TEST: Apple iPhone 6 – High-Tech auf Premium-Niveau?

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Viel ist bereits über Apples neues iPhone 6 sowie das iPhone 6 Plus berichtet worden. Begeisterung, erste Skandälchen (Stichwort #bentgate), enorme Nachfrage und zahlreiche Tests – all dies ist typisch für neue iPhones aus Cupertino, vor allem dann, wenn kein „S“-Jahr ist. Während in „S“-Jahren nur Facelifts bei der Hardware und Optik anstehen (Beispiele iPhone 4S und iPhone 5S), gibt es bei vollwertigen Modellwechseln eine höhere Zahl und ein komplett neues Device – und dieses Jahr kann man sogar zwei neue Smartphones bestaunen: Denn dem iPhone 6 mit auf 4,7 Zoll angewachsenen System wurde nun das iPhone 6 Plus zur Seite gestellt, ein echtes Phablet mit satten 5,5 Zoll Display-Diagonale.

Auch letztes Jahr wurden zwei Modelle präsentiert, das erfolgreiche iPhone 5S und das glücklose iPhone 5C mit Kunststoffgehäuse, das technisch weitgehend dem iPhone 5 entsprach und mit frischen Farben junge Käuferschichten ansprechen sollte. Die Mission misslang, denn für veraltete Technik und Polycarbonat-Gehäuse war das 5C schlichtweg zu teuer. 

Dieses Jahr ist demnach alles anders, alles neu und alles toll. Wirklich? Fangen wir der Reihe nach an und starten wir mit einem eher unangenehmen Thema – was kostet denn der neue Stern am Smartphone-Himmel? Preiswert und gut überlässt Apple lieber Supermarkt-Ketten die Aldi oder Lidl, Premium pur ist eher das Apple-Motto und das spiegelt sich in der gewohnt selbstbewussten Preisgestaltung nieder. Unter 700 EUR läuft nichts, das günstigste iPhone 6 kostet 699 EUR, ist wie gewohnt in spacegrau, weiß/silbern und weiß/gold lieferbar. Lächerliche 16 GB Speicher sollten die kostengünstigste Variante eigentlich zu einem Ladenhüter werden lassen. Nur User, die nicht genau wissen, dass man sich mehr als 1 Million Apps herunterladen kann, die nur gelegentlich Fotos machen, selten Musik hören und keine Videos aufzeichnen, werden damit glücklich. Es sei denn, man ist Cloud-Junkie und bläst alle erstellten medialen Inhalte umgehend auf einen dicken Cloud-Speicher hoch. Wie dem auch sei, 16 GB sind mittlerweile selbst für Grundbedürfnisse nahezu unbrauchbar. Und Micro SD-Karten als externe und preiswerte Speichererweiterung sind nach wie vor im Apple-Universum nicht vorgesehen. Was also tun? Richtig, da gab es doch mal eine 32 GB-Variante.

Und leider ist die Vergangenheitsform korrekt, denn sie gibt es nicht mehr. Wer mehr Speicher will, greift zur 64 GB-Version, und, das ist die gute Nachricht, sie kostet 799 EUR, wie früher die 32 GB-Version. Wer 64 GB wollte, musste beim iPhone 5S saftige 899 EUR hinblättern. Diesen Betrag veranschlagt Apple für die neu hinzugekommene 128 GB-Variante. Am besten wäre es gewesen, Apple hätte konsequent gehandelt und die 32 GB-Version für 699 EUR angeboten, die 16 GB-Variante wäre dann, eine gute Idee, komplett aus dem Programm gefallen. Wer unbedingt 32 GB Speicher haben will, kauft für 649 EUR das nach wie vor (in 16 und 32 GB) erhältliche iPhone 5S. 

Das iPhone 6 Plus ist 100 EUR teurer als das iPhone 6 und schon Star einer ausgewachsenen Affäre, #bentgate. Das war wieder typisch für den großangelegten Schwachsinn, der häufig zum Marktstart neuer iPhones zu beobachten ist: Die einen loben neue iPhones in den Himmel, ohne zu überlegen, ob dieser Hype gerechtfertigt ist, die anderen wollen „auf Teufel komm heraus“ Negatives feststellen und dabei ist kaum eine Aktion zu blöd. Es gibt immer, wir nennen sie mal, eher von der Norm abweichende Anwender, die irgendetwas gravierend Schreckliches mit einem Apple-Produkt anstellen und herausfinden wollen, es würde sich um eine fatale Fehlkonstruktion handeln. Diesmal war es das „Wunder“, dass sich gerade einmal 7,1 mm dünnes Phablet mit 5,5 Zoll-Display und Alu-Rahmen verbiegen lässt, wenn man es hinten in der Hosentasche stecken hat. Nun, es ist eben kein Goldbarren, der die Form halten dürfte, sondern ein Hightech-Device, das man auch mit etwas Sorgfalt behandeln sollte. Andere Phablets, soviel sei versichert, können sich unter ähnlichen Bedingungen ebenfalls verbiegen. 

Viel interessanter ist die Frage, was man denn für 100 EUR mehr außer einem von 4,7 auf 5,5 Zoll wachsenden Display erhält: Die Auflösung steigt von 1334 x 750 Pixeln und 326 ppi beim iPhone 6 auf 1.920 x 1.080 Pixel und 401 ppi Pixeldichte beim iPhone 6 Plus. Natürlich steigen auch die Abmessungen: Das iPhone 6 ist 138,1 mm hoch, 67 mm breit und 6,9 mm tief. Das iPhone 6 Plus ist 158,1 mm hoch, 77,8 mm breit und 7,1 mm tief. Somit passt das iPhone 6 problemlos in jede Hosentasche, und ja, es geht auch beim iPhone 6 Plus, aber natürlich sitzt es schon straffer, und, da sind wir wieder beim Thema, die Chance, es zu verbiegen, liegt höher. Das Gewicht zeigt ebenfalls deutliche Differenzen, schmale 129 Gramm beim iPhone 6, üppigere 172 Gramm beim iPhone 6 Plus. Der Displaykontrast liegt bei 1.300:1 beim 6 Plus, das normale 6 bringt es sogar auf 1.400:1. Die Helligkeit ist mit 500 cd/m2 bei beiden Modellen identisch. Bei der Kamera kann man sich beim iPhone 6 Plus überdies auf einen optischen Bildstabilisator verlassen. 

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EarBuds

Bilanzierend sind 100 EUR für das imposante 5,5 Zoll-Display sowie die optische Bildstabilisierung ein fairer Aufpreis,  mobiler und flexibler ist man aber mit dem iPhone 6 unterwegs, das wir genau darum in der populären 64 GB-Variante einem Test unterzogen haben.  Apple-typisch kommt das iPhone 6 in edler Verpackung, der Lieferumfang umfasst Ladegerät sowie Apples unverändert auftretende EarBuds als In-EarKopfhörer im separaten Case. 

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Ungeschützt – schnell ist die Rückseite verkratzt 

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 Bessere Lösung – Slimcase wie hier von JETech, sehr dünn und in der Optik ans iPhone 6 angepasst

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Die Kameralinse ragt aus dem Gehäuse hervor

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Extrem dünn

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Wie gehabt – Laut- und Leiser-Tasten, Schalter zur Stummschaltung

Das iPhone 6 liegt extrem gut in der Hand, sollte aber schnellstmöglich in ein Slim Case wandern. Leider ist derzeit das Angebot noch nicht allzu groß, wächst aber von Tag und Tag. Rund 15 bis 20 EUR sind in ein gutes und stabiles Case zu investieren. Ein Case ist empfehlenswert, denn die Rückseite aus hochwertigem Alu weist sonst zügig Kratzer auf. Noch aus einem anderen Grunde empfiehlt sich ein Schutz, denn die Linse der 8 MP-Kamera, die im Detail verbessert wurde, ragt ein Stück hervor und ist demnach nicht gut geschützt. Da nutzt auch die Objektivabdeckung aus Saphirkristall nicht in allen Situationen.

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Vom iPhone 5S her bekannt: Home Button mit integriertem Fingerabdrucksensor

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Detailverarbeitung
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 Kultobjekt, das hält, was es verspricht?

Das Design der Rückseite wirkt etwas unruhig, weil zwei Streifen, bei unserem goldenen Testsample in weiß (wie die Front), das goldfarbene Alu unterbrechen, ein Kontrast, der nicht bei jedem Käufer auf Zustimmung stoßen dürfte. Seitlich befinden sich nach wie vor die Lautstärketasten sowie der Kippschalter zum Ausschalten des Tons. Auf der anderen Seite sind Standby-Button und der Schacht für die Nano-Sim-Karte, die wie bekannt mittels mitgeliefertem Tool in den Tray eingelegt wird, was recht flott und unspektakulär geschieht. Hier sollten sich Sony-Entwickler orientieren, denn der wackelige Sim-Tray bei den Xperia Z-Modellen ist kein Ruhmesblatt.

Etwas unüblich im Vergleich zu Konkurrenzmodellen wirkt die Frontseite. Denn während bei anderen Highend-Smartphones das Display beinahe die gesamte Vorderseite bedeckt, ist beim iPhone 6 oben und unten ein relativ dickes Stück Gehäuse zu sehen.

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TouchID funktioniert zuverlässig

Dass Apple diesen Weg geht, liegt daran, dass auch beim iPhone 6 wieder der typische Home Button integriert ist. Dieser ist, wie erstmals beim iPhone 5S, mit einem Fingerabdrucksensor ausgestattet. Dieser Sensor dient nicht nur zum Entsperren durch Auflegen des zuvor eingescannten und analysierten Fingers, sondern auch zur Nutzung der sogenannten „TouchID“, mit der man beispielsweise Käufe im App Store erledigen kann. Wir können uns nur lobend über diesen Sensor äußern, schon beim iPhone 5S arbeitete er gut, nun funktioniert er nahezu perfekt. Man muss den Finger auch nicht mehr 100 % exakt auflegen, die Toleranz ist deutlich gewachsen.

Kommen wir zurück zur Frontseite, in die oben die Face-Time-Frontkamera für Selfies und Videochats eingelassen ist. Selfie-Lovers kommen mit dieser Kamera bestimmt nicht voll auf ihre Kosten. Trumpfen HTC-Spitzenmodelle mit 5 MP Frontkamera auf, so beschränkt sich Apple auf 1,2 MP-Fotos mit 1.280 x 960 Pixeln, das ist nicht weltbewegend. Und so sieht es auch in der Praxis aus: Nicht allzu scharf, nicht allzu brillant und nicht allzu detailreich. Videoaufnahmen werden in 720p gemacht. 

Nicht nur fürs iPhone 6, auch für andere iPhones bis hinunter zum iPhone 4S ist das neue 2014er Betriebssystem iOS 8 gedacht. Nach diversen Startproblemen beim ersten Update (iOS 8.0.1) sind wir mittlerweile bei iOS 8.0.2 und alles läuft, zumindest bei unserem Test-iPhone 6, sehr stabil. Verschiedenes ist neu bei iOS 8.Hier einige Punkte ohne Anspruch auf Vollständigkeit:

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Mit „Hey Siri“ weckt man die Sprachhilfe nun auf 

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Siri erkennt nun auch Lieder 

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 Erweiterte Spotlight-Suche

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Wie auch bei Android-Smartphones – Wortvorschläge, neu in iOS 8

  • So präsentiert sich iMessage überarbeitet und rückt so WhatsApp „näher auf die Pelle“. Audio- sowie Videoaufzeichnungen können komfortabel mittels iMessage verschickt werden. Das Ganze geht zügig und problemlos, ist aber natürlich auch von der Performance des WLANs oder des mobilen Datennetzwerkes abhängig. Man kann direkt ein Video aufzeichnen und dieses verwenden, oder aber Videos aus dem Archiv verwenden. 
  • Mittels der Familienfreigabe kann man alle Inhalte aus iBooks, iTunes sowie App-Store für bis zu 6 Teilnehmer freigeben, vorausgesetzt, die Zahlungsabwicklung der Inhalte ist über die gleiche Apple-ID mit gleicher Kreditkarte erfolgt.  
  • Apples „Spotlight“ Suchfunktion ist auch erweitert worden. Die eigentliche Funktionsweise ist identisch, Spotlight sucht nicht nur auf dem iPhone, sondern zeigt zusätzlich auch Vorschläge aus dem Internet, aus iTunes, dem App Store, von Orten aus der Nähe. In den Einstellungen des iPhones kann man die eingebundenen Apps bestimmen. 
  • iCloud Photo Library ermöglicht es Cloud-basiert, allen in die Cloud eingebundenen Apple Devices erstellte Fotos zeitgleich zur Verfügung zu stellen.
  • Den Verlauf der letzten Aktivitäten sowie die Favoriten sind mittels Doppel-Klick auf den Home Button oberhalb der Übersicht der geöffneten Programme sichtbar. Die Programme werden nach wie vor einzeln durch Wischen geschlossen, es ist nicht möglich, alle Apps mit nur einem Button, wie bei Android-Smartphones üblich, zu schließen. Das ist etwas unpraktisch.
  • Siri kann nun Lieder erkennen und zudem durch „Hey Siri“ zur Arbeit erweckt werden. Voraussetzung ist, dass man Siri aktiviert hat. 
  • Erweitert sind die Möglichkeiten der Zusammenarbeit zwischen Mac-PCs und iOS 8-Devices. Mac oder iPad können zudem als Freisprecheinrichtung fürs iPhone verwendet werden.  Durch Handoff wird das iOS Mobile Device mit dem PC verbunden, Voraussetzung ist, dass das neueste Yosemite-Betriebssystem darauf installiert ist. Dann kann man z.B. eine E-Mail auf dem iPhone beginnen, zu schreiben und nahtlos auf dem Mac-Rechner das Erstellen der Mail fortsetzen. 
  • Wortvorschläge werden nun, ähnlich wie bei Anbdroid-Smartphones, gemacht und über der sehr guten virtuellen Tastatur eingeblendet. 

Das iPhone 6 unterstützt LTE, HSPA+, Bluetooth 4.0, WLAN 802.11 a/b/g/n/ac sowie erstmals auch NFC – damit Apples neues Bezahlsystem Pay auch technisch umgesetzt werden kann. Mehr Nutzungsmöglichkeiten für NFC außer dem Pay-Dienst, der wohl am 18.10 mit dem iOS 8.1 Update startet, gibt es derzeit nicht. Interessant ist die Anekdote, dass der ehemalige Haupt-Partner PayPal nach Unstimmigkeiten nun von Apple aus dem Portfolio an Bezahldiensten entfernt wurde. 

Im WLAN-ac-Netz agiert das iPhone 6 extrem schnell, Downloads wie auch Uploads sind sehr zügig erledigt. Im WLAN-n-Netz legt es immer noch eine Top-Performance an den Tag. Unterwegs findet das iPhone 6 auch dann ein LTE-Signal, wenn es an Ort und Stelle nicht allzu empfangsstark ist. Steht LTE-Support bereit, kann sich das iPhone 6 ebenfalls zu Höchstleistungen aufschwingen.  Gibt es hingegen ein 3G- oder ein EDGE-Signal, so gönnt sich das iPhone 6 ab und zu, gerade bei EDGE, eine längere Gedenksekunde, ehe irgendetwas passiert. Das kennen wir aber auch von anderen Smartphones. Das eingebaute WLAN-Modul macht weniger Ärger als in früheren iPhone-Generationen. Früher lag es stark im Trend, dass das iPhone ab und zu den Kontakt zum WLAN, selbst bei guten Empfangsbedingungen, verlor, dieses Phänomen konnten wir während der Testphase bei unserem iPhone 6 nur ein einziges Mal beobachten. Der Wechsel vom WLAN- ins 4G- oder 3G-Netz funktioniert besser als früher. Die Empfangsleistung vom WLAN-Modul konnte verbessert werden und ist jetzt auf der Höhe der Zeit. 

Die Gesprächsqualität des iPhone 6 gibt kaum Anlass zur Klage. Früher war dies nicht unbedingt die Domäne des iPhones, doch zum ersten Mal kann man wirklich zufrieden sein. Der Gesprächspartner versteht einen gut, und man versteht den Gesprächsparter stets klar und deutlich. Rauschen taucht nur in geringfügigem Maße auf. 

Im Apple iPhone 6 sowie iPhone 6 Plus werkelt natürlich eine neue CPU, und wie alle bisherigen wieder eine „Autobahnbezeichnung“ – diesmal folgerichtig A8. Der Prozessor mit 64-Bit-Architektur wird von einem Co-Prozessor unterstützt (M8). Er ist für eine hohe grafische Performance zuständig.  Interessantweise verbaut Apple  nur 1 GB Arbeitsspeicher, die meisten Konkurrenten weisen 2 GB, einige sogar 3 GB auf. Wie schlägt sich das iPhone 6 im AnTutu-Benchmark-Test? Hier sind sehr gute Ergebnisse zu beobachten, das iPhone 5S kann auf Distanz gehalten werden, mit 48.944 Punkten zu 42358 Punkten. Dazwischen reiht sich das Sony Xperia Z3 Compact mit 44.128 Punkten ein. Mit 38.211 Punkten hält ein LG G2 von 2013 schon einen ordentlichen Respektabstand. Die ermittelten Werte werden durch die Praxiseindrücke unterstützt. Zügig werden auch mehrere Apps hintereinander geöffnet, besonders reibungslos läuft alles ab, wenn man auf speziell für das iPhone 8 optimierte Apps zurückgreift. Nachdem das iPhone 6 nun seit einigen Wochen erhältlich ist, kommen immer mehr dieser für das iPhone 6 optimierten Programme in den App Store. 

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Reichhaltig sind spezielle Apple-Programme vorhanden: 

  • „Health“ ist Apples neue Gesundheits-App. Daten zu Ernährung. Fitness, Körpermesswerten, Schlaf sowie Vitalzeichen (Atemfrequenz, Blutdruck, Herzfrequenz, Körpertemperatur) können hier abgerufen werden. Die erforderlichen Daten können von speziellen Fitness-Apps angeliefert werden. Health ist demnach sozusagen eine App, die alle Gesundheits- und Fitness-Programme „unter einem Dach“ vereinigt. 
  • iBooks iBook-Store, schon bestens bekannt) plus separatem Zeitungskiosk
  • iMovie (gegen Aufpreis, einfach kann man aus Bildern, Videos und anderen Elementen Filme erstellen)
  • Tipps – wöchentlich neue Tipps, z.B. schnelles Antworten auf eine Mitteilung, Senden einer Audionachricht, schnelles Verwalten von Mails, erweiterte Möglichkeiten der Sprachsteuerung Siri – Siri kennt nun auch Musiksongs, wie sonst Shazam oder SoundHound, Erhalteen von Mitteilungen bei Antworten, in Kontakt mit wichtigen Personen bleiben (Doppelklick auf Home-taste, wie zum programme schließen, dann tauchen die Favoriten und der Verlauf auf, oberhalb der aktuell offenen Apps).
  • Keynote – App zum Erstellen von Präsentationen mit speziellen Themen und professionell wirkenden Übergängen
  • Numbers – Tabellenkalkulation fürs iPhone
  • Pages – Textverarbeitungs-Tool 
  • Freude – Man kann sehen, wer in der Nähe ist von denjenigen Apple-Usern, die das Tool auch verwenden
  • Garage Band: Schon fast legendär – Spielen von Instrumenten, Auifnahmen, direktes Hochladen eines Songs auf Facebook
  • iPhone suchen
  • Podcasts
  • iTunes U

Verschiedene der Apps erscheinen recht hochwertig und sind überdies einfach zu handhaben. 

Als großes Problem haben viele Apple-User den schmächtigen Akku aller bisherigen iPhone-Modelle angesehen. Und daher ruhten auf dem iPhone 6 viele Hoffnungen – die aber leider enttäuscht werden. Zwar hat das iPhone 6 kein FullHD-Display, welches einiges an Strom benötigt, aber üppig Rechenleistung an Bord (selbst wenn die CPU für ihre Performance wenig Energie braucht) und trotzdem 4,7 Zoll Display-Diagonale. Der verbaute Akku hat lediglich rund 1.800 mAh – zum Vergleich: Der Stromspeicher des Sony Xperia Z3 Compact liefert 2.600 mAh, damit lässt sich schon bedeutend mehr anfangen. Besonders rasch entleert sich der Akku, wenn man unterwegs im Internet übers mobile Datennetz surft. Bei starkem Gebrauch, inklusive Videos drehen, E-Mails abfragen sowie Surfen im Internet hält der Akku lediglich gute 8 Stunden, zu wenig, um vorne mitzuspielen. Das Xperia hält unter gleichen Bedingungen locker 4 Stunden mehr durch, wer das Xperia Z3 Compact rege, aber nicht zu stark nutzt, kann sich sogar über 35 Stunden Akkulaufzeit freuen. Mehr als gut 25 Stunden sind beim iPhone 6 unter gleichen Bedingungen nicht drin. Hier ist es also empfehlenswert, einen Akkupack bei längeren Reisen gleich einzupacken. 

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Effektauswahl 

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 Kamera in Aktion

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Detailaufnahme innen am Nachmittag….

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…und Detailaufnahme außen am Vormittag (10 Uhr)

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Gute Aufnahmequalität bei Innenaufnahme ca. 17.30 Uhr 

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Ordentlicher Kontrast

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Außenaufnahme Landschaft mit leichtem Gegenlicht

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Außenaufnahme unter guten Lichtverhältnissen 

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 Detailaufnahme mit sehr guter Qualität, nur im vorderen Bildbereich Unschärfen

Die Hauptkamera knipst mit 8 MP, Videos werden nach wie vor in 1.080p (29 oder 60 Bilder pro Sekunde) gemacht. Das ist bestenfalls Durchschnitt, geht man nach diesen Rahmendaten. Die Konkurrenz von Sony (Xperia Z3, Z3 Compact) fährt ein 20,1 Megapixel-Kamerageschoss auf, und Videos sind selbstredend in 4K möglich. Auch das LG G3 bietet 4K-Aufnahmen, die Kamera beschränkt sich auf 13 MP, trumpft aber mit Laserautofokus und optischem Bildstabilisator auf. Da wirken die Apple-Angaben schon beinahe putzig – doch die Praxis lehrt das Gegenteil. Fotos, die mit dem iPhone 6 erstellt wurden, sind scharf, detailreich, lebendig und klar. Stimmige Farben, feine Farbübergänge, ein solider Detailkontrast und tadellose Fähigkeiten selbst in der Dämmerung zeichnen die Kamera aus. Das Rauschen hält sich in absolut tolerablen Grenzen. Der Blitz funktioniert sehr gut, und verfälscht durch „TrueTone“ Farben nicht zu sehr ins Bläuliche. Rasch fokussiert sich die Kamera auch im Makrobereich auf das gewünschte Objekt.  

Videos werden in ausgezeichneter Qualität aufgezeichnet, auch hier ist nur wenig Bildrauschen zu beobachten, selbst dann, wenn die Lichtverhältnisse nicht optimal sind. Bewegungen werden flüssig und recht scharf wiedergegeben, Farben wirken authentisch und lebhaft. Den absoluten Schärfe- und Detailtreue-Boost einer 4K Videoaufzeichnung kann aber nicht geboten werden. Wer einen UHD-TV besitzt, wird hier an den Aufnahmen, die z.B. mit dem LG G3 oder dem Sony Xperia Z3 Compact gemacht werden, mehr Freude haben. 

Praktisch ist die erweiterte Zeitlupenfunktion, hier werden bis zu 240 Bilder pro Sekunde aufgenommen. Sonstige Einstellmöglichkeiten bietet die Kamera nach wie vor wenige, wer hier mehr möchte, muss sich auf dem App-Markt umschauen. 

Übersicht über die Kamera:

  • Neue 8-Megapixel iSight Kamera mit 1,5 µ Pixeln
  • Autofokus mit Focus Pixels
  • ƒ/2.2 Blende
  • Optische Bildstabilisierung (nur iPhone 6 Plus)
  • True Tone Blitz
  • Objektiv mit 5 Elementen
  • Hybrid-IR-Filter
  • Rückwärtig belichteter Sensor
  • Objektivabdeckung aus Saphirkristall
  • Automatische Bildstabilisierung
  • Automatisches HDR für Fotos
  • Verbesserte Gesichtserkennung
  • Belichtungsregler
  • Panoramabild (bis zu 43 Megapixel)
  • Serienbildfunktion
  • Zum Fokussieren tippen
  • Geotagging für Fotos
  • Selbstauslöser

Videoaufnahme:

  • Videoaufnahme
  • 1080p HD Videoaufnahme (30 oder 60 Bilder pro Sekunde)
  • True Tone Blitz
  • Zeitlupenvideos (120 oder 240 Bilder pro Sekunde)
  • Zeitraffervideo
  • Cinematic Videostabilisierung
  • Kontinuierlicher Autofokus
  • Fotos aufnehmen während der Videoaufnahme
  • Verbesserte Gesichtserkennung
  • 3x Zoom
  • Geotagging für Videos

Natürlich kann das iPhone 6 auch Videos wiedergeben. Mit 4,7 Zoll kann man auch durchaus schon etwas anfangen, denn überdies ist das Display hell und gleichmäßig ausgeleuchtet. 1.080p Clips von YouTube trumpfen mit brillanten Farben und sehr guten Bewegungen auf, Bewegungsunschärfen gibt es kaum. Kontrast und Detailkontrast sind sehr gut. Dass das Display wirklich eine gute Helligkeit aufweist, zeigt sich auch beim z.B. beim Lesen von Mails unter Sonneneinstrahlung. Der Blickwinkel ist auch ausgezeichnet. 

Hier die unterstützten Videoformate: H.264 Video: bis zu 1080p, 60 Bilder pro Sekunde, High Profile Level 4.2 mit AAC-LC Audio bis zu 160 kbit/s, 48 kHz, Stereo-Audio in den Formaten .m4v, .mp4 und .mov; MPEG-4 Video: bis zu 2,5 Mbit/s, 640 x 480 Pixel, 30 Bilder pro Sekunde, Simple Profile mit AAC-LC Audio bis zu 160 kbit/s pro Kanal, 48 kHz, Stereo-Audio in den Formaten .m4v, .mp4 und .mov; Motion JPEG (M-JPEG): bis zu 35 Mbit/s, 1280 x 720 Pixel, 30 Bilder pro Sekunde, Audio im Format ulaw, PCM Stereo-Audio im Format .avi

Akustisch ist der eingebaute Lautsprecher verbessert worden und bringt nun für ein Smartphone gute Leistungen zustande. Die Bassperformance ist sogar überraschend gut gelungen, die Räumlichkeit konnte ebenfalls zulegen. Wie schon bisher finden sich in den Musikeinstellungen zahlreiche EQ-Programme wie Acoustic, Dance, Deep, Electronic, Halle, Hip Hop, Jazz oder Klassik, die teilweise sogar brauchbar sind. Die EarBuds realisieren in Verbindung mit dem iPhone 6 einen angenehmen, harmonischen und räumlichen Sound. Wunder bezüglich Brillanz oder Detailreichtum sind keine zu erwarten. Nach wie vor kann überdies der Anwender eine Maximallautstärke festlegen. 

Welche Formate werden unterstützt? AAC (8 bis 320 kbit/s), Protected AAC (aus dem iTunes Store), HE‑AAC, MP3 (8 bis 320 kbit/s), MP3 VBR, Audible (Formate 2, 3, 4, Audible Enhanced Audio, AAX und AAX+), Apple Lossless, AIFF und WAV.

Fazit

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Das Apple iPhones 6 bleibt vielen Apple-Maximen treu. Es ist teuer, sieht edel (wenn auch nicht mehr so unverwechselbar wie früher) aus, und bietet keine Möglichkeiten zur Speichererweiterung durch MicroSD-Karten. Die große technische Revolution blieb beim Wechsel von iPhone 5S zum iPhone 6 aus, was nicht heißen soll, dass das iPhone 6 kein sehr gutes Smartphone ist. Der neue Zweikern-A8-Prozessor mit 64-Bit-Architektur (diese gab es erstmals beim iPhone 5S) inklusive M8 Co-Prozessor liefert eine saubere Arbeit ab, ganz gleich, ob Multitasking, Gaming oder das Betrachten von Videos – die Performance ist enorm, das belegen auch die Benchmark-Tests. Zudem können wir, nach einigen Anlaufschwierigkeiten, die Zuverlässigkeit des iPhone 6 unter iOS 8.0.2 nur loben, es gab im ganzen 14-tägigen Testbetrieb keinerlei Probleme. Weniger glanzvoll fällt das Resümee zum 1.800 mAh-Akku aus. Dieser ist schlichtweg unterdimensioniert, wohl eine Konzession an das extrem flache Gehäuse. Wer ein Case mit integriertem Zusatzakku ersteht, zerstört den ganzen Formfaktor, also auch keine Top-Lösung. 

Wer auf absolute Hightech-Features steht, wird beim iPhone 6 teilweise enttäuscht sein. So beim Thema Displayauflösung, wer echtes Full HD möchte, muss zum 100 EUR teureren iPhone 6 Plus greifen. Die Pixeldichte beim iPhone 6 ist nicht größer als beim iPhone 5S, sondern mit 326 ppi komplett identisch.  Wenn man bedenkt, dass andere Hersteller schon Auflösungen deutlich über Full-HD in ihre Smartphones stecken, nicht unbedingt ein Highlight. Immerhin ist das Display kontrastreich und hell, auch Farben werden gut dargestellt. Und: Wäre die Auflösung des Displays höher, wäre der Akku noch früher am Ende, was auch nicht wünschenswert wäre. Der Arbeitsspeicher taugt mit 1 GB auch nicht zum Angeben am Stammtisch, wenn dort z.B. die Eigner des schon ein Jahr alten Samsung Galaxy Note 3 sitzen und lächelnd auf ihre 3 GB verweisen. Doch einen echten Vorwurf kann man dem iPhone 6 in der Praxis nicht machen, es läuft ja alles flink und flüssig.

Die 8 MP-Kamera kann eigentlich nichts – außer richtig gute Bilder machen, und darauf kommt es ja an. Vergleichweise geringe Auflösung und kaum Funktionen kann man bemängeln, in der Praxis aber lehrt die Kamera vielen Konkurrenten, auch mit mehr Megapixeln, das Fürchten – was wieder beweist, dass Anzahl der Megapixel und Foto-Qualität wenig bis gar nichts miteinander zu tun haben. Wichtiger sind gute Bilder auch in der Dämmerung, ein tadelloser Blitz und angenehme Farben, das alles bietet die iSight-Kamera. Es gibt allerdings Konkurrenten, die unter Idealbedingungen bessere Bilder machen (am Tage, nicht in der Dämmerung. Hier schneiden z.B. LG G3 und vor allem Sony Xperia Z3 Compact noch besser ab, in der Dämmerung aber verspielen sie ihren Vorsprung wieder). Von 4K-Videos hält Apple offensichtlich nichts – man kann mit dem iPhone 6 keine aufnehmen, was etwas schade ist. Gerade auf einem UHD-TV sieht es schon grandios aus, wenn man 4K-Videos zuspielt. 

Enttäuschend ist iOS 8. Angeblich soll es die meisten Verbesserungen und Änderungen haben, die es je gab, zu merken ist nichts davon. Hier war der Step von iOS 6 auf iOS 7 bedeutend größer. Manche mögen dem hinzufügen, dass „vordergründig“ viel Neues bei iOS 7 war (Grafik z.B.), dass im Hintergrund, z.B. für App-Entwickler, bei iOS 8 aber viel mehr neu ist. Mag sein, interessiert den Endanwender aber zunächst nicht. Gleiche Grafik, kaum echte neue Funktionen – nicht berauschend. An Siri wurde feingetunt, ebenso gibt es bei Cloud-Verwendung und Suchfunktion Erweiterungen. Der Messaging-Dienst iMessage wurde erweitert, was wir begrüßen. Audio- sowie Videoaufnahmen lassen sich nun auch verschicken. 

Insgesamt ist das iPhone 6 ein exzellentes, leistungsstarkes Smartphone, das auf absolut oberstem Niveau spielt und so auch seinen hohen Preis rechtfertig. Die hervorragende Hardware ist kaum an ihre Leistungsgrenzen zu bringen, und im Test stimmte auch die Zuverlässigkeit. Teuer ist das iPhone 6, wie eingangs beschrieben, hat allerdings auch eine bespielhafte Wertstabilität, die man sonst nirgendwo bekommt. Also doch wieder alles beim alten – Statussymbol, Hardware-Meister – edel, stark, teuer. 

Extrem schnelles, edles und wertstabiles Premium-Smartphone
ueberragend
S
martphones Luxusklasse
Test 14. Oktober 2014

+ Enorme CPU-Performance
+ Hervorragender Fingerabdrucksensor
+ Zuverlässig
+ Elegant und hochwertig, mit extrem geringer Bautiefe
+ Sehr gute Hauptkamera
+ Einfach und intuitiv zu bedienen
+ Empfangsstärke verbessert im mobilen Datennetz und im WLAN

– Keine 4K-Aufnahmen mit der Kamera
– iOS 8 mit wenigen relevanten Neuerungen
– Displayauflösung nicht auf höchstem Niveau

Test: Carsten Rampacher
Fotos: Carsten Rampacher
Datum: 14. Oktober 2014




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