TEST: Denon Desktop-/Bluetooth-System CEOL Carino – Design und Klangkultur optimal vereint?

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Ganz neu – das Denon CEOL Carino Desktop-Musiksystem mit Bluetooth

Denon wird multimedial immer aktiver, dies beweist auch die neueste Initiative für besten Sound bei allem Multimedia-Anwendungen: Wahlweise in schwarzer oder weißer Version ist das Desktop-Musiksystem CEOL Carino für 349 EUR erhältlich. Wir hatten die Gelegenheit, das brandaktuelle Produkt schon zu testen. 

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Schicke, kompakte und sehr gut verarbeitete Satelliten

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Füße für die Satelliten

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Sauber verarbeitete Rückseite. Die Lautsprecherkabel-Anschlüsse blenden ein bisschen, es sind nämlich nur Klemmen. Die LS-Kabel hängen direkt an den Satelliten 

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Schickes Design und hochwertige Materialanmutung zeichnen Carino aus

Gleich beim Auspacken sammelt CEOL Carino Pluspunkte, denn die Oberflächenqualität überzeugt. Sicherlich, es handelt sich um Kunststoff, dieser jedoch wirkt so edel, dass man Carino auch in noblen Wohnumgebungen bedenkenlos platzieren kann. Übrigens kann die Aufstellung wahlweise horizontal oder vertikal erfolgen, eine mitgelieferte Base gibt es auch noch, die man unter der Carino befestigen kann. Und es gibt viele Szenarien für einen möglichen Einsatz – nicht nur am PC oder Notebook macht sich das System exzellent, sondern, dank der kabellosen Bluetooth-Musikübertragungsmöglichkeit, auch in Verbindung mit Smartphone oder Tablet.

Vorteilhaft für denjenigen, der das System am PC einsetzen möchte – es sind keine Treiber nötig, verspricht Denon. Wir haben dies natürlich sofort überprüft, und tatsächlich  – unter Windows 7 hat es sofort funktioniert, CEOL Carino wurde direkt erkannt. Erfreulich ist auch, dass Denon ein entsprechendes USB-Kabel direkt mitliefert.

Keine Probleme auch bei der Bluetooth-Kopplung mit einem Apple iPhone 5S: Sofort „verstanden“ sich die beiden Komponenten. Wer ein Smartphone mit NFC hat, kann sich über eine nochmals vereinfachte Kopplung freuen. Und was die Klangqualität über Bluetooth angeht, hier bietet Carino natürlich aptX. 

Für Flexibilität ist anschlussseitig also gesorgt, und es fehlt auch ein Pre-Out für den direkten Anschluss eines aktiven Subwoofers nicht. Wem also die Basskraft der kleinen Satelliten, die von 70 Hz bis 20 kHz spielen, nicht ausreicht, der kann umgehend für Abhilfe sorgen. Spezielles Merkmal der kleinen Satelliten die zusätzliche Passivmembran hinten. Vorn arbeitet ein Vollbereichstreiber. 

Auch vorhanden sind ein Kopfhörerausgang und ein analogen Klinkeneingang zum Anschluss älterer Audio-Peripheriegeräte. 

Wer denkt, dass ein so kompaktes Teil nicht wirklich Power haben kann, der ist schon von den Papier-Werten her verblüfft, denn der effizient arbeitende Class D-Verstärker stemmt solide 2 x 25 Watt. Für besten Klang sorgt zusätzlich eine clevere DSP-Schaltung, die perfekt auf die beiden SC-N2 Satelliten abgestimmt ist. Dadurch werden klangliche Leistungen sichergestellt, die man den kompakten Würfeln ohne Weiteres nicht zugetraut hätte. Damit sich die kleinen, sauber verarbeiteten Satelliten im perfekten Winkel klanglich entfalten können, liefert Denon zwei im Winkel verstellbare Standfüße mit. 

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Kompakte Fernbedienung

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Schnell ist eine Bluetooth-Verbindung hergestellt

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Grafisch attraktiv gelöste Lautstärkeregelung

Mitgeliefert ist eine kompakte Fernbedienung mit gummierten Tasten, die gut in der Hand legt und sehr übersichtlich ist. Mittels der Fernbedienung kann man auch die Funktion „Wide Sound“ für eine besonders breite Stereo-Klangbühne steuern. Diese schlägt sich in der Praxis nicht schlecht und offeriert tatsächlich mehr Weitläufigkeit. Integriert ist auch eine automatische Lautstärkeregelung, die ebenfalls per Fernbedienung aktiviert werden kann. 

Ein kompaktes, aber leistungsfähiges System also: Nur 175 mm breit, 60 mm hoch und 201 mm tief, das Gewicht von Carino beträgt 1,5 kg. Die Lautsprecher wiegen 0,7 kg, sind 98 mm breit, 105 mm hoch und 98 mm tief.  Im Standby-Betrieb werden nur 0,4 Watt an Strom konsumiert. 

Wichtig ist natürlich – wie klingt CEOL Carino? Zunächst haben wir das Musiksystem mit unserem MacBook Air, welches unter Windows 7 zusammen mit WinAmp für die Musikwiedergabe läuft, getestet. Wie schon oben erwähnt, ist kein Treiber für den ordnungsgemäßen Betrieb nötig. Und wir ersparen dem kleinen System auch 96 kHz/HiRes-Audiodateien nicht: Nils Landgrens funkige Abba-Interpretationen gefallen uns sehr, besonders „Voulez-Vous“. Was liegt da näher, als genau diesen Song von CEOL Carino wiedergeben zu lassen? Und wir staunen nicht schlecht: Schwungvoll, lebendig, durchaus mit „Drive“ – das hätten wir nicht erwartet. Der Bassbereich ist nicht tot, wie aufgrund der kleinen Abmessungen der Satelliten angenommen, sondern richtig gut wahrnehmbar: Straff und sogar mit etwas Nachdruck macht sich das Denon-System ans Werk. Dabei werden die Stimmen gut von den Instrumenten getrennt, und auch bei gehobener Hörlautstärke ist das akustische Ergebnis noch klar und gefällig. 

„Stop This World“ von Diana Krall (FLAC, 96 kHz) zeigt schon die Grenzen eines solches Systems auf. Hier geht es beim Bass bis tief hinunter in den Frequenzkeller, und da kommt ein kompaktes Desktop-Musiksystem verständlicherweise nicht hin. Auch eine vollkommene Herausarbeitung der Anschlagdynamik des Pianos kann nicht erwartet werden. Trotzdem bringt Carino überraschend viel Kontur in die Klavier-Klänge und löst Dianas Stimme tadellos auf. Wir sind erstaunt, wie weitläufig die kleinen Satelliten klingen. Selbst, wenn man sich nicht im akustischen Nahfeld aufhält, ist noch kultiviertes, angenehm komplettes Hören möglich. 

„El Bajel Que No Recela“ von Patricia Petibon (FLAC 96 kHz) ist ein wunderschönes barockes Musikstück mit komplexer Instrumentierung und ebenso diffizilen vokalen Parts.  Und hier hat uns das kleine CEOL Carino-System wahrhaftig überrascht – denn in Ansätzen ist sogar Strahlkraft vorhanden, ebenso werden die vorderen musikalischen Ebenen prima auseinander differenziert. Die Streicher klingen nicht grob und abgehackt, sondern recht gut ausbalanciert und angenehm. Hier also sind wir wahrhaftig verwundert, wie gut das Carino-Desktop-Musiksystem z.B. auch kleinere dynamische Differenzen verarbeitet. Gerade für kleinere Lokalitäten, z.B. ein Ein-Zimmer-Appartment, kann man dieses attraktive Musiksystem durchaus als „Alleinunterhalter“ aufspielen lassen, es klingt besser als manche Mini- oder Micro-HiFi-Anlage, die unter Umständen sogar kostspieliger war. 

Nun spielen wir über Bluetooth nun Musikdateien in niedriger Auflösung zu. Wir beginnen mit „Tomarrow Never Dies“ von Sheryl Crow, aus dem gleichnamigen 007-Film von 1997. Und auch hier legt sich CEOL Carino richtig „ins Zeug“, mit guter Wiedergabe der zahlreichen Effekte im Song. Prima kommt Sheryls Stimme heraus, sogar stimmtypische Charakteristika enthält uns Carino nicht vor. Sicher, im Bassbereich kann man nicht die Wucht erwarten, die der anspruchsvolle Musikliebhaber schätzt, aber in Anbetracht der äußerst kompakten Abmessungen kann man trotzdem verwundert sein, welcher Nachdruck möglich ist. 

Richtig „zur Sache“ geht es beim Club/Trance-Hit „Free Your Mind“ von Shany. Wir hören richtig laut, um die Class D-Endstufen voll zu fordern. Und selbst jetzt – kein hilfloses „Gequäke“, sondern fundierter, lebendiger Klang mit einer tadellosen Auflösung erfreut unser Ohr.  Mit dem harten Bass ist Carino keinesfalls überfordert, sondern setzt ihn sehr gut um – impulstreu, kräftig, klar. Also auch fürs „Clubbing zwischendurch“ eignet sich Carino vortrefflich. 

Insgesamt sprechen wir also von akustischer Vollständigkeit, mit der wir nicht gerechnet hätten. Keine Übergangslösung, die oberflächlich klingt und keinerlei Emotionen weckt, sondern ein vollwertiges, erwachsen klingendes kleines Stereosystem, das sich perfekt für die Nutzung von „New Media“ eignet. 

Fazit

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Eine runde Sache – Denons neues Desktop-/Bluetooth-Musiksystem CEOL Carino präsentiert sich nicht nur als optisch schicke, hochwertig verarbeitete Lösung auch fürs elegante Wohnambiente, sondern auch als klanglich ausgewogene und überraschend leistungsfähige kleine Musikanlage. Problemlosigkeit kennzeichnet den Umgang mit Carino, ohne Treiber kann das Soundsystem an PC oder Notebook verwendet werden, dank Bluetooth und NFC werden alle Kopplungs-Aufgaben schnell und komfortabel gelöst. Für einen fairen Kaufpreis erhält der Kunde ein flexibel einzusetzendes Produkt mit hohem praktischem Nutzwert. 

Denons Desktop-Musiksystem CEOL Carina kann alles – schön aussehen, ausgezeichnet klingen und flexibel eingesetzt werden
ueberragend
Desktop-/Bluetooth-Musiksysteme obere Mittelklasse
Test 01. Juni 2014

+ Kompakt und sehr attraktiv
+ Hohe Materialqualität
+ Ausgezeichneter, klarer sowie angenehmer Klang
+ Bluetooth mit aptX + NFC
+ USB-DAC-Funktion und Nutzung am PC ohne Treiber
+ Fairer Kaufpreis

– Feste Lautsprecher-Kabel an den Satelliten

Test: Carsten Rampacher
Bilder: Carsten Rampacher
Datum: 01. Juni 2014

 




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