XXL-Bericht: Mark Levinson-/JBL-Kette im Harman Studio München - Komponenten und Höreindrücke

Wir waren im Harman Experience Store in der Sendlinger Straße in München und konnten uns vor Ort ein Bild des Angebots machen – zusätzlich auch vom Harman Studio und vom kleinen Kino,  in beiden Räumen kann man Komponenten der Harman Luxury Division in Aktion erleben. In diesem Bericht werden wir uns zwei Stereo-Setups mit Mark Levinson- und JBL-Komponenten widmen. In weiteren Berichten gehen wir auf das Kino und auf weitere Produkte im Haupt-Store ein.

Es finden sich zwei Mark Levinson/JBL-Setups: Im Studio und im Haupt-Store.  In diesem Bericht widmen wir uns der Anlage im Studio. Die Anlage im Haupt-Store stellen wir in einem weiteren Bericht vor.

Im Studio werden natürlich nicht immer die gleichen Komponenten präsentiert, sondern unterschiedliche Setups. Aktuell ist eine Mark Levinson-/JBL-Kette aktiv. Wahlweise kann man anstatt mit der JBL L100 Classic auch mit Revel-Lautsprechern hören.

Insgesamt sind im Studio derzeit die folgenden Komponenten zu finden:

JBL L100 Classic offen

JBL L100 Classic mit stylischem Gitter

Im Detail - stilecht 70er Jahre!

Terminals

Aus schräger Sicht

Einstellmöglichkeiten

Wir starten mit den Boxen, hier gibt es wahlweise den JBL L100 Classic Lautsprecher, Stückpreis 2.100 EUR und folglich 4.200 EUR Paarpreis. Alternativ (die JBL eignet sich laut den Experten vor Ort besser für das sehr dynamische Hören mit hohem Pegel) steht die Revel Performa F228Be für 5.200 EUR Stückpreis und 10.400 EUR Paarpreis bereit. Sie richtet sich eher an den HiFi-Gourmet, für den hohe Pegel keine so große Rolle spielen – dafür aber musikalische Feinheiten und akustische Raffinesse sehr wichtig sind.

Revel F228Be

Bassreflex-Öffnung

Terminals

Beryllium-Hochtöner

Daher stellen wir die Revel F228Be ebenfalls vor. Die neue PerformaBE Serie basiert auf den bewährten und renommierten Lautsprechern Performa3 F208 und M106. Beinahe jedes Detail wurde allerdings von Revels Ingenieur-Team komplett neu konzeptioniert und entwickelt, um maximale Performance und überdurchschnittliche Emotionalität zu realisieren. Besonders der neue Beryllium-Treiber soll die Meßlatte um eine Stufe nach oben verschieben.

Als äußerst seltenes Material eignet sich Beryllium aufgrund seiner physikalischen Eigenschaften besonders gut als Material für die Hochton-Membran. Es ist extrem steif, bis zu 4,5x steifer als Aluminium und Titanium und offeriert ein überragendes Schwingungsverhalten - und das bei einem enorm geringen Gewicht. Diamant bietet ähnlich exzellente Steifigkeit und Damping, dies wird aber mit einem sehr hohen Gewicht erkauft.

Der Beryllium Tweeter in der F228Be misst 25mm im Durchmesser und wird von 85mm Dual-Keramik-Magneten angetrieben. Daran schließt sich ein Keramik-glasierte Aluguss-Waveguide an, um den Übergang zu den Mitten möglichst sauber und angenehm zu halten. Für Mitten und Tieftonbereich sind DCC (Deep Ceramic Composite) Verbundmembranen verantwortlich. Der PerformaBE Lautsprecher kommt in einer Metallic-Hochglanzausführung daher, jedes Modell ist in Schwarz, Weiß (wie im Harman Studio), Walnuss und Metallic Silber erhältlich. Die Lautsprecherabdeckungen sind magnetisch befestigt. Der F228BE ist ein 3-Wege Standlautsprecher mit zwei 200mm DCC Woofern und einem 130 mm DCC Mitteltöner. In Kombination mit dem neuen Beryllium-Hochtöner soll ein Frequenzbereich von 27 Hz bis 44 kHz realisiert werden. Die Empfindlichkeit liegt bei 90 dB. Die Abmessungen betragen 1181 x 302 x 335 mm bei einem Gewicht von 37,2 kg.

Unsere Hörtest-Reihen fanden mit der JBL L100 Classic statt, die wir ebenfalls kurz vorstellen. Die Box ist im Stil der 70er Jahre gehalten, eigentlich in einer ganz anderen Preisklasse als die Mark Levinson Komponenten, akustisch aber erstaunlicherweise durchaus passend.  Ursprünglich wurde das Original L100 im Jahre 1970 vorgestellt. Der kantige 3-Wege-Lautsprecher wiegt 26,7 kg, Verstärker mit einer Leistung von 25 bis 200 W/Kanal (RMS) können angeschlossen werden. Die Empfindlichkeit liegt bei 90dB (2,83V/m). Vorn befindet sich die Bassreflex-Öffnung. Der 4-Ohm-Lautsprecher gibt Frequenzen zwischen 40Hz und 40kHz wieder. Bestückt ist die Box mit einem 25mm Hochtöner mit Titanium-Membran, einem 125mm Mitteltöner und einem 300mm großen Tieftöner mit Aqua-Plas-Beschichtung.

Audio-Player No.519

Display und Bedienelemente

Edle Verarbeitung

Bei der Wiedergabe

Wenden wir uns nun den Mark Levinson Komponenten zu. Der Mark Levinson No. 519 ist ein kompletter, digitaler Audio Player für 22.800 EUR, der im für die edle Marke typischen Design gehalten ist. Er verfügt über ein groß dimensioniertes Farbdisplay, auf dem z.B. das Album-Cover des aktuellen Songs nebst sonstigen Informationen angezeigt wird. Der No. 519 Audio Player kann per App gesteuert werden. Alle Songs, die wir bei unserer Hörsession vernehmen durften, wurden von Tidal in höchster Qualitätsstufe zugespielt. Der No. 519 kommt mit einem CD-Laufwerk in Slot In-Bauform, zudem finden sich USB-Terminals, weitere digitale Eingänge, Bluetooth inklusive aptX, sowie als spezielles Feature die Harman Clari-Fi-Technologie: Hier werden komprimierte Audio-Dateiformate wirkungsvoll aufpoliert. Ein hochwertiger Kopfhörerverstärker ist ebenfalls integriert.

No.515MC

Aus seitlicher Sicht

Detail Plattenteller

Detail Tonarm hinten

Detail Tonarm vorne

Von oben

Wer lieber einen  klassischen Zuspieler bevorzugt: Hier steht der Mark Levinson  No.515MC für 14.000 EUR bereit. Der Vinyl-Experte wird von Mark Levinson in Zusammenarbeit mit dem renommierten Unternehmen VPI Industries entwickelt – so kann man auf einen reichen Erfahrungsschatz zurückgreifen. Das gesamte Gerät wird in den USA hergestellt und wirkt äußerst imposant. Beginnen wir mit dem Chassis, das in Sandwich-Konstruktion gehalten ist: Es besteht aus Aluminium und MDF. Die Mark Levinson-Highend-Füße tragen die Konstruktion und weisen einen vibrationsdämpfenden Kern aus Polymer auf.  Schon beim Hinschauen beeindruckt der Plattenteller: 9 kg ist er schwer, das ist das Gewicht eines Stereoverstärkers der angehenden Mittelklasse. Der schwere Teller wird von einem Synchronmotor angetrieben – damit es zu keinerlei störenden Beeinflussungen kommt, ist dieser in einem eigenen Gehäuse untergebracht. Headshell sowie der Tonarm sind zusammen eine Unit – interessanterweise kommt diese Einheit aus einem 3D-Drucker.

No.585.5

Minimalistisches und schickes Design

Detail 

Extrem massive Verarbeitung

Als Verstärker ist der No.585.5 installiert, der auf 17.300 EUR kommt. Die „Pure Phono Stage“ aus den Modellen No.523/526 ist nun bei der neuesten Variante des Verstärkers installiert. Sie arbeitet volldiskret im klanglich reinen Class A Modus. Moving Magnet (MM) und Moving Coil (MC) Plattensysteme können angeschlossen werden. Die analogen Schaltkreise des edlen Stereo-Vollverstärker sind im Sinne bester Klangqualität im Dual Mono-Layout gehalten. Natürlich findet sich im Inneren ein überdimensionierter Ringkern-Transformator.  An Bord des No.585.5 befindet sich auch Harmans Clari-Fi-Technologie für die optimale akustische Aufbereitung komprimierter Audio-Dateiformate. 32-Bit/192 kHz-DACs und ein asynchroner USB-DAC sind weiter kennzeichnend für den Hightech-Verstärker.

Wir haben den Audio Player, wie erwähnt mit Material von Tidal, und den Vollverstärker zusammen mit den JBL L100, gehört, und zwar mit folgenden Titeln: „The Wilhelm Scream“, James Blake, „Limit To Your Love, James Blake, „I’m Not In Love“, Cover-Version von Diana Krall, „Land Of Confusion“, in der Cover-Version von Disturbed.

Die Kette

Mark Levinson Komponenten im Spielbetrieb

Player bei der Wiedergabe

Der Plattenspieler pausierte bei unseren Testreihen

Bei allen Tracks, die wir hörten, fallen zwei Dinge sofort auf: Wie ungemein homogen und klar die Mark Levinson Kette aufspielt, und wie toll die preisgünstigen JBL L100 in der Lage sind, Stimmen zu präsentieren sowie diese von den Lautsprecher-Chassis zu lösen. Die Stimme von James Blake wirkt, als gäbe der Sänger seine Performance direkt im Harman Studio zum Besten, vokale Details, die man gerade der L100 nie zutrauen würde, werden souverän herausgearbeitet. Die gesamte, sehr spezielle Atmosphäre gerade von „The Wilhelm Scream“ wird durch die Mark Levinson/JBL-Kette erlebbar gemacht. Wie zum Anfassen, wie zum kompletten Eintauchen: Das gelingt auch bei Dianas Darbietung überragend. Hier ist es auch die Tiefenstaffelung, und die extrem saubere Trennung von Instrumenten sowie vokalen Elementen, die für ein besonders intensives Hörerlebnis sorgt. Bei „Land Of Confusion“ von Disturbed wird die enorme Dynamik mit einer Selbstverständlichkeit dargeboten, die verblüffend ist: Dabei gehen auch Einzelheiten nicht unter. Die dichte, immer authentische Räumlichkeit sticht ebenso hervor. Wir sind absolut erstaunt, wie gut die JBL L100 Classic mit der edlen Mark Levinson Kette harmoniert. Nie erscheinen die Boxen unterdimensioniert oder gar „akustisch ärmlich“, immer wirkt die Akustik in sich geschlossen, wie aus einem Guss, und räumlich enorm vielschichtig und dicht.

Das Studio

Fazit: Eine tolle Atmosphäre im gemütlichen Studio, ein entspanntes, gleichzeitig aber ungemein komplettes, lebendiges Hören. Die Mark Levinson Komponenten sind schon optisch eine Schau, akustisch verbinden sie ein über alle Maßen angenehmes Spiel mit unglaublicher Dynamik und dichter Räumlichkeit.

Special: Carsten Rampacher
Fotos: Oksana Fritz
Datum: 17. Mai 2019

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