TEST: Sony HiRes-Duo MDR-1A (Headphone)und Walkman NWZ-A15 – Toplösung für unterwegs?

 

Sony MDR-1A NZW-A15 Gruppenbild2

Für 200 EUR bietet der Sony Over-Ear-Kopfhörer MDR-1A bereits akustisch volle Kompatibilität für die Wiedergabe von High Resolution Audio-Medien. Ein Frequenzgang von 3 Hz bis 100 kHz garantiert zumindest auf dem Papier eine komplette Darstellung jedes Quellmaterials. Dank der großen 40 mm Treiber wird auch im Bassbereich eine ausgezeichnete Performance garantiert. Dass dem auch in der Praxis so ist, beweist uns später der Hörtest. Die hohe Empfindlichkeit von 105 dB/mW sorgt an nahezu jedem Zuspieler für hohe mögliche Pegel – und bei moderaten, ohrenfreundlichen Lautstärken hört man souverän und entspannt. Laut Sony-Website eignet sich der MDR-1A für Heimsysteme ebenso wie für mobile Devices. Die Impedanz wird mit 24 Ohm angegeben. Sony verspricht ferner, dass störende Umgebungsgeräusche außen vor bleiben.

Sony MDR-1A Ohrmuschel1

Bei Sony gibt es „etwas auf die Ohren“ – volle HiRes-Kompatibilität schon für 200 EUR 

Sony MDR-1A Unterseite

 Sorgfältige und hochwertige Verarbeitung

Gerade dann, wenn man feindynamisch exzellente HiRes-Dateien wiedergibt, stört jede noch so kleine Beeinflussung drastisch. Dank der „Sony 3D Ohrpolster“ soll sich der Hörer wie in seinem eigenen Reich fühlen und sich nur dem Musikgenuss widmen. Auch dies wird größtenteils in der Praxis bestätigt, obwohl er nicht über eine aktive Geräuschunterdrückung verfügt, sind Umgebungsgeräusche kaum wahrnehmbar. Es liegen dem Kopfhörer zwei Kabel mit jeweils 1,2 Metern Länge bei, eines für die Verwendung zusammen mit einem Smartphone mit integrierter Fernbedienung und ein anderes Kabel ohne Fernbedienung. Es handelt sich um symmetrisch aufgebaute Kabel aus vier silberbeschichteten Kupferdrähten und unabhängigen Masseleitern für beide Kanäle – gut für die akustische Klarheit und die Gesamt-Präzision des Klangbildes. 

Sony MDR-1A Groessenverstellung

Solider Verstellmechanismus aus Metall 

Sony MDR-1A Detail Gelenk

Auch bezüglich der Detailverarbeitung ausgezeichnet 

Sony MDR-1A Kabel3

1,2 Meter langes Kabel mit Fernbedienung für Verwendung zusammen mit einem Smartphone

Sony MDR-1A Kabel1

1,2 Meter langes Kabel ohne Fernbedienung 

Sony MDR-1A Kabel Fernbedienung

 Fernbedienung im Detail

Man kann den MDR-1A, wenn man das fürs Smartphone gedachte Kabel nutzt, auch als Freisprechanlage aufgrund des integrierten Mikrofons verwenden. Darüber hinaus steht die „Smart Key App“ von Sony bereit, um die Musikwiedergabe und die Anrufer-Anpassung individuell zu gestalten. Die Hauptfunktionen kann man somit komfortabel steuern. Komischerweise war die App bei Suche auf einem Apple iPhone 6 im App Store nicht zu finden, so dass wir sie dann auf unserem Sony Xperia Z3 Compact installiert haben. Leider ist der MDR-1A nicht bei den mit einer speziellen DSP-Kurve für perfekte Anpassung versehenen Sony-Kopfhörern im Menü des Xperia Z3 Compact zu finden. 

Smartkey1

Möglichkeiten der App

Smartkey2

Individuelle Tastenbelegung 

Smartkey3

 Auch, was bei Leerlauf gemacht werden soll, kann definiert werden

Der MDR-1A überzeugt durch hohen Tragekomfort und fällt mit 225 Gramm nicht zu schwer aus. Die druckentlastenden Ohrpolster aus Leder gefallen durch die angenehme Materialqualität, nicht zu schweißtreibend und sehr bequem.

Sony MDR-1A Front Seitlich3

Zusammenklappbar

Sony MDR-1A Anschluss

Hochwertig gestaltet: Anschluss fürs Kabel

Sony MDR-1A Buegel

Der Bügel ist hervorragend gepolstert

Sony MDR-1A Beutel

 Transportbeutel

Eine exakte Anpassung an die Kopfform des jeweiligen Trägers erfolgt mit dem sehr gut gepolsterten Kopfband. Der Verstellmechanismus des Kopfbandes ist aus robustem Metall und rastet präzise. Die Stoffverarbeitung erfolgt ohne Nähte, dadurch steigen Haltbarkeit und Tragekomfort. Mittels eines solide wirkenden Faltmechanismus kann man den MDR-1A auch zusammenklappen, ein entsprechender Transportbeutel aus Nylon befindet sich im Lieferumfang. 

Sony NZW-A15 Front Seitlich2

NWZ-A15 für 200 EUR mit 16 GB internem Speicher

Sony NZW-A15 Display

2,2 Zoll-Display 

Sony NZW-A15 Bedienelemente Front

 Bedienelement

Flankiert wird der MDR-1A in unserem Test von Sonys neuem, auf der IFA präsentierten HiRes-Walkman NWZ-A15. Der kleine Musicplayer ist hochwertig verarbeitet und extrem kompakt (10,9 x 4,36 x 87 cm). Die Spaltmaße fallen gering aus, die Materialqualität ist gut. 

16 GB beziehungsweise 64 GB  interner Speicher plus Slot für eine zusätzliche MicroSDXC-Karte bei einem fairen Kaufpreis von 200 EUR (UVP), das sind die technischen Eckdaten. Mit 64 GB microSD-Karten kam der kompakte Walkman problemlos klar, die Ladezeiten fielen recht gering aus.

Für bestmögliche Wiedergabe der digitalen Dateien ist ein S-Master HX Digitalverstärker an Bord, der das Signal vor der D/A-Wandlung optimal und verzerrungsarm verstärkt. Arbeitet man mit geringer auflösenden Dateien, so sorgt Sonys DSEE HX für ein gelungenes Aufpolieren – mit freier aufspielenden Höhen, feiner gestuften Mitten und präziserem, authentischerem Bassbereich.

Sony NZW-A15 Micro SD Einschub

microSD-Einschub 

Sony NZW-A15 Ladebuchse Kopfhoereranschluss

Kopfhörer- und Systemkabelanschluss 

Sony NZW-A15 Bedienelemente Seitlich

 Hold-Taste und Lautstärkeregler 

Die Klanggüte kann zudem generell durch Clear Audio + weiter angehoben werden. Clear Audio + und DSEE HX lassen sich aber nicht zusammen verwenden. Schaltet man beide Systeme aus, kommt man in die normalen Audio-Settings. Innerhalb dieser kann man zum Beispiel verschiedene EQ-Kurven auswählen: Heavy, Pop, Jazz, Unique, Custom 1 und Custom 2 für eigene Settings. Der grafische EQ bietet Bänder mit 400 Hz, 1 kHz, 2,5 kHz, 6,3 kHz und 16 kHz. Hinzu kommt eine Clear Bass-Schaltung für eine stufenweise Intensivierung der Bassstärke. Für zügiges Umsetzen aller Befehle sorgt ein 1 GHz Prozessor im Inneren des schlanken, nur 66 Gramm wiegenden Players. 

An Formaten werden MP3, WAV, AIFF, WMA, AAC, HE-ACC, FLAC und ALAC unterstützt. Der Player ist überdies mit Bluetooth und NFC ausgestattet, bei der Bluetooth-Übertragung wird auch aptX unterstützt. 

Die immense Akkulaufzeit von bis zu 50 Stunden (je nach Handhabung) ist hervorzuheben – sie gilt bei der Wiedergabe von Standard-MP3-Dateien. Wer HiRes-Audiodateien wiedergibt, kann sich über immer noch 30 Stunden Akkulaufzeit freuen.

In unserer heutigen Zeit dominieren Touch-Displays – spontan gleitet man mit den Fingern über das 2,2 Zoll-Farbdisplay mit QVGA-Auflösung von 320 x 240 Pixeln. Doch das bringt nichts, denn nichts passiert – man steuert den HiRes-Walkman mittels des unter dem Display angeordneten Multifunktionselements. Nach kurzer Zeit der Umgewöhnung funktioniert dies alles völlig problemlos.  Dass das Display nach heutigen Maßstäben nur gering auflöst, ist aufgrund der geringen Diagonale nicht weiter gravierend. 

Klanglich liefert die Sony-Kombination überzeugende Elemente für den Kauf. Bei High Resolution Audio Files entfalten MDR-1A und der Walkman NWZ-A15 eine Performance, die auch ausgesprochen anspruchsvolle Musikfreunde ansprechen dürfte, Beim 96 kHz FLAC-Stück „Alone For You“ vom Jan Lundgren Trio sind Auflösung, Hochton-Brillanz sowie Gesamt- und Feindynamik sehr ausgeprägt. So wirkt z.B. das sensibel gespielte Hi-Hat filigran und räumlich exakt abgebildet. Das Klavier ertönt mit klarer Definition der Anschlagdynamik, insgesamt schafft es die Sony-Kombination, die Instrumente akkurat auseinander zu differenzieren, gleichzeitig aber wird eine harmonische, homogene Gesamtwiedergabe sichergestellt. 

Bei der 96 kHz FLAC Aufnahme von Diana Kralls „Garden In The Rain“ agiert Sonys Hi-res „Team“ wieder mit dem nötigen Feingefühl. Besonders wohl ausgewogen ist die Stimmwiedergabe – Dianas Stimme wird ungemein lebendig, charismatisch und mit sauberer räumlicher Dosierung dargestellt. Das Klavier, schon beim ersten Stück mit hervorragende3r Ausprägung zu vernehmen, integriert sich auch hier exzellent in den Song, aber auch die restlichen Instrumente fügen sich fließend ein, ohne ihre spezielle Ausprägung aufgeben zu müssen. 

In 192 kHz/24-Bit FLAC liegt „Dronning Fjellrose“ der Akustik-Jazzer des Hoff Ensembles vor. Und genau bei solchen Stücken beweist uns die Sony-Kette, was die Vorzüge hochauflösender Audiodateien in der Praxis bedeuten: Einfach eine kultivierte, enorm detailreiche, nicht irgendwo plötzlich abreißende Darstellung. Die Elemente werden glaubwürdig im virtuellen Raum positioniert, der Zuhörer bekommt jederzeit ein sicheres Gefühl, wo die einzelnen musikalischen Ebenen untergebracht sind. Sanftes, leises Abklingen von Stimme und Instrumenten bereitet der klangstarken Sony-Kombination keine Schwierigkeiten. 

Klassik-Fans kommen mit dem MDR-1A und dem NWZ-A15 ebenfalls auf ihre Kosten. Wenn man bedenkt, dass der MDR-1A lediglich auf 200 EUR kommt (mit eingebautem D/A-Konverter liegt er bei 300 EUR und heißt dann MDR-1A DAC) und der NWZ-A15 ebenfalls mit 200 EUR in der Sony-Preisliste auftaucht, dann kann man nur feststellen: Enorme Performance zum günstigen Preis. Wolfgang Amadeus Mozarts Violinenkonzert Nr.4, Köchelverzeichnis 218, 1. Allegro, in FLAC 96 kHz, konnte hinsichtlich der Wiedergabequalität ebenfalls auftrumpfen. Die Einsätze des gesamten Orchesters sind aus dynamischer Sicht hervorragend, die Violinensoli beeindrucken durch geschmeidige Anmut und eine sehr hohe Auflösung im Hochtonbereich. Aggressive oder schrille Elemente sucht man vergeblich. Was auch gefällt – der MDR-1A sitzt außerordentlich bequem auf dem Kopf, Außengeräusche werden durch die Formgebung der Ohrmuscheln in weiten Zügen vom Hörer ferngehalten. So kann man auch den sorgfältigen Aufbau bei orchestralen Einsätzen präzise beurteilen, wenn nicht Gespräche, die vielleicht im selben Raum stattfinden, sich störend in den Musikgenuss hinein mischen. 

Bei „Past Is Dead“ von Bad Religion steht nun die Wiedergabe völlig anders gearteter Musik auf dem Plan. Viel Punch und Dynamik sind im Stück enthalten, salopp gesagt geht „die Post ab“. Und das Sony-Duo zeigt, dass auch Punkrock-Eskapaden sehr gut gemanagt werden. Gleichzeitig aber, so scheint es, liegt den Son Hi-Res-Komponenten Material vom Schlage Diana Krall oder Alone For You noch mehr. Dann kann das ganze Feingefühl, diese exakt dosierte Räumlichkeit, wie ein feinst gewobener Klangteppich, einfach noch besser zum Tragen kommen. 

Wobei – beim Rave-/Trance-Klassiker „Outside World“ von Sunbeam (CD-Qualität) wird ebenfalls ein beeindruckender Klang aufgeboten. Der Bass ist ungemein satt, klar und tief nach unten reichend, die schnellen Wechsel der elektronischen Effekte sind ausgesprochen impulstreu, und der Gesang im Background kommt richtig gut heraus. Die verschiedenen Rhythmus- und Dynamikwechsel sind stimmig umgesetzt. Und, um einen aktuellen Titel mit zur Rate zu ziehen, auch „The Golden Twenty“ von Nature One kommt mit kräftigem, aber exaktem Bass, sehr guter Differenzierung der einzelnen akustischen Anteile und stimmiger räumlicher Gesamtdarstellung heraus. Höhere Pegel kann man ohne Schwierigkeiten hören, doch hier bitten wir zu beachten, dass man auch aufs Gehör Rücksicht nehmen sollte – zu lautes Hören schädigt das Gehör irreparabel. 

Sony Xperia Z3 Compact Front Seitlich3

Gutes Team – MDR-A1 und Sony Xperia Z3

Sehr gut klingt der Kopfhörer übrigens auch in Verbindung mit dem Sony Xperia Z3 Compact, obwohl für dieses Kopfhörer-Modell im Menü des Smartphones keine dedizierte Kurve bereitgestellt ist. Also wählt man den Modus „Allgemein“ und freut sich über kräftigen Bass, sehr gute Räumlichkeit und eine überzeugende Grob- wie auch Feindynamik. Dass der Klang so kultiviert und geschmeidig ist, kann auch als Zeichen dafür gewertet werden, dass die im Sony Xperia Z3 Compact eingebauten D/A-Konverter von guter Qualität sind. 

Fazit

Sony NZW-A15 Front Seitlich2

Kompakter Walkman trifft auf…. 

Sony MDR-1A Front Seitlich2

….klangstarken Kopfhörer 

Mit sehr guter Verarbeitung und feiner Akustik weiß sich das Sony High Resolution Audio-Duo erstklassig in Szene zu setzen. Beide Komponenten sind hochwertig und punkten auch mit praxisgerechten Eigenschaften. So ist der Kopfhörer sehr komfortabel und der Walkman extrem kompakt. Daher ist die Kette wie geschaffen für hochwertigen mobilen Musikgenuss. Der Walkman NWZ-A15 brilliert überdies mit leistungsfähigen Zusatzsystem zur Klangverbesserung.

Hochauflösender Audio-Genuss gepaart mit hervorragender Verarbeitung und hoher Mobilität – wie geschaffen für unterwegs
ueberragend
Mobiles HiRes-System bis 500 EUR
Test 28. Oktober 2014

+ Überragende Verarbeitung gerade des Kopfhörers
+ Ultrakompakter, aber sehr gut ausgestatteter Walkman
+ Enorm feinfühliger, detailreicher Klang
+ Exzellente Bassqualität
+ Hoher Tragekomfort beim Kopfhörer
+ Preislich fair kalkuliert

– Display des Musicplayers mit teilweise zu kleiner Darstellung
– Kein Touch-Display

Test: Carsten Rampacher
Fotos: Sven Wunderlich
Datum: 18. Oktober 2014




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