XXL-TEST: Teufel AIRY TWS 2 - Die Neuauflage mit ANC und App-Konnektivität
Klangwertung
Kommen wir nun zu den klanglichen Eigenschaften des Teufel AIRY TWS 2. Zunächst möchten wir die Freisprecheinrichtung sowie die aktive Geräuschunterdrückung unter die Lupe nehmen. Die Geräuschunterdrückung von Teufel arbeitet sehr effektiv und reduziert die Umgebungsgeräusche in hohem Umfang, blendet diese aber nicht komplett aus. Der Transparanzmodus funktioniert ebenfalls sehr gut und geführte Dialoge klingen präzise und klar. Weiter geht es mit der Freisprecheinrichtung, diese funktioniert ebenfalls hervorragend, wir verstehen den Angerufen ohne Probleme, allerdings doch mit deutlichem Hall. Der Angerufene versteht uns ebenfalls sehr gut und unverfälscht.
Wie ist es um die Musikwiedergabe bestellt? Als ersten Titel haben wir uns "Dola re Dola" von Meduza feat. Varun Jain ausgesucht. Der Titel beginnt mit indischen Gesängen, welche der AIRY TWS 2 tadellos umsetzen können. Bereits nach wenigen Sekunden gesellen sich harte Bässe sowie elektronische Effekte hinzu. Nach mehreren Hörversuchen, haben wir uns für die EQ-Klangkurve "Neutral" entschieden. Die Basswiedergabe wird mit ordentlich Nachdruck, aber auch mit der nötigen Präzision übermittelt. Selbst bei höherem Pegel gelingt eine klare Differenzierung der unterschiedlichen Effekte.
Als nächsten Titel haben wir uns "Starlight", eingespielt von Slash, Gitarrist von Guns'N'Roses, und Myles Kennedy, Frontmann von Alter Bridge, ausgesucht. Der Titel startet mit einem Gitarrensolo von Slash, welches sehr harmonisch und glaubhaft von den Teufel TWS abgebildet wird. Als Myles Kennedy dann mit seiner feinfühligen Stimme in den Titel einsteigt, sind wir erstaunt, wie die AIRY TWS 2 diese geradezu erstklassig meistern. Als der Titel dann etwas an Geschwindigkeit aufnimmt, bleiben alle Facetten des Titels in vollem Umfang erhalten.
Explosiv geht es beim nächsten Track zur Sache und wir starten die Wiedergabe "We are Fools" von den oberfränkischen "Metallern" Melodramatic Fools. Der Titel beginnt mit harten E-Gitarren, die mit einer hervorragenden Detaillierung umgesetzt werden. Bereits nach wenigen Sekunden startet das Feuerwerk in Form von harten Gitarrenriffs und Drums. Aber auch hier bleiben die Teufel AIRY TWS 2 absolut souverän. Die Gitarren erklingen weiterhin absolut glaubwürdig. Selbst bei diesem nicht einfachen Titel klappt eine überragende Differenzierung, was wir in dieser Form nicht vermutet hätten. Auch die rauchige und mit Nachdruck versehene Stimme des Frontmanns der Fools arbeiten die Teufel TWS hervorragend heraus.
Wir wechseln das Genre und spielen den AIRY TWS 2 "Greedy" von der kanadischen Sängerin Tate McRae zu. Der Titel ist geprägt von harten Kickbässen und einer sehr fordernden Stimmfarbe. Auch bei diesem Titel dürfen wir die sehr gute Abstimmung der TWS Hörer erwähnen. Die sehr hoch angesiedelte Stimme der Künstlerin wird zu keinster Zeit aggressiv oder harsch. Das Zusammenspiel aus harten, nachdrücklichen Bässen, elektronisch erzeugten Effekten und Gesang gelingt für die Preisklasse außergewöhnlich gut.
Konkurrenzvergleich

- Blue BYRD ANC 2. Generation: Wir beginnen unseren Konkurrenzvergleich mit den Blue BYRD ANC der 2. Generation aus dem Hause Beyerdynamic. Beim Blue BYRD ANC handelt es sich um einen klassischen Bluetooth In-Ear-Kopfhörer mit Nackenband, der eine aktive Geräuschunterdrückung sowie einen Transparenz Modus besitzt. Erhältlich ist der Blue BYRD im Onlineshop von beyerdynamic für 129 EUR. Für die integrierte Freisprecheinrichtung verfügt der Blue BYRD über ein sehr hochwertiges Mikrofon. Zudem reduziert die Qualcomm cVc Technologie ungewünschte Störgeräusche wie z.B. Hall. Aufgrund der Qualcomm aptX Adaptive und AAC Audio-Codecs kann das Headset mit Android- und Apple Smartdevices optimal zusammenarbeiten. Dank der Multipoint Funktion ist es möglich, eine Bluetooth Verbindung mit zwei Geräten gleichzeitig aufzubauen. Der integrierte Akku ermöglicht Wiedergabezeiten von bis zu 14 Stunden. Aufgeladen wird der Blue BYRD ANC durch das sich im Lieferumfang befindliche USB-C Kabel. Für einen kompletten Ladevorgang benötigt der Beyerdynamic In-Ear ca. 1:40 Stunden. Der Blue BYRD besitzt ebenfalls eine Schnellladefunktion. So reicht eine Ladedauer von 10 Minuten für ca. zwei Stunden Spielzeit aus. Erfreulich: Während des Ladevorgangs kann der Kopfhörer weiter benutzt werden. Die Bedienung des Beyerdynamic Kopfhörers erfolgt klassisch über eine Fernbedienung, die ins Nackenband integriert ist. Für die Ersteinrichtung und Nutzung des Blue BYRD ANC 2. Generation hält Beyerdynamic die MIY App bereit. Die App wird für die Benutzung der In-Ear Kopfhörer nicht zwingend benötigt, aber in der App erhalten wir Zugriff auf die "MOSAYC - Attention to Detail with Mimi Sound Personalization" Technologie. Bei MOSAYC handelt es sich um einen Hörtest, bei dem zahlreiche individuelle Eigenschaften des Gehörs sowie das Alter des Nutzers bei der akustischen Abstimmung des Blue Byrd ANC berücksichtigt werden. Er wird für jedes Ohr einzeln durchgeführt. In unseren Klangtestreihen überzeugte uns die Freisprecheinrichtung mit einem sehr natürlichen Klangbild und unsere Telefonate konnten ohne störende Hall geführt werden. Bei der Musikwiedergabe punktete der Blue BYRD mit einer sehr facettenreichen und detaillierten Gesamtwiedergabe. Selbst anspruchsvolle Stimmcharaktere haben die In-Ear Kopfhörer gekonnt wiedergegeben. Das gilt allerdings auch für den günstigeren und völlig kabellosen AIRY TWS 2.

- LAMAX Clips1 ANC: Weiter geht es in unserem Vergleich den den Lamax Clips1 ANC. Die Lamax In-Ears sind mit 59,99 EUR die günstigsten Bewerber im Konkurrenzumfeld. Zu haben sind die In-Ears in einer schwarzen sowie in einer weißen Farbvariante. Die Clips1 ANC aus dem Hause Lamax besitzen eine hybride ANC-Funktion, mit der sich Umgebungsgeräusche reduzieren lassen. Dazu genutzt werden drei spezielle Mikrofone in jedem Ohrhörer, um Umgebungsgeräusche um bis zu 40 dB herabzusetzen. Zudem verfügen die In-Ears über einen Transparenzmodus, mit der sich auf Reisen z.B. Durchsagen am Flughafen wahrnehmen lassen. Die kabellosen TWS-Hörer sind mit 10mm Treibern ausgestattet. Für die drahtlose Audiosignalübertragung und eine resourcenschonende Verbindung zum Smartdevice, sorgt Bluetooth in der Version 5.3, AAC wird ebenfalls unterstützt. Zudem verfügen die Clips1 ANC über eine niedrige Latenz-Funktion, so dass bei der Kopplung mit entsprechenden Geräten der Video- oder Gamington absolut synchron abgespielt wird. Eine Freisprecheinrichtung steht ebenfalls auf der Ausstattungsliste. Im Lieferumfang der Clips1 ANC befindet sich ein Ladecase, das aus schwarzem Kunststoff hergestellt ist. Das Case ist, in Anbetracht des günstigen Kaufpreises, sehr sauber und akkurat verarbeitet. Lediglich der Klappmechanismus könnte unserer Meinung nach etwas straffer gestaltet sein. Sind die TWS-Hörer voll geladen, sind Wiedergabezeiten von bis zu zehn Stunden möglich, das geht bei mittleren Lautstärkepegel und vermutlich deaktiviertem ANC. Ist das Case sowie die In-Ears voll geladen, sind Spielzeiten von bis zu 44 Stunden möglich, was durchaus beachtlich und mit den Teufel-Kopfhöreren vergleichbar ist. Für eine komfortable Steuerung der Kopfhörer befinden sich auf den beiden Außenseiten der In-Ears Berührungssensoren, über eine App-Konnektivität verfügen diese allerdings nicht. In unserer Klangwertung konnten wir der integrierten Freisprecheinrichtung eine sehr gute Performance bescheinigen. Die hybride Geräuschunterdrückung arbeitet ebenfalls sehr effektiv und Umgebungsgeräusche wurden sehr gut eingebremst. Bei der Musikwiedergabe offerierten die Lamax-TWS eine tadellose Stimmqualität, die bei höheren Pegeln aber etwas harsch wirkte. Sehr gut meistern konnten die In-Ears die verwendeten Instrumente, bei der fast immer eine klare Zuordnung klappte. Der Bassbereich wird ebenfalls sehr gut von den Clips1 ANC in Szene gesetzt. So lieferten diese einen kräftigen und dennoch sehr gut strukturierten Bassbereich. Für anspruchsvolle Hörer könnte die Basskraft allerdings etwas zu üppig ausfallen. Die Teufel Kopfhörer agieren hier etwas ausgewogener und präziser.

- Sony LinkBuds S: Abschließen möchten wir unseren Konkurrenzvergleich mit den Sony LinkBuds S. Die Sony Samples sind ab einem Kaufpreis von 145 EUR direkt beim Hersteller erhältlich und sind somit in unserem Konkurrenzvergleich die teuersten Protagonisten. Neben einer aktiven Geräuschunterdrückung verfügen die TWS-Hörer zudem über den Ambient Sound Modus. Hier kann mittels eines Schiebereglers in der App eingestellt werden, wieviel der Nutzer von seiner Umgebung mitbekommen möchte. Man kann zudem einstellen, ob dabei der Fokus auf Stimmen liegen soll. Die integrierte Akku liefert Wiedergabezeiten von bis zu 6 Stunden bei aktivem Noise-Cancelling und 9 Std. bei deaktiviertem ANC. Mit voll geladenen Case sind weitere 14 Stunden Wiedergabezeit möglich. Das macht insgesamt 20 Stunden Hörvergnügen, die Teufel AIRY TWS 2 liefern im Vergleich bis zu 42 Stunden. Dank einer Schnellladefunktion reichen 5 Minuten laden für 60 Minuten Wiedergabezeit aus. Damit die Sony TWS-Hörer auch vor Umwelteinflüssen effektiv geschützt sind, besitzen sie eine IPX4 Klassifizierung für Schutz gegen allseitiges Spritzwasser. Dies gilt allerdings nicht für die Schallführung (Soundausgangsschlauch) oder für die Belüftungslöcher und Mikrofonlöcher an der Kopfhörereinheit. Die LinkBuds S sind mit LE Audio kompatibel mit ultraniedriger Latenz (ideal für Gamer). Über LDAC unterstützen die LinkBuds S die Audiocodierungstechnologie High-Resolution Audio Wireless. Sony setzt bei den LinkBuds S laut eigenen Angaben auf eine klare Sprachqualität bei Telefonaten. Dafür zeichnet sich die Voice Pickup-Technologie verantwortlich. Sie übernimmt die Steuerung der Außen- und Innenmikrofone, und eine rechenstarke Audiosignalverarbeitung sorgt für eine exzellente Stimmübertragung, selbst bei lauteren Umgebungsgeräuschen. Für die Ersteinrichtung und das Steuern mittels Smardevice hält Sony die Headphones Connect App bereits. Insgesamt offeriert die App, typisch Sony, schon beinahe zu viele Einstelloptionen. Während technikaffine User begeistert sein werden, könnten weniger versierte Anwender hier an ihre Grenzen kommen. Erstklassig funktionierten das aktive Noise-Cancelling sowie die Freisprecheinrichtung. In den Klangtestreihen konnten die LinkBuds S mit einer fein abzeichneten Stimmwiedergabe und einer homogenen Gesamtwiedergabe punkten. Leider fehlte es den Sony TWS-Hörer an klaren Strukturen und an dynamischer Durchschlagskraft im Bassbereich.
Tags: ANC-Kopfhörer • Bluetooth-Kopfhörer • Lautsprecher Teufel • Noise Cancelling • Teufel • TWS • TWS In-Ears • TWS-Kopfhörer












