TEST: Samsung HW-S60T - 4.0 All-In-One-Soundbar im feinen Design

Die Samsung HW-S60T ist die schwarze Variante (alternativ silberfarben als HW-S61T) und kommt laut aktueller Recherche auf einen Preis von exakt 388,94 Euro. Das 4.0 Kanal All-in-One-Gerät verfügt über Decoder für Dolby Digital+ und DTS 5.1, nicht an Bord befinden sich Decoder für die 3D-Audioformate Dolby Atmos und DTS:X. Das hindert Samsung aber nicht daran, einen aufwändigen Rahmen für eine gepflegte Akustik bereitzustellen. Die Soundbar verfügt über zwei integrierte Hornlautsprecher, die seitlich und auch leicht nach oben hin abstrahlen - Acoustic Beam-Technologie wird das von Samsung genannt. Auch integriert ist Amazon Alexa. Die HW-S60T, dies sei direkt eingangs erwähnt, tritt optisch sehr nobel auf. Samsung hat sich dazu entschlossen, das Gerät in edlen Kvadrat-Bezugsstoff zu kleiden, der sorgfältig aufgebracht wurde. 

Verarbeitung

Seitliche Ansicht im Detail

Feiner Kvadrat-Bezugsstoff

Zubehör mit externem Netzteil

Knapp 400 Euro werden für die HW-S60T fällig, die innerhalb ihrer Preisklasse mit einer absolut soliden Verarbeitungsqualität aufwarten kann. Abgesehen von der Kunststoff-Unterseite, auf der sich kleine Gummifüßchen befinden, zeichnet die Oberfläche eine Kvadrat-Stoffbespannung aus. Der Stoff fühlt sich hochwertig an und auch der Übergang zu den seitlichen Metallgittern ist an allen Stellen tadellos ausgeführt. Als einzigen Kritikpunkt kann man anbringen, dass der Kvadrat-Stoff Staub und kleine Flusen nahezu magisch anzieht.

Schicke kleine Fernbedienung 

Wer auf ein makelloses Äußeres Wert legt, kommt nicht umhin, hier immer mal für eine staubfreie Oberfläche zu sorgen. Kvadrat scheint insgesamt für das Design verantwortlich zu zeichnen. Die relativ flache Soundbar gefällt optisch mit geschwungenen Formen. Die nicht allzu üppigen Abmessungen sind noch gut mit 55" großen Fernsehern kombinierbar, ab 65" wirkt die HW-S60T dann schon etwas klein.

Bedienelemente

Mittig oben befinden sich Bedienelemente, die als Drucktasten ausgeführt sind. Direkt am Gerät lässt sich allerdings nur der Eingang wählen, die Lautstärke regeln und das integrierte Mikrofon komplett stumm schalten. Man kann die Komponente mit einem Druck auf die Eingangswahltaste zwar einschalten, aber nicht wieder ausschalten. Zum Glück liegt noch eine Fernbedienung bei, die über einen Power-Button verfügt. Außerdem ebenfalls einen Eingangswahlschalter, eine Bluetooth-/Pairing-Taste, Mute-Button sowie zwei Tasten für die Klangeinstellungen. Zum einen kann man hier aus den Presets Music, Standard und Adaptive Sound wählen, zum anderen kann man Treble und Bass sowie die Intensität der seitlichen sowie nach oben gerichteten Klangabstrahlung einstellen. 

Anschlusssektion

Die HW-S60T verfügt über eine übersichtliche Anschluss-Sektion, ein optischer Digitaleingang und ein HDMI-Slot mit ARC-Support sind integriert.

Einrichtung und Handling

Schnell und komfortabel verbindet man sich via Bluetooth mit der Samsung Soundbar. Dazu genügt ein Druck auf die Bluetooth-Pair Taste auf der Fernbedienung, die HW-S60T ist dann im sichtbaren Modus und wird auf kompatiblen Geräten angezeigt. Ein Klick auf unserem Smartphone genügte und die beiden Geräte waren gekoppelt.

Darüber hinaus kann man die Komponente mit der SmartThings App steuern. Die Einbindung der Komponente gelingt problemlos. Ist man mit via Bluetooth mit der HW-S60T verbunden und öffnet die SmartThings App auf dem Smartphone, informiert ein Pop-Up über das neue Gerät und schlägt vor, diese mit dem Netzwerk zu verbinden. Über Bluetooth werden die WLAN-Informationen dann automatisch übertragen. Die WLAN-Verbindung wird für Amazon Alexa genutzt, die Wiedergabe von lokalen Dateien aus dem Netzwerk ist damit nicht möglich, allerdings kann man Spotify Connect via WiFi nutzen und muss hier nicht auf Bluetooth setzen. In der App gibt es zu den genannten Möglichkeiten noch erweiterte EQ-Einstellungen mit den Presets "POP", "JAZZ" und "CLASSIC. Auch ein Software-Update lässt sich hier durchführen.

Als Mitglied der S-Serie unterstützt die HW-S60T nicht die neue Q Symphony-Technologie in Kombination mit aktuellen Samsung TVs, kann aber natürlich problemlos via HDMI mit Fernsehern jeglicher Hersteller verbunden werden. Ist HDMI-CEC aktiviert, erfolgt die Audio-Ausgabe via ARC automatisch und die Samsung Soundbar übernimmt sämtliche akustischen Aufgaben. Unser Samsung Q950R aus 2019 zeigt die HW-S60T sogar namentlich an und auch die Presets Musik, Standard und Adaptiver Ton können direkt im Menü des Fernsehers ausgewählt werden. Die Soundbar verfügt über einige EQ-Programme: Music, Standard, sowie Adaptive Sound.

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Screenshots Smart Things App

Die Soundbar wird direkt erkannt

Erste Schritte mit der Soundbar

Wahl des Aufstellungsortes

Herstellen einer Verbindung

Verwendung als ALEXA-Komponente

Einstellungen

Für die Spotify-Wiedergabe wird die Spotify-App benötigt

Bass- und Höhenregler

Verschiedene EQ-Presets

EQ - erweitert

Die Samsung All-In-One-Soundbar erfreut mit schickem Design und einer im Wesentlichen praxisgerechten Ausstattung. 3D-Audioformate werden nicht decodiert, dafür kann man das Gerät mittels der Smart Things-App bequem steuern. 

Klang

Wir starten direkt mit einer anspruchsvollen Aufgabe für die kompakte und schlanke Soundbar und muten ihr den Live-Auftritt des niederländischen DJs und Produzenten DJ Tiesto in Kopenhagen als Teil seiner Elements of Life Tour zu. Bei moderater Lautstärke fehlt es schon ein wenig an Nachdruck, auch die räumliche Entfaltung könnte etwas ausgeprägter sein. Verfügt man aber nicht gerade über ein Premium TV-Gerät, die inzwischen ja durchaus ein solides Klangerlebnis liefern, ist der Benefit der HW-S60T im Bassbereich und Transparenz durchaus erkennbar. Dies zeigt sich noch deutlicher bei Anhebung des Lautstärkepegels. Die Samsung Soundbar ist zwar kein Pegelmeister, kann aber im mittelgroßen Wohnzimmer durchaus ausreichend laut aufspielen und bleibt dabei klar souveräner als einfache TV-Speaker. In den Höhen nicht überdurchschnittlich brillant, aber klar und angenehm und im Bassbereich doch recht kräftig. Insbesondere den nicht allzu tief liegenden Kickbässen verleiht sie soliden Punch. An Tiefgang mangelt es zweifellos, hier lässt sich die Physik nicht leicht überlisten. Der optional erhältliche Subwoofer, der im Übrigen mit der beiliegenden Fernbedienung der HW-S60T gesteuert werden kann, hat also seine Daseinsberechtigung. Das Bassvolumen ist aber, wenn man nicht gerade Tiefton-Fanatiker ist, bezüglich Größe und Preisklasse der Komponente absolut angemessen.

Das Musik-Preset ist für die Wiedergabe hier klar am geeignetsten und sorgt für ein insgesamt lebendiges, aber ausgewogenes Klangbild. Die Bühne wirkt auch etwas breiter und weitläufiger als im Standard-Modus, wenngleich das nicht die Parade-Disziplin der HW-S60T ist und sich das Geschehen etwas stärker vom Klangriegel lösen könnte. Ausgezeichnet gefällt uns die Stimmwiedergabe sowohl der weiblichen als auch der männlichen Stimme im zweiten und dritten Track. Die Vocals gehen bei höherer Komplexität auch nicht unter oder werden von anderen akustischen Elementen überlagert, ein guter Hinweis auf die Sprachverständlichkeit, die wir im Filmbetrieb noch genauer prüfen werden.

Als Filmbeispiel dient "Der Hobbit - Smaugs Einöde" mit den letzten beiden Kapiteln, die mit Ed Sheerans Titel "I See Fire" schließen. Wir schalten zudem auf Adaptive Sound um und lassen die Samsung Soundbar entscheiden, wie das Audiosignal bei uns ankommen soll. Gleich zu Beginn der 43. Szene liefert die HW-S60T ein recht eindrucksvoll wirkendes, atmosphärisch dichtes Klangerlebnis ab. Die Demonstration wirkt auch räumlicher und immersiver als beim vorherhigen Musikbeispiel, hier fühlt sich die Komponente anscheinend deutlich wohler. Die Stimmwiedergabe der Zwerge ist nicht zu kritisieren, auch bei umherfliegendem Felsgestein, der allumfassenden Feuersbrunst und einer insgesamt komplexen Kulisse ist die Sprachverständlichkeit stets auf hohem Niveau. Während der rasanten Action-Jagd, als Smaug die Zwerge sowie natürlich die Hauptfigur in Form eines Hobbits verfolgt, liefert die HW-S60T eine lebendige Kulisse mit nachvollziehbarer Direktionalität einzelner akustischer Elemente auf.

An Nachdruck, Tiefgang und Punch mangelt es natürlich auch hier etwas, für das vorhandene Gehäusevolumen entwickelt die Soundbar aber ein gutes Fundament und setzt auch schon mal den ein oder anderen Punch. Solide auch die Stimme von Benedict Cumberbatch als Drache Smaug, der es zwar etwas an Brutalität fehlt, die Bassanteile aber durchaus erkennbar sind. Als es gegen Ende des 43. Kapitels im Dialog mit Smaug etwas ruhiger wird, bietet die Soundbar nochmal alles auf und präsentiert eine breite Bühne mit sehr guter Räumlichkeit in den halligen Gängen der Zwergenminen. Auch die Stimme von Martin Freeman gefällt mit hoher Natürlichkeit und als die Zwerge die Ketten der goldenen Statue lösen, kann man sogar die Vorteile der Acoustic Beam-Technologie erkennen, als die Ketten und Steine hörbar von oben nach unten herabfallen.

Die authentische Stimmdarstellung im Filmbetrieb lässt sich auch auf die Gesangseinlage des irischen Stars übertragen. Zentral steht die Stimme und überzeugt mit Klarheit und einer soliden Herausarbeitung der charakteristischen Details. Auch als das Saiteninstrument einsetzt, dem man klar anhört, dass es sich um eine akustische Gitarre handelt, bleibt die Performance auf identischem Niveau. Die Streicher sind nicht ganz so feindynamisch ausdetailliert, wirken aber sehr angenehm mit leichter Wärme.

Via Spotify Connect spielen wir der Samsung HW-S60T zum Abschluss noch einen Klassiker von Creedence Clearwater Revival zu und sind von der Durchhörbarkeit und Transparenz der Bühne positiv überrascht, wenn auch - wie bereits beim vorherigen Musikbeispiel, die Bühnenkulisse ein wenig zentriert wirkt und sich das Geschehen noch stärker von der Komponente lösen könnte. Die Differenzierung der einzelnen Instrumente gelingt trotzdem recht gut und auch die Komplexität bereit der Soundbar keine Probleme. Die Stimmwiedergabe ist ausgezeichnet und es geht auch flink und impulstreu zur Sache. Das Schlagzeug ist mit entsprechendem Punch versehen und lässt nur ein wenig Tiefgang vermissen. Auch bei hohem Pegel agiert die HW-S60T souverän und behält sich die ausgezeichnete Stimmwiedergabe sowie auch die authentischen, verzerrten Gitarrenklänge bei "Born on The Bayou" bei. Trotz leichter Schwächen kann die Samsung Soundbar hier mit Lebendigkeit und einem insgesamt ausgewogenen Klangbild auch bei hoher Lautstärke überzeugen.

Konkurrenzvergleich 

LG DSN7CY 3.0.3 Soundbar: Die LG-Soundbar ist teurer, bringt dafür aber auch Decoder für DTS:X und Dolby Atmos mit. Zudem wurde die Akustik von Experten des Highend-Herstellers Meridian veredelt. Wie hält die Samsung-Alternative dagegen? Im Gegensatz zur DSN7CY ist die HW-S60T streamingfähig und kann mittels der Smart Things-App gesteuert werden. Zudem wirkt sie optisch etwas edler, ist aber auch empfindlicher. Die schöne Fernbedienung und die Integration von Alexa sprechen auch für Samsungs Device. Akustisch liefern sich beide Kontrahenten ein Kopf-an-Kopf-Rennen. Ohne zusätzlichen aktiven Subwoofer sind beide keine Bassmeister, was auch nicht anders zu erwarten war. Die LG-Soundbar detailliert etwas besser, die Samsung-Soundbar klingt noch etwas homogener, eine Patt-Situation. Beide Soundbars lassen sich optional mit Wireless Rears ausstatten. 

Yamaha YAS-209: Schwer zu knacken für die Konkurrenten von LG und Samsung ist die YAS-209 aus dem Hause Yamaha, Marktpreis lediglich rund 310 EUR. Serienmäßig wird ein kompakter, aber erstaunlich leistungsfreudiger aktiver Wireless-Subwoofer mitgeliefert. Zudem arbeitet die YAS-209 mit DTS Virtual:X. Jede Quelle kann daher auf eine Semi-3D-Audiowiedergabe hochgerechnet werden, was sehr ansprechend gelingt. Pegelfest und homogen spielt das Yamaha-Ensemble ebenfalls auf. Die Steuerung per App gelingt problemlos, Amazon Alexa und rudimentäre Streaming-Funktionen sind im derzeit in dieser Preisklasse unschlagbaren japanischen Paket auch enthalten.

Fazit

Samsung bietet zum relativ günstigen Preis eine formschöne 4.0 Soundbar an. Diese kann durch das Hinzukaufen eines Wireless-Subwoofers und von einem Paar Wireless-Rears zu einem Mehrkanal-System ausgebaut werden. Als HW-S61T ist die identische Soundbar zudem in ebenfalls elegantem Grausilber lieferbar. Die Ausstattung ist im Wesentlichen sinnvoll, die akustisch homogen und in sich schlüssig. Basswunder darf man nicht erwarten, und Decoder für DTS:X und Dolby Atmos sind nicht an Bord. Samsung integriert dafür die gut arbeitende hauseigene "Acoustic Beam" Technologie. 

Formschöne Soundbar mit harmonischen akustischen Eigenschaften

All-In-One-Soundbars bis 500 EUR
Test 18. August 2020

Test: Philipp Kind, Carsten Rampacher
Fotos: Philipp Kind
Datum: 18. August 2020

 

 

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