TEST: Ultra HD Blu-ray-Player Panasonic DP-UB154 - günstige Basis mit tadelloser Qualität?

Zu Marktpreisen von rund 130 EUR ist der noch recht neue Ultra HD Blu-ray-Player Panasonic DP-UB154 (UVP 159 EUR) derzeit erhältlich. "Für alle, die sich beim Filmgenuss auf das Wesentliche konzentrieren wollen" - so schreiben die Japaner auf der Website über das Einstiegsmodell. Optisch sieht man sofort, dass man es mit einem eher günstigen Modell zu tun hat: Einfacher Kunststoff bei der Frontblende, oben vorn am Gerät zwei Bedienelemente mit recht lautem Druckpunkt, kein Display - ein Fest für die Augen ist der Player, der HDR10, HDR10+ und HLG unterstützt, wirklich nicht. Wer übrigens alle technischen Daten in der Übersicht sehen möchte: Hier geht es zur entsprechenden Tabelle auf der Panasonic-Website

Standby-Schalter (rechts) und Knopf für das Öffnen der Lade

USB-Anschluss vorne

Rückseite insgesamt

Anschluss fürs externe Netzteil, LAN-Terminal und 1 x HDMI, das ist alles

Der DP-UB154 besitzt einen USB-Anschluss vorn (2.0), einen HDMI-Anschluss hinten, ein LAN-Terminal und den Anschluss fürs externe Netzteil. Im Inneren des Players sieht man eine Platine im übersichtlichen Layout und das Laufwerk. 

Innen findet sich eher wenig

Laufwerk ohne Geräuschdämmung

Platinenlayout

Das Laufwerk empfinden wir als entschieden zu laut. Im Spielbetrieb geht die Geräuschentwicklung in Ordnung, aber während des Einlesens ist die Geräuschkulisse recht dominant. Gut - das Laufwerk ist nicht gedämmt, hier merkt man die Preisklasse. Die Einlesezeiten bei Ultra HD-Blu-rays und bei Blu-rays gehen in Ordnung, nicht rekordverdächtig schnell, aber doch zumindest noch in vertretbarem Rahmen. 

Der Panasonic unterstützt zahlreiche Hi-Res-Audio-Formate: FLAC (bis 192 kHz/24-Bit), WAV (bis 384 kHz/32-Bit), ALAC (bis 192 kHz/24-Bit 2-Kanal) sowie DSD (2,8 MHz 2/5.1-Kanal, 5,6 MHz in 2/5.1-Kanal sowie 11,2 MHz/2-Kanal) sowie AIFF (bis 384 kHz/32-Bit Stereo). Hier bleibt praktisch kein Wunsch unerfüllt. 

Der Player wiegt 1,2 kg, er ist 320 mm breit, 46 mm hoch und 193 mm tief. Er verbraucht 12 Watt circa im Betrieb und 0,3 Watt im Standby-Modus. Wie sehen die Menüs des DP-UB154 aus? Hier unsere Screenshots.

Hauptmenü mit klaren Symbolen

Setup-Menü

Player-Einstellungen Video

Video, erweiterte Einstellungen

Audio-Menü

Sprachmenü

System-Menü

 

Netzwerk-Einstellungen

Bildschirm-Sprache

Die Menüs sind grafisch moderner als früher und geben keine Rätsel auf. Der DP-UB154 kann nur kabelbasiert ins Internet gebracht werden, und hier stehen auch nur die Aktualisierung der Firmware und BD Live an Optionen zur Verfügung. Eine Smart-Plattform ist in den DP-UB154 nicht integriert, und auch die Netflix-Taste befindet sich zwar auf der Fernbedienung, das Drücken bewirkt aber nichts. Insgesamt präsentiert sich der DP-UB154 als schlicht ausgestatteter, optisch unauffälliger Player, der sich nun in der Bildwertung beweisen möchte. 

Bild Ultra HD Blu-ray "Independence Day - Die Wiederkehr"

Wir haben uns die Ultra HD Blu-ray von Independence Day - die Wiederkehr anschaut. Als Bildwiedergabegerät dient uns der brandneue Samsung Q90R. Der DP-UB154 generiert ein stabiles, authentisches Bild direkt Anfang von Kapitel 2 des Films. Die Ereignisse auf der Mondstation werden umfassend vermittelt, mit scharfen Details im hochfrequenten Bildbereich ((Zeichnung des Inneren der Mondfähre, Haut, Bart, Haare der Akteure) und einer sehr realistischen farblichen Abstufung dieser Szene, in der besonders die eng beieinander liegenden Grautöne zu meistern sind. Dem Panasonic-Player gelingt dies in bewährter Manier der teureren "Geschwister", und der Mond-Boden kommt sehr fein und farblich differenziert heraus.

Das Innere der Mondstation mit den kalten Farben gibt der Player ebenfalls tadellos wieder. Vielleicht mögen teurere Ultra HD-Player bei der Detailschärfe und der Tiefenstaffelung nochmals eine Idee mehr bieten, aber, Hand aufs Herz: Das fällt selbst versierten Betrachtern kaum auf. Es ist erstaunlich, wie stabil der Bildstand ist, wie plastisch der Bildeindruck ausfällt und wie gut der HDR10-Inhalt vom Detailkontrast her dargestellt wird.  Natürlich darf man nie vergessen, dass den Hauptanteil an einer qualitativ hochwertigen Wiedergabe stets der TV hat. Trotzdem gibt es auch Unterschiede bei Playern, und hier schlägt sich der preislich günstige Panasonic wirklich gut.

Szenenwechsel, David Levinson ist nun mit einem Fahrzeug-Konvoi unterwegs in der Wüste bei Nacht zu einem Alien-Raumschiff, das bei der ersten Alien-Invasion 1996 dort abgestürzt war. Und wieder schafft es der DP-UB154, auch in der Dunkelheit viele Details schon an den weißen Geländefahrzeugen im Konvoi darzustellen, später an den Waffen und der Kleidung der Krieger. Nachdem wir ins dritte Kapitel geschaut haben, wenden wir uns dem siebten Kapitel zu. Hier präsentiert der Panasonic das in warmen, nicht zu hellem Licht liegende Schlafgemach des ehemaligen US-Präsidenten Whitmore sehr gekonnt. Wieder entsteht ein plastischer, umfassender Bildeindruck. Im neunten Kapitel beweist uns der DP-UB154, dass er auch mit Tageslicht gut zurechtkommt, die US-Präsidentin, die mit ihrer Gefolgschaft auf den Helikopter zusteuert, wird ausgezeichnet wiedergegeben, der Gesichtsausdruck aller Personen in der Gruppe wird nuanciert präsentiert.

Der Hightech-Helikopter mit Alien-Technologie wirkt ebenfalls dreidimensional, mit scharfen und zugleich sauber gezeichneten Konturen. Als es kurze Zeit darauf wieder in den Weltraum geht, werden die fliegenden Objekte sehr akkurat auf dem Bildschirm dargestellt, auch während der Bewegung sind viele Einzelheiten erkennbar.  

Bild Blu-ray "Indiana Jones und das Königreich des Kristallschädels"

Und wie skaliert der DP-UB154 herkömmliche Blu-rays auf Ultra HD hoch? Bewusst legen wir eine ältere Blu-ray ein, und zwar "Indiana Jones und das Königreich des Kristallschädels". Hier wählen wir das zweite Kapitel an. Natürlich bemerkt man sofort, dass es sich um eine Blu-ray handelt. Die Detaillierung, gerade im schummrigen Licht der riesigen Lagerhalle, ist schlechter als bei nativem 4K-Content. Auch das Rauschen ist deutlich stärker sichtbar. Hier müssen wir den Panasonic aber gleich loben, denn er fügt selbst kaum Upscaling-Rauschen hinzu. Das, was im Quellmaterial vorhanden ist, kann er natürlich nicht gänzlich "wegoperieren".

Übrigens: Immerhin bietet der Player einen kleinen Video-EQ: Kontrast, Helligkeit, Schärfe sowie Farbkontrast kann man selbst feintunen. Andere Basis-Player haben hier schlichweg nichts an Bord. Zurück zum Film. Der DP-UB154 zeigt die Struktur des Bodens mit den sichtbaren Fugen tadellos, auch die zahlreichen großen Holzkisten kommen realistisch heraus. Die große Tür des Hangars öffnet sich mit gleichmäßiger Bewegung. Die komplexe Lichtsituation während des Öffnens - Dämmerung in der Halle, helles Tageslicht von außen - bereitet dem Panasonic keine Probleme.

Das schmutzige, abgetragene und speckige Hemd von Indy arbeitet der UHD-BD-Spieler ebenso gut heraus wie die goldene Gürtelschnalle von Irina Spalko. Bei Laufzeit 8:07 gibt der Player einen sehr plastischen Blick in das Hallen-Innere, mit einer natürlich wirkenden räumlichen Tiefe.

Noch ein paar Detail-Beobachtungen. Bei Laufzeit 8:10 sieht man Indys Gesicht im Fokus des Bildes. Hier holen teure UHD-BD-Player beim Upscaling eine noch schärfere Struktur der Hautoberfläche heraus, fürs investierte Geld schlägt sich der 154er aber ausgezeichnet. Bei Laufzeit 8:17 stellt der Panasonic den Glanz des Lichtes auf dem Säbel von Irina sehr authentisch dar. Und beu Laufzeit 8:21 sieht man die Hautoberfläche der russischen Agentin sehr detailreich, auch hier kann man wieder sagen: Top fürs Geld, Respekt, Panasonic. Das Vermögen des preiswerten Geräts, eine überzeugende räumliche Tiefe zu demonstrieren, sieht man nochmals bei Laufzeit 8:27, als ein weiteres Mal ein äußerst weit nach hinten reichender Überblick über das Innere des Hangars gegeben wird. Das durch die Luft wirbelnde Schießpulver bei Laufzeit 9:32 kommt ebenfalls sehr gut zum Ausdruck - für diese preisliche Liga erstaunt die Güte des Bildes wahrhaftig. 

Ton

Der DP-UB154 bietet eine störungsfreie, stabile Tonausgabe über HDMI und daher gibt es keinen Anlass zur Kritik.

Fazit

Der Panasonic DP-UB154 möchte sich bezüglich der Ausstattung auf das Wesentliche beschränken und erzielt zum kleinen Kaufpreis eine sehr erfreuliche Leistung. Das kompakte Gerät ohne WLAN-Modul und ohne integrierte Smart TV-Plattform sieht optisch zwar nach nichts uns, und die mittlerweile arg altbackene Fernbedienung ist auch kein Meisterwerk modernen Designs, aber die Bildqualität bei der Wiedergabe von Ultra HD-Blu-rays und bei Blu-rays hat uns praktisch restlos überzeugt. Das Bild ist stabil und dynamisch, mit sehr guter Detaillierung. Legt man eine Blu-ray ins während des Einlesevorgangs relativ laute Laufwerk ein, so punktet der DP-UB154 mit einem Upscaling, das auch einem doppelt so teuren Player bestens zu Gesicht stünde: Geringes Scaling-Rauschen, stabiler Bildstand, tadellose Gesamtbild- und Detailschärfe. Somit verdient sich der einfach zu bedienende Ultra HD-BD-Spieler ein ausgezeichnetes Testergebnis.

Preiswert und gut - mit dem Panasonic DP-UB154 macht man nicht viel falsch, wenn man einen einfachen Player für die relevanten Grundfunktionen sucht

Ultra HD-BD-Player bis 200 EUR
Test 25. April 2019

Test: Carsten Rampacher
Fotos: Sven Wunderlich
Datum: 25. April 2019

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