TEST: Grundig BT-Lautsprecher Bluebeat GSB-500

Grundig Bluebeat GSB 500 Front Seitlich1

Grundig erweitert sein Angebot an Bluetooth-Lautsprechern um den GSD-500, der laut UVP 149 EUR kostet, auf dem freien Markt aber für rund 90 EUR zu erwerben ist. Ein fairer Preis, ohne Zweifel, denn der Käufer bekommt fürs investierte Geld einen optisch zeitlos-schicken und sehr gut verarbeiteten Lautsprecher offeriert, der dank zwei Mitteltönern, zwei Hochtönern sowie zwei passiven Radiatoren auch akustisch mit sauberen Leistungen auftrumpfen soll. Man kann den schicken Bluetooth-Speaker natürlich auch netzunabhängig verwenden, der eingebaute 11,1 V-Lithium-Ionen-Akku liefert bis zu 8 Stunden Energie – das ist ein eher durchschnittlicher Wert heutezutage. Gut ist, dass der GSB-500 den aptX-Codec für tadellose Klangqualität beim Audio-Streaming unterstützt. Der Bluebeat-Lautsprecher gibt Frequenzen zwischen 60 Hz und 16 kHz wieder und wartet mit 2 x 12,5 Watt Musikleistung auf, das ist recht anständig. Bis zu 10 Meter beträgt die Reichweite, in unseren Praxistests konnte man sich auch innerhalb eines Hauses gut 6 bis 7 Meter vom GSB-500 entfernen, und die Bluetooth-Übertragung ging immer noch störungsfrei vonstatten.

Grundig Bluebeat GSB 500 Rueckseite Seitlich2

Praktisch – ausziehbarer Standfuß

Grundig Bluebeat GSB 500 Bedienelemente Oberseite

Gummierte, große Bedienelemente. Leider fehlt es an Kontrast – Gehäuse schwarz, Bedienelemente schwarz

Grundig Bluebeat GSB 500 Rueckseite Seitlich3

Rückseite

Grundig Bluebeat GSB 500 Anschluesse Rueckseite

Anschlüsse

Schauen wir uns den GSB-500 genauer an, so sticht das leicht gummierte und daher haptisch angenehme Gehäuse ins Auge. Vor den Lautsprecher-Chassis sitzt ein solides, sehr gut eingepasstes silbernes Metallgitter. Unter dem Lautsprecher befindet sich für sicheren Stand ein ausklappbarer kleiner Standträger. Mit 1,3 kg ist der GSB-500 nicht eben leicht, wirkt dafür aber sehr solide. Er ist 22 cm breit, 13 cm hoch und 5,5 cm tief. Leider fehlt im Lieferumfang ein Transportbeutel. Da wir gerade bei den Kritikpunkten sind – eine kleine Scheckkartenfernbedienung wäre noch nett gewesen, ebenso verschiedene DSP-Programme, doch beides fehlt. Auch ist kein Mikrofon vorhanden, so dass man den GSB-500 nicht als Freisprecheinrichtung nutzen kann. Ebenfalls ist es nicht möglich, parallel die Kopplung zu zwei Devices aufrecht zu erhalten, was sich als praktisch erweisen würde, leider aber vielen Bluetooth-Lautsprechern fehlt. Prima ist die USB-Buchse – hier können z.B. flügellahme Smartphones wieder dank neuem Strom fit gemacht werden. Nach Anschluss des Smartphones an die Buchse des GSB-500 einfach den Ein-/Ausschaltknopf 2 Sekunden drücken, dann wird das mobile Device geladen.

Doch das Wichtigste ist – wie klingt der GSB-500? Und hier beginnen wir gleich mit  mit DJ Scottys „Black Pearl“ im Mix der Body Bangers. Das auf aktuellen Dance-House-Beat umgemodelte legendäre Soundtrack-Masterpiece aus der „Pirates Of The Carribean“ Filmreihe legt auf dem GSB-500 mit erstaunlicher Vehemenz los und beweist uns, was schon der kleine Grundig Bluebeat GSB-120 zeigte: Die Nürnberger haben es drauf, wenn es um richtig guten Sound aus kompaktem Gehäuse geht. Viele Konkurrenten sehen alt gegen den GSB-500 aus, gerade dann, wenn man bedenkt, dass man für schlappe 90 EUR Marktpreis zuschlagen kann. Besonders gefällt uns der klare, saubere Klang, nichts Muffiges, Oberflächliches stört hier das Hörvergnügen. Selbst im kritischen Bassbereich ist durchaus Schub vorhanden, wenngleich richtiger Tiefgang natürlich nicht erwartet werden kann, dafür ist das Gehäuse dann doch zu klein. Dadurch, dass reichlich Leistung vorhanden ist, sind die erzielbaren Pegell ausgesprochen erfreulich und sorgen für Freude bei der Grillparty am See. Bei „Sunny“ von traum:a finden wir ebenfalls Gefallen an der Wiedergabegüte des GSB-500 – die Vocals lösen sich richtig gut vom Lautsprecher, die Detaillierung ist für einen Bluetooth-Lautsprecher, der auf dem Markt weniger als 100 EUR kostet, enorm gut und verdient Respekt. Bei „Flute“ von New Wprld Sound and Thomas Newson kommt der kompakte Lautsprecher mit den harten Beats überraschend gut zurecht und erzeugt ein dynamisches, klares Klangbild. Beim 2014er Italo Brothers Remix des Eurodance-Klassikers „Up’n’Away“ legt sich der GSB-500 ein weiteres Mal nachdrücklich ins Zeug und beeindruckt durch sehr gute Räumlichkeit und tadellose Bass-Präsentation. Grundig zeigt demnach eindrucksvoll, dass man auch mit einem preisgünstigen Device richtig Freude haben kann.

Wir wechseln die Musikrichtung und hören uns „Loca De Amor“ von Juanes an. Auch hier sammelt der Grund Bluebeat fleißig Punkte – durch seinen direkten, beinahe verfärbungsfreien Klang und die auch bei diesem Titel richtig gute Räumlichkeit. Auch bei Rihannas „Diamonds“ lässt sich der GSB-500 nicht aus der Ruhe bringen – vokale Darstellung, Trennung von Stimmen und Instrumenten sowie Pegelfreude sind auch hier auf hohem Level in Anbetracht von Geräte- und Preisklasse. Ernsthafte Schwächen lassen sich keine nachweisen – das hat die Redaktion dann doch ziemlich überrascht. Und beim 007-Titelsong „The World Is Not Enough“ von Garbage? Leistet sich der GSB-500 hier die erste Schlappe? Wir warten und hören – aber auch bei diesem Song ist alles im grünen Bereich. Selbst kleinere musikalische Einzelheiten wie z.B. die Wiedergabe der Streicher im Hintergrund arbeitet der Grundig-Lautsprecher gut heraus und hat keinerlei Probleme mit dynamischen Differenzen: Diese werden impulstreu übertragen. Selbst Klassisches kann man sich anhören, ohne dass die Ohren ein Protestbewegung gründen – beim Auftakt zu Antonio Vivaldis „Vier Jahreszeiten“ erfreut uns der GSB-500 mit sensibler, lebendiger Wiedergabe, die Streicher klingen angenehm, aber gleichzeitig weder zu platt oder zu bedeckt.

Die Konkurrenz hat dem Grundig nicht wirklich viel entgegen zu setzen. Der Audiovox Twiek6 besticht mit noch kompakteren Abmessungen und enorm ausdauerndem Akku, aber akustisch sieht er kein Land gegen den GSB-500. Allerdings ist der Twiek 6 mit knapp 70 EUR Marktpreis auch ein Stück günstiger. Die tadellose Verarbeitung hat der Twiek mit dem Grundig gemein. Von Grundig selbst kommt mit dem Bluebeat GSB-120 ebenfalls ein Konkurrent, der mit gut 65 EUR ebenfalls günstiger ist der größere GSB-500. Ihm fehlt aptX, zudem fehlt es im direkten vergleich verständlicherweise an Pegelfestigkeit und Räumlichkeit. Als ultrakompakter BT-Lautsprecher für unterwegs empfiehlt sich der preiswerte und sehr gut verarbeitete GSB-120 aber trotzdem auf jeden Fall. Ultra-stylish, ultra-kompakt, und mit klarem Klang gesegnet bringt sich der JBL Charge in Position. Sein einziges Problem ist der mit ca. 115 EUR recht hohe Marktpreis. Dafür gibt es neben einem ausgereiften Produkt aber auch die Extra-Portion Image und Style-Faktor. Wer es optisch nobel mag, kann zum Panasonic SC-NA10 greifen – ein hervorragend verarbeiteter und angenehm neutral klingender Bluetooth-Lautsprecher, den man derzeit auch noch günstig abgreifen kann: Lediglich rund 105 anstatt 179 EUR (UVP) muss man berappen, dafür bekommt man einiges geboten. Im direkten akustischen Vergleich kann der lebendig aufspielende Grundig aber noch etwas mehr überzeugen.

Fazit

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Grundig gelingt mit dem GSB-500 ein Volltreffer: Ausgezeichnet verarbeitet, schön anzusehen, klangstark und preiswert, fällt es schwer, ernsthaft Kritik am Bluetooth-Lautsprecher aus Nürnberg zu üben. Gut, es fehlt ein Mikrofon für die Nutzung als Freisprecheinrichtung und es gibt keine DSP-Programme. Doch diese kleinen Schwachstellen verblassen, wenn man den GSB-500 in Betrieb nimmt: Pegelfest, mit tadelloser Dynamik und Räumlichkeit, macht der kompakte BT-Speaker sogar regelrecht Spaß.

Der GSB-500 ist preiswert, sehr gut verarbeitet und klingt ausgezeichnet – was möchte man mehr?
ueberragend
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Bluetooth-Lautsprecher Mittelklasse
Test 22. April 2014

+ Sauberer, lebendiger Klang
+ Tadellose Stimmwiedergabe
+ Erstaunlich kräftiger Bassbereich
+ Pegelfest
+ Sehr gute Verarbeitung
+ Sehr günstiger Preis

– Kein Mikrofon für die Nutzung als Freisprecheinrichtung

Test: Carsten Rampacher
Fotos: Sven Wunderlich
Datum: 22. April 2014




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