TEST: Sony Smartphone Xperia Z3 Compact – Technik-Ass im 4,6 Zoll-Format?

Sony Xperia Z3 Compact Front Seitlich3

Smartphones werden immer größer und sogar Apple macht mit dem iPhone 6 Plus nach vorheriger Abwesenheit auf diesem Markt den Trend mit. Ganz gleich, ob Samsung, Sony, LG, Nokia/Microsoft, Motorola oder HTC, die Topmodelle messen in der Bildschirmdiagonale 5 Zoll und mehr. Selbst dann, wenn man große Hände hat und nach wie vor eine einhändige Bedienung möglich ist, bringen die großen Displays nicht nur Vorteile. Die Devices lassen sich aufgrund der Länge und Breite schlechter verstauen, große Displays verlangen nach großen Auflösungen und dadurch steigt der Akkuverbrauch. Groß und dünn birgt noch ein weiteres Risiko – Schäden in der Hosentasche nicht ausgeschlossen, oder „so baue ich mir selbst mein Curved-Phone“ – Nebenwirkungen, die nicht jeder bereit ist, in Kauf zu nehmen. 

Natürlich haben die Smartphoneanbieter dieses Problem schon längst erkannt. Die Folge: LG G3S, HTC One Mini 2, Samsung Galaxy S5 Mini – die früher normalen und noch gut zu handhabenden Abmessungen zwischen 4,3 und 4,8 Zoll sind heute den „kleinen“ Smartphones eigen. Leider scheinen sich die Hersteller zu denken, dass derjenige, der ein noch recht kompaktes Smartphone sucht, automatisch auf Leistungsverzicht bereit ist. So tragen die „Minis“ zwar stolz die Namen der großen Geschwister, in ihrem Inneren aber werkelt bestenfalls Mittelklasse-Hardware. 

Sony Xperia Z3 Compact Verpackung1

Aktions-Umverpackung 

Sony Xperia Z3 Compact Verpackung2

Zieht man die Umverpackung ab, kommt die „richtige“ Verpackung erst zum Vorschein

Sony Xperia Z3 Compact Verpackung3

 Innenleben der Verpackung 

Sony Xperia Z3 Compact Lieferumfang

 Packungsinhalt

Das muss nicht sein, finden die cleveren Sony-Smartphone-Entwickler, und bringen mit dem Xperia Z3 Compact nun schon die zweite Generation eines kompakten (4,6 Zoll-HD-Display), aber sehr leistungsstarken Smartphones auf den Markt. Bevor wir uns der Performance widmen, beginnen wir mit der optischen Erscheinung und dem Akku. 

Sony Xperia Z3 Compact Rueckseite Seitlich

Rückseite aus Mineralglas, das besonders hart ist

Sony Xperia Z3 Compact Front Seitlich4

 Mittlerweile schon fast klassisches Design

Im Vergleich zum Vorgänger Xperia Z1 Compact (ein Xperia Z2 Compact gab es nicht) ist das Display größer und das Smartphone dünner geworden. Es misst 127 x 64,9 x 8,6 mm und liegt exzellent in der Hand. Nur die rutschige Rückseite aus gehärtetem Glas stört etwas, zudem ist die Oberfläche anfällig gegenüber Fingerabdrücken und verlangt daher nach häufiger Pflege.

Sony Xperia Z3 Compact Kamera

Detailverarbeitung 

Sony Xperia Z3 Compact Ladekontakte

Anschluss fürs optional lieferbare Dock 

Sony Xperia Z3 Compact Bedienelemente Seitlich2

Separate Kameraauslösertaste 

Sony Xperia Z3 Compact Bedienelemente Seitlich1

An-Aus-Knopf in Silbern 

Sony Xperia Z3 Compact NFC Kamera

 20,7 MP Kamera mit bündig abschließender Linse

Sehr gut ist, dass die Kameralinse bündig eingelassen ist und nicht hervorsteht wie bei manchem Kontrahenten. Der leicht hervorstehende Rahmen hat auch einen praktischen Nutzen, da dafür sorgt, dass nicht bei jedem Sturz die Vorder- oder Rückseite die „volle Breitseite“ abbekommen. Das eigentliche Design lebt von vornehmer Zurückhaltung, Sony hat seit Anfang bei der Xperia Z-Baureihe eine klare Designsprache formuliert und diese nicht großartig im Generationswechsel geändert. Leider auch nicht das fummelige Einlegen der (mittlerweile Nano) Simkarte mit einem wackeligen Tray. Diese Lösung taugt schlichtweg nichts. 

Wie bei der Xperia Z-Modellreihe üblich, ist das Xperia Z3 Compact wasser- und staubdicht (IP65 und IP68-zertifiziert) und somit sehr gut gegen äußere Widrigkeiten geschützt. Damit man diese Funktionen aber auch aufrecht erhalten kann, ist es unerlässlich, die Slots für MicroSD- und Nano Sim-Karte sorgfältig zu verschließen. Das Smartphone mit Milchglas-Verkleidung anstatt Alu-Rahmen ist hervorragend verarbeitet. Die Spaltmaße sind sehr gering, leider ist der Akku fest verbaut. Er bringt mit 2.600 mAh auf den ersten Blick nur bescheidene Leistungswerte mit, umgerechnet auf ein 4,6 Zoll-Display mit HD-Auflösung aber kann man sehr zufrieden sein mit dem Durchstehvermögen. Nutzt man das Xperia Z3 rege, sind 35 Stunden Nutzungsdauer drin. Über 2,3 Stunden dauert es aber, den Akku voll aufzuladen, das ist relativ lange. 

Sony Xperia Z3 Compact Screenshot 2

Installiert ist Android 4.4.4. 

ISony Xperia Z3 Compact Screenshot 1

 Startbildschirm. Es lassen sich verschiedene schnell konfigurieren

Als CPU des unter neuestem Android 4.4.4. laufenden Z3 Compact fungiert der Snapdragon 801, ein mit 2,5 GHz getakteter Quadcore-Prozessor, der auch in gestandenen Smartphone-Flaggschiffen wie dem „großen Bruder“ Xperia Z3 (649 EUR, ebenfalls neu) arbeitet. Mit einer Einschränkung aber muss der stolze Besitzer des 499 EUR kostenden Xperia Z3 Compact doch leben: Es finden sich anstatt 3 lediglich 2 GB Arbeitsspeicher. Das lässt sich aber im Betrieb ebenso verschmerzen wie die geringere Bildschirmauflösung von 1.280 x 720 Pixeln. Im großen Xperia Z3 bietet Sony 1.920 x 1.080 Pixel auf. Mit einer Pixeldichte von 319 ppi im Falle des Xperia Z3 Compact kann man aber gut leben, wenngleich, dies sei an dieser Stelle gleich erwähnt, wir es mit einem ausgezeichneten, aber keinem exzellenten Display zu tun haben.

Bezüglich Helligkeit und Leuchtkraft der Farben sowie Detailkontrast geht noch mehr. Wirklich bemängeln muss man aber nichts, denn selbst dann, wenn man z.B. Filme aus dem Sony-eigenen „Video Unlimited“ Streaming-Service anschaut, ist die Bildqualität sehr gut. Das liegt auch an dem TRILUMINOS-Bildprocessing für mobile Endgeräte, mit optimiertem Farbraum wird hier Hervorragendes geboten. Auch der X-Reality Mobile-Bildprozessor verrichtet ausgesprochen gute Dienste. Trotz der vergleichsweise kleinen 4,6 Zoll Diagonale macht es so Freude, z.B. auch Filmclips in 1.080p von YouTube anzuschauen. Dass man kaum Bildruckeln oder bewegungsbedingte Schärfeverluste feststellen kann, freut noch mehr.  

Der Touchscreen reagiert nahezu perfekt, das sorgt dafür, dass man auch mit der virtuellen Tastatur sehr gut schreiben kann. 

Dem allgemeinen Trend folgend, offeriert Sony beim Z3 Compact umfangreiche Energiesparoptionen, die man in den Einstellungen finden kann. Uns gefällt die Auswahl sehr gut, schon, dass eine – recht gut geschätzte – Rest-Akkulaufzeit, basierend auf dem aktuellen Nutzungsverhalten, angegeben wird. Des Weiteren finden sich zwei sogenannte „STAMINA“-Modi, wobei „Ultra STAMINA“ schon massiv die Akkulaufzeit verlängert – von rund 3 Tagen auf rund 9 Tage bei geringer Nutzung und Akkustand von 89 Prozent. Allerdings sind dann nur grundlegende Funktionen verfügbar, wie Telefonate und Messaging. Die Internetverbindung über WLAN oder mobile Daten wird in diesem Modus z.B. deaktiviert.

Der normale STAMINA Modus beinhaltet einen Infobildschirm, der dem Anwender verdeutlicht, zu welchem Zweck diese Betriebsart vorhanden ist. Es gibt die Funktionen „erweiterter Standby“, hier wird bei ausgeschaltetem Bildschirm Energie gespart, indem WiFi sowie mobile Daten vorübergehend inaktiv sind. Auch die meisten Anwendungen sind inaktiv. Wünscht sich der Anwender, dass einige Apps trotzdem arbeiten, so kann man diese der Liste „Aktive Apps im Standby“ hinzufügen. Zweiter Punkt des STAMINA-Modus ist eine Reduzierung der Hardware-Performance. 

Alles also bestens – doch selbst ein Multitalent wie das Z3 Compact offenbart auch Schwächen: Nicht befriedigend sind die lächerlichen 16 GB interner Speicher, nur rund 10 GB davon kann man für Nutzerdaten verwenden. Hier wären 32 GB als Minimum angebracht. Wengistens werden MicroSD-Speicherkarten bis 128 GB akzeptiert, und das funktioniert auch recht zügig, wie wir im Testbetrieb feststellen durften. 

Wenden wir uns auch gleich der CPU-Leistung und der Schnelligkeit im Praxisbetrieb zu. Hier bleibt unserer Meinung nach kaum ein Wunsch offen. Nicht allzu flott reagiert lediglich die Kamera – hier gönnt sich das Z3 Compact ab und zu eine Gedenksekunde. Ansonsten werden auch mehrere Apps hintereinander sofort geöffnet, möchte man alle Apps auf einmal schließen, ist dies in Sekundenbruchteilen erledigt. Grafischen Support erhält die CPU vom Grafikprozessor Adreno 330 – für viele Games aus Google Play oder auch vom Playstation Store direkt von Sony ist hier die Performance sehr ordentlich. Ruckeln und langsamer Aufbau sind nur selten zu beobachten. 

Im WLAN ac-Netzwerk macht sich das Sony gleich den Vorteil zu Nutze, dass nicht nur WLAN-n, sondern ebenso WLAN-ac unterstützt wird. Dies sorgt für ultrakurze Ladezeiten auch komplexerer Inhalte. In Verbindung mit einer AVM Fritz! Box 7490 macht es so große Freude, im Internet zu surfen. 

Sony Xperia Z3 Compact Screenshot 3

 Einstellungen – WLAN-ac wird auch unterstützt

Sony Xperia Z3 Compact Screenshot 20

 Xperia-Konnektivität 

Sony Xperia Z3 Compact Screenshot 21

 Weitere Konnektivitäts-Einstellungen

Das Xperia Z3 Compact ist ein echter Verbindungsmeister. LTE Cat. 4 ist als Standard implementiert, damit sind Downloads mit bis zu 150 MBit/s möglich, im Upload sind es 50 Mbit/s. Wo es nur 3G gibt, sorgt HSPA+ für immer noch flotte Down- und Uploads. In Verbindung mit dem schnellen Prozessor ist so eine enorme Surf-Geschwindigkeit garantiert. Um diesen Spaß ausnutzen zu können, sollte man einen Mobilfunk-Vertrag mit LTE-Option sowie mit ausreichend Datenvolumen an den Start bringen. Die Empfangssensitivität ist gut, aber nicht überragend, wenn man sich im mobilen Datennetz befindet. Hier gibt es andere Smartphones, die noch den ein oder anderen Balken mehr ans Tageslicht zaubern. Das interne WLAN-Modul gibt bezüglich der Empfangsstärke keinen Anlass zu Kritik. Auch bleibt das Xperia Z3 Compact stets zuverlässig im WLAN und loggt sich zwischendurch nicht einfach mal aus – auch so etwas passiert bei manchen Devices leider. 

Natürlich ist auch Bluetooth mit an Bord, ebenso finden sich NFC, DLNA, die native USB-Anbindung (Tethering) sowie die gern genutzte Möglichkeit, das Z3 Compact als WLAN-Hotspot einzusetzen. Synchronisierung ist über Exchange Active Sync, Faceboo, Google und Sync ML möglich. Die 3,5 mm Buchse für den Kopfhöreranschluss ist mit DNC (Digital Noise Cancelling) ausgestattet. 

In den Einstellungen findet sich unter „Xperia Connectivity“ verschiedene interessante Verwendungsmöglichkeiten. Die Bildschirmspiegelung kann hier ebenso aktiviert werden wie Throw, hier kann man Inhalte mediale Inhalte vom Xperia über andere Devices, wie z.B. einen TV, wiedergeben. In diesem Menü kann man auch Dualshock 3/4 PlayStation Controller für die Verwendung zusammen mit dem Xperia konfigurieren. 

Sony Xperia Z3 Compact Screenshot 32

Xperia Lounge 

Sony Xperia Z3 Compact Screenshot 31

Update-Center 

Sony Xperia Z3 Compact Screenshot 30

Video Unlimited 

Sony Xperia Z3 Compact Screenshot 29

Einstellungen Video Unlimited 

Sony Xperia Z3 Compact Screenshot 28

Zugriff auf Video-Bibliothek

Sony Xperia Z3 Compact Screenshot 27

Programm „Skizze“

Sony Xperia Z3 Compact Screenshot 26

App „What’s New“ 

Sony Xperia Z3 Compact Screenshot 25

Sony Select-App 

Sony Xperia Z3 Compact Screenshot 24

PlayStation-App

Sony Xperia Z3 Compact Screenshot 23

Movie Creator Startbildschirm 

Sony Xperia Z3 Compact Screenshot 22

 „Movie Creator“

Die Sony-Benutzeroberfläche Xperia UI ist sehr elegant geraten. Die Japaner leisten sich nicht zu viele überflüssige Spielereien, Android KitKat ist noch klar ersichtlich. Allerdings installiert Sony auf dem Xperia Z3 Compact eine Vielzahl eigener Anwendungen. So der integrierte Zugriff auf Video und Music Unlimited aus dem Sony Entertainment Network. Es handelt sich um kostenpflichtige Video- und Music-Streaming-Dienste. Sony hat ferner einen eigenen App Store an Bord und verfügt über einen speziellen Gaming-Shop (PlayStation). In einer weiteren App („What’s New“) kann man sich aus allen Sparten Neuerscheinungen anzeigen lassen. „PlayMemories“ ist ebenfalls an Bord (Cloud-Speichermöglichkeit für Fotos). Spezielle Offerten für Xperia-Eigner finden sich in der „Xperia Lounge“.

Weitere vorinstallierte Programme umfassen z.B. den „Movie Creator“, bei dem man ähnlich wie bei Apples kostenpflichtigem „iMovie“ aus vorhandenen Video- und Fotoaufnahmen eigene Filme erstellen kann. Das Programm „Skizze“ ermöglicht es, aus einem vorhandenen oder zu diesem Zweck aufgenommenen Foto oder einer Zeichnung, ein lustiges Bild zu gestalten. Sinnvoller wäre es gewesen, wenn Sony dem Xperia Z3 Compact gleich ab Werk eine leistungsfähige Notizen-Funktion mit auf den Weg gegeben hätte. So muss man sich im Google Play-Store etwas Entsprechendes suchen. Als Microsoft Office-kompatibles Tool ist die „Office Suite 7“ von Mobisystems vorinstalliert. Wer volle Nutzungsmöglichkeiten haben möchte, muss aber nochmals gut 5 EUR investieren und sich die entsprechenden Upgrade-Kits auf der Mobisoft-Website herunter laden. 

Sony Xperia Z3 Compact Screenshot 10

Musikwiedergabe

Sony Xperia Z3 Compact Screenshot 9

Audioeinstellungen 

Sony Xperia Z3 Compact Screenshot 8

Top – auf verschiedene Sony-Kopfhörer abgestimmt

Sony Xperia Z3 Compact Screenshot 7

Weitere Audioeinstellungen 

Sony Xperia Z3 Compact Screenshot 5

Spielbetrieb 

Sony Xperia Z3 Compact Screenshot 4

„Als nächstes hören“ 

Audioseitig wirft das Xperia Z3 Compact einen beispiellosen Funktionsumfang in die Waagschale, nicht, was die Quantität betrifft, sondern, was Qualität und Zukunftsfähigkeit angeht. So ist das Xperia Z3 Compact nicht nur vorbereitet für das Zusammenspiel mit einem externen USB-DAC, um HiRes-Audiodateien abszuspielen – auch die Funktion „Clear Audio Plus“ mit automatischer quellbezogener Klangoptimierung ist mit an Bord. Klarer, feiner Sound bei Verwendung des überdurchschnittlich talentierten mitgelieferten Headphones ist die angenehme Folge. Und nun kommen wir schon zum nächsten „Knüller“: Das Xperia Z3 Compact bietet für bestimmte Sony Kopfhörer gleich aufrufbare, voreingestellte Presets, damit das Zusammenspiel besonders gut funktioniert. Der MH750 ist das Modell, welches sich im Lieferumfang befindet.

Sony Xperia Z3 Compact Kopfhoerer2

Sehr gute In-Ears

Sony Xperia Z3 Compact Kopfhoerer3

Kabelfernbedienung

Sony Xperia Z3 Compact Kopfhoerer1

 Im Detail. Ohreinsätze in verschiedenen Größen werden mitgeliefert

Bei „I’m Alive“ von Twoloud“ legt sich das Gespann aus Z3 Compact und MH750 so vehement ins Zeug, dass man nur den Hut ziehen kann. Harter Bass, klare Höhen, gut definierte Mitten – so geht’s. Es dürfte derzeit kaum möglich sein, ein ab Werk mit dem mitgelieferten In-Ear-Hörer ein so gut klingendes Smartphone wie das Z3 Compact zu finden. Und es spielt keine Rolle, was man gerne hört – Clear Audio +, der offensichtlich gute bordeigene D/A-Wandler und das hochwertige Headset pushen alles gekonnt, so auch „Reality“ von Richard Sanderson. Sehr gute Stimmwiedergabe, tadellose, echte Räumlichkeit und eine prima Feindynamik zeichnen die Sony-Kette aus. Krachen lassen es Z3 Compact und MH750 In-Ear-Hörer dann wieder bei „It’s My Life“ von Bon Jovi: Fetzig ertönt die E-Gitarre, schwungvoll der Rhythmus, sehr gut kommen die dynamischen Unterschiede heraus. Ja, verehrte Konkurrenz: So gut kann ein Smartphone klingen. Für Musikliebhaber, die überdies wenig Lust verspüren, gleich noch einen teuren Kopfhörer zum ohnehin schon teuren Smartphone hinzu zu kaufen, ist das Xperia Z3 Compact „das einzig wahre Smartphone“. 

Wer übrigens „Clear Audio +“ sozusagen als „Vollautomatik“ nicht verwenden möchte, kann auch manuell verschiedene Funktionen ansteuern. DSEE HX fürs Auffrischen von komprimierten Dateiformaten ist dann verfügbar, ebenso virtueller Surround-Sound. Für die recht gut klingenden internen Lautsprecher ist noch S-Force Front Surround mit an Bord. Abgerundet werden die Audioeinstellungen durch eine Vielzahl an vorprogrammierten EQ-Feldern, man kann mittels des 5-Band-Grafik-EQs auch eigene Settings abspeichern. Dafür gibt es extra 3 benutzerdefinierte Speicherplätze. Integriert ist auch die „Clear Bass“ Funktion, deren Intensität regelbar ist. Folgende Audioformate werden unterstützt: 3GPP, MP4, ADTS, AMR, FLAC, Matroska, SMF, XMF, Mobile XMF, OTA, RTTTL, RTX, iMelody, MP3, WAV, OGG, ASF. Aufgezeichnet werden kann in 3GPP, MP4 und AMR. 

Praktisch ist noch eine aktivierbare Makrofunktion bei angeschlossenem Headphone. Sobald das Headphone in der Buchse gelandet ist, öffnet sich die Walkman-Anwendung und der zuletzt wiedergegebene Titel startet. Trennt man den Kopfhörer vom Z3 Compact, pausiert der aktuell abgespielte Titel.  Man kann sogar die Funktion noch bearbeiten und einen bestimmten Zeitpunkt, in dem das Makro aktiv ist, festlegen. ferner kann man eine Startaktion bestimmen, die Lautstärke festlegen, die zu startende Anwendung für die Musikwiedergabe selbst bestimmen sowie eine Endaktion hinzufügen. 

Die sehr geschliffenen akustischen Eigenschaften machen sich auch in einer überdurchschnittlich guten Gesprächsqualität bemerkbar. Man versteht den Gesprächspartner sehr gut, Rauschen ist fast nicht vernehmbar, die Stimme klingt praktisch nicht belegt, sondern ausgesprochen klar und angenehm. Vom Gesprächspartner wird die eigene Stimme auch als sehr verständlich und rauscharm wahrgenommen. Selbst dann, wenn der Empfang lediglich durchschnittlich ist, ist die Gesprächsqualität noch gut. 

Sony Xperia Z3 Compact Screenshot 18

Videoauflösungen 

Sony Xperia Z3 Compact Screenshot 16

Fotoauflösungen 

Sony Xperia Z3 Compact Screenshot 15

Einstellungen

Sony Xperia Z3 Compact Screenshot 17

Justageregler im manuellen Modus

Sony Xperia Z3 Compact Screenshot 11

Kamera-Apps, Teil 1

Sony Xperia Z3 Compact Screenshot 13

Kamera-Apps, Teil 2

Nicht nur Lob verdient sich die Kamera, die eigentlich mit 4K Videoaufnahme sowie maximal 20,7 MP im Still Imaging Betrieb gute Voraussetzungen mitbringt. Sonys anerkannt guter Exmor RS-Sensor für Mobilgeräte ist verbaut, ebenso ein 8-facher Digitalzoom. Der Bildstabilisator ist elektronisch und leider nicht optisch. Die Frontkamera nimmt Selfies in 2,2 MP in ordentlicher, wenn auch nicht sensationeller Qualität auf. Die maximal mögliche Videoqualität für den Videochat liegt bei 1.080p. 

Manch gute Voraussetzung bei der rückseitig untergebrachten Hauptkamera nutzt in der Praxis wenig, wenn die sogenannte „Überlegene Automatik“ im Still Imaging Modus nur bei einer Auflösung von 8 MP funktioniert. Wer also die 20,7 MP nutzen möchte, muss manuell einstellen. In den normalen verfügbaren Videoauflösungen findet sich die 4K-Auflösung übrigens nicht. Sony hat im zentralen Menü einen eigenen Unterpunkt „4K“ generiert. Startet man eine 4K-Aufnahme, so kommt im Display eine Warnung, dass sich das Device bei längerer Aufnahme (mehr als 8 Minuten) stark erhitzen würde. Daher könnte es passieren, dass sich die Kamera dann abschaltet. Die aufgenommenen Inhalte würden aber selbstverständlich gespeichert. 

Wie ist es um die Güte der Still Images und Videos bestellt? Fotos mit der „Überlegenen Automatik“ gelingen im Wesentlichen gut, hier ist man auf maximal 8 MP beschränkt, wie schon beschrieben. Leichte Probleme hat die Automatik bei Gegenlicht. Sonst schafft das Xperia Z3 Compact scharfe, kontrast- und detailreiche Bilder, nicht nur an sonnigen, auch an bewölkten Tagen. 

Nutzt man die volle Auflösung von 20,7 MP, so sind die Bilder bei Tageslicht – insbesondere bei Sonnenlicht – brillant: Feine Details sind sichtbar, auch Panaramaaufnahmen von Landschaften gelingen vortrefflich. Farben werden lebendig und authentisch dargestellt, der blaue Himmel mit den weißen Wolken erscheint echt, und stimmig von den Kontrasten her. Verschiedene Grün-/Gelb- und Braun-Töne im frühherbstlichen Wald werden feinfühlig und scharf aufgenommen. 

Sind die Lichtverhältnisse suboptimal, z.B. gegen Abend zu Hause und nur die kleine Tischlampe leuchtet, so gibt es Smartphone-Kameras, die weniger Rauschen produzieren, wenn man den Blitz nicht verwendet (Samsung Galaxy S4, iPhone 5S z.B.), und die Kontrastdifferenzen besser herausarbeiten. Hier ist noch Spielraum nach oben. Bei stärkerer Kunstlichtausleuchtung durch Deckenlampe etc. gelingen hingegen richtig gute Bilder, es ist nur wichtig, das recht kleine Smartphone ruhig zu halten. Der Blitz sichert nur bei einem maximalen Abstand von 2 Metern zum Objekt brauchbare Aufhellung, zudem ist der Blaustich, den das Bild durch Blitzeinsatz bekommt, etwas zu hoch. Eine 2. Blitzlampe mit Farbtemperatur von Tageslicht wäre hier sinnvoll. 

Als störend erweist es sich, dass das Xperia Z3 Compact bei Macroaufnahmen z.B.. von Pflanzen oder Objekten im Haus etwas lange braucht, um das Objekt scharfzustellen. Dann hält man das Smartphone nicht absolut ruhig – und schon ist das Bild verwackelt. Mit dem Bildstabilisator lassen sich keine deutlich besseren Ergebnisse erzielen. 

Videoaufnahmen in 4K bei Tageslicht weisen eine erstklassige Qualität auf, scharf, enorm plastisch, mit toller Tiefenwirkung. Farben wirken prächtig, klar und authentisch. Auch ein 1.080p sehen Videos noch scharf und lebendig aus. Leider nimmt die Videogüte schon bei Dämmerlicht deutlich ab,  und es ist gut sichtbares Rauschen vorhanden. Schwenks werden durch die SteadyShot-Videostabilisierung übrigens gut umgesetzt, das Ruckeln fällt schwächer aus als bei manchem Konkurrenten. 

Sony bietet dem Anwender Unmengen an Zusatzprogrammen an. „Sound Photo“ ist ein Foto mit Hintergrundgeräuschen wie z.B. zwitschernde Vögel. „AR-Spaß“ macht es möglich, Fotos durch eingefügte virtuelle Objekte zu verändern. „Multi-Kamera“ sorgt dafür, dass man die gleiche Szene aus mehreren Perspektiven auf einem Bildschirm aufzunehmen. „Face In“ – hier kann man das Gesicht mit Front- und Hauptkamera in Fotos und Videos einfügen. „Timeshift-Video“ ermöglicht das Aufnehmen von Videos mit hoher Bitrate und Zeitlupeneffekt. „Hintergrund-Unschärfe“ soll, so Sony, das Fotogragieren mit schöner Hintergrund-Unschärfe wie bei einer DSLR ermöglichen – funktioniert erstaunlich gut in der Praxis.

Eher in die Kategorie „überflüssige Spielerei“ fällt der „AR-Effekt“. Fotos und Videos kann man mit virtuellen Szenen und Figuren „bereichern“. Wenn dann ein Dino vor das Bild vom Schloss Neuschwanstein hüpft, werden sich aber bestenfalls Kinderkarten-Kids darüber freuen. Der „Kreative Effekt“ soll die künstlerische Ausgestaltung von Fotos und Videos sicherstellen. „Info-Eye“ ist durchaus sinnig, denn hier gibt es Informationen zu den Objekten, die im Sucher zu sehen sind, was bei einer Städte-Erkundung durchaus von Nutzen sein kann. „Timeshift Burst“ sorgt für das Finden des besten Bildfolgemotivs vor oder nach der Aufnahme. Natürlich gibt es auch ein Schwenkpanorama sowie die Option, Bilder etc. über „Social Live“ direkt auf Facebook etc. zu teilen. 

Bei der Bilderfassung unterstützt das Z3 Compact JPEG, bei der Bildwiedergabe werden BMP, GIF, JPEG, PNG sowie WEBP unterstützt.  Videos werden in 3GPP und in MP4 aufgenommen, an Formaten für die Videowiedergabe werden 3GPP, MP4, MKV (Matroska), AVI, Xvid sowie WebM supportet. 

Sony Xperia Z3 Compact Front Seitlich5

Bilanzierend können wir dem Sony Xperia Z3 Compact ein erstklassiges Zeugnis ausstellen. Die gediegene Verarbeitung, das wasserfeste und staubdichte Gehäuse, der sehr schnelle Prozessor, die überragenden akustischen Eigenschaften, der kräftige Akku sowie die hohe Zuverlässigkeit sprechen klar für den neuen Xperia-Sproß.  Die Sony UI Benutzeroberfläche, die vom Hersteller über Android 4.4.4. gelegt wurde, sieht elegant aus und sichert eine flotte Bedienung. Mit der Qualität des Displays kann man sehr gut leben, die Verbindungsmöglichkeiten inklusive WLAN-ac sind ausgezeichnet. Die eingebaute Kamera brilliert bei Tageslicht mit erstklassigen Still Imaging- und Video-Aufnahmen. Gerade 4K-Videos sehen schlichtweg grandios aus. Bei geringem Restlicht macht die Kamera keine so begeisternden Fotos und Videos mehr, weil es deutlich sichtbar rauscht. Diese Rauschneigung fällt bei manchem Kontrahenten geringer aus. Leider kann man die „Überlegende Automatik“ nur bis 8 MP nutzen, darüber hinaus muss man manuell einstellen. Eine große Vielzahl an Bildnachbearbeitungsmöglichkeiten ist serienmäßig mit dabei. Manche davon überzeugen, andere sind eher als Spielerei zu bezeichnen. 16 GB interner Speicher sind viel zu wenig – das muss man als Kritikpunkt anbringen. Wenigstens werden MicroSD-Karten mit bis zu 128 GB Kapazität akzeptiert. Störend ist ferner das fummelige Einlegen der Nano-Simkarte mittels kleinem Tray, das lässt sich wahrhaftig besser lösen. Diese Feststellung kann aber nichts daran ändern, dass das Xperia Z3 Compact unter den Android-Smartphones dieser Welt derzeit einen Sonderstatus genießt. Nirgendwo findet sich mehr Leistung kompakt verpackt, und der Preis ist in Anbetracht der Performance als ausgesprochen fair zu bezeichnen. 

Kompakte Bauform trifft auf erstklassige Technik und Top-Verarbeitung – das Sony Xperia Z3 ist unter den Androiden derzeit konkurrenzlos
preisklassenreferenz
Smartphones bis 500 EUR
Test 07. Oktober 2014

+ Exzellente CPU-Performance
+ Herausragende Audioeigenschaften
+ Lange Akkulaufzeit
+ Zuverlässig
+ Hochwertiges Headphone im Lieferumfang
+ Bei Tageslicht erstklassige Kamera für Foto und Video
+ Top-Verarbeitung
+ Fairer Preis

– Überlegene Automatik nur bis 8 MP zu verwenden
– Nur 16 GB interner Speicher

Test: Carsten Rampacher
Fotos: Carsten Rampacher
Datum: 07. Oktober 2014




Alle aktuellen Tests auf AREA DVD
  ZURÜCK