TEST: OnePlus 7T - Android 10 und weitere technische Finessen im neuen OnePlus-Smartphone

Das clevere Unternehmen aus Shenzhen baut die aktuelle 7er Serie weiter aus. Im Gepäck unter anderem: das brandneue Android 10 – und das für einen vergleichsweise schmalen Euro.

Die Chinesen können auf eine erstaunliche Karriere zurückblicken, schließlich wurde der Konzern erst 2013 gegründet. Ihr Markenzeichen: Viel Technik für wenig Geld, gepaart mit ein paar Finessen. Auch clever: Statt teurer Werbekampagnen schuf OnePlus am Anfang eine geschickte Verknappung, denn nur über eine Einladung bekam man die ersten Smartphone-Generationen. Die Strategie ging auf: OnePlus genießt mittlerweile einen exzellenten Ruf in der Branche.

OnePlus 7T

Optisch ist das 7T ein unauffälliger Vertreter und die Frontseite wirkt sehr bekannt – und vor allem großflächig. Lediglich ein winziger, tropfenförmiger Notch unterbricht den Touchscreen. Ein Mini-Rahmen umläuft zudem den Screen, sodass man schon von einem Full-Front-Display sprechen kann, inklusive integriertem Fingerprintscanner.

Auffälliger ist die matte Aluminium-Rückseite, die es in den Farbvariationen Blau oder Grau gibt, denn hier sticht das runde Kamera-Modul mit gleich drei Objektiven buchstäblich hervor. Das sieht zwar nicht gerade elegant aus, scheint aber ein Garant für hochwertige Schnappschüsse zu sein. Doch dazu später mehr
Die Verarbeitungsqualität lässt sich knapp zusammenfassen: nahezu makellos. Eine offizielle IP-Zertifizierung hat der Asiate allerdings nicht.

Mit einer Displaydiagonale mit 6,55 Zoll ist der Touchscreen aktuell der größte in der OnePlus-Flotte. Doch nicht nur die Maße beeindrucken, sondern auch der Einsatz einer 90-Hertz-Technologie, durch den ein geschmeidiges Scrolling möglich wird. Überhaupt ist die Qualität des OLED-Displays (1.080 x 2.400 Pixel) absolut auf Referenzniveau: sehr Farbintensiv, tolle Helligkeit und eine richtig scharf Wiedergabe.

Kamera

Bereits ein Blick in die Ausstattungsliste der Kamera macht klar: Der Knipser kann vieles. So bietet er neben dem 48-Megapixel-Haupt- und 12-Megapixel-Telesensor auch einen 16 Megapixel-Ultra-Weitwinkel-Sensor. Der Fotograf kann daher jedes Motiv in drei verschiedenen Blickwinkeln festhalten - mit einem Winkel von bis zu 117 Grad. Dieses Feature ist mittlerweile der Trend schlechthin und dürfte schon bald obligat bei Smartphone-Kameras sein. Kleine Einschränkung: Der Nutzer wird nur bei der Hauptkamera durch einen optischen Bildstabilisator unterstützt. Beim Zoomen ist daher eine ruhige Hand vonnöten.

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Aufgenommen mit dem OnePlus 7T

Innenaufnahme mit relativ guter Ausleuchtung

Die 48 Megapixel deuten schon an, dass der Hauptsensors noch ein Trick beherrscht. Für eine bessere Bildqualität werden nämlich jeweils vier Pixel zu einem kombiniert. On Top gibt es für ambitionierte Knipser noch viele manuelle Optionen, um noch mehr Detail und Struktur heraus zu kitzeln. Bei all diesen Optionen darf natürlich auch ein Nachtmodus nicht fehlen, der sogar im Ultra-Weitwinkel-Modus funktioniert. In Kombinationen mit allen gängigen Modi, plus Makroaufnahmen schnürt der Hersteller somit ein exzellentes Kamerapaket.

Klingt sehr gut, ist auch sehr gut! Vor allem, wenn Schwachlicht einsetzt, zeigt die Kamera ihre Stärken. Die Bilder sind weiterhin ordentlich scharf, gut ausgeleuchtet und gerade bei Naturaufnahmen lassen sich Szenarien wunderbar effektvoll einfangen. Allerdings wird schnell ein Weichzeichner dazu geschaltet. Der Camcorder mit Aufnahmen in UHD-Auflösung mit 60 Bildern pro Sekunde steht dem in Nichts nach, zumal auch Zeitlupenaufnahmen in HD mit 240 fps möglich sind.

Rückseite seitlich

Nicht ganz so hoch gerüstet präsentiert sich die Selfie-Kamera, denn der 16-Megapixel-Sensor verfügt über keinen Autofokus. Bei gewohnt kurzen Distanzen und Tageslicht gelingen dennoch ordentliche Schnappschüsse. Wie schon bei den Vorgängermodellen verfolgen die Macher beim Thema Speicherplatz das iPhone-Prinzip: keine Speichererweiterung! Der Nutzer muss daher mit 128 GByte haushalten, zudem gibt es eine Variante mit 256 GB.

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Das Thema Anschlüsse wurde zudem nicht elegant gelöst. Zwar gehört eine Schutzhülle zum Lieferumfang, dafür aber kein USB-Headset sowie kein Adapter von Klinke zu USB-Typ-C. Bluetooth ist daher ein Muss, denn es gibt auch keine Klinkenbuchse.

Bei den sonstigen Datenschnittstellen wird dafür das volle Programm geboten: WLAN-ac, Bluetooth 5.0, NFC und ein LTE-Modul für Download-Geschwindigkeiten bis zu 1.200 Mbit/s. Eine vollwertige Dual-SIM-Funktion (4G/4G) ist ebenfalls verbaut.

Rückseite

Respekt! Das OnePlus 7T ist tatsächlich das erste erhältliche Mobiltelefon mit der Software-Version Google Android 10. Nutzer dürfen sich daher unter anderem über einen Dark Mode, eine Gestensteuerung, die stark an das vom iPhone erinnert sowie mehr variable Privatsphäre (Datenschutz, Standort und Sicherheit) freuen. On Top wird das Betriebssystem durch die Benutzeroberfläche Oxygen OS leicht modifiziert. Löblich: Der Hersteller verspricht regelmäßige Sicherheitsupdates für drei Jahre und Versions-Updates für zwei Jahre – das Smartphone ist somit zukunftssicher.

Noch ein paar Worte zu neuen Gestensteuerung: Wie bei Apple OS lassen sich Apps mit einem Wisch nach oben beenden – das hat man schnell intus. Die klassische Android-Variante mittels drei Sensortasten kann aber auch gewählt werden. Auch die linke Startbildschirmseite ist neugestaltet worden. Hier hat der User einen kompakten Überblick über das Wetter, eine Toolbox, zuletzt genutzt Apps, einen Schrittzähler sowie einen Notizblock – vielmehr braucht man auch nicht.

Der Fingerprintscanner ist gut erreichbar im unteren Display integriert und reagiert ausreichend schnell und zuverlässig. Meistens kommt er aber nicht zum Einsatz, da die Gesichtserkennung so flott reagiert. Nur wenn es schummrig wird, ist wieder Fingerspitzengefühl erforderlich.

Startmenü

App Drawer

Dass OnePlus besonders leistungsstarke Smartphones bauen kann, ist bekannt. Das 7T stellt das auch wieder eindrucksvoll unter Beweis. Herzstück ist der topaktuelle Qualcomm Snapdragon 855 Plus mit einer beindruckenden Taktfrequenz von bis zu 2,96 GHz. Im Zusammenspiel mit 8 GByte Arbeitsspeicher rast der Nutzer durch alle Anwendungen und das Gerät ist daher im Bereich Performance ein absolutes Spitzen-Smartphone.

Das gleiche Urteil bekommt der Chinese auch im Bereich Akkuleistung. Der mächtige 3.800-mAh-Stromspender erreichte im Praxistest eine Rufbereitschaft von bis zu sieben Tagen. Selbst Intensivnutzer dürften daher das Netzteil übers Wochenende in den Urlaub schicken können. Allerdings: Beim Nonstop-Dauertest überwindet der Funker nicht die wichtige zehn Stunden-Hürde. Das 7T reagiert somit recht sensibel auf das Nutzerverhalten.

Seitliche Ansicht

Geradezu spektakulär gut ist dafür wieder die Ladezeit. Dank der Schnelladetechnik Warp-Charge-30T meldet der Akkublock bereits nach einer Stunde volle Leistungsbereitschaft – das ist ein neuer Rekord! Schade dafür: Es wird kein induktives Laden unterstützt.

Auch der akustische Auftritt ist toll. Auf der Frontseite sind zwei Speaker verbaut, die auch bei hoher Lautstärke mühelos und souverän aufspielen. Das Soundbild ist  für ein Smartphone voluminös, klar, breit gestaffelt und das Bassfundament ordentlich. Das Kapitel Verständigung ist schnell erzählt, denn in beide Senderichtungen treten keinerlei Probleme auf: Ausreichend laut, recht natürlich und weitestgehend frei von Nebengeräuschen.

Fazit

Nicht so cool wie das 7 Pro, da mit weniger Finessen, aber auf alle Fälle wieder ein Spitzen-Smartphone von OnePlus mit den typischen Stärken. Für einen Online-Preis von rund 500 Euro erhält der Käufer nämlich ein Mobiltelefon, das in vielen Bereich Referenzniveau bietet. Vor allem die durch die Bank weg guten Messwerte sind dabei zu hervorheben. Fast noch wichtiger: Die Triple-Kamera kann ebenfalls mit Samsungs S-Klasse und dem iPhone 11 durchaus mithalten, gerade im Punkt Vielseitigkeit. Apropos iPhone: Das Festhalten am fehlenden microSD-Kartenslot und das Stummschalten via eigener physischer Taste, sind aber Punkte, die durchaus diskutabel sind.

Im Preisbereich um die 500 Euro bietet das OnePlus 7T klare Alleinstellungsmerkmale und nur wenig Schwächen

28.12.2019

Test: Ulf Schneider
Datum: 28.12.2019

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