XXL-TEST: Panasonic TX-42LZW984 (2022) - bildstarker 4K OLED-TV im kompakten Format

Bild

Bildmodi

Bevor wir uns an die Testsequenzen machen, müssen wir natürlich einen vordefinierten Bildmodus wählen. Panasonic ist großzügig und integriert in den LZW984 quasi alles, was der Hersteller zu bieten hat. Das sind zum einen die typischen Modi Dynamik, Normal, Kino, True Cinema und Sport, darüber hinaus auch den beliebten Filmmaker Mode sowie isf Professionell 1 und isf Professionell 2 sowie den Auto AI-Modus, bei dem sich die künstliche Intelligenz um die optimale Bilddarstellung kümmert. Darüber hinaus gibt es noch einen Speicherplatz für einen eigenen, benutzerdefinierten Modus mit dem passenden Namen "Benutzerdef.". Orientiert man sich an der passenden Farbtemperatur, sind unter anderem die Modi Kino und True Cinema das Richtige. Kino scheint für eine etwas hellere Umgebung gedacht zu sein, True Cinema für einen eher abgedunkelten Raum. Normal ist zwar etwas kühler, aber geht im Alltagsbetrieb und bei Live-TV durchaus in Ordnung, auch bei Sport, häufig mit zu intensiver Farbgebung und maximaler Helligkeit eingestellt, bleibt man im Rahmen. Im Dynamik-Mode ist die Farbgebung dann klar zu stark gesättigt und die Helligkeit hochgezogen. Der Auto AI-Modus macht auf uns ebenfalls einen recht soliden Eindruck, sofern man mit der Zwischenbildberechnung einverstanden ist und hier das ein oder andere Artefakt, meist bei Bewegungen und Kamerafahrten, in Kauf nimmt. Beim Filmgenuss sollte man, außer Kino und True Cinema sowie die beiden Professionell-Modi, diese Presets mit zu kühler Farbtemperatur jedoch eher außen vor lassen. Nichts verkehrt macht man dann mit dem Filmmaker Mode, der zusätzlich unnötige Bildoptimierer deaktiviert. Wer natürlich altes SD-Material genießt, setzt vielleicht auf etwas anderes und schaltet die Rauschunterdrückung hinzu. Insgesamt werden die Farb-, Kontrast-, und Bewegungsoptimierer aber bei hochwertig produzierten Inhalten (Blu-ray Discs, UHD Blu-rays, VoD-Filme) nicht benötigt und sorgen möglicherweise für andere negative Aspekte. Wer die Vor- und Nachteile der Zwischenbildberechnung, hier Intelligent Frame Creation, kennt, kann diese natürlich trotzem auch im Filmmaker Modus manuell aktivieren. Der Panasonic unterstützt im Filmmaker Mode auch "Intelligent Sensing", was bedeutet, dass der TV auch bei diesem Preset die Umgebungshelligkeit bei der Darstellung mit berücksichtigt.

UHD Blu-ray, Mord im Orient-Express, ab Filmbeginn

Wir wählen also den Filmmaker Mode an und sehen uns zunächst natives 4K-Material mit HDR auf dem 42" Panasonic LZW984 an. Die erste Szene in Hercule Poirots erstem Hollywood-Abenteuer der Neuzeit verrät uns über die visuelle Performance des Panasonic LZW984 bereits sehr viel. Was den Schwarzwert und die Differenzierung in den niedrigen IRE-Bereichen angeht, müssen wir kaum Worte verlieren. Der OLED-Fernseher wird hier seinem Namen gerecht und zaubert ein tiefschwarzes Bild in unserer abgedunkelten Umgebung, dass durch nichts zu beanstanden ist. Auch die Durchzeichnung in den dunklen Bereichen gelingt ausgezeichnet, so dass ein sehr plastischer Bildeindruck entsteht. Auch in helleren Bildregionen liefert der Panasonic-TV ein detailliertes und sehr strukturiertes Bild für einen dreidimensionalen Eindruck, der den Zuschauer ins Bildgeschehen eintauchen lässt. Bei der Maximalhelligkeit gibt er ebenfalls sein Bestes, hier merkt man aber, dass ihm in den höchsten Regionen ein paar Körner fehlen. Insbesondere bei der Peak Performance, was die Helligkeit anbelangt, haben die OLED-Fernseher in 2023 stark zugelegt, weshalb nun im Vergleich der Unterschied natürlich noch etwas deutlicher ausfällt. Keine Frage, der LZW984 realisiert ein beeindruckendes HDR-Bild, dass auch anspruchsvolle Zuschauer begeistern wird, bei den Highlights geht aber noch ein Quäntchen mehr. Die Farbgebung hingegen verdient keine Kritik, denn hier bildet der Panasonic TX-42LZW984 ein authentisches, natürliches Bild mit intensiver Farbdynamik ab. Leichtes Rauschen macht sich ab und zu bemerkbar, z.B. bei der Vogelperspektive auf den sandigen Boden bei der Klagemauer, sämtliche Farbübergänge erscheinen aber sehr geschmeidig und nahtlos.

Die Bewegungswiedergabe ist auf einem ausgezeichneten Niveau, kommt aber nicht völlig ohne Tadel davon. Bei der schwierigen Szene, als die Kamera von der Sonne nach unten hinab, an der Mauer entlang, schwenkt, sieht man ganz leichtes Zittern an den Mauersteinen. Hier muss man aber wirklich genau Acht geben, den Gesamtbildeindruck stört dies keinesfalls. Die Fugen z.B. bleiben komplett sauber und auch Nachziehen oder sonstige Artefakte fallen nicht auf. Die vielen bewegten Objekte am Boden bereiten dem OLED-Fernseher ebenfalls keine Probleme. Ab und an ist mal die ein oder andere Objektkante nicht völlig stabil, auffällig ist das aber zu keinem Zeitpunkt. Unsere Beobachtungen beziehen sich bei diesem Beispiel komplett auf die native 24p-Darstellung. Die Zwischenbildberechnung macht im Modus "Niedrig" hier eine gute Figur und erhält den angenehmen Film-Look, bügelt aber auch nicht alles völlig glatt. In der nächsten Testsequenz mit Blu-ray Disc werden wir uns die Frame-Interpolation nochmal genauer ansehen.

Der Blickwinkel ist gut, aber nicht so extrem stabil, wie wir es von anderen OLED-Fernsehern kennen. In der Regel gibt es hier beim Farbton erst Probleme, wenn die Winkel extrem werden und selbst in ungünstigen Wohnzimmerkonstellationen kaum praxisgerecht sind. Der negative Einfluss bleibt beim LZW984 auch zweifellos im Rahmen, allerdings sieht man schon vor 45° geringfügige Abweichungen beim Farbton, so dass man hier schon darauf achten sollte, nicht zu weit abseits vom Sweet Spot zu sitzen. Auch horizontal gesehen sollte die Abweichung nicht zu groß sein.

Blu-ray Disc 1080p, Skyfall, ab Filmbeginn

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Die genannten Kontrasteigenschaften und auch was den Schwarzwert betrifft, können wir unsere Beobachtungen bei der Wiedergabe von UHD Blu-ray hier quasi 1:1 bestätigen. Die Holzvertäfelungen und die dunkle Tür zu Beginn des 23. Bondfilmes werden vom LZW984 in exzellenter Manier durchzeichnet und abgebildet. Auch die Farbwiedergabe ist wieder auf tadellosem Niveau und das warme Licht im weitgehend verwüsteten Ambiente des Apartements sind so, wie wir es auch von hochklassigen OLED-Fernsehern kennen. Beim Scaling scheint sich der LZW984, der auch mit dem HCX Pro AI Prozessor ausgestattet ist, keinerlei Blöße zu geben und liefert ein stabiles, natürliches Bild ohne irgendwelche Artefakte. Ein leichtes Rauschen kann man auch hier nachvollziehen, wenn man es sehr genau nimmt, in der Praxis wirkt sich das aber kaum auf den Filmgenuss aus.   Kantenschärfe und Detaillierung sind auf tadellosem Niveau und so wird ein Bild erzeugt, dass in diesen Bereichen manch nativer 4K-Produktion kaum nachsteht. 

Bewegungsoptimierung

Konzentrieren wir uns auf die 24p-Wiedergabe und die Bewegungsdarstellung im Allgemeinen. Im typischen Filmverlauf fällt hier nicht negatives auf. Bei schnellen Kopf- oder Handbewegungen des Agenten bleiben die Objektkanten stabil und das Bild sauber. Auch die Verfolgungsjagd, währenddessen das Geschehen deutlich hektischer wird, stellt den LZW984 vor kaum Probleme. Natürlich wirkt das Geschehen bei Kameraschwenks und schnell bewegten Objekten, wie die Autos und Motorräder, etwas unschärfer, das Bild ist aber stabil und es zeigt sich keinerlei Kantenzittern oder Nachziehen. Filmenthusiasten mit 24p-Präferenz wird das hier zweifellos zusagen, da selbst bei komplexem Geschehen mit vielen visuellen Effekten und einzelnen Objekten im Bild das Bild ruhig und unaufgeregt erscheint. Natürlich kann der LZW984 den typischen 24p-Judder nicht ausmerzen und bei Panorama-Aufnahmen, als Bond den Schurken über den Dächern Istanbuls mit einem Motorrad verfolgt, fällt dieser dann auch weniger geschulten Augen verstärkt auf. Wem das nicht gefällt, der kann die Intelligent Frame Creation des LZW984 nutzen und für höhere Bewegungsstabilität und eine geschmeidige Wiedergabe sorgen. Die Einstellung "Niedrig" eignet sich hierfür gut, da er eine deutlich geschmeidigere Darstellung realisiert, ohne dabei zu sehr Artefakte zu generieren. Mit dem ein oder anderen Nachzieher an einer Kante muss man leben, dafür gelingen die Bewegungen insgesamt fließender und der typische Judder wird weitgehend eliminiert. Im Gegensatz zum vorherigen Beispiel empfinden wir subjektiv aber einen stärker ausgeprägten Video-Look. Das Geschehen wird längst nicht zur Seifenoper, immer noch behält der Panasonic OLED die Kino-Atmosphäre recht gut bei, einen leichten Touch Seifenoper gibt es aber zweifellos dazu und wer dafür empfindlich ist, dem ist vielleicht selbst die niedrige Einstellung zu viel. Dann kann man aber immer noch auf den benutzerdefinierten Modus zurückgreifen und mit den beiden Parametern selbst spielen, bis man vielleicht das für sich passende gefunden hat. Die höheren Modi Mittel und Hoch würden wir ausschließlich denjenigen empfehlen, die die native 24p-Darstellung ohnehin nicht mögen. Der aalglatte Video-Look wird dann noch etwas ausgeprägter und, gerade bei schnellen Szenen, wie der eben genannten Verfolgungsjagd, bleibt die Zwischenbildberechnung nicht fehlerfrei. Ghosting ist sichtbar, Kanten ziehen nach und verschwinden zum Teil auch auf einzelnen Bildern. 

Als OLED-Fernseher mit verspiegeltem Display ist der LZW984 natürlich auch anfällig für Reflektionen. Er schlägt sich hier insgesamt aber ziemlich gut und leidet nur bei direktem Lichteinfall und Sonneneinstrahlung in ausgeprägter Manier. Solange es sich um mäßiges Umgebungslicht handelt, bleibt er gelassen und liefert weiterhin ein kontrastreiches Bild ohne störende Spiegelungen ab. An einem typisch verregneten Tag, wie er zu dieser Jahreszeit häufiger vorkommt, kann selbst ein Fenster in direkter Nachbarschaft des Panasonic TVs kaum für eine Minderung des sehr guten Bildeindrucks sorgen. Wer genau hinsieht, wird insbesondere bei der Filmdarstellung, z.B. in den schwarzen Balken oben und unten, natürlich Reflektionen entdecken.

Tuner

Aus technischer Sicht ist Panasonics Penta Tuner über jeden Zweifel erhaben. Jeder Empfangsweg wird abgedeckt und dank Twin-Konzept kann man auch problemlos einen Programminhalt ansehen und gleichzeitig eine andere Sendung aufzeichnen, sofern man am TV eine USB-Festplatte angeschlossen hat. Außerdem ist TV>IP extrem praktisch, wenn man einen Fernseher an einem Ort aufstellen möchte, der keinen TV-Signalanschluss hat. Dabei wird nicht nur das Live-TV-Signal über das Netzwerk verteilt, sondern auch Komfortfunktionen wie Time-Shift und das EPG bleiben komplett erhalten. Hier soll es aber rein um die visuelle Komponente gehen und insgesamt ist die Darstellung des Fernsehsignals der öffentlich-rechtlichen Sender in 720p sowie der privaten Sender in 1080i absolut solide. Der TV skaliert in ausgezeichneter Manier, schärft unserem Geschmack nach aber etwas zu stark nach. Das Bild wirkt jetzt nicht überschärft und insgesamt entsteht so ein sehr kantenscharfer Eindruck mit guter Detaillierung, an Schriften im Bild oder dem Senderlogo kann man bei genauem Hinsehen aber eine leichte Treppenstufenbildung erkennen. Die Farben wirken äußerst natürlich und das Bild macht auch einen plastischen Eindruck mit guter Tiefe, so dass unterschiedliche Ebenen recht sauber differenziert werden können. Ohne jegliche Bewegungsoptimierer lässt sich ab und zu ein leichtes Nachziehen bei schnellen Kopfbewegungen von Protagonisten erkennen, insgesamt mindert das den sehr guten Eindruck aber nur geringfügig. Kamerafahrten und Schwenks lassen keine Kritik zu, hier bleibt der TV sauber und der Bildeindruck angenehm. Der Inbild-Kontrast ist ausgezeichnet, sowohl sehr helle als auch sehr dunkle Bereiche wirken fein durchzeichnet und insgesamt wirkt das Tuner-Bild auf dem 42 Zoll OLED-TV sehr detailreich. Leichtes Farbrauschen kann das aufmerksame Auge immer mal erblicken, insgesamt haben wir hier aber kaum etwas zu beanstanden.

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Klang

Toneinstellungen

Klangmodi

Beim Sound kann der Panasonic LZW984 im Alltagsbetrieb punkten und überzeugt mit hoher Sprachverständlichkeit und einem insgesamt sehr klaren und transparenten Klangbild. Der Fernseher bietet auch einen ausreichend hohen Pegel für etwas größere Zimmer und verzerrt nicht, auch die Stimmen bleiben sauber und angenehm bei höherer Lautstärke, wenngleich die klare Auslegung für ein paar Spitzen sorgt. Beim Filmgenuss hingegen werden die Grenzen des 42-Zöllers aber schnell aufgezeigt. Untenrum fehlt es nahezu völlig und bei schnellen Actionszenen sind die ausgeprägten oberen Mitten und Höhen manchmal schon etwas zuviel. Man kann dem natürlich mit einem anderen Tonmodus, z.B. Musik, etwas entgegenwirken, insgesamt bleibt es aber etwas unausgewogen. Die integrierten Surround-Modi helfen zweifellos bei einer räumlicheren akustischen Abbildung, ohne wirkt die Kulisse etwas eindimensional und flach. Insgesamt keine schlechte Performance, für den Filmbetrieb oder auch schon für Fans von dramatischen Serien empfehlen wir hier aber zusätzlichen Support in Form einer Soundbar oder anderen Audio-Systemen.

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