TEST: Klipsch Reference Over-Ear-Bluetooth-Kopfhörer

Der Klipsch Reference Over Ear Kopfhörer mit Bluetooth 4.0 (inklusive aptX + AAC) kostet laut Liste 249 EUR, im Handel bekommt man ihn für rund 200 EUR, wahlweise in weißer oder schwarzer Variante. Im Lieferumfang enthalten sind ein gut verarbeitetes Case, in dem der Reference Over-Ear Platz sparend zusammengeklappt untergebracht wird, ein "Kabel für den Fall der Fälle", wenn der Akku leer ist, sowie ein USB-Ladekabel.

Gute Verarbeitung mit Metall-Elementen

Angenehmes Memory Foam-Ohrpad, innen sind 40mm Treiber verbaut

Auch der Bügel ist gut gepolstert

Bedienelemente an der rechten Ohrmuschel

Saubere Detailverarbeitung

Unterbringung im Case

Das Case wirkt angemessen hochwertig

Mitgelieferte Kabel

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Hinsichtlich Verarbeitung und Materialqualität können wir dem Klipsch Reference Over-Ear mit 32 Ohm Impedanz ein gutes Zeugnis ausstellen. So wirken Bügel und Ohrpolster recht hochwertig, zudem ist das Material angenehm. In der Praxis zeigt sich, dass der Tragekomfort auch über längere Zeit überzeugt. Das Gewicht liegt bei 272 Gramm. Das bei unserem Test-Sample weiße Außenmaterial der Ohrkapseln hat eine sehr angenehme Haptik. In den rechten Kopfhörer sind drei Knöpfe, die allerdings nicht besonders edel erscheinen, eingearbeitet. Gut, aber nicht sensationell, fällt mit 20 Stunden die Laufzeit des fest eingebauten 400mAH Akkus aus. Integriert in den Reference Over-Ear ist auch eine Freisprecheinrichtung mit einem Mikrofon, das über cVc Technologie von Qualcomm verfügt. Damit soll unter fast allen Bedingungen ein problemloses Telefonieren möglich sein, auch wenn man sich z.B. mitten in der Fußgängerzone am Samstag Mittag befindet. 

Sie sind gut erreichbar und für Funktionen des elementaren Spielbetriebs zuständig. Die Ear Pads aus Memory-Schaum kann man im Übrigen einfach abnehmen und austauschen. Die 40 Millimeter messenden, patentierten "Klipsch Balanced Dynamic"-Treiber können Frequenzen zwischen 15 Hz bis 20 kHz wiedergeben. Laut Klipsch hat die Technologie die Vorteile eines präzisen, kraftvollen Basses und einem sehr klaren, sauber differenzierten Mitteltonbereichs.

Klang Musik

"Desperado" in der Cover-Version von Diana Krall gibt der Klipsch Reference Over-Ear gut wieder. Dianas Stimme ist sauber und bietet eine ordentliche Plastizität. Dynamische Differenzen werden nachvollziehbar eingearbeitet. Das Klavier kommt prima heraus, eine überdurchschnittliche Leistung bietet der Reference Over-Ear hier aber nicht.

Wie sieht es bei "I Wish It Would Rain Down" von Phil Collins aus?

Bei diesem Song, den wir in einer 2016 neu gemasterten Version hören, gibt es öfters Schwierigkeiten, da der Klang im oberen Mitteltonbereich und im Hochtonbereich zu metallisch und aggressiv ist. Der Reference Over-Ear offeriert hier einen noch als ausgewogen zu bezeichnenden Sound, er kann die Schwächen der Quelle recht gut kompensieren, ohne aber zu gedämpft und monoton aufzuspielen. Phils Stimme wirkt authentisch, die gebotene Räumlichkeit ist ebenfalls nicht zu kritisieren.

Den Depeche Mode-Klassiker "Enjoy The Silence" gibt der Reference Over-Ear wieder gut bis sehr gut wieder.

Uns fehlt hier das letzte Bisschen Kontur bei der Stimmwiedergabe, aber wer darauf extrem viel Wert legt, muss wohl mehr Geld beim Kauf eines Kopfhörers in die Hand nehmen. Der Bass ist kräftig und straff, leichte Verzerrungen mischen sich erst bei deutlich gehobenem Pegel hinzu.

Nun setzen wir die Testreihen mit "Vivo Per Lei" von Andrea Bocelli und Georgia fort.

Hier gefällt uns das Differenzierungsvermögen des Kopfhörers besser als bei "Desperado", die Instrumente weisen exaktere Konturen auf, und die Stimmen, die von Andrea und die von Georgia, zeigen mehr Präzision. Sehr gut gefällt uns die akustische Auslegung, der Kopfhörer bleibt auch bei gehobenem Pegel untadelig souverän. 

Gehen wir nun "in die Vollen" mit "Stars" von Vize:

Hier kann der Klipsch uns beweisen, dass nicht nur die Boxen, sondern auch die Kopfhörer mit einer lebendigen, kraftvollen Basswiedergabe aufwarten können, sondern auch der Reference Over-Ear hier eine Menge zu bieten hat. Überdies erweist sich der Bass als nicht zu dominant, und die Präzision ist tadellos. Während dem Hören freut sich der Träger zudem über die angenehm gepolsterten Ohrmuscheln, die überdies externe Geräusche prima abschotten.

Weiter geht es mit "All Day And Night" von Max Jones & Martin Solveig.

Die 40 Millimeter messenden, vom Hersteller patentierten "Klipsch Balanced Dynamic" (KBD) Treiber leisten hier ganze Arbeit. Die maximal ohne störende Verzerrungen erzielbaren Pegel sind hoch, hier kann sich keiner beschweren. Ebenso wenig über eine zu geringe Gesamt-Dynamik. Der Reference Over Ears, dessen Bluetooth-Modul auch mit aptX und AAC-Kompatibilität ausgestattet ist, bietet stets eine sehr lebendige Darstellung, die aber nicht unangenehm aggressiv oder metallisch wird, selbst wenn man eine Zeit lang lauter hört.

Kazkas "Plakala" im Remix von R3HAB beeindruckt uns besonders.

Denn hier tritt der Reference Over-Ear mit einer enormen Souveränität auf, der Bass kommt exakt auf den Punkt, und überdies empfindet man eine tief gehende räumliche Wirkung. Die Struktur aller Effekte ist stets nachvollziehbar und parallel stattfindende akustische Ereignisse bereiten dem Headphone keine Schwierigkeiten.

Bei "When Music Matters" von "Friends Of Mayday" lebt die Präsentation des Reference Over-Ear ein weiteres Mal von der überragenden Dynamik des Kopfhörers.

Gerade heftige Wechsel bei dynamischem Aufbau und Effekt-Struktur liegen dem Over-Ear absolut, hier ist er voll in seinem Element und zieht auch im Bassbereich wieder mit Erfolg alle Register: Präzise, lebendig, nachdrücklich. 

Klang Filmton

Wer Filme mit dem Klipsch, z.B. von YouTube oder Netflix, Betrachen möchte, kann dies bedenkenlos tun. Wir hören den Trailer zu "Terminator 6: Dark Fate" und stellen fest, wie gut der Klipsch verschiedene akustische Elemente einzeln berücksichtigen und zu einem homogenen Ganzen verarbeiten kann. Dabei vergisst er nie, die eindrucksvollen Music Score des Trailers mit akkurater Betonung mi einzuarbeiten. Die sehr nachdrücklichen Effektsalven mit darauf folgenden ruhigeren Sequenzen beweisen ein weiteres Mal, wie dynamisch der Klipsch-Hörer aufritt. Weiter geht es mit dem Trailer zu "Star Wars 9 - der Aufstieg Skywalkers": Die Stimme, die langsam, und mit Nachdruck spricht, hat eine enorme Ausstrahlung, während sich die legendäre Star Wars-Filmmusik im Hintergrund langsam aufbaut. Im Vordergrund toben massive Effekte um die Wette, die aber auch bei deutlich erhöhtem Pegel noch sauber herauskommen. Gerade für den Alltag, fürs Hören von Musik, aber auch von Filmen, ist der Klipsch Reference Over-Ear ein problemloser, dynamischer Begleiter. 

Freisprecheinrichtung

Wie hört sich die Freisprecheinrichtung des Reference Over-Ear an? Die Freisprecheinrichtung bietet eine gute akustische Qualität, klingt aber etwas dumpf. Die Verständlichkeit des Gesprächspartners ist gut, und man selbst wird vom Gesprächspartner, bis auf einen leichten Hall, auch gut verstanden. 

Konkurrenzvergleich

Etwas völlig anderes, daher im engen Sinne natürlich kein Konkurrent: Der True Wireless In-Ear-Kopfhörer JBL Endurance Peak für rund 120 EUR Marktpreis sitzt fest im Ohr, ist spritzwasser- und schweißgeschützt und überzeugt mit nachdrücklichem Bass und guter Räumlichkeit. Rein akustisch gesehen klingt der Reference Over-Ear natürlich geschliffener und ausdrucksvoller - alles eine Frage des Einsatzzweckes. Sportler werden sich über den Endurance Peak freuen, wer einen multifunktionalen Alltagsbegleiter sucht, kommt mit dem Klipsch bestens klar. 

Das Einstiegsmodell von Ultrasone, der Go Bluetooth für 149 EUR, ist dem Reference Over-Ear schon näher, wenngleich es sich um einen On-Ear-Kopfhörer handelt. Federleicht und mit S-Logic für natürlichen Raumklang ausgestattet, hat er uns im Test begeistert. Der teurere Klipsch wirkt natürlich massiver, hochwertiger, und tritt im Bassbereich mit mehr Nachdruck an. Zwei richtig gute Kopfhörer, welchen man bevorzugt, hängt von den eigenen Prioritäten ab. 

Für knapp 200 EUR derzeit (Stand: 18. Juli 2019) bekommt man bei Teufel den Real Blue NC - einen sehr bequemen, tadellos verarbeiteten, ausgewogen klingenden Bluetooth-Kopfhörer, der sogar noch über eine aktive Geräuschunterdrückung verfügt. Diese ist schlicht ausgeführt, es gibt lediglich eine Stufe. Das ändert aber nichts am tadellosen Preis-/Leistungsverhältnis des Berliners, der ein idealer Partner auch für Vielreisende ist und sich zudem per Touch-Pad in der Ohrmuschel steuern lässt. Der Klipsch wirkt im Bassbereich noch etwas nachdrücklicher, zudem agiert er extrem dynamisch, der Real Blue NC punktet mit seiner exzellenten Homogenität. 

Fazit

Der Klipsch Reference Over-Ear überzeugt uns durch seine tadellose Verarbeitung und durch die gute Materialqualität. Dank der bequemen Polsterung von Kopfband und Ohrmuscheln liegt der Tragekomfort hoch. Die maximale Akkulaufzeit von 20 Stunden, die man bei mittlerer Lautstärke auch erreichen kann, ist guter Durchschnitt. Klanglich erfreut uns der Klipsch Reference Over-Ear mit ausgezeichneter Dynamik und einem straffen, nachdrücklichen Bass, der aber nicht übertrieben auftritt. Für die fairen Marktpreise ist der Klipsch Reference Over-Ear demnach ein sehr guter Begleiter für den Alltag, da sein homogener Klang auch dann nicht stört, wenn man länger zuhört. Für den Genuss von Filmton eignet sich der US-Kopfhörer ebenfalls, hier trumpft er ebenfalls mit seiner Top-Dynamik auf. 

Der Klipsch Reference Over-Ear-Kopfhörer punktet durch seine hohe Ausgewogenheit - homogener Klang trifft auf sehr gute Dynamik

Bluetooth Over-Ear-Kopfhörer bis 300 EUR
Test 19. Juni 2019

 

Test: Carsten Rampacher
Datum: 19. Juni 2019

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