschlussseitig an der One Connect Box finden sich 4 x HDMI, 3 x USB, 1 x Netzwerk, 1 x optischer Digitalausgang, 3 x Antenneneingang, 1 x CI-Slot, natürlich ist ein WLAN-Modul ebenso wie Bluetooth eingebaut.

Samsung Q9FN Fernbedienung

Fernbedienung

Auch die neue kompakte Fernbedienung brilliert, sie ist aus Metall gefertigt und überzeugt haptisch und optisch. Die Verbindung zwischen TV und Fernbedienung wird via Bluetooth realisiert, so dass es keinerlei Probleme bezüglich des Arbeitswinkels und, unter normalen Umständen, der Reichweite gibt.

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"Cleane" Rückseite, ermöglicht die freie Aufstellung im Raum

Samsung Q9FN Detail Rueckseite

Hochwertiges Finish der Rückseite

Samsung Q9FN Standfuss Rueckseite

Standfuß hinten im Detail

Samsung Q9FN Standfuss Front

Standfuß im schicken Design

Samsung Q9FN Verarbeitung

Schmaler und hochwertiger Rahmen

Auf der Remote, das kennen wir auch schon von der 2017er Fernbedienung, befinden sich nur wenig Tasten, unter anderem ein Navigationskreuz, eine Betätigungstaste fürs Mikrofon, der direkte Zugang zum Home Menu, Lautstärke und Kanalwechsel sowie eine direkte Zugriffstaste für den 2018 neu hinzugekommenen Ambient Modus. Natürlich gibt es noch eine "Zurück" Taste und eine Play-Pause-Taste. 

Klassische Ersteinrichung per OSD und Fernbedienung

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Wahl der Sprache

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Wahl des Landes

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Einfache TV-Einrichtung

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Satelliten-Signal wurde erkannt

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Identifizierung angeschlossener Quellgeräte

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Zusammenfassung der TV-Einrichtung

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Es ist möglich, den Smart Hub individuell zu konfigurieren, damit die Inhalte präferiert angezeigt werden, die man am meisten verwendet

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Test der Fernbedienung

Es ist sehr einfach, den Q9F mittels Fernbedienung und On Screen-Einrichtungsassistent für den Betrieb vorzubereiten. Alternativ geht dies auch mit der Smart Things App, die wir jetzt genau vorstellen. 

Smart Things-App

Kennzeichnend für die 2018er Samsung QLED-Modelle ist die Kompatibilität zur Samsung "Smart Things" App, die für Android- und iOS-Smartphones zum Download bereitsteht. Mittels der App können zahlreiche Funktionen verwendet werden. So ist es z.B. möglich, den TV mittels der App einzurichten. Ebenfalls fungiert die Smart Things App als zentraler Kommunikator zwischen verschiedenen Samsung Devices, so kann man z.B. auch "weiße Ware" wie entsprechend kompatible Kühlschränke oder Haushaltshelfer wie Saugroboter mittels dieser App bedienen und steuern. Auch die Lichtsteuerung, entsprechend kompatible Systeme vorausgesetzt, ist mit der "Smart Things" App möglich. Voraussetzung für die Nutzung der App ist ein gültiges Samsung-Konto,  sollte noch  keines vorhanden sein, so ist dieses schnell und problemlos erstellt. Damit ist auch klar: Wer extrem sensibel ist hinsichtlich der Verwendung seiner Daten, der ist mit seinen Sorgen hinsichtlich der Datenweitergabe nicht nur für Google Home und Amazon Alexa ungeeignet, sondern auch für Smart Things und, so mutmaßen wir, auch für die LG ThinQ App. Kommen wir zurück zur Smart Things-App.

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Einführung in die Smart Things-App - erster Teil

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Überwachung und Steuerung aller kompatiblen Geräte mit dem Smartphone

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Status-Überwachung per Dashboard

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Macro-Funktion/Automatisierung ist auch möglich

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Zur Verwendung von Smart Things ist ein Samsung-Konto notwendig

Die App gibt eine kurze Einführung in die schier unbegrenzten Verwendungsmöglichkeiten, im Anschluss meldet sich der Anwender entweder mit einem bestehenden Samsung-Konto an oder aber er erstellt ein neues Samsung-Konto, was zügig vonstatten geht. Man hat, alternativ zur klassischen Einrichtung des TVs mittels On-Screen-Menü und Fernbedienung, die Möglichkeit, den Fernseher über die Smart Things-App einzurichten. Der TV wird hierzu mit dem Mobiltelefon gekoppelt und das TV-Gerät wird anschließend automatisch mit dem WLAN, in dem sich das Smartphone befindet, verbunden.

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Dashboard

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Zustimmung zur Verwendung des Samsung-Accounts

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Einrichten des TVs

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Anzeige des Q9F, dass die Einrichtung über das Mobiltelefon erfolgt

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Hier hat man eine Übersicht, welche Geräte mit Smart Things alle gesteuert werden können

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TV wird ausgewählt

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Einbindung ins WLAN

 

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Eingabe des Codes für die Kopplung

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Einrichtung der Fernbedienung

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Genaue Anweisungen

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Hier können von Samsung empfohlene Apps hinzugefügt werden

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Festlegung des Landes

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Nach kurzer Zeit erscheint auf dem Q9F dieser Screen, der TV ist eingerichtet

Ist der TV einrichtet, kann man vieles mit der Smart Things App steuern.

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Verwendung als Fernbedienung

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Empfehlungen

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Musik-Übersicht

Mit der Smart Things App kann man auch den neuen Ambient-Modus der 2018er QLED-Fernseher steuern.

Das 2018er Q Style Konzept offeriert erstmals den Ambient Modus. Hier kann man vorinstallierte Mood Bilder oder Darstellung der Wandstruktur auswählen und sich optional Wetter, Nachrichten und andere Informationen anzeigen lassen. Auch eigene Fotos und Collagen kann man anzeigen lassen. Durch intelligente Sensoren gibt es eine bessere Energieeffizienz. Der Ambient Modus kann durch Knopfdruck auf die Fernbedienung eingeschaltet werden, Sensoren reagieren auf die Umgebung (über die SmartThings App oder direkt am TV). Durch Helligkeits- und Farbsensoren werden Bildeinstellungen automatisch den Lichtverhältnissen angepasst.

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Ambient-Modus: Entweder kann man die Wand als Hintergrund einfügen, oder sich aber eigene oder vorgefertigte Fotos anzeigen lassen

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Man kann Wand und TV gemeinsam abfotografieren und das automatisch generierte Bild "einsetzen", so dass der QLED-TV bis auf den schmalen Rahmen praktisch "unsichtbar" ist

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Man kann die Wand mit dem Smartphone gemäß der Anleitung in der Smart Things-App abfotografieren

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Möglich ist auch die Anzeige von Motiven, die im TV gespeichert sind

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"Board" ist eine Collage

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Die dann so aussieht - "The Frame" lässt grüßen und steckt praktisch in jedem 2018er QLED auch ein Stück weit mit drin

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Zwei Bilder - Duo - kann man ebenfalls als Anzeigeart auswählen

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Das sieht dann so aus

In der "Smart Things App" finden sich auch Steuerungs-Optionen zum Ambient-Modus:

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Noch ist die Darstellung der Wand auf dem TV nicht 100 Prozent einsatzfertig und befindet sich noch in der Test-Phase

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Ambient-Einstellungen

Insgesamt eröffnet die Smart Things-App sehr umfassende Möglichkeiten, besonders dann, wenn im Haushalt noch zahlreiche weitere kompatible Samsung-Devices verwendet werden.

Der TV in Betrieb

Samsung hat in den Q9F die 2018er Variante des Smart Hubs integriert. Wie gewohnt lassen sich direkt z.B. aus dem Live TV-Betrieb alle Einstellungen und bevorzugten Apps aufrufen. Das funktioniert sehr zuverlässig mittels der sehr gut in der Hand liegenden Fernbedienung.

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Smart Hub 2018

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App-Auswahl in modernem Design

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Universal Guide, mit Empfehlungen, sehr genau einzustellen, damit die Empfehlungen passen

Der Q9F ist im Alltag schnell zu handhaben. Die Reaktionen des Gerätes auf Befehle, die mit der Fernbedienung gegeben wurden, sind schnell, nur selten muss man sich kurz in Geduld üben. Bei entsprechender Netzwerkeinbindung und flottem Internet gehen auch alle YouTube und VoD-Anforderungen sehr flott. 

Neu im Smart Hub 2018 der Universal Guide. Er ist direkt im Smart Hub integriert und mit nur einem Klick (eigenes Symbol, das oben im Bild blau unterlegt ist) bequem erreichbar. Der Universal Guide macht individuelle Vorschläge für Live TV- und OTT-Inhalte, basierend auf dem Sehverhalten, der eigenen Auswahl und den meistgesehenen Inhalten. Für Sport- respektive Fußball-Liebhaber hält Samsung noch die App „Samsung Sport World“ bereit, die das gesamte Fußballangebot von Sky, Eurosport und DAZN in einer App übersichtlich offeriert. Wer im Übrigen noch bis zum 17. Juni 2018 einen QLED Ultra HD-TV kauft, erhält einen sechsmonatigen Gratis-Zugang zu den Partnern der Sportworld App.

Die Bildeinstellungen

Samsung gibt dem User, so wie wir es schon länger kennen, im Sinne bester Übersichtlichkeit lediglich vier Bildmodi, Dynamisch, Standard, Natürlich und Film, mit auf den Weg. "Film" ist auch 2018 wieder ein sehr ausgewogener, authentischer Bildmodus, der uns überzeugt hat. 

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Wie schon von den Jahrgängen zuvor bekannt, gibt es nur vier Bildmodi

Der Video-EQ bei den "Experteneinstellungen bietet Helligkeit (sehr gut: an erster Stelle, vor dem Kontrast), Kontrast, Schärfe, Farbe und Farbton.

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Der eigentliche Video-EQ verbirgt sich hinter den "Experteneinstellungen". Man kann die Bildeinstellungen explizit auf einen Eingang oder auf alle Quellen anwenden

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Zahlreiche weitere Experteneinstellungen 

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Der Video-EQ bietet eine große Auswahl an Parametern

Die weiteren Experteneinstellungen umfassen eine digitale Aufbereitung, die Bildstörungen wie Rauschen verringern soll. Auto, Gering oder Aus sind hier anwählbar. Auto Motion Plus als sehr gut arbeitende Frame Interpolation bringt auch einen benutzerdefinierten Modus mit. In diesem kann man die Unschärfeminderung und die Judder-Minderung selbst festlegen. Ebenfalls ist es möglich, die Funktion "LCD Clear Motion" zu aktivieren oder zu deaktivieren. Weiterer Modus ist der Automatik-Modus, indem alles vom Gerät entsprechend justiert wird.

Beim Parameter "Lokales Dimming" finden sich die Einstellmöglichkeiten Gering, Standard oder Hoch. Die anschließend im Menü folgende Kontrastverbesserung ist in den Modi Gering oder Hoch verfügbar, natürlich kann man diese Funktion auch deaktivieren. Nun kommt etwas Interessantes, wenn auch nicht Neues: Der HDR+ Modus (bitte nicht mit HDR10+ verwechseln) ist eine von Samsung kreierte Betriebsart, die SDR-Material auf quasi HDR-Level heben soll. Je nach zugrunde liegendem Material funktioniert dies recht gut, manchmal aber wirkt der entstandene Bildeindruck etwas unnatürlich und überzogen.

Im Menü gibt es noch einen Filmmodus, der bei älteren Video-Quellen die Bildgüte optimiert. Der Filmmodus ist nur dann verfügbar, wenn das Eingangssignal in Komponenten-Video 480i/576i/1080i oder HDMI 1080i vorliegt. Einstellen kann man dann noch den Farbton. Kalt, Standard, Warm1 oder Warm2 stehen bereit. Warm2 sieht sehr angenehm und authentisch aus.

Wer eine enorm präzise Bildjustage vornehmen möchte, wendet sich dem Weißabgleich zu. Wahlweise im 2-Punkte-System oder mit 20-Punkte-Einstellung kann man hier fein justieren. R-G-B Gain und Offset werden individuell geregelt, wählt man das 2-Punkte-System. Bei der 20-Punkte-Option sind die Einstell-Optionen anders (20-Punkte, Intervall, Rot, Grün, Blau). Für diese tiefer gehenden Einstellungen ist professionelles Equipment notwendig. Da bei Samsung QLED TVs AutoCal von CalMan unterstützt wird, was die Kalibrierung beinahe vollständig automatisiert, ist aber kein Expertenwissen notwendig.

Die Gamma-Einstellung umfasst die Werte BT-1886, ST-2084 und HDR. Man kann dann, je nach aktiver Voreinstellung, das Gamma mittels Regler anpassen. Zur Farbeinstellung gibt es den Nur-RGB-Modus, der aktiviert oder deaktiviert werden kann. Es folgen die Farbraumeinstellungen: Auto, Nativ oder Benutzerdefiniert finden sich hier. Bei "Benutzerdefiniert" wird der Farbbereich, der aufs Display kommt, selbst angepasst. Insgesamt ein umfangreicher Video-EQ, der eigentlich nichts vermissen lässt. THX- oder ISF-Betriebsarten finden sich aber bei Samsung auch beim Jahrgang 2018 nicht. 

Die Toneinstellungen

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Toneinstellungen, erster Teil

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Experteneinstellungen

Wenden wir uns nun den möglichen Toneinstellungen zu. Bei der Tonausgabe kann man zwischen den TV-Lautsprechern, einem HDMI-Empfänger, der Verwendung des optischen Digitalausgangs und verfügbaren Bluetooth-Lautsprechern wählen. Unter "Tonmodus" werden die Betriebsarten Standard, Optimiert und Verstärkt angeboten. Sollten entsprechende kabellose Lautsprecher vorhanden sein, findet sich im Menü dazu die "Wi-Fi-Lautsprecher-Surround-Einstellung".

Unter den Experteneinstellungen ist auch ein EQ vorhanden, den man aber nur bei Verwendung des "Standard" Klangmodus einstellen kann. Der grafische Equalizer bietet folgende Bänder: 100/200/500 Hz, 1/2/5/10 kHz. Das HDMI-Audioeingangsformat kann zwischen PCM und Bitstream ausgewählt werden, beim Digitalen Audioausgangsformat stehen zur Auswahl: Dolby Digital, Dolby Digital+ und PCM. Audioverzögerung zur optimalen Synchronisation von Bild sowie Ton und die automatische Lautstärkeeinstellung können des Weiteren angewählt und eingestellt werden. Auch ist es möglich, den Pegel des Bestätigungstons einzustellen. 

Bild

Ultra HD Blu-ray, Jumanji

Nun kommt die entscheidende Wertung: Kann der Q9F bei der Bildqualität überzeugen? Wir beginnen mit der Ultra HD-Blu-ray von "Jumanji". Hier beweist der Q9F Klasse, so z.B., als der Holzkasten, in dem sich das Spiel befindet, in Großaufnahme zu sehen ist. Die Oberflächenstruktur wird ungemein präzise nachgebildet, und als dann eine dunkle Sequenz folgt, beweist der Q9F, wie gut er bei HDR10-Material feine Graustufen abbilden kann. Auch in der Dunkelheit ist das Innere des Spielkastens exakt erkennbar, und die kurz darauf sichtbare Hausfront erstrahlt in praktisch allen Einzelheiten. Auch die folgenden Sequenzen, in denen unter anderem die Wohnung von Anthony Johnson und das Zimmer von Spencer gezeigt werden, präsentiert der Q9F in einer Art und Weise, die fasziniert: Farbecht, dynamisch, und mit einer im Vergleich zu den 2017er Modellen nochmals gesteigerten Plastizität. Schon direkt zu Filmbeginn, als kurz ein schwarzer Screen sichtbar wird, beweist der Samsung, wie homogen die Direct LED Hintergrundbeleuchtung funktioniert. Früher sahen wir meist störende Hot Spots, Helligkeitsflecken, mal mehr, mal weniger stark. Diese unschönen Gebilde sind beim Q9F fast vollkommen verschwunden.

Wir springen ins dritte Kapitel, nun sind die vier Teenager im Dschungel gelandet und wachen in völliger neuer äußerlicher Gestalt total verwirrt auf. Die üppige Vegetation im Dschungel kommt mit fein differenzierten Grün-Tönen exzellent zum Ausdruck. Das Grün erscheint sehr authentisch, kein leichter "Neon-Einschlag" mehr wie früher. Der Bildeindruck, das bestätigen auch hier verschiedene Einblendungen, z.B. als Fridge, nun als Franklin Mouse Finbar, im Vordergrund vor verschiedenen Pflanzen erkennbar ist, ist ungemein plastisch. Die verschiedenen Bildebenen können enorm gut voneinander differenziert werden, und auch die hinteren Bildebenen sind noch sehr scharf. Samsung hat es geschafft, die 2018er QLEDs mit einem Bild auszustatten, das gleichermaßen hell wie natürlich und angenehm ist. Erschien uns der Q9F von 2017 noch etwas grell und nicht ganz so ausgewogen, kann man vor dem 2018er Q9F nur den Hut ziehen: Feinste Details werden wiedergegeben, das sieht man auch, als das gigantische Flußpferd plötzlich die Gruppe aufschreckt, aber das Ganze wird mit einem homogenen, angenehmen Bildeindruck kombiniert. So gut, das steht bereits jetzt fest, sah noch nie ein Samsung-TV und auch insgesamt kaum ein TV, den wir im Testbetrieb hatten, aus.

Die nun folgende kurze Verfolgungsjagd durch den Dschungel zeigt ein bewegungsstabiles und scharfes Bild. Der Geländewagen, der inklusive Fahrer urplötzlich auftaucht, präsentiert sich in praktisch allen Details: Der abgenutzte Lenkradkranz, die Gebrauchsspuren außen und innen und die Oberfläche der Kunstleder-Kopfstütze beweisen uns, dass es Samsung sehr genau genommen hat: Der Q9F verdeutlicht gekonnt, was an Bildgüte in einer modernen Ultra HD Blu-ray steckt. Die Gesichter der Protagonisten wirken auch deshalb so echt, weil der Q9F Nuancen bei den Hauttönen so gut herausarbeitet und auch die Hautoberfläche sehr präzise durchzeichnet. Die große Felsskulptur, die nun in den Bildfokus kommt, erscheint wiederum sehr dreidimensional. Dann, als die Legende erzählt wird, sieht man zuckende Blitze und ein heftiges Gewitter über der grünen Hügellandschaft. Wie gut der Q9F auch hier wieder die durch das Gewitter bedingten kalten, leicht blaugrauen Farbtöne herausstellt, verdient höchsten Respekt. 

Ultra HD Blu-ray, Kingsmen - The Golden Circle

Schauen wir noch in den Filmbeginn der Ultra HD Blu-ray von "Kingsmen - The Golden Circle" hinein. Es geht gleich turbulent los. Eggsy sieht sich bösen Attacken von Charlie Hesketh ausgesetzt, und eine wilde Fahrt im Kingsmen London-Taxi durch die britische Hauptstadt beginnt. Der Q9F lässt auch bei dieser Ultra HD-BD seine zahlreichen Qualitäten aufblitzen. Das luxuriöse Innere des Taxis wird enorm exakt wiedergegeben, die schnellen Bewegungen während der Keilerei sind hinsichtlich der Bewegungen stabil und frei von Nachziehern. Der Teppichboden, die Ledersitze und die Türverkleidung des Taxis wirken durch die rauscharm in Szene gesetzte Bildschärfe sehr echt. Der Q9F schafft es trotzdem, das Maß an Bildschärfe nicht unschön zu übertreiben, Doppelkonturen finden sich erst dann, wenn man den Schärferegler über die "10" hinaus (Skala geht bis 20)  verwendet. Wir raten zu Schärfeeinstellungen zwischen "2" und "4", das reicht absolut aus.

Die Aufnahmen der Straßen Londons aus der Vogelperspektive demonstrieren ein weiteres Mal, dass es der Q9F schafft, in allen visuellen Ebenen eine gleichbleibend hohe Bildschärfe zu realisieren. Und: Da die Sequenz bei Nacht spielt, demonstriert der Samsung seine Macht mit einem extrem hohen Kontrastverhältnis, dort sattes und tiefes Schwarz, und am anderen Ende, bei Straßenbeleuchtung oder den Scheinwerfern der Autos, enorme Helligkeit. Die brennenden und sich überschlagenden Autos im Rückspiegel des Taxis verdeutlichen das Können des Samsung weiter. 

Blu-ray, Ein Quantum Trost

Wie kommt der Q9F mit einer klassischen Blu-ray zurecht? Wir schauen uns Sequenzen aus der BD des 007-Streifens "Ein Quantum Trost" an und starten gleich mit dem Filmbeginn. Wir setzen vergleichsweise den HDR+ Bildmodus für einen Quasi-HDR-Effekt ein. Wer ein sehr dynamisches Bild mit enormen Helligkeitsspitzen wünscht, kann diesen Modus aktivieren. Es entsteht ein größerer Kontrastumfang, der aber dem Bild auch etwas Natürlichkeit nimmt und das Rauschen im Quellmaterial stärker herausstellt. Dafür wirkt die Wiedergabe sehr plastisch und dreidimensional. Wer es visuell zurückhaltender schätzt, deaktiviert den HDR+ Modus und verwendet den Film-Bildmodus. Hier liefert der Q9F eine tolle Vorstellung ab. Schon die Panorama-Sicht auf die Uferstraße am Gardasee überzeugt durch Bildtiefe und Detailreichtum. Die Wasseroberfläche kommt akkurat heraus. Die Verfolgungsfahrt, als 007 im Aston Martin DBS von zwei schwarzen Alfa Romeo 159 verfolgt wird, gibt der Q9F mit hervorragender Bewegungswiedergabe praktisch ohne Ruckeln oder Nachzieher wieder (Frame Interpolation auf "Auto"). Der Steinbruch kommt in allen Einzelheiten heraus, und auch die großen Maschinen. Der lädierte Aston Martin von James Bond mit dem dicken Staubüberzug über Motorhaube und Dach macht auch keine Ausnahme: Als 007 damit in Siena einfährt, wird der desolate Zustand des Sportwagens vom Q9F in aller Klarheit zum Ausdruck gebracht.  Wir springen ins dritte Kapitel, in Siena findet oberirdisch gerade der Palio, ein berühmtes Pferderennen, statt. Unter der Erde wird das Verhör des Gefangenen von Bond vorbereitet. Auch bei SDR-Material und ohne HDR+ begeistert der Q9F mit feiner Durchzeichnung bei schwierigen Lichtverhältnissen. Die Gesichter von 007 und von M stellt er, wie wir es auch  von der Wiedergabe der UHD-BDs kennen, sehr facettenreich, farblich echt und plastisch dar. 

DVB-S2 Tuner

720p Material stellt der Q9F enorm rauscharm und stabil dar. Den HDR+ Modus würden wir für TV-Material eher nicht verwenden, da das Bild dann an Natürlichkeit einbüßt, und das Auge wird durch die nun vorhandenen hohen Helligkeitsspitzen unnötig stark beansprucht. Die Öffentlich-Rechtlichen Sender in 720p sehen ungemein gut aus, gerade, wenn z.B. in HD aktuell aufgezeichnete Shows und Nachrichtensendungen oder in den letzten Jahren in HD aufgenommene Serien und Filme wiedergegeben werden. Die feinen Farbübergänge, die insgesamt sauber ausbalancierte Farbwiedergabe, die plastische Wirkung des Bildes und das äußerst geringe Bildrauschen verdichten sich zu einem erstklassigen Bildeindruck. Selbst SD-Inhalte in 576i kann man in guter Qualität betrachten, wenn man etwas mehr Abstand zum Q9F hat. Insgesamt sehen wir beim Tuner eine Steigerung in der Qualität im Vergleich zu früheren Generationen: Sogar SD-Material, das man auf einem solchen Ultra HD-TV nur im absoluten Notfall betrachten sollte, wirkt "cleaner", schärfer und farblich echter als früher. 

Im Vergleich zu den 2017er QLED-Modellen haben die neuen Modelle einige Detailverbesserungen aufzuweisen:

  • Gerade die Inhalte gut gemasterter Ultra HD-Blu-rays wirken plastischer, greifbarer, echter. Man hat den Eindruck, dass es noch weniger Distanz zwischen Bild und Zuschauer gibt
  • Weniger Reflexionen, gleichmäßigere Verteilung der Bildhelligkeit: Gerade dunkle Szenen machen mehr Spaß, da der 2018er Direct LED-Q9F die Helligkeit besser verteilt und noch weniger Hot Spots auftauchen. Reflexionen wurden effektiv reduziert, selbst dann, wenn man bei deutlichem externem Lichteinfall Inhalte betrachtet, sind kaum störende visuelle Einschränkungen vorhanden.
  • Nochmals verbesserter horizontaler und vertikaler Blickwinkel
  • Tieferes Schwarz und feinere Differenzierung von Graustufen
  • Hauttöne wurden schon 2017 sehr gut wiedergegeben, hier ist eine leichte Steigerung erkennbar. Hauttöne erscheinen beim 2018er Q9F noch authentischer.
  • Das Bild wirkt nicht mehr so aggressiv, sondern "bekömmlicher", sanfter. Der 2018er Q9F eignet sich besser als der Vorgänger auch für lange Film-Sessions. Der Modus "Film" ist noch natürlicher, angenehmer geworden, ohne dass das Bild zu weich gezeichnet oder zu undefiniert wirken würde.
  • Praktisch kein Panel-Rauschen, wie schon 2017, hier war kaum noch etwas zu verbessern.
  • Der Tuner konnte hinsichtlich der Empfangsqualität optimiert werden, noch weniger Rauschen, mehr Klarheit, mehr Schärfe, bessere Farben
  • Die 2018er Q Engine skaliert noch präziser hoch, Inhalte in 720p oder 1.080p, aber auch in 1.080i werden schärfer, detailreicher und plastischer auf die native Panelauflösung hochgerechnet. Sogar 576i Inhalte konnten aus bildqualitativer Sicht durch das hoch präzise Upscaling in der Wiedergabe verbessert werden. 
  • Verbesserte Zwischenbildberechnung: Bewegungsabläufe wirken natürlicher, auch der gesamte Bildeindruck. Das "Game-mäßige" ist fast ganz verschwunden, alles sieht mehr nach Film aus. 
Ton

Kann der Samsung auch Musik gut wiedergeben? Wir hören hinein in "One Kiss" von Calvin Harris und Dua Lipa. Und höre da - entspannt, relaxt, mit guter Darstellung des Beats: Der Q9F klingt richtig gut. Wer eine preiswerte Soundbar hat, kann diese gleich mit dem alten TV in Zahlung geben oder anderen Familien-Mitgliedern schenken. Möchte man den Sound des Q9F toppen, muss man schon eine gute Soundbar wie die Samsung HW-MS750 kaufen, um eine wirkliche Steigerung zu erzielen. Da der Q9F auch Hi-Res-Audio-Files, zum Beispiel im Flac-Format, wiedergeben kann, haben wir überprüft, was er bei "Desperado" in der Variante von Diana Krall leistet. Die Stimme kommt prima heraus, das Klavier überraschenderweise auch, und das Volumen ist beachtlich. Allerdings kommt es bei forciertem Pegel (ab Pegel "75") zu Gehäuse-Geräuschen. Insgesamt bei Musik aber eine ordentliche Leistung. Hört man sich TV-Sendungen an, so sind z.B. die Protagonisten der Lieblingsserie oder aber der Nachrichtensprecher sehr gut verständlich. Der Trailer zu "Star wars - Die letzten Jedi" bietet ebenfalls ein solides akustisches Spektrum, wenngleich man hier bei der Effektgewalt schon spürt, dass selbst ein gutes TV-Lautsprechersystem nur eine Notlösung auf Zeit sein kann. Immerhin, etwas Nachdruck haben die Effekte, und der Music Score kommt ordentlich zur Geltung. 

Fazit

Samsung Q9FN Front2

Wie macht man Gutes noch besser? Dieser Frage stellten sich die Samsung-Entwickler mit durchschlagendem Erfolg. Der 2018er Q9F ist ein QLED Ultra HD-TV der absoluten Spitzenklasse geworden. Natürlich sind wir gespannt, wie sich die kommenden Topmodelle der Konkurrenz schlagen, aktuell kann der Q9F aber als bester von uns getesteter Fernseher der Generation 2018 gelten. Noch plastischer, feiner, atmosphärisch dichter ist das Bild geworden, noch feiner die Übergänge bei nativer HDR-Wiedergabe. Dazu kommen ein richtig guter, weiter optimierter Video-EQ und ein Sound, der für einen Flatscreen wirklich überraschend fundiert auftritt. Die extrem umfangreichen Einstellungs- und Konfigurationsmöglichkeiten mögen auf den ersten Blick überfordernd wirken, hat man sich etwas mit dem Samsung Q9F und zum Beispiel mit der Smart Things-App auseinander gesetzt, stellt man fest, dass eigentlich alles enorm einfach ist. Der Q9F lief extrem stabil in allen Test-Reihen und leistete sich hinsichtlich der Betriebssicherheit keinen Schnitzer. Für den TV sprechen auch die edle Optik, die hochwertige Verarbeitung und die sehr gut in der Hand liegende Metall-Fernbedienung. Darüber hinaus bietet der Hersteller mit dem Ambient Modus sowie dem innovativen und praxisorientierten One Invisible Cable Alleinstellungsmerkmale, mit denen aktuell kein anderer TV-Hersteller aufwarten kann. Insgesamt stellt der Q9F für knapp 4.000 EUR ein überragendes Angebot ohne wirkliche Schwächen, aber mit sehr vielen Stärken dar.

Volltreffer: Der Samsung Q9F setzt sich mit sensationellem Bild, toller Ausstattung, enormer Flexibilität und innovativen Features an die TV-Spitze
masterpiecelogo
Flachbildschirme 65 Zoll Luxusklasse
Test 08. Mai 2018

Test: Carsten Rampacher, Philipp Kind
Bilder: Sven Wunderlich
Datum: 08. Mai 2018

 

 

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