XXL-TEST: Teufel Real Blue Pro Over-Ear-Kopfhörer mit ANC + Bluetooth - der neue Maßstab

Filmtonwiedergabe

Für die Wiedergabe von Filmton verwenden wir „London Has Fallen“ – die Sequenz in London, als der Trauergottesdienst zum Tod des britischen Premierministers stattfinden, und schreckliche Terroranschläge die britische Hauptstadt erschüttern.

Wirkung von Dynamore (Klang auf Neutral, Mini Hearing auf aus, ANC auf Mittel:

Sehr gut arbeitet der Kopfhörer die Dialoge und die kleinen Effekte sowie den Music Score in dieser Einstellung heraus. Dynamore weitet effektiv die Klangbühne, und die ANC schirmt uns in der Mitteleinstellung gut ab. Es baut sich ein akustisch sehr gut nachvollziehbarer Spannungsbogen auf, der kleine Dinge, wie Schritte auf einem Motorboot oder läutende Glocken sehr gut einarbeitet. Auch die Geräusche des Fahrzugkonvois und die Sirenen der Polizeifahrzeuge kommen gut heraus. Dann, urplötzlich, ist die Hölle los: Explosionen, Schusswechsel, Schreie. Der Real Blue Pro sortiert alles sauber auseinander und gibt den Explosionen und den heftigen Schusswechseln ein hervorragendes Fundament. Er agiert pegelfreudig und dynamisch, sodass man ihn hervorragend mit diesen Einstellungen zum Hören von Filmen verwenden kann.  

Nun aktiveren wir die Mimi Klangpersonalisierung. Intensitität 100 Prozent, Modus „Empfohlen“: Wir hören mehr Details, mehr Klarheit, zugleich auch ein besonders solides Fundament.  Mit dem Mimi-Modus „Reicher“ verstärkt sich diese Präsenz noch, dieser Modus kann aber auch als „zu viel des Guten“ empfunden werden, wobei sich beide Modi noch in sehr präzisen 1 Prozent-Schritten von 0 bis 100 Prozent anpassen lassen.

Jetzt nehmen wir Dynamore weg. Hier wirkt alles räumlich nicht mehr so weitläufig, alles erscheint mehr auf das typische Raumgefühl eines Kopfhörers mit seinen Einschränkungen reduziert. Also aktivieren wir Dynamore gleich wieder und freuen uns über ein luftigeres, weitläufigeres Hören.

Wir verlassen das „Neutrale“ Klangprogramm und wechseln zur „Bass-Verstärkung“. Mimi und Dynamore nach wie vor an, ANC auf „Mittel“. Hier operiert das Teufel-DSP sehr gut, realisiert mehr Bassdruck, ohne aber es zu übertreiben oder den ganzen Klang zu verbiegen.

Wer nicht so laut einem Actionfilm lauschen möchte, kann die „Dynamic Bass“ Option in der App aktivieren, die einen vollen Bass auch bei geringeren Lautstärken garantiert, was in der Praxis prima funktioniert.

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Klang Hörbuch

Hier nehmen wir das „Podcast“ DSP, dazu schalten wir Dynamore aus. Mimi lassen wir aktiviert, ANC bleibt auf „Mittel“, später auf „Hoch“.  Dynamore sollte hier lieber ausgeschaltet bleiben, ansonsten wird ein virtueller Raum für die Stimme der Sprecherin oder des Sprechers erzeugt, der zu groß und etwas unpassend wirkt. Mimi ermöglicht auch hier ein Hören mit  mehr vokalen Details der Stimme des jeweiligen Vorlesenden. Die ANC schalten wir, weil es etwas lauter im Umfeld wird, auf „Hoch“ und genießen inmitten hektischen Treibens in aller Ruhe unser Hörbuch „Prost auf die Feinschmecker“ von Friedrich Kalpenstein, gelesen vom genialen Helmfried von Lüttichau, vor allem bekannt aus Hubert & Staller. Die Stimme entwickelt viel Charisma, man bekommt die ganze Freude, die Helmfried offensichtlich beim Vorlesen des lustigen & spannenden Krimis aus der Oberbayerischen Voralpenregion empfindet, auch „live“ serviert.

Klang Musik

Klang Musik, EQ auf Neutral, Dynamore eingeschaltet, Mimi eingeschaltet, ANC auf „Mittel“.

The Look Of Love, Diana Krall: Hier, in dieser Konstellation, kann man auch bei etwas Leben in der unmittelbaren Umgebung entspannt hören. Dynamore stellt eine schöne breite Bühne bereit, die trotzdem authentisch auftritt. Dianas Stimme leidet unter Dynamore nicht und entwickelt eine detailreiche, realistische Wirkung, die durch das Hinzuschalten des Mimi-Algeorithmus noch besser zur Geltung kommt. Dank des EQs auf „Neutral“ stören keine Verfärbungen oder Überbetonungen das Klangbild.

Vivo Per Lei, Andrea Bocelli & Georgia: Auch hier fahren wir mit den getroffenen Einstellungen hervorragend, wobei alles letzten Endes gerade bei einem Hightech-Feuerwerker wie dem Real Blue Pro natürlich Geschmackssache ist. Wir loben ein weiteres Mal den sorgfältigen Umgang mit den vokalen Elemente, das trifft auf Andreas und auf Georgias Stimme gleichermaßen zu. Beide ertönen mit feinen Konturen und enormem Dynamikumfang. Dynamore weitet effektiv die Bühne, ohne unpräzise zu werden, und hilft mit, einen vielschichtigen, in sich schlüssigen Klang bieten zu können.

Nun „drehen wir am Rad“ – nicht ganz, aber an den EQ-Einstellungen und geben dem Real Blue Pro Feuer.  EQ-Modus „Techno“, der Rest bleibt, wie er ist.

Bei „Change With me“ von Belocca zeigt der Real Blue Pro unglaubliche Klasse. Mit einem so druckvollen und zugleich präzisen, raumfüllenden, harten Bass haben wir den Track noch nie auf einem Kopfhörer dieser Preisklasse gehört. Es geht mit einer Dynamik voran, die in diesen Preisregionen defintiv neue Maßstäbe setzt. Dynamore öffnet zugleich eine breite, glaubhafte Bühne und die elektronischen Effekte werden mit exakter Kontur in den Gehörgang geschleudert.

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Und auch  bei „Vibration“ (Gigi D’Agostino, Luca Noise) macht der Real Blue Pro ausschließlich Freude und entwickelt erneut einen Schub, der seinesgleichen sucht. Hier gibt es für empfindsame Ohren kein Erbarmen – der Bass ist hart, hat Substanz und trifft exakt den richtigen Punkt. Der Techno-EQ ist wieder voll in seinem Element und holt den dichten Sound  noch näher an den Zuhörer heran. Der Real Blue Pro, das macht auch dieses Klangbeispiel deutlich, ist mehr als nur ein Favoritenschreck: Er wird der Kopfhörer sein, an dem sich zukünftig alle Konkurrenten in der Liga bis 500 EUR messen müssen. Und dank seiner wohl ausgewogenen DSP-Power nimmt er auch eiskalt die DSP-Experten von Yamaha ins Visier. Wer hätte das gedacht.

Bei den nächsten Checks behalten wir alle Einstellungen, wechseln aber auf den „Rock“ EQ. Wir starten direkt mit der Disturbed-Coverversion von „Land Of Confusion“ durch, und sind erneut begeistert. Der Rock-EQ trifft genau den Geschmack der Hörer, die solche Musik schätzen – auch wenn es strenggenommen kein „Rock“ ist, der hier läuft. Die fetzigen Gitarrenriffs und die gewollte Aggressivität in der Stimme des Sängers kommen herausragend zur Geltung, und der virtuelle Raum wird als intensiv wahrgenommen.

Das One-Hit-Wonder „You Spin Me Round” wird nun mit dem Pop-EQ in Angriff genommen. Und hier sind wir nicht zufrieden. Es fehlt hier etwas an Substanz. So legen wir selbst Hans an und definieren einen Modus,, der sich irgendwo zwischen 2Rock“ und „Pop“ aufhält und nun macht alles wieder optimal Spaß. Der Bass, den der Real Blue Pro bietet, ist schlichtweg genial und degradiert für sich betrachtet eigentlich sehr gute Kontrahenten beinahe zu Statisten. So ist dieser Song ein weitere Beweis dafür, dass die Berliner Neuheit derzeit der „Max Verstappen der Kopfhörer“ ist.

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