TEST: Sharp Soundbar HT-SBW202 mit aktivem Wireless-Subwoofer

Für Marktpreise ab 150 EUR gibt es die Sharp-Soundbar HT-SBW202 plus im Paket enthaltenen, ultrakompakten Wireless-Aktivsubwoofer. 200 Watt Gesamtleistung sind für diese Liga nicht schlecfht. Decoder für Dolby Digital oder DTS gibt es nicht. Daher sollte der TV auf jeden Fall Bitstream in PCM wandeln und ausgeben können. Dafür findet sich eine kleine Fernbedienung im Lieferumfang - sogar ein "richtiges" Modell ohne Folientasten, da kann man sich nicht beschweren.

Fernbedienung

Ergonomische Form

Weiterhin stehen drei EQ-Einstellungen zur Verfügung. Nachrichten, Film und Musik. Bässe und Höhen kann man überdies selbst einstellen. Bestückt ist die Soundbar recht schlicht mit zwei Breitbändern (2.0 Anordnung), zusammen mit dem kabellosen Subwoofer gibt das dann ein 2.1-System. Quellen werden per schlecht auflösendem Display angezeig, ebenso andere Systemeinstellungen. Bei den drei EQ-Modes steht nur "EQ1" (entspricht Music), "EQ2" (entspricht Movie) und "EQ3" (entspricht News), nicht aber ein Hinweis aufs aktive Programm.

Anschlussbestückung

An Anschlüssen stehen HDMI-ARC, USB (Audiowiedergabe und Updates) sowie Bluetooth 4.2 zur Verfügung. Ferner findet man einen optischen Digitaleingang und 1 x 3,5 mm Miniklinke. Aklso das Übliche, nichts Besonderes, aber in Ordnung für die Preisklasse.

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Einfache Materialanmutung

Wandhalterung ist integriert

Bedienelemente

Display und Logo

Subwoofer

Auch der Subwoofer ist einfach gehalten

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Basstreiber

Dasselbe gilt auch für die Verarbeitung. Solides Lautsprechergitter über den Chassis, mit Sharp-Logo in der Mitte. Gehäuse aus einfachem Hartplastik, weder optisch noch haptisch begeisternd. Aber gut, irgendwoher muss der Preis ja kommen, und es gibt durchaus teurere Soundbars, die nicht besser verarbeitet sind. Auch der kleine drahtlose Subwoofer ist eher einfach vom Finish her, aber seinen Zweck erfüllt er. 

Klang: Filmbeispiele von Apple TV

"Greyhound", ab Laufzeit 10 Minuten, EQ "Movie": Hier sind wir erstaunt, dass die kompakte Soundbar eine recht weitläufige Klangkulisse bereitstellt. Stimmen sind sauber eingearbeitet und entsprechend klar verständlich, ohne dass sie unpassend zu weit im Vordergrund zu finden sind. Der kleine aktive Subwoofer schafft ein recht überzeugendes Fundament. Der Music Score wirkt etwas synthetisch und zeigt nicht allzu viel Details, aber das geht in Anbetracht der Preisliga ok. Wechsel in der Dynamik werden gut erkannt. Akustische Einzelheiten wie das Rauschen der Wellen arbeitet das Sharp-System gut heraus. Dass, seit Gefechtsbereitschaft angeordnet wurde, sich ein Spannungsbogen aufbaut, verdeutlicht die Sharp Soundbar zusammen mit dem aktiven Subwoofer sehr gut. Wenn der Music Score dominanter wird, kommt er im Übrigen auch besser heraus. Erwartungsgemäß finden sich hinsichtlich des Auflösungsvermögens Defizite - gerade im Hochtonbereich gehen Details verloren. Die unterschwelligen Bassanteile, die das Geschehen ständig untermalen, werden hingegen prima präsentiert. Auch das Piepsen des Sonargerätes bringt das Sharp System prima zur Geltung. Insgesamt, so stellen wir fest schlägt sich das Sharp-Duo bei "Greyhound" für rund 150 EUR Marktpreis richtig gut - gerade der kleine aktive Subwoofer macht eine tadellose Figur und agiert so, dass man ihn defintiv ernstnehmen sollte. 

"Baywatch", ab Filmbeginn: Nun kommen wir zum zweiten Filmbeispiel zu und hören in "Baywatch" hinein. Den Song direkt am Anfang gibt das Test-System überraschend klar und lebendig wieder, obwohl wir den "Movie" EQ und nicht den "Music" EQ verwenden. Der kleine aktive Bassist bringt sich erneut ordentlich mit ein, er "zieht" den Bass auch nicht nach, sondern präsentiert ihn zeitgleich mit dem akustischen Rest. Die akustische Atmosphäre am Strand zu Beginn des Films, mit dem ersten Einsatz für die Baywatch-Crew, wird von den Effekten her (Aufprall auf dem Wasser z.B.) und den bassstarken Music Score betreffend, erstaunlich komplett umgesetzt. Insgesamt schafft es das HT-SBW202-Set auch beim zweiten Filmbeispiel, einiges an Atmosphäre freizusetzen. Gerade für den kleineren Raum und für den Filmgenuss an Feierabend eignet sich unser Test-Ensemble ausgezeichnet. Klar - viele moderne TVs schon ab der oberen Mittelklasse haben oft tadellose Soundsysteme integriert. Modelle der Einsteiger- und Mittelklasse aber nicht, und bei etwas älteren Smart Fernsehern kann es durchaus sein, dass auch ein ehemals teures Luxusmodell nach heutigen Maßstäben nicht einmal durchschnittliche klangliche Leistungen erbringt. Für solche Fälle ist das Sharp-Angebot sehr empfehlenswert. Das rege Treiben (Wettkampf auf dem Parcour) ab Laufzeit 21 Minuten bereitet der Soundbar und dem Subwoofer keinerlei Schwierigkeiten. Diese Sequenz wird wieder in weiten Zügen vom kraftvollen Music Score mitgetragen, hier beweist der Subwoofer ein weiteres Mal seine Kompetenz. 

Harry Potter und der Halbblutprinz, ab Laufzeit 6.30 Minuten: Wieder schafft es die Soundbar, zusammen mit dem Subwoofer den Spannungsbogen tadellos wiederzugeben. Die Dialoge sind sehr gut zu verstehen, gleichzeitig aber nahtlos ins tonale Gesamtgefüge eingebaut. Im weiteren Verlauf entwickeln Gegenstände in der Wohnung ein Eigenleben, fliegen herum, klirren und quietschen. Dieses Szenario kommt ebenfalls glaubwürdig heraus, uns überrascht die dichte Räumlichkeit, wenn man nicht zu weit weg von der Soundbar entfernt sitzt. Räume zwischen gut 10 und gut 20 Quadratmeter sind ideal zur Verwendung des Sharp-Systems. Wir steigen bei Laufzeit 21 Minuten wieder ein. Finstere Nacht, der Music Score verkündet Mystisches oder Bedrohliches. Und wieder, zum dritten Mal, kommt der Spannungsbogen prima heraus. Dann, Wechsel zum Hogwarts Express. Die Fahrgeräusche des Zugs gehen etwas unter, hier wünschen wir uns etwas mehr Prägnanz. Zugleich sind die Dialoge etwas zu weit im Vordergrund. Allerdings werden die Stimmen hinsichtlich ihrer Charakteristik gut präsentiert. Laufzeit 26 Minuten - wieder gibt es Spannung und einige wohl platzierte Effekte. Auch kleinere akustische Details kommen heraus, obwohl man natürlich insgesamt am Auflösungsvermögen merkt, dass die Soundbar aus einer günstigen Preisklasse stammt. Bei Laufzeit 29 Minuten werden die Geräusche, das Murmeln, die Dialoge, im Speisesaal von Hogwarts sehr treffend erfasst, und besonders erstaunt uns die subtile Räumlichkeit, die das Sharp-System solide erfasst. 

Klang: Musikzuspielung über Bluetooth, Spotify und Tidal

Jax Jones, MNEK - Where Did You Go: Mit dem aktuellen Club-Track fangen wir an und verwenden das Music-DSP-Programme. Und auch bei der Musikwiedergabe über Bluetooth gefällt uns das Sharp-Set richtig gut. Ein klar definierter Beat, solide Darstellung der Stimme und eine gute Räumlichkeit summieren sich zu einem wirklich überzeugenden Gesamteindruck. Gerade, wenn man bedenkt, dass es deutlich teurere Soundbars gibt, die nicht unbedingt gekonnter agieren, kann man nur den Hut vor der Performace der HT-SBW202 ziehen. Auch die Lautstärke, die man ohne störende Verzerrungen hören kann, sind nicht nur ausreichend, sondern richtig gut. "Moth To A Flame" (Swedish House Mafia) folgt nun, wir bleiben gleich in derselben musikalischen Ecke, weil die Sharp Soundbar und deer kleine, erneut stark auftretende Subwoofer mit dieser Art Musik offensichtlich gut klarkommt. Das ist auch erneut der Fall, allerdings ist das Gebotene etwas dumpf, es fehlt an Durchzeichnung. Die Stimme wird gut wiedergegeben. Beamen wir uns zurück in die 80er Jahre und wechseln den Musikstil: "Cold Days, Hot Nights" stehen auf dem Programm, und die "Cold Days" haben wir beim aktuellen Wintereinfall Anfang April tatsächlich, nur sind die Nights leider auch frostig und nicht so "hot", wie von Moti Special vermutet. Aber gut, natürlich ist das ohnehin anders gemeint, und der Sharp Soundbar ist's "Wurscht": Sie agiert mit Übersicht und straffem Bass, sodass auch hier wenig Raum für berechtigte Kritik bleibt. Und auch Jennifer Rushs "Destiny" managt Sharps Klangriegel souverän - Anteil am homogenen und recht kraftvollen Klangbild hat natürlich auch wieder der kleine aktive Subwoofer, für uns die Überraschung im Test. 

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Konkurrenzvergleich

Yamaha SR-C20A: Für Marktpreise ab 190 EUR zu haben, handelt es sich beim Yamaha-Modell um eine All-In-One-Soundbar. Ein aktiver Wireless-Subwoofer ist demnach nicht im Kaufpreis enthalten. Dafür aber eine tadellose Ausstattung, die auch einen Dolby Digital-Decoder umfasst. 100 Watt gibt es als Gesamtleistung, das reicht für ordentliche Pegel in Räumen bis rund 20 Quadratmeter aus. Die Verarbeitung der SR-C20A ist ausgezeichnet, fürs investierte Geld wirkt der Soundriegel wirklich edel. Hinzu kommen die Clear Voice Funktion und weitere vier DSPs, die allesamt gut abgestimmt sind. Die Fernbedienung geht in Ordnung, zudem kann man die SR-C20A mittels der Yamaha Soundbar Remote App steuern. Insgesamt ein tadelloses Angebot - zum fairen Preis. Klar, ein aktiver Subwoofer fehlt, dafür stimmen eben Qualität & Ausstattung - bis auf das fehlende Display.

Teufel Cinebar One: Die ultrakompakte Soundbar ist, als All-In-OneDevice ohne externen aktiven Subwoofer, derzeit (Stand 05. April 2022) für 250 EUR zu haben.  Mit 4 x 10 Watt fällt die Ausgangsleistung überschaubar aus. In der Praxis aber klingt die kleine Cinebar durchaus erwachsen und überzeugt mit der Dynamore-Funktion: Hier wird eine räumliche Dichte geboten, die man dem kompakten Gerät nicht zugetraut hätte. HDMI mit ARC und eine nette kleine Fernbedienung sind ebenfalls an Bord. Verschiedene DSP-Betriebsarten - Movie, Voice und Music - fehlen ebenfalls nicht. Leider gibt es kein Display. 

Fazit

Die preiswerte Sharp-Soundbar, im Paket mit einem kleinen aktiven Wireless Subwoofer, macht ihre Sache erstaunlich gut. Klar, bei der Ausstattung sind schon Defizite festzustellen. Keine Decoder, das Display löst schlecht auf, und Netzwerkfunktionen gibt es keine. Streaming ist demnach ausschließlich über Bluetooth 4.2 möglich. Die Verarbeitung ist gut, die Materialqualität einfach. Akustisch wird deutlich mehr geboten, als wir gedacht hätten. Ein kräftiger, räumlich dichter und sogar ziemlich lebendiger Klang sind hier die Parameter, die unsere Beurteilung untermauern. Der kleine aktive Basslautsprecher hat uns besonders positiv überrascht - er spielt recht präzise und hat auch mit höheren Pegeln keine Probleme. 

Preisgünstiges Soundbar-/Subwoofer-System mit erstaunlich kräftigem und gefälligem Klang

Soundbar-/Subwoofer-Systeme bis 250 EUR
Test 07. April 2022

Test: Carsten Rampacher
Fotos: Sven Wunderlich
Datum: 07. April 2022

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