TEST: Sony 7.2 AV-Receiver STR-DN850 - Spielt Sony in der ersten Liga mit?
Sony möchte mit der 2014er AV-Receiver-Generation verstärkt beweisen, dass man in diesem schwierigen Marktsegment weit vorne mitspielen kann. Hintergrund - zum einen haben AV-Receiver mit rückläufigen Zahlen zu kämpfen, was auf das Konto der immer besser werdenden Soundbars und aktiven TV-Lautsprechern geht. Zum anderen ist die Klientel, die AV-Receiver kauft, äußerst anspruchsvoll, aber gleichzeitig preissensibel - so gleicht es einem Ritt auf der Rasierklinge, hier genau das richtige, erfolgversprechende Rezept zu finden.
Mit dem STR-DN850 für 499 EUR glaubt Sony nun, eine Mixtur zu offerieren, die alles gekonnt unter einen Hut bringt. Im 7.2 Layout gehalten, bringt der DN850 sieben Endstufen und zwei Vorverstärkerausgänge zum Anschluss aktiver Subwoofer mit ein, das ist schon mal ein guter Start. 7 x 145 Watt Ausgangsleistung stehen bereit, wobei dieser theoretische Wert zwar gut klingt, die Frage ist aber, was tatsächlich an Leistung in der Praxis vorhanden ist.
Erkennungsmerkmal - Regler für Quellwahl und Lautstärke nebeneinander
Schlichte, sehr gefällige Optik, unverkleidete Anschlüsse für Mikrofon und USB
Kleine Bedientasten unter dem Display
Das Display ist nur einzeilig
Ordentliche Detailverarbeitung
Fest steht auf jeden Fall bereits nach dem Auspacken, dass der STR-DN850 ein richtig schönes Gerät geworden ist. Die alte, zerklüftete Sony-Optik fand bei uns nie wirkliche Zustimmung, nun sind wir erstaunt - ein beinahe schon edel anmutendes, sauber verarbeitetes Gerät mit sehr aufgeräumter Frontblende erwartet uns. Sony hat nicht auf der einen Seite den Quellwahlregler und auf der anderen Seite den Lautstärkeregler untergebracht, sondern beide Hauptregler auf einer Seite. Das ist das optisch einzige, was etwas gewöhnungsbedürftig ist. Leichte Kritik verdient, dass der Anschluss fürs Mikrofon und das vordere USB-Terminal keine Abdeckung haben, wobei derartige Abdeckungen in der Praxis oft so schlecht sitzen und so billig gemacht sind, dass es vielleicht sogar besser ist, erst gar keine mitzuliefern. Der Sony bringt qualitativ gute Standfüße unter dem Gerät mit und ein einzeiliges Display mit ordentlicher Auflösung. Die Rückseite sticht weder positiv noch negativ hervor, es werden natürlich Schraubanschlüsse für die Lautsprecherkabel offeriert.
Gut gemacht - übersichtlicher innerer Aufbau. Kühlkörper aus Blech, preisklassengemäß.
Der Kühlkörper fällt recht groß aus
Relativ wenig Kabel - dadurch sieht das Innere aufgeräumt aus
Transformator
ELKOs
Das Innenleben sieht recht übersichtlich aus, die verwendeten Baugruppen scheinen dem zu entsprechen, was in diesen Preisklassen üblich ist.
Rückansicht
WLAN integriert. Wahlweise gibt es natürlich eine Ethernetbuchse
5 x HDMI-IN, 1 x HDMI-OUT. Ein koaxialer Digitaleingang
Lautsprecherkabel-Anschlussterminal
2 Subwoofer-Pre-Outs, kein dedizierter Eingang für einen Plattenspieler. Zwei optische Digitaleingänge
Anschlussseitig erfreut der STR-DN850 mit eingebautem WLAN-Modul sowie mit Bluetooth. Ferner sind fünf HDMI-Eingänge und ein HDMI-Ausgang vorhanden. Aufgrund der Tatsache, dass zwar HDMI-Signale in 50 sowie 60 Hz in 4K/UHD-Auflösung entgegen genommen werden können, allerdings nur in 4:2:0 Farbauflösung, mutmaßen wir, dass Sony ein HDMI 1.4a Board verbaut hat und kein HDMI 2.0 Board. Man kann nämlich 4K-Signale auch in 50 und 60 Hz mittels HDMI 1.4a verarbeiten, allerdings nicht in voller Auflösung des Farbsignals. Um die Bandbreite von 4K-Signalen mit 50/60 Hz demnach zu einem HDMI 1.4a Board mit geringerem maximalem Datendurchsatz kompatibel zu machen, wird die Farbauflösung im Sinne einer geringeren Datenmenge reduziert. Der Fachmann spricht hier von einer Farbunterabtastung. Interessanterweise kursieren im Netz widersprüchliche Angaben, einmal wird behauptet, der STR-DN850 hätte ein HDMI 2.0 Board, anderenorts wird auf ein HDMI 1.4a-Board verwiesen. Sony selber schweigt sich vornehm aus und spendiert den Anschlüssen nur den Zusatz "4K". Die verbaute HDMI-Version wird weder in der Bedienungsanleitung noch online irgendwo erwähnt. Schlechte Aufklärungsarbeit.
Sony liefert ein sehr attraktives On Screen Menü mit, und der Anwender kann auf einen Setup-Assistenten für eine einfache Erstinstallation zurückgreifen.
Grundmenü in schlichter und moderner Optik
Auch Sony setzt auf einen Einrichtungsassistenten
Das Basis-Setup beginnt
Mit der automatischen Lautsprecherkalibrierung wird gestartet
Erklärung zur Lautsprechereinmessung
Automatische Lautsprecherkalibrierung per Mikrofon
Verwendung der Surround Back-Endstufen/Anschlüsse
Einführung zur Lautsprechereinmessung
Nun wird die Netzwerkverbindung eingerichtet
Kabelbasierte oder kabellose Einbindung
Meist ist die automatische IP-Konfiguration der richtige Weg
Verbindung wird hergestellt
Nun ist der STR-DN850 auch im Netzwerk integriert
Nach Beendigung des Einrichtungsassistenten ist der STR-DN850 auf das angeschlossene Lautsprechersystem eingestellt und im Heimnetzwerk eingebunden. Erst einmal in Betrieb, eröffnen sich mittels des Graphical User Interfaces weitere Verwendungsmöglichkeiten:
Sound-Quellen in der Übersicht
Grundmenü, sehr attraktiv gestaltet. "Watch" listet Quellen auf, die mit Bildsignalen zu tun haben
Direkter Zugriff auf PCs und Server aus dem Heimnetzwerk
HiRes-Wiedergabe
Music Services, die verfügbar sind
Besonderheit: "Custom Preset" bringt verschiedene vorkonfigurierte Einstellungen zu bestimmten Modis zusammen, ähnlich dem "Scene" Modi bei den TV-Geräten
Nun haben wir einige interessante Screenshots präsentiert - aber manchem Anwender wird sich die Frage stellen: Kann man das angeschlossene Lautsprechersystem auch manuell konfigurieren? Man kann - wenn man bei den "Speaker Settings" gleich in der Abteilung "manuell" die nötigen Einstellungen vornimmt.
Die manuelle Konfiguration der Parameter ist auch möglich
Wahl der Lautsprecheranordnung
Pegel, Abstand, Größe
Audio-Settings. Hier kann man Digital Legato Linear für verlustbehaftet komprimiertes Material ebenso auswählen wie EQ und Soundfeld
Übersichtlich - Eingangseinstellungen in tabellarischer Form
Netzwerkeinstellungen
Informationen zur Netzwerkverbindung
Bluetooth mit aptX
Obwohl wir als Sprache "Deutsch" gewählt haben, sind Teile des Menüs in englischer Sprache gehalten. Das wirkt nicht sehr professionell
Das Menü des AVRs ist neu und sieht sehr schick aus. Auch die Funktionalität liegt sehr hoch. Kritik gibt es trotzdem, denn selbst bei Anwahl der deutschen Sprache für die Menüs ist ein Teil immer noch in englisch gehalten, so dass man sich hier von Sony schlichtweg mehr Sorgfalt wünschen würde.
App
Erklärung zur Funktionsweise
Möglichkeiten mit SongPal
Erklärung zur einfachen Wiedergabe von Audioquellen
Erklärung: Anzeige von Informationen auf dem Mobilgerät
Nutzung von Audioparametern des AVRs durch die App, hier die Erklärung
In der Geräteauswahl ist der STR-DN850 sofort zu finden
Nachdem wir nun die Screenshots zur Anleitung für die Nutzung der App präsentiert haben, kommen wir nun zum eigentlichen Betrieb mit der SongPal-Applikation:
Hier können Quellen hinzugefügt werden
Gefundene Geräte - wir verwenden natürlich den STR-DN850
Attraktive grafische Gestaltung, hier die konventionelle Eingangswahl
Auswahl an gerade aktuellen Musikquellen
Wiedergabe von Musik, die auf dem Smartphone gespeichert ist, über Bluetooth
Einstellungen
Equalizer
Bass- und Höhenregelung
Gewählter Eingang - Bluetooth
Sound Optimizer
Direkt über die App anwählbar - Musikwiedergabe von PCs und Servern aus dem Heimnetzwerk
Verschiedene Ordner
HiRes Audio-Wiedergabe (FLAC 96 kHz)
Mittels der SongPal-App ist es sehr einfach, verschiedenste Musikquellen zum STR-DN850 hinzuzufügen und eine komfortable Wiedergabe zu ermöglichen. Nachdem man SonyPal, in unserem Falle für das Apple iPhone 5S, im App Store heruntergeladen und gestartet hat, gibt es zunächst eine Einführung, zu welchen Zwecken die App verwendet werden kann. Hat man sich hier eingelesen, wird die App als solche gestartet. Sie ermöglicht nicht nur Grundjustagen wie Quellwahl oder Einstellung von Audio-Parametern, sondern auch das Hinzufügen neuer Musikquellen, die dann genutzt werden können. In den Einstellungen, Unterpunkt "Applikationen hinzufügen", stehen Musik (Musik vom Smartphone), YouTube, Cloud Player, IMDB und Spotify zur Verfügung. An sonstigen Musikdiensten gibt es Sonys eigenen Service Music Unlimited, Deezer sowie TuneIn.
Wiedergabeformate
Der STR-DN850 ist in der Lage, eine Vielzahl an Formaten wiederzugeben. Besonders interessante haben wir hier zusammen gefasst: Über HDMI 4096 x 2160p bei 59,94/60/50 Hz sowie 3840x2160p bei 59,94/60/50 Hz, Das könnte darauf hindeuten, dass Sony, obwohl nicht explizit erwähnt, ein HDMI 2.0 Board verbaut hat. Aber der Zusatz "unterstützt nur das Format YUV 4:2:0/8-Bit" lässt etwas anderes vermuten - hier kommt eine sogenannte Farbunterabtastung zum Einsatz, auf Kosten der Farbauflösung wird die Bandbreite des HDMI-Signals soweit reduziert, dass man die oben erwähnten Formate auch mittels HDMI 1.4a Board umsetzen kann, das für die hohen Bandbreiten eines nativen HDMI 2.0 Boards nicht ausgelegt ist.
Nicht klar ist, ob der STR-DN850 den neuesten Kopierschutz HDCP 2.2 unterstützt. Da fehlt uns in der Redaktion derzeit schlichtweg die Software, und bei Sony fehlt die Information. Wir werden hier nachhaken, um eine definitive Aussage zu erhalten.
Wenden wir uns Audioformaten zu, die über USB und Netzwerk zugespielt werden können. Der STR-DN850 beherrscht im Gegensatz zum größeren STR-DN1050 kein DSD. Aber er gibt FLAC, AIFF und ALAC wieder, und zwar bis 192 kHz/24-Bit. Auch WAV wird bis 192 kHz/24-Bit wiedergegeben. Natürlich kommt der Sony auch mit den komprimierten Formaten MP3, AAC und WMA9 klar.
Klang
Bei Diana Kralls "Garden In The Rain" (FLAC 96 kHz) zieht der Sony im Stereobetrieb deutlich mehr Register seines Könnens, als wir es ihm zugetraut hätten. Er spielt ungemein klar und gleichzeitig sehr homogen auf. Das merkt man z.B. daran, wie gut er die Temperatur des Klaviers trifft - einzelne Tastenschläge kommen pointiert und lebendig heraus, für die Preisklasse beeindruckend. Auch Dianas Stimme löst sich sehr gut von den Boxen. Die atmosphärische Dichte, die der DN850 aufbietet, liegt demnach erstaunlich hoch. Dank der SongPal-App wird der Zugriff auf Home Server & PCs, die sich im gleichen Netzwerk wie der DN850 befinden, zum Kinderspiel. Musik vom Smartphone, auf dem die App läuft, kann überdies mittels Bluetooth drahtlos zugespielt werden.
Dazu gleich mehr - erst einmal genießen wir Diana Kralls "Gentle Rain" (FLAC 96 kHz) und freuen uns über die kultivierte Reife, die der Sony an den Tag legt. Keine Spur mehr von zu viel harschem Auftritt, dies hatten wir in vergangenen Zeiten ab und zu kritisiert. Der DN850 spielt nicht übertrieben warm - aber doch ziemlich angenehm, so dass man auch gern über längere Zeit mit höherem Pegel zuhört. Apropos "warm" - der Gehäusedeckel des DN850 erwärmt sich schon merklich, wenn man über längere Passagen recht laut hört.
Wenden wir uns weiteren Hörbeispielen zu. "Night Life" von Torsten Goods vom Album "Love Comes To Town" (FLAC 88,2 kHz) ist ausgezeichnet geeignet, um erneut verschiedene Qualitäten des DN850 unter Beweis zu stellen. Mitten im Song gibt es einen Dynamiksprung nebst Rhythmuswechsel. Souverän und impulstreu steht der Sony bereit, um hier ein volles Hörerlebnis offerieren zu können. Die Loslösung der Stimme von den Lautsprechern funktioniert wieder sehr gut. Der STR-DN850 ist in der Lage, auch mit hochwertigen Lautsprechersystemen ausgezeichnet zusammen zu arbeiten.
Mit "Diamante" (FLAC 96 kHz) von Sandra und Tony Alessi hat der STR-DN850 wenig Berührungsängste. Er spielt fundiert und klar auf. Seine Preisklasse merkt derjenige, der auf die Wiedergabe sehr feiner vokaler Konturen wartet. Hier hört der DN850 einfach irgendwann auf - er sichert zwar eine gute, und auch durchaus detailreiche Stimmwiedergabe, die letzte Prägnanz überlässt er dann aber teureren AV-Receivern, alles andere als schlimm bei 499 EUR Kaufpreis. Die Instrumente arbeitet er prima ein und schafft es auch, die virtuelle Bühne in Weite und Tiefe glaubwürdig zu reproduzieren. Der Aufbau des gesamten Stücks wirkt in sich schlüssig, die Gesamtwiedergabe ist kultiviert und gleichzeitig lebendig.
Im Mehrkanal-Betrieb haben wir den brandneuen "Crossover Experience" Pure Audio-Blu-ray Sampler einsetzen können. Erstklassig abgemischte Tracks in DTS-HD Master Audio 5.1/7.1/91 (96 kHz/24-Bit) oder sogar in Auro 3D warten hier auf die Wiedergabe. Für den Sony haben wir in DTS-HD Master Audio Tracks ausgewählt - und bei "Not Looking For Love" von Jimix ging gekonnt "die Post ab". Der Sony legt mit straffem Bass und sehr guter Impulstreue vor, die dynamische, kräftige Gesamtakustik erfreut. Zudem spielt der DN850 nie oberflächlich oder effekthascherisch auf, sondern stets authentisch sowie glaubwürdig. Der Hochtonbereich zeigt sich als nicht zu scharf - so kann man auch richtig laut hören, ohne dass es unangenehm wird.
Was Durchzeichnung und Brillanz angeht, geht sicherlich noch mehr - doch die Frage lautet: Zu welchem Preis? Für die schlanken 499 EUR sicherlich nur schwer. Bei Jimix "Where Have You Been" erfreut uns der Sony wieder mit recht straffem Bass, der überdies mit solidem Tiefgang punktet. Die weibliche Gesangsstimme wird recht sauber herausgearbeitet, wie schon weiter oben bei der HiRes-Stereo-Wiedergabe festgestellt, hapert es nur bei letzten Konturen. Wie genau der DN850 allerdings den richtigen Punkt bei der Darstellung auch kurzer Bassimpulse trifft, ist vorbildlich - hier macht dem AV-Receiver kaum ein Konkurrent etwas vor.
Es folgt die nächste Disc - eine Blu-ray-Audio des renommierten Labels 2L. Hier wählten wir Wolfgang Amadeus Mozarts Violinenkonzert in D-Dur, das erste Allegro - und staunen nicht schlecht: Homogen, mit erneut hoher Impulstreue und einer tadellosen Vielschichtigkeit erfreut der STR-DN850 selbst das Ohr des Hörers mit gewissem Anspruch. Die Zeiten, in denen günstige AVRs eher oberflächlich und seicht klangen, ist schon seit einigen Jahren vorbei - dass ein Modell unterhalb von 500 EUR so stimmig, homogen und dynamisch aufspielt, ist aber auch in unserer heutigen Zeit keine Selbstverständlichkeit. Die Streicher klingen dabei frisch, zugleich angenehm, und sind ausgezeichnet eingearbeitet. Also auch hier beweist der STR-DN850 - er hat keine Angst vor "großen Namen" der AV-Receiver-League, sondern mischt frecht an der Spitze mit.
Wie sieht es mit der Wiedergabe actiongeladener Kinofilme aus? Lässt sich der Sony hier vielleicht in die Enge treiben?
Wir machten die "Probe aufs Exempel" und legten "Mission Impossible 4" mit explosiver Dolby TrueHD-Tonspur in den BD-Player ein. Unser Start erfolgt mit Kapitel 4. Ethan und Benji dringen getarnt in die innersten Räume des Kremls in Moskau ein. Die Stimmen werden vom Sony gut wiedergegeben, wer sich das DSP " HD-D.C.S." mit den Unter-Modi Studio, Theater oder Dynamic) aussucht, das laut Informationen via Onscreen-Display die "Tonmerkmale eines Tonstudios" reproduziert, kann dies gern tun - dann aber erscheint die Akustik etwas arg bombastisch, zudem nicht mehr allzu brillant in den Höhen. "A.F.D. Auto" dürfte hier neutraler und sensibler sein, hier wird das Quellmaterial decodiert, ohne dass nach der Decodierung noch ein speziell abgestimmtes DSP zum Einsatz kommt. Schlecht, das muss man sagen, klingt es aber auch mit dem HD-D.C.S.-Theater-Modus nicht, und wer auf Action-Spektakel steht, könnte daran sogar seine Freude haben.
Der Music Score, der vor der Explosion im Kreml den Spannungsbogen massiv ansteigen lässt, kommt auf jeden Fall sehr gut heraus. Und auch die Schritte von Hunt im unterirdischen Gang sind tadellos eingearbeitet. Der Bassbereich macht wirklich Spaß - bei sehr hohem Pegel ind großen Effekten wie der Kreml-Explosion kann es aber auch des Guten etwas zu viel sein. Im A.F.D. Auto-Modus wird das Maß im Bassbereich und bei der Effekt-Präsenz dann etwas zurückgeschraubt.
Einige Kapitel später nehmen Hunt und sein Rumpf-Team Kurs auf Dubai. Ziel in der Luxus-Wüstenmetropole ist kein geringeres als das Armani Designer-Hotel im höchsten Gebäude der Welt, dem Burj Khalifa. Die Fahrt im Land Rover Defender wird nicht zuletzt wegen plötzlich auftauchender Kamelherden recht kurzweilig - und das Quietschen der Reifen sowie die Dialoge bringt der STR-DN850 ausgezeichnet zum Ausdruck. Der gewaltige Music Score, der beim Anblick des Burj Khalifa ertönt, lässt zu, dass der Sony ein weiteres Mal seine alles andere als schwächliche Muskeln zeigt. Wir springen nochmals einige Kapitel weiter nach vorn. Ethan verfolgt hier seinen Widersache durch den tobenden Sandsturm. Der Basseinsatz ist wiederum enorm, gerade im oben schon erwähnten DSP. Etwas milder geht es bei der Direktverarbeitung zu.
Die herumwirbelnden Sandkörner gibt der Sony mit exzellenter Raumwirkung wieder. Effekte, die auf verschiedenen Kanälen innerhalb kurzer Abstände aktiv sind, werden dynamisch dargestellt. Als Hunt von einem herumfliegenden Sonnenschirm getroffen wird und er kurz darauf mit Wucht auf die Windschutzscheibe des BMW X3 prallt, werden diese beiden Effekte sehr plastisch und mit enormem Nachdruck wiedergegeben.
Nach all unseren gesammelten Eindrücken hat sich Sony mit Erfolg bemüht, aus dem STR-DN850 aus akustischer Sicht einen richtig guten AV-Receiver werden zu lassen - die Säulen dieser erfreulichen Leistung sind folgende:
- Endstufen mit üppigen Leistungsreserven. Wer sehr gern laut hört, fährt mit 5 Kanälen (Stichwort: Stromlieferfähigkeit) allerdings besser als mit allen sieben.
- Sehr gelungene tonale Auslegung. Nicht wirklich warm, aber auch nicht zu nüchtern. Frisch und angenehm, das finden wir sehr gut.
- Tolle Impulstreue. Unüblich für die Preisklasse, kommen selbst kleine Impulse sehr gut zum Ausdruck.
- Realistische Räumlichkeit, sehr gute Werte hinsichtlich räumlicher Weite und Tiefe
- Sehr gute Stereoqualitäten - so hoch angesiedelt, dass auch die klanglichen Vorzüge von HiRes-Audio-Dateien zum tragen kommen.
Video
Der STR-DN850 hat videoseitig die Möglichkeit, bei Verwendung eines UHD/4K-TVs den Inhalt des zugespielten Mediums - z.B. eine Blu-ray mit 1.080p/24 Hz - auf 4K hochzuskalieren. Wir haben dies bei "Mission Impossible 4 - The Phantom Protocol" ausprobiert. Leichtes, aber absolut vertretbares Scalingrauschen tritt auf, wenn wir das Signal auf unserem Panasonic WT600 darstellen. Der teure TV liefert verständlicherweise ein noch etwas schärferes und rauschärmeres Upscaling von FullHD auf UHD ab. Was der preiswerte Receiver aber leistet, ist aller Ehren Wert, das Bild ist angenehm, die Detailtreue liegt recht hoch, wie man beim Dialog in der "Team-Wohnung" merkt (Kapitel 14). Farben wirken recht authentisch, der Gesamtkontrast ausgewogen. Minimale Schwächen sieht man nur im Detailkontrast, hier gehen sehr feine Grau-Differenzierungen etwas unter. In Kapitel 15 werden der Land Rover sowie die Außenhaut des Privatjets akkurat wiedergegeben, der sich wiederspiegelnde Glanz der Sonne auf dem Flugzeugrumpf kommt prima heraus. Auch die Hautoberfläche von Hunts Gesicht und am Hals gestaltet der STR-DN850 sauber aus. Hier kann man nicht nur in Anbetracht der Preisklasse glücklich sein, dass ein solches Feature überhaupt an Bord ist - sondern auch hoch zufrieden hinsichtlich der Ergebnisse in der Praxis. Anzumerken ist noch, dass man das Upscaling des Sony nicht in Verbindung mit einem FullHD-TV nutzen kann. Mittels entsprechendem Signal erkennt der Sony automatisch, dass ein 4K-TV dranhängt und aktiviert im Modus "Auto" dann das Upscaling.
Konkurrenzvergleich
- Onkyo TX-NR535: Auch der Onkyo hat ein reichhaltiges Angebot an onlinebasierten Musikdiensten, Bluetooth und WLAN-Modul an Bord sowie HDMI 2.0 Anschlüsse - allerdings ohne HDCP 2.2 und damit nur eingeschränkt zukunftstauglich. Somit hat Onkyo die 4K/UHD-Problematik auch nicht wirklich besser gelöst als Sony, wir mutmaßen, dass der STR-DN850 hier auch nicht lückenlos ausgestattet ist. Der für die Preisklasse sehr detailreich und lebendig klingende Onkyo hat nur 5 Endstufen an Bord und ist überdies nicht AirPlay-fähig. Die Videofunktion, bei einem angeschlossenen UHD/4K-TV Inhalte automatisch auf 4K hochzuskalieren, fehlt ebenfalls. Dafür gibt der Onkyo sogar DSD-Dateien wieder, das kann bei Sony erst der STR-DN1050 für 699 EUR. Ebenso hat der Onkyo mehr HDMI-Eingänge. Das Menü des Onkyo bringt Pluspunkte, da es anständig ins Deutsche übersetzt wurde und kein "Mischmasch" wie beim Sony darstellt. Die Menüs des STR-DN650 sehen zwar sehr gut aus, das allein reicht aber nicht. Akustisch hat es Sony praktisch geschafft, auf das anerkannt hohe Onkyo-Niveau aufzuschließen, Liebhaber einer bombastischen Filmtonwiedergabe fahren mit dem STR-DN850 sogar etwas besser.
- Denon AVR-X2000: Als absolutes Schnäppchen darf zurecht derzeit das 2013er Modell Denon AVR-X200 gelten. Nur rund 340 EUR sind für den sehr gut ausgestatteten, kraftvoll und dynamisch klingenden 7-Kanal-AV-Receiver fällig - bei Markteinführung kostete er mal 599 EUR. Er hat allerdings weder Bluetooth noch WLAN an Bord, dafür eine vollwertige Videosignalverarbeitung mit Upscaling bis hoch auf UHD/4K. UHD-Material wird allerdings, da es sich um ein letztjähriges Gerät handelt, nicht in 50/60 Hz ausgegeben. Natürlich kann der Denon auch bei einem angeschlossenen FullHD-TV niedriger auflösende Inhalte auf FullHD hochskalieren. Die Menüs sind nicht ganz so attraktiv wie beim Sony, aber korrekt übersetzt. HiRes Audiodateien in FLAC spielt der X2000 ebenfalls bis 192 kHz ab. Die Apps beider AVRs überzeugen, bezüglich Optik und Handling gefällt uns die Sony-App besser, bezüglich der Funktionsvielfalt bei den Einstellparametern die Denon-App. Der Sony kommt klanglich erstaunlich nah an den Denon heran, der noch etwas geschlossener klingt. Im HiRes-Stereobetrieb zieht der Sony sogar gleich, seine DSP-Programme haben uns ferner sehr gut gefallen.
Fazit
Sony gelingt mit dem preislich fair kalkulierten STR-DN850 der Sprung an die Spitze im AV-Receiver-Business. Hauptproblem für den optisch endlich richtig schicken Sony dürften weniger die 2014er Konkurrenten sein, sondern eher massiv im Preis reduzierte 2013er AV-Receiver, die zwar vielleicht das ein oder andere Trend-Ausstattungsmerkmal wie WLAN oder BT on board nicht haben, dafür aber mit sonst üppiger Ausstattung und sehr günstigem Preis locken. Trotz der günstigen Preise von 2013er Auslaufmodelle ist der STR-DN850 trotzdem eine Versuchung Wert - er sieht gut aus, ist sinnvoll ausgestattet, und überzeugt mit überragendem Klang und mit einer qualitativ hochwertigen Hochskalierung von Inhalten auf 4K, wenn ein entsprechendes Display angeschlossen ist. Die SongPal-App gefällt uns gut, das trifft auch auf die Menüs zu - sie sehen sehr schick aus. Leider aber sind sie nicht durchgängig ins Deutsche übersetzt, auch wenn man als OSD-Sprache "deutsch" eingibt. Das ist aber auch der einzige wirkliche Nachteil, der uns einfällt - nur, dass DSD-Dateien erst vom STR-DN1050 akzeptiert werden, wäre noch an Kritikpunkten zu erwähnen. Ansonsten präsentiert sich der Sony in ausgezeichneter Form, und dass gleich sieben Endstufen und zwei Subwoofer-Vorverstärkerausgänge mit an Bord sind, findet ebenfalls unsere volle Zustimmung.
Moderner, sehr gut ausgestatteter 7.2 AV-Receiver mit kraftvollem, klarem Klang und sehr gutem 4K-Upscaling

AV-Receiver Mittelklasse
Test 03. Juni 2014
+ Kräftiger, räumlich dichter Klang
+ Sehr gute Performance auch bei 2-Kanal-HiRes-Dateien
+ Gefällige Optik, sehr gute Verarbeitung
+ Bluetooth und WLAN an Bord
+ SongPal-App für flexible Nutzung von Musikquellen und zur Gerätesteuerung
+ Gelungenes Upscaling auf 4K
+ Grafisch sehr attraktive Menüs
+ Gute DSPs
- kein DSD über Netzwerk/USB
- Unzureichend ins Deutsche übersetzte Menüs
Test: Carsten Rampacher
Fotos: Sven Wunderlich
Datum: 03. Juni 2014
Tags: AV-Receiver • Sony • Ultra HD






































































