TEST: Monster OnEar-Kopfhörer DNA – Optisch und akustisch attraktiv?

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Für Marktpreise um die 150 EUR ist der Monster DNA-OnEar-Kopfhörer in weiß-grauer Ausführung erhältlich. Mit der „Pure Monster Sound Technology“ soll er für seine Preisklasse klaren, kraftvollen Klang realisieren. Mit im Lieferumfang enthalten sind zwei Kabel, eines für „Control Talk“ in Verbindung mit Apple iOS- und anderen mobilen Devices. Optisch fällt der DNA bereits durch die dreieckige Form der Ohrmuscheln auf, diese sind sehr gut gepolstert und liegen angenehm am Ohr an. Besonderheit des Hörers ist das „Music Sharing“ – bis zu fünf weitere Kopfhörer können dank des Dual Ports (2. 3,5 mm Anschluss) miteinander verbunden werden. Der Onear-Hörer lässt sich für den Transport einfach zusammenlegen, ein entsprechender Transport-Beutel ist im Lieferumfang enthalten. Übrigens – beide mitgelieferten Kabel verwickeln sich nicht unschön und sind von sehr guter Materialqualität. 

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Kopfband mit Monster-Schriftzug

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 Verstellmechanismus

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 „Kabelanschluss“

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 Gepolstertes, bequemes Kopfband

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 Gelungene Verarbeitung

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 Ohrmuschel – sehr bequem

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 Schick und kompakt zusammenfaltbar

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 „ControlTalk“ Kabel

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 Normales Kabel 

Klanglich wollen wir überprüfen, ob auch der DNA den Monster-typischen, sehr nachdrücklichen Sound entwickelt. Im Kern soll die „Multi-Driver“-Technologie für ein komplett neues Klangerlebnis sorgen – so die blumigen Worte des Herstellers. Zudem verfügt der Onear-Hörer über passives Noise Cancelling durch sogenannte „Advanced Noise Isolation“-Ohrpolster – das hat auch recht gut funktioniert im Testbetrieb. Natürlich kann man nicht den Grad an Geräuscheliminierung erwarten, den ein Kopfhörer mit gutem aktivem Noise Cancelling bewerkstelligt, aber ein beachtlicher Teil der Umgebungsgeräusche bleibt außen vor. Für den DNA spricht auch der gute Tragekomfort. Mittels des soliden und gerasterten Verstellmechanismus lässt sich der schmucke Kopfhörer sehr gut anpassen.

Als Material für die Verstellschienen kommt Metall zum Einsatz.  Nun sitzt der klein zusammenklappbare Hörer also sehr gut auf dem Kopf – und bei „Awakening“ von Skyfreak (CD-Qualität) zeigt er gleich, was akustisch in ihm steckt: Basskräftig, mit angenehmer Charakteristik und ausgezeichneter Räumlichkeit marschiert der Hörer voran. Auch das 2013er DJ Analyzer Remix des Faithless-Klassikers Insomnia, bei uns in der Version von Gimbal & Sinan, macht viel Spaß (wiederum vorliegend in CD-Qualität): Der Aufbau des Titels kommt sauber zum Ausdruck, die Dynamik, die der DNA freisetzt, wirkt authentisch und beweist, wie gut auch Hörer agieren, die deutlich unterhalb derfür viele Anwender entscheidenden 200 EUR-Grenze liegen.

007-Fans kommen mit dem Hörer ebenfalls auf ihre Kosten: „Live And Let Die“, der Paul Mc Cartney-Titelsong zum gleichnamigen Bond-Film, wird (Stück liegt in CD-Qualität vor) sehr facettenreich und schwungvoll übertragen. Die dynamischen Unterschiede werden impulstreu erfasst. Mit sauberer Stimm-/Instrumentaltrennung überzeugt uns der DNA ebenfalls. Und beim Titelsong zu „Moonraker“, gesungen von Shirley Bassey, agiert Monsters Designerstück ebenfalls couragiert: Die Stimme Shirleys klingt natürlich, der Aufbau ist gut. Nur sehr anspruchsvolle Anwender vermissen das letzte Bisschen an Kontur. Selbst, als die Stimme hochgeht, bleibt der DNA souverän und verzerrt nicht unschön.

Für rund 150 EUR erhält man auf dem Markt die von uns getestete weiß-graue Version, andere Farben, z.B. blau/hellgrau, weiß/türkis oder schwarz/dunkelgrau sind ebenfalls erhältlich. Mit sehr guter Akzentuierung werden die elektronischen Effekte im virtuellen Hörraum platziert, so dass sich der Zuhörer voll ins Geschehen integriert weiß. Der Monster-Hörer detailliert für seine Preisklasse sehr gut und beweist uns: Ein Hörer, der richtig „Dampf“  macht,  muss nicht automatisch aus feindynamischer Sicht versagen. Gilt das auch für die Wiedergabe höher auflösender Dateien? Bei „Freedom Every Day“ von Torsten Goods (FLAC 88 kHz) haben wir dies überprüft. Um eine hohe Signalqualität zu garantieren, kam unser Audioquest Dragonfly USB-DAC zum Einsatz. Und der DNA punktet auch hier: Klar verständlich ist die Stimme, die im korrekten Verhältnis zu den instrumentalen Anteilen steht. Der kräftige Bass dürfte manchem sensibleren Anwender etwas zu viel „des Guten“ sein. Wer aber auf eine nachdrückliche Wiedergabe Wert legt, findet im Monster-Hörer einen sehr guten Partner.  

Nicht optimal gelingt die Darstellung von „Miss You So“ (FLAC 96 kHz) von Diana Krall, was an der Wiedergabe des Klaviers liegt, das etwas zu dumpf und oberflächlich klingt. Hier kann der DNA seine Preisklasse nicht verleugnen. Der Bass ertönt außerdem etwas zu verschwommen und lässt es an unerschütterlicher Stabilität missen. Die Stimme Dianas hingegen klingt authentisch und löst gut auf.  Beim „Andante Pastorale“ von Alan Gilbert (FLAC 96 kHz) überzeugt uns der Hörer wiederum. Hier arbeitet er gleich zu Beginn die Streicher angenehm heraus und ist in der Lage, auch kleinere dynamische Unterschiede gut herauszuarbeiten. 

Welche Konkurrenten könnten dem Monster-Hörer gefährlich werden? Hier führen wir zunächst starke Konkurrenz aus dem eigenen Hause an: Der OverEar-Hörer Inspiration hat uns im Test begeistert. Das aktive Noise Cancelling ist gut, setzt aber keine Maßstäbe. Es agiert aber effizienter als das passive Noise Cancelling des DNA. Akustisch zeigt sich der Inspiration noch etwas differenzierter und mit etwas tieferer Räumlichkeit. Die Verarbeitung ist bei beiden „Monstern“ hochwertig. Mit Marktpreisen ab ca. 190 EUR ist der Inspiration ein Top-Angebot, das dem DNA massiv Konkurrenz macht. Ein toller Kopfhörer ist auch der Beyerdynamic Custom One Pro für 199 EUR UVP.  Der Hörer lässt sich akustisch und vom Design (Ohrmuscheln außen) an die Wünsche des Besitzers anpassen, ein gelungenes Konzept. Der exzellent verarbeitete Hörer lässt im Bassbereich keine Wünsche offen und glänzt mit schwarzem, sattem Bass. Im Hochtonbereich wirkt er etwas zu verhalten und könnte feiner auflösen. Hier ist der preisgünstigere DNA ein harter Konkurrent. Komplett anders ausgelegt ist der Philips Fidelio M1. Er klingt deutlich analytischer, schlanker und richtet sich an den sensibleren Anwender, der gern Klassik oder Jazz in authentischer Güte hören möchte. 

Fazit

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Der Monster DNA bietet viel Kopfhörer fürs Geld.  Er ist hochwertig verarbeitet, lässt sich kompakt zusammenfalten und gefällt mit solider, kraftvoller Akustik. Meist überzeugt auch die Feindynamik, mit einigen komplexeren Instrumenten kommt der Monster-Hörer ordentlich, aber nicht überwältigend zurecht. Hier merkt man dem DNA doch die Preisklasse an. Bilanzierend jedoch zeigt auch der DNA, wie klangstark schon Kopfhörer unterhalb der 200 EUR sein können.

Sauber verarbeiteter, optisch extravaganter Kopfhörer mit kraftvollem Klang
ueberragend
OnEar-Kopfhörer Mittelklasse
Test 24. März 2014

+ Solide Verarbeitung und tadellose Materialqualität
+ Bequem auch bei längerem Gebrauch
+ Kraftvoller und räumlich dichter Klang
+ Sehr gutes Preis-/Leistungsverhältnis

– Manchmal bei komplexeren Instrumenten etwas oberflächlich

Test: Carsten Rampacher
Fotos: Sven Wunderlich
Datum: 24. März 2014




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