TEST: Mission QX-5 - optisch exklusive, klanglich lebendige Box zum fairen Paarpreis von 1.299 EUR

1.299 EUR für ein Paar große, edel auftretende Standlautsprecher, das verspricht, interessant zu werden. Die Mission QX-5  kommt mit formschön gerundeten Gehäuseecken daher, hat unten einen soliden, stimmig integrierten Standfuß aus Aluminium, Spikes und Unterlegscheiben finden sich im Lieferumfang.

Auch die Oberseite des Gehäuses stimmt mit ein ins noble Lied: Sie besteht aus einer Metallplatte in Aluminium-Natur. Die magnetisch haftenden Abdeckungen sind der Form der Chassis nachempfunden, sehr schick, wie wir finden. Eine Stoffabdeckung befindet sich auch über dem seitlichen Basstreiber.

Dass das Gehäuse foliert ist, und nicht  mit echtem Holt furniert, das ist in Anbetracht des günstigen Kaufpreises absolut zu tolerieren, hinzu kommt, dass die Folierung sehr gut gemacht ist. Der Lautsprecher verbindet geschickt ein charakteristisches, unverwechselbares Design mit unaufdringlicher Eleganz und einem erstaunlich noblen Eindruck, den man ansonsten nur aus höheren Preisklassen kennt. 

Alu-Platte auf der Oberseite, das sorgt für eine edle Optik

Edel auch die Fußkonstruktion

Bi-Wiring-Terminals

Bassreflexöffnung hinten

Zwei nach hinten gerichtete, sauber integrierte Bassreflex-Öffnungen sowie ebenfalls hochwertige Bi-Wiring-Terminals gehören zu den weiteren Merkmalen. Das Basschassis strahlt seitlich ab, dadurch ist der Schallwandler weniger breit. Die Detailverarbeitung ist nicht perfekt, aber ordentlich, und für die Preisklasse ohne Zweifel tadellos. Die Lautsprecherchassis sind zudem ohne sichtbare Schrauben in die Frontwand eingelassen.

Rückseite komplett

64 Liter Gehäusevolumen

64 Liter beträgt das Gehäusevolumen, 30,58 Kilo wiegt eine der beiden Boxen pro Stück, durchaus stattlich. 1.120 mm hoch, 220 mm breit sowie 405 mm tief ist die QX-5, die wir in der sehr attraktiven Farbgebung "Walnut Pearl" zum Test zugesendet bekommen haben. Der Dreiwege-Standlautsprecher ist mit einem 300 mm Basschassis, zwei 150 mm "Long Fiber Composite" Mittel-/Tieftönern und einem recht großen 38 mm "Ring Dome" Gewebe-Hochtöner bestückt.

Hochtöner

Hochtöner aus seitlicher Sicht

Mittel-/Tieftöner

Seitlich montiertes 30 cm Basschassis

Wie bei den meisten Mission-Lautsprechern verwendet der Hersteller bei der QX-Serie das IDG (Inverted Driver Geometry) Treiberlayout, bei dem der Hochtöner unter dem Tiefmitteltöner positioniert wird, was laut Mission die Gruppenlaufzeiten optimiert.

Der Wirkungsgrad liegt bei 90 dB, und die empfohlene Verstärkerleistung gibt Mission mit 30 bis 200 Watt pro Kanal an. Frequenzen von 32 Hz bis 24 kHz werden wiedergegeben, die Impedanz liegt bei 8 Ohm.

Klang
SACD, Carmina Burana, Auftakt, Carl Orff

Die Mission-Boxen geben diese SACD bezüglich der dynamischen Staffelung überraschend gut wieder. Die teils heftigen Dynamiksprünge werden authentisch dargestellt, das schaffen viele teurere Boxen nicht. Der Chorgesang wird mit angemessener Betonung dargestellt, die vokalen Strukturen sind stets erkennbar, selbst bei geringeren Pegeln. Als nach dem ruhigen Gesang sich die Dynamik urplötzlich deutlich steigert, sind die QX-5 sofort zur Stelle. Wir haben den Eindruck, dass die Zusammenarbeit mit dem Arcam SA-20 richtig gut funktioniert, der homogene, zugleich lebendige und kraftvolle Klang des SA-20 mit Class G-Endstufen überzeugt uns, aber die QX-5 als "ausführende Gewalt" am Ende der Kette setzen alles auch ausgezeichnet um. Die Auslegung der QX-5 ist interessant, denn auf der einen Seite wird einiges an akustischer Kultur geboten, wenn aber Kraft und Nachdruck gefordert sind, ist der Standlautsprecher umgehend zur Stelle.

Beim Orffschen Meisterwerk haben wir schon viele Lautsprecher unterschiedlicher Preisklassen gesehen, die komplett überfordert waren, und die relativ preisgünstigen QX-5 setzen hier ein Ausrufezeichen. Auch die oft fade, monotone Wiedergabe exakt dieser SACD war häufig ein Kritikpunkt, den wir im Falle der QX-5 nicht erkennen können. Sie schafft es, Ausdruck und Struktur in die unterschiedlichen Passagen zu bringen, insgesamt entsteht dadurch ein realistischer, glaubwürdiger Eindruck. Weder bei vokalen noch bei instrumentalen oder gemischten Sequenzen schwächelt der Lautsprecher, eine richtig starke Leistung. Und ist weit unten im Frequenzspektrum Tiefgang gefragt, ist der 30 cm messende Tieftöner bestens geeignet.

SACD, Antonio Vivaldi, Vier Jahreszeiten, der Frühling

Dass die QX-5 ein gutes Gespür für klassische Musik mitbringen, das verdeutlichen sie beim Auftakt zu Vivaldis Vier Jahreszeiten in überzeugender Manier. Wie fein die Streicher durchmodelliert werden, ist ohne Übertreibung als exzellent zu bezeichnen, auch die Homogenität beim orchestralen Einsatz ist zu loben. Wer sich nicht richtig gut mit Lautsprechern und den jeweiligen Preisklassen auskennt, würde die Mission-Box spontan deutlich teurer einschätzen. Das leistungsfähige Basschassis ist trotz der großen Membranfläche schnell genug und nicht zu weich aufgehangen. Auch kurze Impulse werden tadellos umgesetzt. Wenn das gesamte Orchester spielt, erscheint das gesamte Ergebnis sehr harmonisch, rund, dabei trotzdem frisch. Die Atmosphäre des "Frühlings", lebhaft, erwachend, energiegeladen, kommt beim Anfang sehr gut heraus.

CD: Eva Cassidy, Ain't No Sunshine

Bei diesem anspruchsvollen Stück sind wir nun sehr gespannt: Reicht es auch hier für eine überragende Bewertung? Ja, und das wird schnell deutlich. Wie sensibel und kraftvoll zugleich die QX-5 Evas Stimme in den Raum stellt, das verdient Respekt. Klar, kraftvoll, ungefiltert - wir sind wieder erstaunt. Mission QX-5? Irgendeine weitere Standbox. Dachten wir. In der Praxis spielt die Mission akustisch ein oder sogar zwei Ligen höher mit und lässt zahlreiche, auch renommierte, Konkurrenten vor allem wegen der realistischen Wiedergabe dynamischer Unterschiede, wegen dem satten, präzisen Bass, dem Top-Tiefgang und dem hervorragenden Auflösungsvermögen hinter sich.

CD: Tom Jones, Did Trouble Me

Männerstimmen liegen der QX-5 ebenso, dieses wunderschöne Stück stellt die außergewöhnlichen Qualitäten der QX-5 ein weiteres Mal unter Beweis. Der präzise Bass, die erstklassige Trennung der akustischen von den vokalen Elementen, und die realistische, fesselnde Gesamt-Atmosphäre lassen keine Zweifel an der Leistungsstärke der Mission-Konstruktion aufkommen. Wechsel bei Instrumentierung und Rhythmus stellen nie eine Schwierigkeiten dar, impulstreu folgt die Box dem musikalischen Geschehen und gibt sich auch bei komplexen akustischen Gebilden keinerlei Blöße.

CD: Within Temptation, The Howling

Das kurze, ruhige Intro, dann geht die sprichwörtliche Post ab: Völlig andere Voraussetzungen für die QX-5. Aber auch hier verteidigt sie ihren Ruf als akustische Spitzenkraft souverän. Straff, kraftvoll ertönt der Bass, die bewusst aggressive Stimme von Sharon den Adel kommt sauber heraus, auch, was die räumliche Ausbreitung angeht. Wiederum pariert der Mission-Lautsprecher dynamische Wechsel hervorragend: Das fördert nicht nur eine präzise Wiedergabe, sondern auch eine echt erscheinende Gesamt-Atmosphäre. Bei sehr hohem Pegel nimmt das Differenzierungsvermögen gerade bei den Instrumenten untereinander zwar leicht ab, ist aber nach wie vor für die Preisklasse richtig gut.

CD: Disco Nation, Kick Da Disco Nation

Was kann die Mission bei Eurodance-Musik der 90er Jahre? Wir testen das mit "Kick Da Disco Nation" von Disco Nation und sind über die Bassgewalt erstaunt. Genug Leistung liefert der Arcam SA-20 an (Test folgt), der mit seinen Class G Endstufen zudem ein sehr kultiviertes Klangbild bereithält. Und die immense Leistung setzen die QX-5 impulstreu um, sie bieten Kraft und Dynamik, und schieben auch im großen Hörraum mit entsprechendem Nachdruck an. Tonal geben sich die QX-5 recht neutral, und selbst das qualitativ höchstens befriedigende CD-Material kommt recht frisch daher.

Konkurrenzvergleich

Dali Oberon 7: Eine Preisklasse unter den QX-5 gibt Dali nach wie vor mit der Oberon 7 "den Ton an". Homogen, kräftig aufspielend, lebendig, transparent in den Höhen, prima verarbeitet: Für rund 1.000 EUR führt kaum ein Weg an den Dali-Schallwandlern vorbei.

Quadral Chromium Style 8: Mit 900 EUR/Stück sind die Hannoveraner Boxen deutlich teurer, sind technisch aufwändig inklusive brillant auflösendem Bändchen-Hochtöner. Klassische Optik, gediegene Verarbeitung - aber eben nicht günstig.

Teufel Definion 3: Mit rund 1.500 EUR Paarpreis (Stand: 29. Oktober 2019) sind die Definion 3 mit Koax-Chassis und drei Treibern für den Bassbereich etwa in der identischen Preisklasse. Sie klingen sehr nachdrücklich, relativ ausgewogen und sind sehr pegelfest. So edel wie die QX-5 wirken sie nicht, und akustisch erreichen sie nicht ganz das Auflösungsvermögen der schicken britischen Boxen.

Fazit

Die Mission QX-5 sichert sich ein herausragendes Testergebnis - denn sowohl optisch, als auch akustisch kann die britische Box imponieren. Sie sieht edel aus, progressiv, ohne aber zu aufdringlich daherzukommen. Trotz der individuellen Optik ist das Design von zurückhaltender Eleganz geprägt. Die Detailverarbeitung ist gut, fürs investierte Geld auf jeden Fall ausgezeichnet. Klanglich beeindruckt uns die Mischung aus Dynamik, Homogenität und Sensibilität. Die QX-5 kommt mit praktisch jedem Quellmaterial bestens zurecht, dank des 30 cm messenden Tieftöners und des mit 64 Litern relativ üppig bemessenen Gehäusevolumens ist der Tiefgang exzellent. Auch für Mehrkanal-Setups eignet sich die QX-5 vortrefflich, denn, wenn der AV-Receiver leistungsfähige Endstufen aufweist, braucht man keinesfalls zwingend einen aktiven Subwoofer in der Kette.

Die fast perfekte Box - in Relation zum Preis-/Leistungsverhältnis: Die Mission QX-5 ist eine der großen Überraschungen des Testjahrs 2019

Standlautsprecher bis 2.000 EUR Paarpreis
Test 31. Oktober 2019

Test: Carsten Rampacher
Fotos: Sven Wunderlich
Redaktion: Philipp Kind
Datum: 31. Oktober 2019

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