XXL-TEST: LG 4K-TV 77OLEDB42LA - Großes Bild in exzellenter Qualität zum äußerst fairen Kaufpreis

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Mord im Orientexpress, UltraHD-Blu-ray, HDR10

Wir haben im HDR10-Betrieb die Bild-Programme Filmmaker Mode mit LGs eigenem Film-Modus verglichen, und tatsächlich gefällt uns bei dieser Quelle auf dem B4 der LG-eigene Filmmodus besser. Das Bild wirkt etwas differenzierter und zudem bewegungsstabiler. Wir checken im Kapitel 8 bei knapp unter 40 Minuten Laufzeit des Films ins Geschehen ein, als der Luxuszug von einer Lawine gestoppt wurde und Meisterdetektiv Hercule Poirot gerade eine Kabine in einem Waggon aufbricht - wir sehen alles aus der Vogelperspektive. Der Schaffner und andere Herren stoßen hinzu, man betritt die Kabine. Der OLED77B42LA beeindruckt uns mit einer authentischen Farbgebung und einem ausgezeichneten Gesamt- und Detailkontrast. Die Farbtemperatur scheint präzise getroffen zu sein, das schafft LG schon in der B4-Serie richtig gut. Trotz des dämmrigen Lichts sieht man die Struktur des Bodens im Waggon detailreich, das gilt auch für die noble Holztäfelung der Wände im Gang. Die unterschiedlichen Frisuren der Herren sowie die Mütze des Schaffners, von oben zu sehen, werden in vielen Einzelheiten treffsicher präsentiert. Der durchaus nicht allzu teure B4 bietet bereits eine hohe visuelle Gesamt-Plastizität.

Wir machen weiter und schalten uns durch ins Kapitel 9 und sehen, wie Hilfskräfte auf dem Weg sind, um den Luxuszug aus seiner misslichen Lage zu befreien. Das aus heutiger Sicht provisorisch anmutende, in weiten Teilen aus Holz bestehende Gefährt, auf dem die Arbeiter sich fortbewegen, kommt bewegungsstabil, scharf und erneut detailreich heraus, das gleißende Weiß der Winterlandschaft in den Alpen arbeitet der LG-OLED sauber heraus. Nach wenigen Sekunden schwenkt die Kamera sozusagen wieder ins Innere eines Waggons, und den Wechsel hinsichtlich der Kontrast- und Lichtverhältnisse verdaut der B4 anstandslos. Das Display ist zwar nicht sonderlich reflexionsarm, stellt aber dafür brillant dar, was man im Zuginneren sieht, als ein Zuginsasse einen Flachmann in der Hand hält, dessen Oberfläche mit intensiver Darstellung wiedergegeben wird. Manch einer mag hier grinsen, was wir uns für Sequenzen und Details aussuchen, aber auch beim zünftigen Schluck Hochprozentiges noch vor den Abendstufen dokumentiert der LG sein Können. 

Auch hier arbeitet die Frame Interpolation wieder tadellos, der Bildstand wirkt ruhig und stabil, dasselbe gilt auch für sämtliche Bewegungsabläufe. Das Bild wirkt recht clean, zugleich aber zu keinem Zeitpunkt synthetisch, stets bleibt ein bei Filmfans beliebter cineastischer Look vorhanden. 

Wir wenden uns dem Kapitel 11 zu. Der Meisterdetektiv ist im Zug unterwegs, und wieder sehr schön eignet sich diese Sequenz, z.B. in der Bar des Orient Express, mit den klar dargestellten einzelnen Flaschen und den Tools des Barkeepers, zu sehen, wie gut detailliert wird. Das Muster der hochwertigen Anzüge der Herren im Barwagen gibt der OLED77B42LA ohne störende Neigung zu Artefakten wieder, in sehr hoher Detailschärfe. Da zittert nichts, auch Poirots Kravattenmeuster und der karierte Hosenanzug der älteren Lady wirken realistisch und akkurat durchzeichnet. 

Wirklich eine kultivierte Wiedergabe, verglichen mit dem Top-Modell LG 77OLEDG4 (Preview und Test folgen) notieren wir eine im Detail noch feinere, differenziertere Präsentation, der Kontrast im gesamten und im Detail liegt noch höher, das Panel erweist sich als noch heller und die Neigung zum Rauschen, schon beim B4 enorm gering, fällt beim G4 nochmals niedriger aus, sodass das Topmodell der 4K-OLEDs hier seinen Mehrpreis durchaus rechtfertigen kann - zugleich aber steht fest, dass bereits der B4 auch gehobene Ansprüche nahezu restlos zufriedenstellt. Zwischen G4 und B4 liegt noch der C4, der sich auch hinsichtlich der Performance zwischen die beiden anderen Baureihen zwängt. 

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In Kapitel 12 sehen wir verschiedene Süßspeisen und eine Protagonistin aus der Nähe, Hautporen und Frisur mit leicht gewelltem Haar sind präzise erkennbar. In Kapitel 13 dann folgt die nächste Außenaufnahme, auf dem Tisch stehen eine Silberkanne und zwei Porzellantassen, hinten die Alpen, alles ist verschneit. Hier beweist der LG auch beim Blick auf die Akteure wieder seine Klasse, das Bild wirkt echt und plastisch, auch gewollte Schärfe-Unschärfe-Relationen arbeitet der B4 gelungen heraus. Die Farbreinheit und die Farbdynamik liegen hoch, das Weiß des Schnees kommt brillant, aber nicht überzogen heraus. 

Fallout, Ultra HD Blu-ray

Im Dolby Vision Betrieb gibt es diese Bildmodi: Personalisiertes Bild, Lebhaft, Standard, Kino Home, Filmmaker Mode - und wir setzen auf Kino Home. Wir starten nun den Film, und schauen nach, ob der B4 ein weiteres Mal begeistern kann. Das paramount Logo zu Beginn ist schon exzellent von den farben und dem Kontrast her, ebenso das Skydance-Logo - das ist ein Level, den wir vom 2023er Modell OLED C3 her kennen. Im Traum von Ethan Hunt sehen wir seine Hochzeit mit toller Durchzeichnung der Bergkulisse und der Gesichter der Akteure. Das Bild weist minimal mehr Rauschen vom Panel her auf als beim G4, aber das ist minimal. Die Struktur von Ethans Hemd ist klar zu sehen, und als er dann aus dem Traum aufwacht, kommen trotz des schummrigen Lichts viele Details heraus, wie die Waffe in seiner Hand oder die Ziegel an der Wand auf dem Weg zur Tür.

Ethan bekommt einen Umschlag vom unerwarteten Besucher in die Hand gedrückt, der Regen, der in Strömen fließt, wird sehr gut erfasst. Ethan begibt sich nun wieder nach oben, öffnet das Buch "Homers Odyssey", und in dessen Inneren befindet sich eine sehr detailreich präsentierte Apparatur mit integriertem Mini-Beamer. Dieser klappt sich aus, startet die Wiedergabe und zeigt dem IMF-Agenten seinen neuesten Auftrag. All diese Sequenzen gibt der LG B4 sauber und differenziert wieder, erneut registrieren wir, dass der G4 noch weniger rauscht, aber schon der B4 beweist, wie rauscharm OLED-Panels im Vergleich zu früheren Generationen geworden sind.  

Wir wechseln ins zweite Kapitel, sehen detailreich wiedergegebene Pflastersteine und einen dunklen BMW M5 - die Sportlimousine kommt trotz der schwierigen Lichtverhältnisse sauber heraus, sogar Details an den Felgen sind erkennbar. Auf dem Boden liegen, klar erkennbar, getötete Ganoven, und wir nehmen eine sehr sauber struzklturierte Ziegelwand in einem Tunnel wahr. Sämtliche Bildfolgen unterfüttern unseren Gesamteindruck, dass der B4 eine richtig gute Wiedergabe anbieten kann. Im nächsten Kapitel, das auf dem Gelände der Ramstein Airbase beginnt, belegt der LG, dass er den auf dem Flugplatz fahrenden BMW M5 bewegungsstabil und ohne Schärfeverluste darstellen kann.

Als Ethan aussteigt und die großen Hallen im Hintergrund erneut sichtbar werden, fällt die gute Differenzierung zwischen verschiedenen visuellen Ebenen auf, die der OLED77B42LA sicherstellen kann. Auch, als Ethan mit seinem Chef zur Militärmaschine geht, deren Heckklappe geöffnet ist, überzeugt uns der große Fernseher. Das Innere der erleuchteten Maschine, und die Innenseite der Laderampe stehen in einer ein weiteres Mal hervorragenden Detaillierung zur Verfügung. Zudem ist lobend anzumerken, dass der B4 auch parallel stattfindende Bewegungsprozesse sehr gut auseinander differenzieren kann, und es weder zu Ruckeln, noch zu Unschärfen in größerem Ausmaß kommt. 

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Blu-ray, 1080p: Gravity

Jetzt checken wir die Upscaling-Qualitäten des B4, und schauen die Startsequenz von Gravity - und zwar im Filmmaker Mode, um zu überprüfen, ob das von LG verwendete Panel auch in der B4-Serie bereits als wirklich hochwertig zu bezeichnen ist. Manch einer wird uns für ziemlich "lost" halten, dass wir hier bei diesem Material auf den Filmmaker Mode gehen, aber der B4 straft Kritiker Lügen.

Der Ausschnitt des Blauen Planeten wirkt detailreich und plastisch, das Raumschiff mit dem Astronauten außen bewegt sich mit tadelloser Bewegungsstabilität auf uns zu, und schon recht schnell sind Einzelheiten der Unterseite des Space Shuttle-artigen Raumgefährts zu erkennen, es fliegt nämlich auf dem Kopf auf uns zu. Das tiefe Schwarz und die natürlichen Farben belegen einmal mehr die Vorzüge der OLED-Technik und das gesamte Bild wirkt zu jeder Zeit äußerst plastisch und kann mit einer beachtlichen Tiefenwirkung aufwarten. 

Der Laderaum des Raumschiffs ist aufgeklappt, und bald werden Einzelheiten an der Apparatur sichtbar, die sich im Laderaum befindet. Auch der Helm des Anstronauten, die Konturen seines Raumanzugs und die Abnutzungsspuren auf der Raumschiff-Unterseite werden präzise sichtbar gemacht, das gilt ebenso für die Einzelheiten am Hitzeschild des Space Shuttles.

Das sehr angenehme, homogene, zugleich aber dynamische, lebendige Bild taugt bestens für Filmsessions, die sich über einen Abend und eine Nacht erstrecken, kompromisslos gut. Detailkontrast und gesamtkontrast sind auf hohem Level, und das Panel kann durch Hochwertigkeit rundherum überzeugen - den Filmmaker Mode kann man daher ohne Schwierigkeiten verwenden, und die Upscaling-Performance des B4 ist nochmals deutlich besser, als wir es erwartet hätten, gerade, was die Detaillierung angeht. 

Blu-ray, 1080p, Spiderman: Homecoming

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Nochmals das Thema Upscaling: Das Sony-Logo sowie die Columbia Tristar-Lady sehen mit dem gezeigten tiefen Schwarz sehr gut aus. Als Bildmodus fürs SDR-Material wählen wir den Kino-Modus. Der Film startet, und wir sehen zwei Herren, die eine mit Buntstiften gemalte Zeichnung vor den Augen haben. Die Gesichter der beiden, der eine glattrasiert, der andere mit einem recht ungepflegten Bart, kommen fein detailliert und rauscharm heraus. Hier stellt der B4 wieder unter Beweis, wie gut auch preislich absolut nicht aus dem Rahmen fallende 4K OLED-TVs mittlerweile geworden sind.

Ein Wolkenkratzer in desolatem Zustand und andere zerstörte Gebäude werden sichtbar, man schafft Trümmer weg, Radlader sind im Einsatz und viele Arbeiter. Der B4 realisiert ein plastisches Bild mit zahlreichenm klar definierten visuellen Ebenen. Der neue Alpha 8 Prozessor ist demnach außergewöhnlich gut geworden hinsichtlich des detailreichen sowie rauscharmen Upscalings. Die auf dem Boden liegenden Steine kommen ebenfalls plastisch heraus. Wir gehen weiter im Film, um noch andere Eindrücke zu erhalten, und spulen vor. Nun sind acht Jahre vergangen, und nachdem wir erneut eine Kapitel überspringen, kommt nun auch der Titelheld Spiderman zum Einsatz.

Gangster bemächtigen sich auf brutale Art eines Geldautomaten, und Spiderman greift ein, um die Gangster zu stellen und unschädlich zu machen. Die sehr schnellen Bewegungen sowie die herumfliegenden Dollarnoten und Spidermans Netze kommen überragend heraus. Der B4 bietet ein realistisches, stabiles, detailreiches Bild, das hochwertige Upscaling ist ein großer Vorzug des neuen Alpha 8-Prozessors, der hier noch weniger rauscht und noch mehr Schärfe anbietet im Vergleich zum Alpha 7-Prozessor, der zuvor zum Einsatz kam. Die lebendige, authentische Farbdarstellung ist ein weiterer Vorzug des OLED77B42LA. 

Klang

Beim Mission Impossible-Movie "Fallout" haben wir uns den Klang des OLED B4 angehört, und um überzeugende Resultate zu erzielen,  haben wir das DSP Kino verwendet - wir finden, dass der Klang hier harmonischer und stimmiger wirkt als im AI-Soundprogramm, bei dessen Verwendung wir zwar auf einen höheren maximalen Pegel stoßen, aber ebenso auf eine manchmal zu spitze, harsche Gesamtwirkung. In sämtlichen Szenen, auch mit Dialogen, kleineren Effekten versehen, bietet der B4 eine gute tonale Balance.

Wenn es etwas ruppiger wird, wie z.B. beim Schusswechsel mit den Plutoniumverkäufern oder beim Fallschirm-Sprung aus großer Höhe, punktet der LG stets mit ordentlicher Räumlichkeit, wenn man circa 2,5 bis 3 Meter vom TV entfernt sitzt. Auch die akustische Klarheit ist prima, die maximal möglichen Pegel sind nicht allzu hoch, dafür kommt es zu keinen unschönen Verzerrungen.

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Dolby Atmos-Effekte der Film-Tonspur nimmt man ab und zu im Ansatz tatsächlich wahr, hier lösen sich einzelne Audio-Objekte trotz des schlichten Lautsprechersystems, das verbaut ist, gut vom TV. Wer eine richtige Basswiedergabe, mehr Power und mehr Räumlichkeit wünscht, holt sich ergänzend eine passende LG-Soundbar, und kann dann auch die WOW Orchestra-Funktion nutzen, bei der das TV-Soundsystem und die Soundbar nahtlos zusammenarbeiten-

Nun machen wir etwas Ungewöhnliches, denn wir hören uns zwei Tonsequenzen von einer Dolby Atmos Demo-Disc an. Ungewöhnlich deshalb, weil selbst ausgzeichnete Soundbar-Systeme hier keine komplett umfassende (wenn auch eine bereits ziemlich gute) Wiedergabe ermöglichen. Solche Tracks sind eher ein Fall für vollwertige Mehrkanal-Konfigurationen, zum Beispiel in 5.2.4. Wir gingen das "Wagnis" jedoch trotzdem ein. Wir hörten die Sequenzen The Encounter sowie Santeria und waren überrascht, denn teilweise lösen sich die Effekte hier im virtuellen Dolby Atmos-Modus gar nicht einmal so schlecht, wie man befürchten könnte.

Natürlich ist die Zuweisung einzelner Audio-Objekte nicht perfekt, denn hier gilt die Devise "so mehr Lautsprecher, umso besser". Aber für ein räumlich einschließendes Gefühl erwies sich das eingebaute 2.0 Lautsprechersystem mit 20 Watt als durchaus geeignet in manchen akustischen Situationen. Klar ist auch alles eine Frage des Anspruchs. Erfahrene Mehrkanal-Liebhaber wenden sich natürlich schockiert ab, aber wer einfach etwas wohl dosierte Räumlichkeit im Alltag wünscht, könnte beim Lautsprechersystem des B4 durchaus fündig werden. Der virtuelle Upmix auf bis zu 9.1.2 funktioniert bilanzierend besser als erwartet. 

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