XXL-TEST: Bluesound Streaming-Lautsprecher Pulse M - erwachsener Klang, erstklassige App, modernes Design

Klang

Was leistet der Pulse M akustisch?

Erstaunliches leistet der Pulse M bei Wolfgang Amadeus Mozarts Kleiner Nachtmusik (MQA-File von TIDAL, Köchelverzeichnis 525, II Romance. Andante). Beim vom Star-Diriginten Nikolaus Harnoncourt dirigierten Ensemble verdeutlicht der Pulse M viele Facetten und schafft eine authentische Räumlichkeit, die wir dem kompakten All-In-One-Streaming-Aktivlautsprecher nicht zugetraut hätten. Der Klang ist auch bei höheren Lautstärken harmonisch und mit klaren musikalischen Ebenen versehen. Die Ortung einzelner Instrumente ist jederzeit möglich. Beeindruckt hat uns, wie filigran der Pulse M die Streicher präsentiert. Nahtlos, fließend, trotzdem mit Kontur - das ist herausragend für seine Liga.

Hervorragend auch die Leistung bei Mozarts Rondo in D-Dur, Köchelverzeichnis 485. Uns ist kaum ein anderes Device dieser Spezifikation unterhalb der 1.000 EUR bekannt, der auch das Klavier so homogen und zugleich so schwungvoll darstellt. Es fehlt an nichts, und die Performance lässt bereits erahnen, wie gut sich ein System aus zwei miteinander gekoppelten Pulse M schlagen wird. Selbst für etwas gehobene Ansprüche reicht allerdings ein Pulse M aus, denn gerade das, was an Räumlichkeit und bezüglich der Loslösung akustischer Elemente vom Lautsprecher-Gehäuse geboten wird, ist auf einem erstaunlichen Niveau. 

Kommen wir zu "Moonraker", gesungen von Shirley Bassey. Hier entfaltet der Pulse M von Beginn an eine dichte Räumlichkeit. Der 360 Grad-Aufbau macht sich sehr vorteilhaft bemerkbar. Die orchestralen Instrumente gruppieren sich präzise rund um Shirleys Stimme. Wir bleiben bei 007-Titelsongs und wechseln zu "For Your Eyes Only" von Sheena Easton. Die Stimme wird überraschend sensibel aufbereitet - das kennen wir von derartigen Streaming-Lautsprechern nicht. Auch das Klavier präsentiert uns der Pulse M einwandfrei - und gliedert das Tasteninstrument nahtlos in den akustischen Gesamtaufbau ein. Man kann durchaus lauter hören - immer bleibt der Pulse M souverän und kontrolliert. Die eingebauten digitalen Endstufen verfügen daher über wirklich beachtliche Reserven. Kleine dynamische Unterschiede arbeitet der Bluesound-Speaker mit einer tadellosen Impulstrejue heraus.

Beamen wir uns zurück in die 80er Jahre und starten durch mit "I'm Still Standing" von Sir Elton John. Die Qualität des Titels ist aus klanglicher Sicht eher durchschnittlich - was dem Pulse M offenbar nichts ausmacht, denn die für ihn typischen Eigenschaften wie eine lebendige, zugleich harmonische Charakteristik der Wiedergabe sind auch hier zu jedem Zeitpunkt herauszuhören. Die Stimme von Elton hat klar nachvollziehbare Konturen und wird nicht zu stark in den oberen Mitten betont - ein Fehler, der leider oft von diversen Konkurrenten gemacht wird. Wir legen nach, mit "We Built This City" von Starship. Der Beginn gefällt uns dank der Klarheit, verbunden mit weitläufiger räumlicher Wirkung, ausgezeichnet. Bei diesem Track lässt der Streaming-Lautsprecher seine Muskeln wirksam spielen und schafft eine gleichermaßen dynamische wie homogene Hör-Atmosphäre. Spitzenklasse in der dieser Preisliga - mehr kann man dazu nicht schreiben. 

Bei aktuellen Techno/Trance-Stücken erbringt unser Testkandidat ebenfalls eine ausgezeichnete Leistung. Wir hören "Change With Me" von Belucca - und wie stark der Tiefgang und die Basskraft ausgeprägt sind, verdient höchsten Respekt, Auch die Prägnanz beim elektronisch erzeugen HiHat ist exzellent. Die Pegelfestigkeit passt zu diesen Eindrücken. Der Bass weicht nicht auf, ist richtig hart, auch bei deutlich gehobener Lautstärke. Beim Remix von "The Age Of Love" von DJane Charlotte de Witte und Enrico Sangiuliano setzt unser Testkandidat seinen erfolgreichen Weg fort. Was hier für ein Volumen aus einem doch relativ kleinen Gehäuse geboten wird, ist höchst erstaunlich. Lebendigkeit, Klarheit, und die Differenzierung der verschiedenen elektronischen Effekte ermöglichen einen kompletten, nachdrücklichen Höreindruck.

Konkurrenzvergleich

Teufel Holist M: Mit derzeit (Stand: 27. Januar 2023) knapp 400 EUR ist der charakteristisch geformte Alexa-Speaker Teufel Holist M ein gutes Stück preiswerter. Auch ihn gibt es wahlweise in weißer oder schwarzer Variante. Dank tadelloser Leistungsreserven erwies er sich im Testbetrieb als pegelfest. Aufgrund des 360 Grad-Konstruktionsprinzips ist die akustisch gebotene Räumlichkeit sehr gut. Was Präzision und Brillanz im Hochtonbereich angeht, gefällt uns der teurere Pulse M noch besser, das gilt auch für die Flexibilität der exzellenten BluOS-Plattform.

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Technics SC-C65: Wer mehr Platz und mehr Investitionsvolumen zur Verfügung hat, kann sich dem SC-C65 aus dem Hause Technics widmen. Für Marktpreise um die 775 EUR gibt es hier Vollausstattung inklusive umfangreicher Streaming-Unit, Einmessung, DAB+ Radio und leises, schnelles CD-Laufwerk. Premium-Verarbeitung und ein kräftige digitale Hightech-Endstufen fehlen ebenfalls nicht. 

Denon Home 250: Ein echtes Schnäppchen stellt derzeit der Home 250 dar, der von der Größe her gut mit dem Pulse M vergleichbar ist - der Home 350 ist deutlich größer. Für den Kaufpreis stellt der Home 250 ohne Zweifel eine exzellente Wahl dar. Ihn gibt es in weißer oder schwarzer Variante, immer an Bord sind AirPlay 2 und die durchdachte Heos-Plattform, die aber leider kein MQA unterstützt und somit nicht so flexibel wie BluOS agiert. Sauber verarbeitet und homogen klingend, setzt sich der Home 250 ausgezeichnet in Szene. Der teure Pulse M detailliert aber besser und begeistert mit seinem 360 Grad-Klangpanorama. 

Fazit 

Der Bluesound Pulse M hat uns tief beeindruckt. Das Aussehen ist unscheinbar, aber die Klangqualität ist zweifellos überragend. Dank der natürliche, homogenen Auslegung hört man mit dem kompakten Streaminglautsprecher sogar Klassik richtig gern. Aber für Pop, Rock oder Techno/Trance eignet sich der flexible Aktivschallwandler ebenfalls äußerst gut. Er erweist sich als pegelfest und dynamisch, vokale Elemente bereitet er tadellos auf. Hinzu kommt die sehr flexible BluOS-Plattform, die  im Testbetrieb ohne jede Einschränkung zuverlässig funktioniert hat und für eine einfache Ersteinrichtung sorgte. 

Erstklassiger, kompakter Streaming-Lautsprecher mit präziser sowie räumlich dichter Akustik

All-In-One-Streaming-Lautsprecher obere Mittelklasse
Test 01. Februar 2023

Test und Bilder: Carsten Rampacher
Datum: 01. Februar 2023

 

 

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