XXL-TEST: Yamaha R-N2000A - First Class-Netzwerkreceiver mit Premium-Aufbau, effektivem YPAO und bestechender Akustik

Klangtestreihen

In diesem Abschnitt möchte wir nun wissen, wie es um die von Yamaha als audiophil angepriesenen akustischen Eigenschaften bestellt ist. Wir starten zunächst mit der Wiedergabe bei Filmton: "Blu-ray, London Has Fallen". Dafür lassen wir die YPAO Raummessung noch einmal durchlaufen, allerdings für eine 2.1 Konfiguration. Wir skippen zur Scene, als die Politiker bei der Trauerfeier massiv angegriffen werden. Schon der Aufbau des Spannungsbogens vor den Explosionen und Schusswechseln gelingt dem RX-N2000A sehr gut. Das Läuten der Kirchenglocken kann der Netzwerk-Receiver absolut realistisch und glaubhaft darstellen. Auch Elemente des Music Score werden präzise platziert und mit der richtigen Gewichtung eingearbeitet. Aus dem Nichts ertönt dann plötzlich ein gewaltiger Knall. Die explodierenden Fahrzeuge werden mit ordentlich Nachdruck und zudem exakt dargestellt. Selbst das Abfeuern der Maschinengewehre können wir glasklar und mit enormer Durchschlagskraft wahrnehmen. Auch das Zerbersten der Autoscheiben wird facettenreich präsentiert. Als die erste Brücke von den Terroristen gesprengt wird, überzeugt der Yamaha Netzwerk-Receiver ebenfalls mit einer sehr detaillierten und kräftigen Gesamtwiedergabe.

Nun beginnen wir mit der Wiedergabe von Musik. Für das erste Klangbeispiel haben wir uns "Secret Garden" von Molly Parden & Tony Anderson ausgesucht, das Ganze aber in der 2.0 Stereosound, folglich ohne aktiven Subwoofer. Der Titel beginnt sehr gefühlvoll mit einem Klavier, sowie ersten Gesangseinlagen von Molly. Die verwendeten Instrumente überzeugen mit einer realistischen und somit glaubwürdigen Darbietung. Auch die Wiedergabe von Molly Pardens Stimmcharakteristik gelingt erstklassig, so wirkt diese sehr gefühlvoll und dadurch berührend. Das Saxophon, das aus dem Hintergrund in den Vordergrund schwebt, wird erstklassig präsentiert - die typische tonale Auslegung des Blasinstruments wird aus feindynamischer Perspektive überragend eingebunden. Hier hört man auch Nuancen heraus, die für ein komplettes, kultiviertes Klangbild unerlässlich sind, von vielen, auch teuren Komponenten aber unter den Tisch fallen gelassen werden.

Weiter geht es mit "I Wish That I Could Tell You" von Gabrielle Grace. Zu Beginn dieses Titels lauschen wir einer Akustikgitarre, die der Yamaha R-N2000A sehr plastisch wiedergibt, das Zupfen der Saiten kommt mit viel Sensibilität heraus. Als Grace mit ihrer sehr fordernden Stimme einsteigt, verbindet die Wiedergabe eine gewissen Leichtigkeit mit einer Präzision, die klar das übertrifft, was manch anderes Device der Preisklasse 3.500 bis 4.000 EUR zuwege bringt. Als der Titel im Ganzen facettenreicher und auch dynamischer wird, kann der Netzwerk-Stereo-Receiver mit einer kräftigen und zugleich gefühlvollen Wiedergabe punkten - die aber immer untadelig präzise und frei von verwaschenen Elementen ist. Selbst feinste Facetten im gesamten tonalen Gefüge gehen nicht verloren. Auch, als  Gabrielle zur Kopfstimme übergeht, wird der Hochtöner unserer verwendeten Lautsprecher niemals aggressiv oder harsch - das vom R-N2000A zugelieferte Signal überzeugt durch Brillanz, aber auch zugleich durch kompromisslose Kontrolle.

Wir wechseln das Genre und spielen dem Yamaha R-N2000A den raplastigen Titel "Escapism." von Raye & 070 Shake zu. Schon nach wenigen Sekunden geht es in diesem Titel sprichwörtlich ab, und zwar mit harten Bässen und Gesangseinlagen von Raye. Hier, bei völlig anderem Anforderungsprofil, kann uns der R-N2000A mit einer gekonnten Wiedergabe überzeugen: Jedes akustische Element wird sauber differenziert dargeboten, zugleich aber sortieren sich die einzelnen musikalischen Ebenen mit enormer Impulstreue zu einem plastischen Ganzen. Der Sprechgesang von Raye überzeugt uns mit klarer Kontur und einer sehr guten räumlichen Ausbreitung, gleichmäßig und exakt. Die Basswiedergabe erweist sich als staubtrocken, und lässt es auch bei hohem Grundpegel nicht an Nachdruck missen.

Jetzt starten wir die Wiedergabe von "Bad Memories" von Meduza & James Carter feat. Elly Duhé & Fast Boy. Bei diesem dynamischen Titel kann die Yamaha Komponente mit einer sehr guten Differenzierung der unterschiedlichen Stimmfarben überzeugen. Aber nicht nur das. Der harte Punch, der sich nach ein paar Sekunden zu Beginn präsentiert, wirkt straff, ausgewogen und wird genau auf den Punkt dargestellt. Das Zusammenspielt der unterschiedlichen Effekte wie Syntheziser, Stimmen sowie der grobdynamische Bereich gelingt ebenfalls hervorragend.

Abschließen möchten wir unsere Klangtestreihen mit "Creepin" von Metro Boomin, The Weeknd & Savage 21. Dieser Titel bietet eine tolle Mischung aus RnB- und melancholischen Passagen sowie feinen Pop-Vibes, deshalb verwenden wir ihn sehr gerne. Der Titel startet mit einem Chorgesang, welchen der Yamaha R-N2000A mit einer hervorragenden inneren Struktur präsentiert. Als der "richtige" Gesang beginnt, sind wir von der sehr luftigen, jedoch zugleich feindynamisch exzellent ausbalancierten Stimmwiedergabe verblüfft. Trotz aller Transparenz und Klarheit wirkt sie niemals aggressiv oder schrill auf uns. Die Synthesizer-Effekte werden klar und mit akkurater Struktur im Hörraum abgebildet, die Basseinsätze treten auch bei diesem Beispiel straff und exakt in Erscheinung.

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Konkurrenzvergleich

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  • Marantz Model 40n: Für rund 2.500 EUR ist der bildschöne Heos Netzwerk-Verstärker Marantz Model 40n ein harter Konkurrent. Er ist deutlich günstiger, hat allerdings auch weder Einmesssystem noch DAB-Tuner. Er ist, was das Gehäuse-Finish angeht, ebenfalls hochwertig verarbeitet und bietet sehr hohe Leistungsreserven, nahezu identisch zu denen des R-N2000A. Mittels Heos sind ähnliche Aktivitäten möglich wie mit MusicCast, Unterschiede finden sich hier nur im Detail. Voll auf dem Damm aus Sicht der Modernität sind beide Plattformen nicht mehr, da die MQA-Integration fehlt. Trotzdem überzeugt auch Heos durch guten Bedienkomfort und eine stimmige Anzahl integrierter Streaming-Plattformen. Beide Geräte punkten weiterhin mit einem HDMI-Slot zum Anschluss eines TV-Gerätes auf einfache Art und Weise. Insgesamt ist und bleibt der Marantz Model 40n ein toller, eleganter und akustisch starker Stereo-Netzwerkreceiver, der R-N2000A rechtfertigt seinen Mehrpreis durch nochmals bessere Ausstattung, nochmals feinere Detailarbeit aus akustischer Sicht und durch das nochmals aufwändigere Chassis. 

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  • NAD M10 V2: Der ultrakompakte NAD M10 V2 (3.299 EUR) ist ein absoluter Maßstab dieser Preisregionen, an dem sich auch der Yamaha messen muss, keine Frage. Die Kompromisslosigkeit, mit der der höchst attraktive M10 V2  Höchstleistungen vollbringt, sorgt auch beim Yamaha partiell für Ratlosigkeit. Denn Dirac Live als Einmesssystem arbeitet unglaublich präzise und stellt sich auch komplexen raumakustischen Problemen. Hier hält YPAO aber wacker mit und erzielt nach jüngster Überarbeitung kaum weniger überzeugende Resultate. Absolut top ist, dass man den M10 V2,, der auch über HDMI verfügt, sogar zu einem Mehrkanal-System auf BluOS-Basis ausbauen kann. Apropos BluOS, hier findet sich im Streaming-System auch der Support von MQA. Es fehlt an nichts beim M10 V2, auch nicht an einer praktischen sowie formschönen Fernbedienung sowie an leistungsbereiten, dynamischen Endstufen. Fairerweise aber macht die imposante Erscheinung des edlen Yamaha nochmals mehr her, wobei das auch Geschmackssache ist. Was Yamaha allerdings an Detailqualität innen und außen auffährt, ist schon grandios. Super gefällt uns das große Touchpanel des M10 V2, hier kann das Mini-OLED-Display des R-N2000A naturgemäß nicht mithalten. Aber das ist auch eigentlicjh nicht gewünscht, da Yamaha nicht das Retro-Feeling des R-N2000A durch riesige Touch-Displays stören möchte. Der R-N2000A kokettiert zudem mit den Vorzügen seines digitalen Radiotuners.

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  • Arcam SA30: Der flach bauende Arcam beeindruckt mit klangstarken, homogen klingenden Class G-Endstufen, die das Beste aus Class A- und Class AB-Technik in sich vereinen. Zugegeben, optisch macht der Arcam nicht enorm viel her und er wirkt nicht so  nobel wie die anderen Konkurrenten, Aber er hat es faustdick hinter den Ohren und schiebt sich bezüglich der Pegelfestigkeit weit nach vorne. Mit erstklassigen DACs und Dirac Live Einmess-System ist er bestens gerüstet, und auch die Anschlussbestückung fällt gut aus. Auch HDMI müssen wir nicht vermissen. Insgesamt ist der Arcam eine gute Wahl und ab rund 2500 EUR zu bekommen. Im direkten Vergleich geht ihm aber der edle Anspruch eines echten Oberklasse-Gerätes etwas ab. Sehr gut gefällt uns die mitgelieferte Fernbedienung.

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