IFA 2017 Exklusiv-Test: JBL Free „True Wireless“- In-Ear-Revolution für 149 EUR?

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True Wireless In-Ears haben kein Verbindungs-Band mehr zwischen den Ohrstöpseln, demnach sind sie völlig „free“ – und genauso heißt die JBL-Interpretation dieser Technologie. Das Ganze funktioniert über Bluetooth und demnach kann der JBL Free mit anderen entsprechend gerüsteten Devices drahtlos kommunizieren. Überdies hat der JBL Free sogar ein Mikrofon zum Freisprechen eingebaut. 

Um einen einwandfreien und sicheren Sitz zu gewährleisten, gehören 3 Comfort-Fit-Ohrstöpsel und 3 Secure-Fit Silikon-Sleeves zum Lieferumfang. Der Nutzer kann mit den Ohrstöpseln und den Silikon-Sleeves neun verschiedene Größen zusammenstellen.

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JBL Free

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Im Case

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Kontakte im Case

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Die Earbuds passen optimal ins Case

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JBL Free einzeln

Der JBL Free (€149) wird in den Farben Schwarz und Weiß ab Oktober 2017 bei ausgewählten Einzelhändlern zum Verkauf angeboten – wir haben ihm bereits jetzt „auf den Zahn“ fühlen können. Richtig gut ist es, das muss man zunächst bemerken, um die angegebene Akkulaufzeit bestellt. Im kombinierten Betrieb – telefoniert man nur, kann man auch lediglich einen Ohrstöpsel nehmen – sind bis zu 24 Stunden möglich.

Dank „JBL Signatur Sound“ ist die Klangqualität, so verspricht JBL, entsprechend hoch. Ohrstücke sind in S, M und L verfügbar. Überdies ist der Kopfhörer, der in einem schmucken Case mit Power Bank Funktion (In-Ears werden im Case geladen) ausgeliefert wird, auch noch spritzwasserfest.

Gut verarbeitet ist das gesamte Paket, zudem sitzen die Free-Stöpsel gut im Ohr und wirken sehr bequem. Steckt man die Wireless-In-Ears in die Ladestation im Case, so zeigen LEDs den Ladezustand an. Auch übers Display des Smartphones wird der Akkustand von Free angezeigt. 

Klang

Wir starten mit „Be Mine“ von Ofenbach. Die kleinen In-Ears sind, was die maximal möglichen Pegel angeht, ordentlich. Überdurchschnittliches sollte man hier aber nicht erwarten. Prima ist es um die Klarheit des Klangbildes bestellt, Wer denkt, der JBL Free würde dumpf und monoton klingen, sieht sich getäuscht. Frisch und, wie es schon der Name vermuten lässt, Frei spielt die IFA-Neuheit auf. Stimmen gibt er mit soliden Konturen wieder. Der Bassbereich weist nachvollziehbare Strukturen auf und bietet ein ordentliches Volumen. 

Beim Eurodance-Klassiker „I Have A Dream“ von DJ Quicksilver punktet der True Wireless In-Ear ebenfalls mit tadelloser Performance. Kräftig fällt der Bass aus, vermeidet es aber, zu übertrieben oder unpräzise zu agieren. Die Räumlichkeit ist tadellos. Da das Quellmaterial nur durchschnittlich ist, lohnt es sich nicht, hier über das Auflösungsvermögen ernsthaft zu philosophieren. 

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Case

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Micro-USB-Slot

Überraschend gut schlägt sich der True Wireless-In-Ear bei „I Like“ von Keri Hilson. Der satte Bass kommt sauber zur Geltung, die Stimme Keris tritt realistisch in Erscheinung. Leichte Verzerrungen mischen sich erst ab ca. 80 Prozent des maximalen, völlig ausreichenden Pegels dazu. Das Klangbild ist überraschend direkt und überdies klar, was die gesamten Strukturen angeht. 

Nun folgt eine gänzlich andere Musikrichtung. „7 Days To The Wolfes“ von Nightwish stellt den JBL Free vor neue Herausforderungen. Doch auch mit der kraftvollen Musik der finnischen Symphonic Metal Band kommt der In-Ear im True Wireless-Setup gut zurecht. Die E-Gitarre, das Schlagzeug und die Stimme der Sängerin werden zu einem dynamischen Cocktail zusammen gemixt. Für Musik „mit Power“ ist der Free demnach richtig gut geeignet.

Beim 007-Titelsong „A View To A Kill“ von Duran Duran schließt der JBL Free an die zuvor gezeigten Leistungen an. Er klingt lebendig und recht kräftig, obwohl das Quellmaterial nicht dem neuesten qualitativen Stand entspricht. Die Stimme des Sängers wird akkurat von den instrumentalen Anteilen getrennt. Natürlich kann man nicht erwarten, dass selbst bei solchen Quellen jede Einzelheit perfekt erfasst wird, aber das Ergebnis ist für Bauart und Preisklasse absolut in Ordnung. 

Und wenn es langsamer wird? Kann der JBL Free auch „All Time High“, aus dem James Bond-Movie „Octopussy“, ansprechend darstellen? Wir sind erfreut, denn der Song macht sogar richtig Spaß. Klar und mit Nachdruck erfolgt die Wiedergabe, stets ist eine solide Basis im Bassbereich herauszuhören, die dem Ganzen ein kräftiges, lebendiges Fundament verpasst. Die Stimme von Rita Coolidge ertönt frisch, natürlich. Das Auflösungsvermögen ist prima. 

Und auch bei „I Belong To You“, einem Duett zwischen Eros Ramazzotti und Anastasia, fallen die Qualitäten des Free positiv auf. Er gibt beide Stimmen fundiert wieder und arbeitet sie fließend ins akustische Gesamtbild ein. Frisch und authentisch erscheint das Klangbild, der Präsenztonbereich wirkt aufgeräumt, die Höhen klar und der Bass straff und genau mit dem richtigen Nachdruck versehen. 

Fazit

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JBL Free

True Wireless macht Spaß. Der JBL Free sitzt bei Verwendung des jeweils für den Gehörgang passenden Ohr-Aufsatzes prima im Ohr, fällt nicht heraus, übt aber auch nicht störend Druck aus. Er klingt angenehm, agiert lebendig und klar. Mit dieser gekonnten Auslegung eignet er sich für praktisch alle Musikarten. Die Auflösung und Detaillierung sind für ein solches Device nicht zu kritisieren. Ein Case mit Power Bank-Funktion wird mitgeliefert. 

Innovativer True Wireless In-Ear-Kopfhörer mit tadelloser akustischer Performance zum fairen Preis
ausgezeichnet
In-Ear-Kopfhörer bis 200 EUR
Test 01. September 2017

Test: Carsten Rampacher
Fotos: Philipp Kind
Datum: 01. September 2017




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